Das sind die 11 schönsten Hotelzimmer der Welt

Eine Suite, eine Story: Wir haben für Sie die eindrucksvollsten Hotelzimmer der Welt gesammelt – zum Wegträumen und als Inspiration für die nächste Reise.
Datum10.04.2026

Ob in der Wildnis von Botswana, umgeben von leuchtenden Farben und opulenten Materialien, oder in den abgelegensten Ecken Australiens: Diese Hotelzimmer und Suiten sind nicht nur Orte des Komforts, sondern auch der Inspiration. Sie erzählen Geschichten ihrer Regionen, vereinen Kultur und Design und lassen die Natur wie ein lebendiges Kunstwerk Teil des Raums werden. Sie führen in Paradiese mit grenzenlosem Panorama auf den Indischen Ozean oder durch antike Höhlenlandschaften im Süden Italiens…

Von luxuriös bis bodenständig, von extravagant bis schlicht: Merian zeigt die schönsten Hotelzimmer der Welt.

1

Heilige Nacht im Palazzo Shedir in Rom

Die Suite im Palazzo Shedir in Rom kann nur in der Nebensaison alleine gebucht werden – in der Regel wird der gesamte Palast mit vermietet.

Allzu laut aufdrehen sollten Gäste die Morning-Playlist nicht, schließlich lebt Prinz Scipione Borghese noch in den oberen Stockwerken. Doch ein Komplex des einst von seiner Familie errichteten Palazzo Borghese, der sich in Form eines Cembalos in Roms historisches Zentrum schmiegt, steht seit 2023 Gästen offen. Er wird von der Hotelgruppe Shedir betrieben und in der Hauptsaison nur komplett vermietet. Neben einem Privatclub bietet er einen Spiegelsaal, der dem in Versailles Konkurrenz macht, und vier Zimmer in prächtigstem Barock. 

Das exklusivste Zimmer ist der „Chapel Room“ in der einstigen Kapelle der Borghese. Ihr Eingang ist eine versteckte Tür. Dahinter hängen zwischen goldenen Pilastern feine Stuckarbeiten: In der Kuppel schweben Personifizierungen des Christentums und der Kontinente, über dem Bett wacht Jesus mit seinen Jüngern über die Nachtruhe. Am frühen Morgen kann der Butler dann einen privaten Besuch in der Sixtinischen Kapelle organisieren. Gute Nachricht zum Schluss: In der Nebensaison lässt sich die Suite auch separat buchen.

palazzoshedir.com

2

Raffles at the OWO, London: Der Geist von Churchill

Auf die Eröffnung des Raffles at The OWO fieberte man lange hin – die Haldane Suite übertrifft alle Erwartungen.

Wenn diese Wände erzählen könnten... Die Gäste würden sich auf das rote Sofa legen und den Geschichten jener Herren lauschen, die vom roten Damast auf sie heruntergucken. Es würde um Krieg und Frieden gehen, Entscheidungen von internationaler Tragweite wurden hier getroffen – zunächst von Lord Haldane, britischer Kriegsminister von 1905 bis 1912. Nach ihm ist die Haldane Suite benannt, eine der fünf Heritage Suites im 2023 mitten in London eröffneten Raffles at The OWO. 

OWO steht für Old War Office, das Kriegsamt, das einst das Gebäude füllte und in den 60er-Jahren vom Verteidigungsministerium abgelöst wurde. Während des Zweiten Weltkriegs benannte Winston Churchill keinen Kriegsminister, sondern arbeitete selber in diesen Räumen. Die Vertäfelung aus Eiche, die neobarocke Stuckdecke und die antiken Kamine wurden vor der Transformation in ein Hotel renoviert. Was Churchill noch nicht hatte, wenn er hier über Kriegsstrategien brütete: die allerneuesten Technologien, die heute die Luft filtern und auf angenehmer Temperatur halten. Aber wenn er aus den von Teakholz gerahmten Fenstern nach draußen blickte, sah auch er die Straße Whitehall und die Royal Horse Guards. 

Zur 181 Quadratmeter großen Suite gehört ein Schlafzimmer, sie kann aber erweitert werden – auf bis zu sechs Schlafzimmer und eine Fläche von rund 500 Quadratmetern. Und wer den Wänden neue Geschichten erzählen möchte, kann sie nicht nur für ein paar Nächte mieten, sondern hier auch heiraten.

raffles.com/london

3

Traumzeit im Dune Pavilion, Yulara

Der Dune Pavilion in der Lodge Longitude 131° bietet direkte Ausblicke auf den Uluru – einfach magisch.

Am Anfang gab es nichts, nur eine eigenschaftslose Einöde – bis zur Traumzeit, in der Götter und Vorfahren zusammenkamen und die Welt erschufen. Sie ist der Beginn der Zeit, die Essenz des Lebens und der Spiritualität. So geht die Erzählung der Indigenen Australiens, und kein Ort ist dafür so wichtig wie der Uluru. Wer sich einmal neben diesem gewaltigen Felsen zwergenhaft vorkommt, wird sich seiner Wirkung kaum entziehen können. Und wer im Bett des Dune Pavilion liegt, kann diese Wirkung von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in allen Lichtstimmungen aufsaugen. 

Der Pavilion gehört zur Lodge Longitude 131° und verbindet unschlagbare Blicke auf den Uluru mit sanftem Luxus. Dieser Raum und 16 Zelte im Safari-Stil greifen die Geschichte und Bedeutung der Umgebung mit regionaler Kunst auf. Das Spa ist von einem „Wiltja“ inspiriert, einer traditionellen Unterkunft der indigenen Anangu, die in dieser Region zu Hause sind. Das Design der Lodge ist offen und zurückhaltend, um sich ganz auf die Umgebung zu konzentrieren. So entsteht das Gefühl, ein Teil von ihr zu sein – ganz so wie in den Traumzeit-Mythen.

longitude131.com

4

Le Grotte della Civita: Hohlraumveredelung in Italien

In der italienischen Stadt Matera warten unterirdische Hotelzimmer in einem authentischen Höhlensystem – wie die Höhle 17, die hier zu sehen ist.

In einer kleinen Wohnung in der Altstadt eines italienischen Städtchens zu übernachten ist immer ein schönes Reiseerlebnis – aber selten ein wirklich ungewöhnliches. Es sei denn, diese Altstadt gehört zu den am längsten besiedelten Orten der Welt und besteht nicht aus Gebäuden, sondern aus Felsenhöhlen. So ist es in der Region Basilikata im Süden Italiens. Die Felsenhöhlen, die sogenannten Sassi, bilden das eigentliche historische Zentrum der Stadt Matera und sind schon seit der Steinzeit als Behausungen in Gebrauch. 

Über die Jahrtausende entstand ein Labyrinth aus Höhlen, Tunneln, Kirchen und sogar einem ausgeklügelten Bewässerungssystem in den Felsen. Bis in die 1960er-Jahre gehörten die Sassi als Wohnungen zum Stadtleben dazu, bis die Regierung in Rom beschloss, dem ihrer Meinung nach altertümlichen und ungesunden Wohnstil ein Ende zu bereiten, und Zwangsumsiedelungen anordnete. Später wurden die Höhlenwohnungen wieder in Stand gesetzt und gehören seit 1993 zum UNESCO-Welterbe. 

Heute werden viele der Felsenbehausungen wieder bewohnt – oder als spektakuläre Hotelzimmer wieder vermietet. Wie die Höhle Nummer 17 des Projekts Sextantio Le Grotte della Civita, das insgesamt 18 Höhlenunterkünfte betreibt. Einige von ihnen sind bis zu 160 Quadratmeter groß, alle sind mit vollständigen Sanitäreinrichtungen ausgestattet – Flintstone-Flair mit modernem Komfort also. 

sextantio.it/legrottedellacivita

5

Four Seasons Resort Seychelles: Ins Blaue hinein

So sieht der Ausblick aus der Hilltop-Villa im Four Seasons Resort Seychelles aus.

Dieses Zimmer muss eigentlich nur eins können: sich zurücknehmen und das, was sich vor seinen Fenstern abspielt, möglichst nah ranholen. Es gehört zu einer Hilltop-Villa, die wiederum zum Four Seasons Resort am Strand Petite Anse auf Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, gehört. Auch wenn das mit dem Zurücknehmen ziemlich gut gelingt, ein paar eigene Akzente setzt das Zimmer doch und unterstreicht damit die Kulturen, die sich auf den Seychellen treffen: mit kreolischen Designs und Anklängen an die französische und britische Kolonialzeit. 

Zur umlaufenden Terrasse gehört der hier gut sichtbare Mini-Infinitypool, der wie die Bezüge der Terrassenmöbel sehr gut mit dem Türkis des Indischen Ozeans korrespondiert. Das Four Seasons liegt quasi in der Poleposition am Strand Petite Anse, der mit seinem Puderzuckersand und seiner Abgeschiedenheit zu einem der schönsten der Seychellen zählt.

fourseasons.com/seychelles

6

Amundsen Hut in Norwegen: Sphärenlos

Diese Hütte macht sich klein und lässt dem Fjord zu ihren Füßen und dem Himmel darüber den ganz großen Auftritt.

Auf der kleinen Insel Manshausen im Steigen-Archipel, knapp 140 Kilometer nördlich des Polarkreises, ragt diese Hütte in den klaren norwegischen Himmel. Viel mehr gibt es auf der Insel nicht, früher war sie ein Außenposten für Händler. Ein kleiner Hafen, ein Haupthaus mit Restaurant, eine Sauna und eine Handvoll Lodges. Hier geht es um Reduktion. Kein Fernseher im Zimmer, keine Ablenkung, Natur und Licht spielen die Hauptrollen. In den beiden zweistöckigen Häuschen mit Namen Nansen und Amundsen (im Bild) liegen Gäste behütet und warm in ihrem Bett und doch gefühlt unter freiem Himmel. 

Decke und Front bestehen aus Glas, der Rest aus Holz und minimalistischer Einrichtung. Im Winter wabern Polarlichter über sie hinweg, im Sommer leuchtet die Mitternachtssonne. Und die Jahreszeiten dazwischen tauchen die Umgebung in unvergleichliche Pastelltöne. Hier verschwimmen Sphären, nicht ganz diesseits, nicht ganz jenseits; nicht ganz drinnen, nicht ganz draußen. Ob sich die beiden legendären Polarforscher hier wohlgefühlt hätten?

manshausen.no

7

RAAS Chhatrasagar: Federleicht in Indien

Dieser Zelt-Raum lässt die Umgebung hinein: Der See im indischen Bundesstaat Rajasthan ist ein beliebter Ort,um Vögel zu beobachten – und um ganz bei sich zu sein.

Beim Gedanken an Indien fallen vielen Menschen wuselige Großstädte mit ihrem Überangebot an Farben, Gerüchen und Geräuschen ein. Doch das riesige Land kann auch ganz anders: Knapp zwei Autostunden östlich der Stadt Jodhpur liegt ein Stausee nahe dem Städtchen Nimaj. Er ist eine grüne Oase inmitten dieser eher trockenen Region. Einst nutzten die hiesigen Herrscher das Gebiet als Jagdgründe, heute ist es ein Ruheraum für Menschen und mehr als 200 Vogelarten. 

Mittendrin stehen die 16 Zelt-Lodges von Raas Chhatrasagar auf dem mehr als hundert Jahre alten Damm. Jede bietet einen Blick über das Reservoir, jede ist in luftigem Stil gestaltet. Das feine, in Handarbeit entstandene Dekor ist in Symbiose mit der Umgebung erwachsen. Wer die Morgendämmerung auf der Terrasse erlebt, einen frisch aufgebrühten indischen Tee dazu, wird ein ungeahntes Indien wahrnehmen: ein federleichtes.

raashotels.com/chhatrasagar

8

Conrad Maldives Rangali Island: Meerblick garantiert

Ein Zimmer, eine Story: Diese Unterwasser-Unterkunft hält ihr Versprechen und macht rundum blau. Ein Umstand, bei dem Tauchfans, aber auch wasserscheue Gäste ins Schwärmen geraten.

Der Wunsch, im Urlaub runterzukommen, bleibt im Conrad Maldives Rangali Island nicht nur ein vages Vorhaben, sofern man die Muraka Suite bucht – wenige Schnellbootminuten vom Resort entfernt, verankert fünf Meter tief im Indischen Ozean, ausgestattet mit einer 180-Grad-Acrylglaskuppel. Egal wohin man schaut: Nuancen von Blau, dekorativ ergänzt durch sanft vorbeigleitende Meeresbewohner. 

Und wenn stimmt, was Aquariumbesitzer rühmen, nämlich dass ihr Zimmerbassin für sofortige Entspannung sorge, was ist dann bitte unter diesem Gewölbe zu erwarten? Die Unterwasserwelt besteht aus diesem Schlafraum nebst Badezimmer, ebenfalls mit Panoramafenster. Per Lift oder Wendeltreppe geht es aufwärts in die zugehörige Überwasser-Villa mit großzügigen Schlaf- und Wohnbereichen, Terrasse, Infinitypool… Aber wer will hier schon ganz oben sein?

conradmaldives.com

9

Zur Großwetterlage: The Westin Excelsior Rome

Ein Zimmer, eine Story. Das wusste schon Federico Fellini, als er 1960 einige „La Dolce Vita“-Szenen in diesem Haus an der Via Veneto drehte: Manche Räume sind wie dafür gemacht, sich nach oben zu orientieren.

Eine gängige Redewendung besagt ja, dass viele Wege nach Rom führen. Mit keiner Silbe wird darin erwähnt, dass die eigentlichen Strecken erst vor Ort zurückgelegt werden. Schlendern, Shopping, Schlangestehen, Sightseeing… Das Centro Storico geschafft, aber keinerlei Kapazität mehr für die Vatikanstadt? Morgen ist gewiss auch noch ein Tag. Und was könnte zugleich erholsamer und motivierender sein als ein Aufenthalt im privaten Whirlpool in dieser Suite namens Villa La Cupola? Bitte beachten Sie insbesondere das Deckenfresko – so viel Himmel ist nicht mal in der Sixtinischen Kapelle! 

Dies ist übrigens nicht das namensgebende Haupt der zweigeschossigen Suite, denn die betreffende kreisrunde Kuppel spannt sich über einen der Wohnsäle: eine handbemalte Pracht, an ihrer höchsten Stelle zwölf Meter hoch. Da es gerade um Ausmaße geht: Die Bleibe im Westin Excelsior Rom gilt als eine der größten Suiten Europas, sie erstreckt sich über 740 Quadratmeter. Die wollen, also zumindest bei miesem Wetter, auch einmal abgelaufen werden.

westinrome.com

10

Der Ruf der Hyänen: Mbamba Camp

Ein Zimmer, eine Story: Wer in diesem Luxuszelt eincheckt, wird nachts wachbleiben wollen. Und das, obwohl es mit Himmelbett und Klimaanlage ideale Schlafbedingungen bietet.

Bei so einer Kulisse braucht es eigentlich nicht viel Chichi. Das im April 2025 eröffnete Camp grenzt unmittelbar an die nördlichen Flussläufe des Okavango-Deltas in der privaten Sekwana-Konzession. Wie unberührt die umliegende Natur Botswanas ist, zeigt sich schon während der Offroad-Anfahrt ab Flugpiste: Giraffen, Elefanten und Wildhunde kreuzen den Weg. Hyänenrufe und Froschgesänge hallen durch die sternenklare Nacht, und am Morgen grasen Gnus und Zebras vor der eigenen Terrasse. 

Um mitzuhalten, hat der Luxusanbieter Natural Selection auch im Inneren der Lodge groß aufgefahren – mit Antiquitäten, handgedrechseltem Teak und Raritäten aus dem Besitz der Bousfields, die als Mitbegründer des botswanischen Safaritourismus gelten. Im Kontrast zu den Grün- und Gelbtönen der Savanne leuchten die zwölf solarbetriebenen Zelte samt Himmelbett und Außendusche in sattem Karminrot. Nach den täglichen Gamedrive-Touren können Gäste am Pool oder Lagerfeuer entspannen.

naturalselection.travel

11

The Lodge im Capella Ubud: Pläne ändern de luxe

Ein Zimmer, eine Story: Grundlage für diesen überbordenden Luxus im Dschungel von Bali war eine massive Reduktion. Nun gibt es dort weniger Gäste und umso mehr Kunst und Grün.

Streng genommen ist es richtig, dass die 23 Unterkünfte des Capella Ubud auch „Zelte“ genannt werden, mitten im Regenwald aufgeschlagen, die Wände überwiegend aus Canvas. Hier von einem Naturerlebnis zu sprechen, ist echt nicht übertrieben. Ausstattung und Ausmaße allerdings – nun ja, bei 217 Quadratmetern (173 für die kleineren Varianten) und einer Deckenhöhe, die aufrechten Gang und sogar freudige Luftsprünge zulässt, bei Räumen, die mit schwerem Mobiliar eingerichtet und mit balinesischem Kunsthandwerk dekoriert sind und einem privaten Salzwasserpool als Standard, da fehlt es nicht nur an einem wohligen Luftmatratzenschmerz im Rücken, um dazu „Zeltlager“ zu sagen. 

Der Begriff „Glamping“ war längst erfunden, als der Landschaftsarchitekt und Raumgestalter Bill Bensley mit diesem Ort 2018 feine Maßstäbe setzte. Er überzeugte den Eigentümer, das gewünschte 100-Zimmer-Hotel zu überdenken und nur minimal in die Natur einzugreifen. Kein Baum sollte für dieses Resort weichen.

capellahotels.com