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48 Stunden im Salzburger Land: Tipps von Felix Gottwald

felix-gottwald © Hans Simonlehner
Felix Gottwald, geboren in Zell am See, ist der erfolgreichste Sportler Österreichs.

Mein Lieblingsplatz im Salzbur­ger Land? Das ist für mich, der dort geboren ist, als müsste ich aus meinen Kindern ein Lieblingskind auswählen – das kann ich nicht! Aber mein Papa hatte in Zell am See 30 Jahre lang eine Autowerkstatt, die ich eigentlich überneh­men sollte. Durch den Sport kam es anders, aber wenn ich meine Mutter besuche, die dort immer noch lebt, springe ich von Frühjahr bis Herbst in den Zeller See hinein. Das möchte ich nie missen wollen.

Ich liebe die vier Jahreszeiten bei uns im Salzburger Land, die man sogar oft an einem Tag erleben kann. Ganz speziell ist dabei etwas, was wir den "Zeller Triathlon" nennen: morgens auf dem Gletscher Ski fahren, nachmit­tags eine Runde über den Zeller Golf­platz drehen und abends auf dem See segeln oder zum Schwimmen hinein­ springen – es gibt nicht viele Plätze auf der Welt, wo man all das an einem ein­zigen Tag verbinden kann. Und der Blick bei Sonnenuntergang vom Wasser hinauf zum 3200 Meter hohen Kitz­steinhorn ist unschlagbar.

 

krimmler-wasserfaelle-salzburger-land © daliu / AdobeStock
Die Krimmler Wasserfälle zählen mit 380 Metern Fallhöhe zu den spektakulärsten Europas.

Als ich noch ein Kind war, startete di­rekt neben unserer Werkstatt die alte Dampflok mit Ziel Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern. Kaum zu glauben, dass so ein Bächlein am Ende so ein Naturschauspiel hervorzaubert, das zu den größten Wasserfällen Euro­pas zählt. Herrlich, da im übrigens auch heilsamen Wassernebel zu stehen – und an einem heißen Sommertag auch wun­derbar erfrischend. Der Heilstollen im Gasteinertal wiederum tut gut, wenn man Rheuma oder Rückenprobleme hat. Eine Radontherapie wirkt entzündungshemmend und regenerierend.

Im Salzburger Land zu sein, heißt ja ohnehin, in, mit und von der Natur zu leben. Als Ausdauersportler liebe ich es, draußen zu sein. Kommen sportliche Freunde zu Besuch, machen wir uns mit dem Rad gern so früh wie möglich am Tag auf über die Großglockner Hoch­alpenstraße. Mit dem E-­Bike haben viele die Chance, das auch zu schaffen – und wenn man zu Saisonbeginn Anfang Mai dort "auffi" fährt, ragen an den Straßen­seiten Schneewände auf, die bis zu zehn Meter hoch sein können.

skitour-imbachhorn-salzburger-land © TVB Rauris

Aber natürlich geht es auch weniger adrenalingeladen. Ein entspann­ter Tag im Salzburger Land sollte im UNESCO­-Biosphärenpark Salzburger Lungau beginnen. Anschließend nimmt man den Ober­hüttensee bei Radstadt ins Visier, mein Lieblingsplatz für ein einsames Natur­bad vor großer Kulisse. Und an einem klaren Abend empfehle ich den Weg hinauf zur Sternwarte Salzburg.

Schöne Ausflüge, die sich besonders mit Kindern lohnen, haben wir natürlich auch. Auf der fast tausend Jahre alten Burg Hohenwerfen im Pongau beeindru­cken etwa die immer ab dem späten Vor­mittag beginnenden Greifvogelschauen – da werde ich mit meinen beiden Töch­tern auch bald mal wieder hinfahren. Nebenan in Werfen besuchen wir dann am Nachmittag die Eisriesenwelt. Ge­heimnisvoll ist das, was die Natur an erstarrten Wunderwerken in diesem Eishöhlenlabyrinth geformt hat.

Im Tiergarten Hellbrunn sind wir als Fami­lie auch ein paar Mal im Jahr, die Kinder mögen besonders die Fütterungen. Und mich erinnert das an meine Zeit als Kombinierer, weil eine unserer Trainings­ Laufstrecken durch Hellbrunn geführt hat.

raurisertal_salzburger-land-wandern © Lukas Pilz (TVB Tauris)

Ein Fixpunkt in unserem Kalender ist die Karfreitags-­Skitour: Oben auf dem 3100 Meter hohen Rauriser Sonnblick treffen wir uns in unserer Freundesrunde traditionell jedes Jahr – für mich auch mein Ort des Fastenbrechens. Es heißt früh aufstehen, morgens ist es da oben am schönsten, nicht nur an Ostern. Der Weg ist jedoch kein Spaziergang.

Wenn wir Salzburger auf den Berg ge­hen, denken wir die Alm immer gleich mit. Was wären wir im Salzburger Land ohne diese Highlights, von denen es in Europa nirgendwo so viele auf so wenig Raum gibt wie hier: die Almen und gastfreund­lichen Hütten! Die Peter­-Wiechenthaler­-Hütte oberhalb von Saalfelden ist so ein wunderbarer Platz zur inneren Einkehr mit faszinierendem Blick auf den Gebirgs­stock des Steinernen Meeres.

Und soll ich sie wirklich verraten, meine gute Mahdalmhütte am Fuße der Bi­schofsmütze? Da oben waren Freunde von mir mal die Pächter, so ein schöner Flecken Erde! Rauf geht’s von Filzmoos oder Annaberg, oben kann man einen herrlichen Wanderweg um den Gosau­kamm laufen. Zur Belohnung gibt’s auf der Alm ein Seidl-Bier plus Kaspressknö­delsuppe – und der Alltagsstress ist sofort ganz weit weg.

Lust auf Urlaub bekommen? Hier erfahren Sie mehr von der traumhaften Region mit ihrer spektakulären Natur.

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