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Sehenswürdigkeiten

Gardasee: Die 7 schönsten Ausflugsziele abseits vom Seeufer

Der Gardasee hat abseits der hübschen Orte direkt am Ufer – wie Lazise, Sirmione und Torbole – noch viel mehr zu bieten. Im Hinterland locken zauberhafte Ausflugsziele von mittelalterlichen Städten bis hin zu beeindruckenden Wasserfällen.

Text Milena Härich
Datum 02.09.2023

Am größten oberitalienischen See finden Reisende zauberhafte Orte – etwa Punta San Vigilio und Sirmione –, beeindruckende Sehenswürdigkeiten und zahlreiche hübsche Badestrände. Doch auch das Hinterland des Gardasees ist beeindruckend: In jeder Himmelsrichtung laden wunderschöne Ausflugsziele wie der Lago d’Iseo oder die mittelalterliche Stadt Mantua zu einem Besuch ein. Die meisten Ausflugsziele rund um den Gardasee sind sogar mit Bus und Bahn zu erreichen – mit dem Auto sind Sie innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Ideal für entspannte Tagestrips!

MERIAN stellt Ihnen die sieben schönsten Ausflugsziele rund um den Gardasee vor. 

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Lago d’Iseo: Der kleine Bruder des Gardasees

Blick auf den Lago d’Iseo © IMAGO/Zoonar
Der Lago d'Iseo ist der viertgrößte oberitalienische See und kein Geheimtipp mehr – aber nicht so voll wie der Gardasee.

Rund 70 Kilometer westlich vom Gardasee befindet sich der kleinere, aber ebenso idyllische Lago d’Iseo (deutsch: Iseosee). Mit einer Länge von 25 Kilometern und einer Gesamtfläche von rund 65 Quadratkilometern gilt er als der viertgrößte oberitalienische See. Zahlreiche zauberhafte Ufer-Gemeinden laden zu einem Besuch ein, vom hübschen Lovere mit Mittelaltercharme über die namensgebende Stadt Iseo bis hin zu Sarnico, einem romantischen Ort mit Sandstrand. 

Am Ufer des Sees locken verwunschene Küstenabschnitte und ausgewiesene Badebereiche; an vielen Abschnitten lässt es sich bestens surfen. Bei einem Ausflug zum Iseosee wartet außerdem immer ein wunderschöner Ausblick auf die Alpen, die über dem See thronen, und bis zur Monte Isola, der autofreien Insel inmitten des Gewässers. Besucher:innen erreichen sie mit der Fähre. 

Auch der Lago d’Iseo ist touristisch gut erschlossen und kein Geheimtipp mehr – die Orte am Ufer sind aber längst nicht so voll wie die am Gardasee. Wer also eine Auszeit von den Touristenströmen am Lago di Garda braucht, ist hier richtig. Perfekt für Weinliebhaber:innen: An den Iseosee grenzt im Süden das Weinbaugebiet Franciacorta an, das ebenfalls einen Abstecher lohnt.

Übrigens: Bei unseren Kolleg:innen von feinschmecker.de erfahren Sie mehr über Franciacorta.

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Beliebtes Ausflugsziel am Gardasee: Rovereto

Blick auf Rovereto, Stadt im Trentino © iStock/boerescul
Rovereto blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück – das wird an zahlreichen Ecken der Stadt deutlich.

Rovereto passieren alle Reisenden, die aus Bayern anreisen, ohnehin. Und wer von Riva del Garda am Nordufer des Sees kommt, braucht mit dem Auto nur rund 40 Minuten in die charmante Stadt. Für Aktivurlauber:innen bietet sich auch eine Radtour ab Riva oder Torbole auf dem Etsch-Radweg an.

Mit fast 40.000 Einwohner:innen ist Rovereto nach Trient die zweitgrößte Stadt im Trentino – und sie gilt als eine der schönsten. Hier vermischt sich österreichische Architektur aus dem frühen 20. Jahrhundert mit venezianischen Palästen, Kunst- und Kulturhighlights wie das „MART“ („Museo d’arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto“) treffen auf altehrwürdige Bauten. Machen Sie unbedingt einen Spaziergang durch die Innenstadt mit ihren hübschen kleinen Gassen und saugen Sie das Flair Roveretos auf.

Was heute noch an zahlreichen Ecken der Stadt  sichtbar ist: Die Stadt gehörte lange zur Donaumonarchie, bis sie im Ersten Weltkrieg zur Frontstadt wurde und 1919 endgültig unter italienische Herrschaft geriet. An die kriegsreiche Vergangenheit erinnert unter anderem die Gefallenen-Glocke Maria Dolens, die im Jahr 1924 aus den Kanonen einstiger Kriegsparteien gefertigt wurde und jeden Abend zur Mahnung in der Stadt ertönt. Um in die bewegte Geschichte Roveretos einzutauchen, ist auch ein Besuch im „Museo Storico Italiano della Guerra“ empfehlenswert; es ist das größte historische Kriegsmuseum in Italien. 

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Tagestour nach Verona: Auf den Spuren von Romeo und Julia

Casa di Giulietta, Balkon © iStock/Imagesines
Die Casa di Giulietta mit ihrem Balkon zieht Reisende aus aller Welt an, die auf den Spuren von Romeo und Julia wandeln wollen.

Sie ist die romantischste Stadt in ganz Venetien: Verona, der Schauplatz von Shakespeares Klassiker „Romeo und Julia“. Wer am Gardasee Urlaub macht, sollte unbedingt die Stadt an der Etsch als Ausflugsziel wählen. Ihre Altstadt zählt seit 2000 zum UNESCO-Welterbe. Von Lazise am Ostufer des Lago di Garda sind es nur rund 26 Kilometer bis nach Verona. 

Erstmals (vorübergehend) besiedelt wurde Verona bereits im Zeitraum zwischen dem 11. und 8. Jahrhundert  v. Chr. Noch heute zeugen zahlreiche Bauten aus der römischen Zeit von der bewegten Geschichte der Stadt – so zum Beispiel die Arena di Verona, ein Amphitheater, in dem mittlerweile Opernaufführungen stattfinden. 2023 werden hier zum Beispiel die Opern „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini und „Carmen“ von Franco Zeffirelli aufgeführt. MERIAN empfiehlt: Wer nach Verona fährt, sollte sich einen Besuch in der Oper auf keinen Fall entgehen lassen – und am besten eine Übernachtung einplanen.

Die meisten Besucher:innen verbinden Verona jedoch mit Romeo und Julia, den tragischen Hauptfiguren in Shakespeares gleichnamigem Stück. Wandeln Sie hier auf den Spuren der Liebenden: Unweit von der Piazza delle Erbe befindet sich die Casa di Giulietta, das „Haus von Julia“, mit dem berühmten Balkon aus der Tragödie. Dieser wurde zwar erst nachträglich – im 20. Jahrhundert – hinzugefügt, der Balkon samt Innenhof zieht dennoch jährlich Besucher:innen aus aller Welt (vor allem Liebende) an. Das Haus selbst, das besichtigt werden darf, gehörte einst der Familie dal Capello, die gemeinhin als literarisches Vorbild für die Capulets in „Romeo und Julia“ gilt. Die Tickets für die Besichtigung kosten sechs Euro.

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Cascata del Varone: Beeindruckender Wasserfall in Tenno

Cascata del Varone in der Gemeinde Tenno, Gardasee © IMAGO/Pond5 Images
Ein bezauberndes Naturspektakel: der Varone-Wasserfall in der Gemeinde Tenno.

Das perfekte Ausflugsziel für Naturliebhaber:innen ist die Cascata del Varone in der Gemeinde Tenno, nur rund drei Kilometer vom Nordufer des Gardasees entfernt. Der Wasserfall befindet sich im „Parco Grotta Cascata del Varone“, der in der Hauptsaison täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet ist und sieben Euro Eintritt kostet. In dem Naturpark findet sich unter anderem ein Botanischer Garten mit Zypressen, Oleander und Hortensien. Das Highlight ist aber unumstritten der Varone-Wasserfall, der sich inmitten einer felsigen Schlucht 98 Meter in die Tiefe stürzt. Zwei Aussichtspunkte bieten verschiedene Perspektiven und geben den Blick auf das Naturspektakel frei. 

Früher war der Weg zum Wasserfall gefährlich und im Grunde nur durch ein Abseilen vom oberen Ende der Schlucht aus möglich. Eine sorglose Begehung ist erst seit dem späten 19. Jahrhundert möglich: 1874 wurde die Infrastruktur aus Treppen und Geländern bereitgestellt. Seitdem gehört die Cascata del Varone zu den schönsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten dieser Gegend – und wurde zum Beispiel schon von den Schriftstellern Thomas Mann und Franz Kafka in Augenschein genommen. 

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Besonderes Ausflugsziel am Gardasee: Stadt und Burgruine Arco

Burgruine von Arco © iStock/xbrchx
Die Burgruine von Arco thront auf einem Steilfelsen über der Stadt.

Auch Arco ist eine Stadt, die nur wenige Kilometer vom Gardasee entfernt liegt. Sie gilt als Luftkurort und zugleich als Kletterparadies: Besonders eindrucksvoll sind die Felswände, die die Stadt im Sarcatal umgeben und die jährlich etliche Kletternde anlocken. Die alpine Landschaft rund um Arco bietet zahlreiche Klettersteige und -möglichkeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden; alleine in der direkten Umgebung gibt es 22 ausgewiesene Klettergebiete. Aufgrund ihres Rufs als Kletter-Mekka ist die Stadt Arco auch jedes Jahr Gastgeberin des „Rock Master Festivals“.

Besonders eindrucksvoll ist auch die Burgruine Arco, die über der Stadt auf einer der steil aufragenden Felswände thront. Sie gehört zu den schönsten Festungen im ganzen Trentino und wurde bereits auf zahlreichen Gemälden verewigt, zum Beispiel auf Albrecht Dürers „Le Val D’Arco“.

Die Stadt diente im späten 19. Jahrhundert dem österreichischen Kaiser Arco als Wohnsitz im Winter und lockte anschließend viele wohlhabende Menschen aus der Donaumonarchie an, die hier ihre Villen bauten und prachtvolle Gärten anlegten. Die malerische Altstadt von Arco verzaubert darüber hinaus mit hübschen Brunnen und Portalen. Im Zentrum befindet sich die Piazza III. Novembre, die von hippen Bars und süßen Cafés gesäumt wird und am Abend ein belebter Ort der Zusammenkunft ist.

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Geheimtipp Lago d’Idro: Gletschersee in der Nähe des Gardasees

Valle del Chiese am Idrosee © IMAGO/Mario Stiehl
Hier zu sehen: der Lago d’Idro im Valle del Chiese.

Nur elf Quadratmeter groß ist der Lago d’Idro zwischen Gardasee und Iseosee in der Nähe von Bagolino – doch er hat viel zu bieten. Besonders diejenigen, die dem Trubel am Lago di Garda für einen Tag entkommen wollen, zieht es an den idyllischen Idrosee. Der alpine Gletschersee ist nur rund 20 Kilometer vom Westufer des Gardasees entfernt und wird von den beiden Flüssen Chiese und Caffaro gespeist. 

Im Lago d’Idro haben zahlreiche Fischarten wie Barsch, Hecht und Aal ihr Zuhause gefunden, weshalb viele Angler:innen am Ufer Platz nehmen. Schon seit Jahrhunderten dient der Lago d’Idro zum Fischfang – frische Fischgerichte werden zum Beispiel in den Restaurants am Ufer serviert. 

Darüber hinaus bietet der Idrosee beste Möglichkeiten für Wassersport wie Surfen und Bootfahren. Motorboote sind hier nur bis zu zehn PS erlaubt. Wer wandern möchte, kann das im umliegenden Waldgebiet tun, das sich an die Felshänge der Alpen schmiegt. Besonders empfehlenswert ist der Panoramasteig „Dosso Sassello” zwischen Anfo und Pieve Vecchia, der einen eindrucksvollen Blick auf die Rocca d’Anfo – eine mittelalterliche militärische Festung am Westufer des Sees – freigibt.  

Ans Ufer schmiegen sich zahlreiche pittoreske Dörfer wie Vesta, Crone, Lemprato und Anfo. Sie verzaubern mit typisch italienischen Trattorien, die lokale Spezialitäten anbieten, sowie bezaubernden Panoramen über den Lago d’Idro. 

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Mantua: Charmante Mittelalterstadt in der Lombardei

Mantua, Stadt in der Lombardei © iStock/Mehedi Anam Sarder
Mantua ist wunderschön – und trotzdem noch immer ein Geheimtipp unter Reisenden.

Mantua ist eine der schönsten und zugleich am meisten unterschätzten Städte rund um den Gardasee. Sie liegt südöstlich vom See, rund 40 Kilometer entfernt von Peschiera del Garda. Mantua wird umschlungen von den drei Seen Lago Superiore, Lago Mezzo und Lago Inferiore, die alle vom Fluss Mincio gespeist werden. Obwohl Mantua rund 49.000 Einwohner:innen zählt, ist die Stadt in der Lombardei noch immer ein Geheimtipp unter Reisenden und eignet sich daher perfekt als Ausflugsziel für einen Tagestrip. 

Gegründet wurde Mantua vermutlich bereits von den Etruskern, doch im Mittelalter blühten die Stadt und ihre Architektur unter der Herrschaft der Herzogsfamilie Gonzaga auf: Im 15. Jahrhundert stand Mantua wie keine andere Stadt der Gegend für das Zentrum der Renaissance. Viele herausragende Künstler dieser Epoche – wie Maler Andrea Mantegna oder Architekt und Theoretiker Leon Battista Alberti – lebten und arbeiteten hier. Das zeigt sich auch heute noch zum Beispiel an Bauten wie der Renaissancekirche Sant’Andrea, die Albertis letztes Werk war. Auch Gebäude wie der Palazzo del Tè von Giulio Romano und der Palazzo Ducale sind Zeugen mittelalterlicher Architektur. Zusammen mit Sabbioneta gilt Mantua als UNESCO-Welterbe.