11 Sehenswürdigkeiten in Brandenburg an der Havel

Wo das Leben an der Havel spielt, Loriot getauft wurde und die Wiege der Mark steht: Die drittgrößte Stadt im Land ist ideal für ein Wochenende. Wir zeigen, was Besucher in Brandenburg an der Havel nicht verpassen sollten.
Datum23.02.2026

Die Kreisstadt Brandenburg an der Havel hat neben ihren gut 70.000 Einwohnern drei Besonderheiten: viel Grün, viel Wasser (um die 17 Prozent der Fläche) und viele Kirchen, darunter die Mutterkirche des Landes. 

Der Dom St. Peter und Paul wurde ab 1165 auf den Fundamenten der Burg Brandenburg erbaut, von der Stadt und Land ihren Namen haben. Die gotische Kirche aus Backstein steht auf einer Flussinsel und gilt als Wiege der Mark, von der die Christianisierung der Region ausging. Welche Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten es in der lauschigen Havelstadt noch zu entdecken gibt, erfahren Sie hier.

Dom St. Peter und Paul

Der Dom St. Peter und Paul markiert die Entstehung des Landes Brandenburg.

Als ältestes, bekanntes Bauwerk zählt der Dom St. Peter und Paul nicht nur zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Brandenburg an der Havel, sondern gilt zugleich auch als „Wiege der Mark Brandenburg“. Gelegen auf der Dominsel bildet die Kirche gemeinsam mit dem Archiv, dem Dommuseum und mehreren karitativen Einrichtungen das sakrale Zentrum der Stadt. 

Mit dem Baubeginn im 12. Jahrhundert und seiner Fertigstellung im 15. Jahrhundert steht der Dom sinnbildlich für den Wandel von der Romanik bis hin zur detaillierteren Gotik. Auch kulturgeschichtlich ist der Bau von hoher regionaler Bedeutung und festigte mit seiner Weihe die Gründung des Bistums Brandenburg. Obwohl die Kirche von innen eher profan errichtet wurde, beherbergt sie einige bedeutende Schätze, darunter den Böhmischen Altar aus dem 14. Jahrhundert sowie eine barocke Schnitzkanzel. 

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Pfarrkirche St. Gotthard

Unweit des Marienberges liegt die Pfarrkirche St. Gotthard.

Vis-à-vis der Dominsel liegt die Altstadt mit einem weiteren, sehenswerten Gotteshaus. Die Pfarrkirche St. Gotthard steht seit 1147 an Ort und Stelle, seit 1475 hat sich das Aussehen der dreischiffigen gotischen Hallenkirche kaum verändert. Eine Besonderheit: Ihr Erhalt wurde gleich mehrfach durch das Engagement der Brandenburger gesichert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte eine umfassende, größtenteils durch Spenden finanzierte Restaurierung. Rund 100 Jahre später konnte die marode Taufkapelle dank einer Initiative der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz saniert werden. Auch ein berühmter Sohn der Stadt hatte zu Spenden aufgerufen: Vicco von Bülow alias Loriot, der hier selbst einst getauft wurde. 

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Kirche St. Katharinen

Die Kirche St. Katharinen mit dem barocken Hochaltar

Wie in Lübeck, Stralsund und Hamburg finden sich auch in Brandenburg an der Havel einige bedeutende Werke der norddeutschen Backsteingotik. Neben Dom und St. Gotthard reiht sich die dritte Stadtkirche, St. Katharinen, in die Liste der Sehenswürdigkeiten ein. Seit 1401 steht der Bau in der belebten Neustadt, wo er im Auftrag wohlhabender Bürger errichtet wurde. Besonders sehenswert sind die reich verzierten Giebel mit filigran gearbeiteten Fenstern. Auch im Inneren verbirgt sich Kostbares, darunter der prächtige Flügelaltar aus dem Jahr 1474 sowie die kunstvoll geschnitzte Kanzel und die imposante Orgel des brandenburgischen Orgelbauers Joachim Wagner.

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Neustädtischer Markt

Auf dem Neustädter Markt, liebevoll „Neusi“ genannt, finden Weihnachts- und Wochenmärkte statt.

Schon im Mittelalter bildete der Neustädtische Markt das Zentrum von Brandenburg an der Havel. Auch heute noch schlägt das Herz der Stadt am Platz, über den die St.-Katharinen-Kirche wacht. Hier laufen Tram- und Buslinien zusammen, zudem finden sich hier mehrere Geschäfte und Modeketten. Cafés und Restaurants wie das Kaffeekännchen, NaturalBar Bei Oby und das Zemlin sind beliebte Treffpunkte. 

Altstädtisches Rathaus und Roland

Typisch norddeutsche Backsteingotik: das Rathaus von Brandenburg an der Havel

Herz der Altstadt von Brandenburg an der Havel ist der Altstädtische Markt, an dem zwei Kleinode aus dem 15. Jahrhundert stehen. Zum einen das Altstädtische Rathaus, ein Schmuckstück der spätmittelalterlichen Backsteingotik, in dem die Stadtverwaltung untergebracht ist. Zum Zweiten sein Bewacher, die 5,35 Meter große Rolandsfigur aus Sandstein, die neben dem Hauptportal aufragt. Tipp: Besucher sollten das Rathaus einmal umrunden, denn die eigentliche Schauseite befindet sich vom Platz gesehen hinten, zur schmalen Schusterstraße. 

Wer sich sattgesehen hat, kann sich im Fachwerkbau direkt nebenan bestens sattessen: Im Restaurant Inspektorenhaus hat sich Benjamin Döbbel mit seiner leckeren, saisonalen Küche viele Freunde gemacht. Es lohnt sich deshalb, einen Tisch zu reservieren. Auch gegenüber, im Restaurant Parduin, schmecken Brotzeit, Zander, Wild und das saisonale Brandenburg-Menü. 

Die vier Tortürme

Mittelalterliches Relitk mit Ausblick: der Steintorturm in Brandenburg

Mittelalterliche Spuren lassen sich an vielen Ecken von Brandenburg entdecken. so auch die vier Tortürme, die einen Teil der einstigen Stadtbefestigung ausmachen. Zu Verteidigungszwecken sicherte man die Siedlung ab dem 14. Jahrhundert mit Kanalsystemen sowie umfangreichen Wallanlagen. Mit wachsender Stabilität erwiesen sich die Mauern jedoch zunehmend als nutzlos; mit ansteigendem Verkehr sogar als hinderlich. So sind heute nur noch die vier massiven Wehrtürme erhalten, darunter der größte, knapp 29 Meter hohe Steintorturm. In dem fünfgeschossigen Bauwerk informiert heute ein kleines Museum über die Havelschifffahrt und die Stadtgeschichte. Von der Aussichtsplattform haben Besucher einen schönen Rundumblick auf Brandenburg. Aufgrund der baulichen Beschränkungen ist der historische Turm nicht barrierefrei. 

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Slawendorf Brandenburg an der Havel

Als Freilichtmuseum vermittelt das Slawendorf seinen Besuchern, wie sich das alltägliche Leben der Region einst zutrug. Auf dem Gelände am Havelufer stehen verschiedene rekonstruierte Wohnhäuser, Handwerksbetriebe und Hütten, wie sie einst im 11. Jahrhundert vorzufinden waren. Neben regelmäßigen Führungen bietet die Institution auch Workshops zu alter Handwerkskunst, Aktivitäten wie Bogenschießen und besondere Veranstaltungen wie Märkte und Feste an. 

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Friedenswarte auf dem Marienberg

Denkmal im Gartenparadies: die Friedenswarte auf dem Brandenburger Marienberg

Dieses bauliche und wortwörtliche Highlight ist schon aus der Ferne zu erkennen und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Brandenburg. Mit einer Höhe von mehr als 30 Metern markiert die Friedenswarte auf dem Marienberg einen der höchsten Aussichtspunkte der Stadt. Bereits 1974 wurde das Bauwerk anlässlich des 25. Geburtstags der DDR eingeweiht und bildet seither ein beliebtes Ausflugsziel. Während des Aufstiegs informieren Schautafeln über die Geschichte des Marienbergs und die Ökologie der umliegenden Parkanlage, die 2025 im Zentrum des Bundesgartenschau stand. 

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Rad- und Kanutouren ab Brandenburg

Das Havelland lädt zu ausführlichen Kanu- und Kajaktouren ein.

Wer die Kirchen und die Neustadt besucht hat, sollte zu Brandenburgs Ufern aufbrechen – zum Beispiel mit dem Fahrrad. Am Neustädtischen Markt, wo auch die Touristinformation zu finden ist, startet die rund 35 Kilometer lange Sieben-Seen-Tour, auf der Ausflügler ein Stück des Havel-Radwegs und das barocke Schloss Plaue zu sehen bekommen. Fast obligatorisch in Brandenburg ist ein Trip mit dem Kanu oder Kajak durch die verzweigten Wasserwege der Stadt. Zentrale Verleihstationen sind beispielsweise die Cafébar im Brückenhäuschen und die hübsch gelegene Pension Havelfloß. 

Schloss Plaue

Nicht nur das Schloss Plaue, auch die umliegenden Gärten lohnen einen Besuch.

Ob mit Fahrrad oder anderweitig: Das westlich vom Stadtkern gelegene Schloss Plaue liegt malerisch an der Havel und ist einen Abstecher wert. Seine Historie reicht bis ins Hochmittelalter zurück, als sich hier vermutlich ein slawischer Burgwall befand. Die heutige Schlossanlage fußt auf Bauten aus dem 15. Jahrhundert, rund 300 Jahre später erhielt das Ensemble durch Erweiterungen und Umbauten sein heutiges, barockes Antlitz. Nicht nur die inneren Räume und Säle lohnen einen Besuch, der 15 Hektar große Schlosspark gilt als Paradebeispiel des englischen Gartenbaus und lädt zu erholsamen Spaziergängen am Havelufer ein. 

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Waldmops-Tour: Auf Loriots Spuren

Wer sich auf die Spuren von Loriot begeben möchte – dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt – der muss nach einem Waldmops Ausschau halten. Die bronzenen Waldmöpse, Hündchen mit kleinen Hörnern und Ringelschwänzchen, sind über die gesamte Stadt verteilt: einer macht Männchen am Brunnen vor dem Rathaus, einer steht vor der Kirche St. Gotthardt, hinzu kommen 21 weitere. Loriot hat sich die seltsamen Tiere ausgedacht. 

Er echauffierte sich 1972 in einem Sketch über den blinden Züchterehrgeiz des Menschen, der aus dem Mops ein ringelschwänziges Schoßtier gemacht habe – und präsentierte als wilde Spezies den im Wald marodierenden Waldmops. Loriot verbrachte die ersten Jahre seiner Kindheit an der Havel und besuchte Brandenburg ab Mitte der 80er Jahre öfter. Sein Denkmal entstand ab 2015, ein Hochstand neben der Kirche St. Johannis erklärt den Sketch, die Touristinfo bietet sogar Waldmops-Führungen an.

erlebnis-brandenburg.de