11 besondere Sehenswürdigkeiten in Santa Cruz de Tenerife

Mit dem Kunstzentrum TEA, dem wellenförmigen Auditorio und dem Plaza de España setzt Santa Cruz de Tenerife gleich drei architektonische Ausrufezeichen. Wir verraten, warum ein Besuch der quirligen Inselhauptstadt außerdem lohnt.
Text Mila Krull
Datum02.09.2026

Viele Teneriffa-Reisende passieren Santa Cruz auf dem Weg in den Norden oder zum Nationalpark Teide. Dabei sollte man die Inselhauptstadt keinesfalls links liegen lassen. Auf kleiner Fläche versammeln sich hier architektonische Highlights von kreativen Köpfen wie Santiago Calatrava, César Manrique und Herzog & de Meuron. 

Darüber hinaus locken lokale Besonderheiten wie das Palmetum, ein Palmengarten auf einer einstigen Mülldeponie, und das Casa del Carnival, das ganzjährig ein kanarisches Kulturgut zelebriert. Merian stellt elf spannende Sehenswürdigkeiten in Santa Cruz de Tenerife vor.

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Das Wahrzeichen Auditorio de Tenerife

Fließender Beton: Das Auditorio trägt die Handschrift von Santiago Calatrava.

Die Ähnlichkeit zur Ciudad de las Artes in Valencia kommt nicht von ungefähr: Der bekannte spanische Architekt Santiago Calatrava entwarf nicht nur den Museumskomplex auf dem Festland, sondern auch das beeindruckende Konzerthaus direkt an der Hafenkante von Santa Cruz, das 2003 offiziell eröffnet wurde. 

Über dem Zuschauerraum des Auditorio ragt ein 58 Meter hoher, massiver Betonflügel auf, der lediglich an zwei Stellen aufliegt und deswegen ungewöhnlich leicht erscheint. Ein Teil der Fassade besteht aus weißen Keramikfliesen und erinnert deswegen nicht nur an das Bauwerk in Valencia, sondern auch an das Opernhaus von Sydney. Der große Saal im Inneren beherbergt etwa 1.600 Plätze und ist Stammsitz des Orquesta Sinfónica de Tenerife, zusätzlich gibt es einen kleineren Kammermusiksaal.

Tipp: Wer kein Konzertticket gebucht hat, kann stattdessen das zugehörige Alisios Café besuchen, das täglich geöffnet ist. Vorab empfiehlt sich eine Reservierung.

auditoriodetenerife.com

2

Tenerife Espacio de las Artes (TEA)

Über mehrere Ebenen hinweg vereint das TEA unterschiedliche Räumlichkeiten.

Das Architekturbüro Herzog & de Meuron plante dieses beachtliche Kulturzentrum gemeinsam mit dem kanarischen Architekten Virgilio Gutiérrez Herreros. Seit 2008 schafft der teils unterirdische Bau eine Verbindung zwischen der Altstadt und den Hafenquartieren, ein öffentlicher Hof ist zentraler Teil des Komplexes. Das Spiel von Licht und Schatten sowie die fließenden Übergänge zwischen mehreren Straßenebenen machen den Besuch zu einem Erlebnis. Zum Tenerife Espacio de las Artes (TEA) gehören eine Bibliothek, ein Kunst-Shop, ein Café, ein kleiner Kinosaal sowie die Ausstellungsräume. Kern der Sammlung ist das Werk des Künstlers Óscar Domínguez, dem 1906 auf Teneriffa geborenen Surrealisten.

teatenerife.es

3

Mercado Nuestra Señora de África

Mitbringsel gesucht? Im Mercado Nuestra Señora de África wird man fündig.

Schlendern, stöbern und schlemmen – das geht besonders gut auf dem Mercado Nuestra Señora de África am südlichen Ende der Altstadt und gegenüber des TEA. Optisch erinnert der Marktkomplex an den spanischen Kolonialstil, erbaut wurde er jedoch deutlich später in den 1940er Jahren. Für kanarische Spezialitäten wie Kartoffeln, Ziegenkäse, Fisch und regionale Früchte gilt der Mercado als bester Anlaufpunkt. Zusätzlich finden sich hier Blumenhändler, Süßigkeiten und Souvenirs. Ein Besuch lohnt sich vor allem am Sonntag, dann findet hier zusätzlich ein Flohmarkt statt.  

4

Iglesia de la Concepción

Wahrzeichen und Wegweiser: die Iglesia de la Concepción

Eines der ältesten Bauwerke von Santa Cruz findet sich in der Nachbarschaft rund um die Calle La Noria. Die Geschichte der Iglesia de la Concepción reicht bis ins frühe 16. Jahrhundert und damit in die Gründungszeit der Inselhauptstadt zurück. Ihr 40 Meter hoher Glockenturm überragt die Dächer der Altstadt und diente Seeleuten lange als Orientierungspunkt. Im Inneren befindet sich das Cruz de la Conquista, ein Kreuz, das der spanische Eroberer Alonso Fernández de Lugo 1494 hier bei der Landung auf der Insel aufgestellt haben soll und dem die Stadt ihren Namen verdankt.

5

Karneval auf den Kanaren im Casa del Carnaval

Die beeindruckenden Kostüme der Karnevalsköniginnen werden im Casa del Carnaval ausgestellt.

Wer kurz nach Jahreswechsel anreist, erlebt Teneriffa und vor allem Santa Cruz im Ausnahmezustand. Nach und nach wächst die internationale Bekanntheit des kanarischen Karnevals, die Festivitäten zählen zu den größten der Welt. Ganzjährig lohnt deshalb ein Besuch im Museum Casa del Carnaval, wo unter anderem die bis zu 600 Kilogramm schweren Glitzerkleider der Karnevalsköniginnen ausgestellt werden.

santacruzcarnivalhouse.com

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Plaza de España

Die Plaza de España ist ein historisch sowie architektonisch spannendes Sammelsurium.

Ein Konglomerat aus Bauwerken diverser Epochen findet sich an der Plaza de España unweit des Hafens. Sehr detailliert lässt sich aus ihnen die Eroberungsgeschichte Teneriffas ableiten. 1496, zur Zeit der Kolonialisierung durch den spanischen Feldherrn Alonso Fernández de Lugo, wurde an diesem Ort eine Kirche errichtet. Rund 80 Jahre später ließ die neue spanische Verwaltung hier die Befestigungsanlage Castillo San Cristóbal bauen, von der aus spätere Angriffe der Engländer erfolgreich abgewehrt wurden. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Festung schrittweise zurückgebaut, stattdessen entwickelte sich die Gegend zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. 

Seit 1947 überragt das Bürgerkriegsdenkmal Monumento a los Caídos in Form eines großen Kreuzes den Platz. Erbaut durch Zwangsarbeiter unter der Franco-Diktatur, sorgt der Bau bis heute für Diskussionen. Weniger kontrovers ist der ab 2006 von Herzog & de Meuron neu gestaltete künstliche See, der den Grundriss des ehemaligen Castillos andeutet. Einige unterirdische Mauern der Bastion lassen sich heute noch besichtigen. 

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Palmetum: Palmensammlung auf einer alten Deponie

Auf Müll wuchs ein Garten: das Palmetum in Santa Cruz

Was wie eine Utopie klingt, hat hier hervorragend funktioniert: Wo einst ein riesiger Müllberg thronte, blüht heute ein Botanischer Garten. Ingenieuren und Landschaftsarchitekten gelang es, die einstige Deponie zu versiegeln, das Gelände zu terrassieren und ein aufwändiges Bewässerungssystem zu installieren. Seit 2014 empfängt das Palmetum Besucher und führt sie über verschlungene Wege den Hügel hinauf. Von oben aus eröffnet sich ein grandioser Blick über Santa Cruz und den Atlantik. Unterwegs trifft man auf rund 600 Palmenarten und insgesamt 3.000 Pflanzenarten aus diversen Ländern.

palmetumtenerife.es

8

Parque Marítimo César Manrique

Im Parque Marítimo César Manrique lässt es sich mit Blick auf Auditorio und Atlantik sicher baden.

In eindrucksvoller Lage zwischen dem Palmetum und dem Auditorio ließ der von der Nachbarinsel Lanzarote stammende Künstler César Manrique eine besondere Sehenswürdigkeit errichten. Beim Parque Marítimo César Manrique handelt es sich um eine öffentliche Badelandschaft aus schwarzem Lavastein, weiß getünchten Pools, Liegeflächen und Palmen. Auch sie wurde wie das Palmetum auf einer einstigen Schutt- und Brachfläche errichtet. Weil das Baden wegen der großen Strömungen rund um die Insel nur an einigen Stränden möglich ist, finden sich an mehreren Orten auf Teneriffa ähnliche Freibäder. Ein weiterer Manrique-Pool liegt etwa in Puerto de la Cruz.

parquemaritimosantacruz.es

9

Museo de la Naturaleza y Arqueología (MUNA)

Mehr über die Natur und Kulturhistorie der Insel erfahren Besucher im Museo de la Naturaleza y Arqueología.

Zu Füßen des TEA liegt das einstige Hospital Civil, in dessen klassizistischem Bau heute das Naturkunde- und Archäologiemuseum untergebracht ist. Ein großer Teil der Sammlung umfasst das kulturelle Erbe der Guanchen, der indigenen Bewohner Teneriffas. Keramiken, Werkzeuge, Kleidung und weitere Alltagsgegenstände sind zu sehen, ebenso wie mehrere mumifizierte Körper, die in den Höhlen der Insel gefunden wurden. Die naturkundliche Abteilung informiert über den Vulkanismus auf den Kanarischen Inseln sowie die lokale Flora und Fauna. Wer vorhat, den Teide-Nationalpark zu besuchen, kann sich hier bestens über die örtlichen Gegebenheiten erkundigen.

museosdetenerife.org

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Parque García Sanabria

Der Parque García Sanabria ist das grüne Herz von Santa Cruz.

Eine echte Oase inmitten des dichten Stadtverkehrs ist der Parque García Sanabria, der seit seiner Eröffnung 1926 zu den größten urbanen Grünflächen der Kanarischen Inseln zählt. Zu den heimischen Pflanzen zählen Palmen, Kakteen und die inseltypischen Drachenbäume, hinzu kommen Springbrunnen, Pergolen, Skulpturen und Blumen-Arrangements. Viele Tinerfeños verbringen im Schatten der Bäume ihre Mittagspause, ebenfalls beliebt ist der steil angelegte Park bei Sportlern, die hier joggen oder anderweitig trainieren.

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Plaza del Príncipe de Asturias und Umgebung

Das hübsche Zentrum von Santa Cruz lädt zum Stadtbummel ein.

Der zentrale Platz inmitten der Altstadt ist keine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit, vielmehr dient er als Ausgangspunkt für Einkaufs- und Cafétouren durch das Zentrum von Santa Cruz. Südlich der Plaza del Príncipe de Asturias liegt die zentrale Shoppingmeile Calle del Castillo mit bekannten Geschäften und kleineren Boutiquen. Und im Anschluss lohnt ein Besuch in den örtlichen Coffeeshops und Espressobars wie Amani Coffee, Brezelita oder im Finde Café.