Mont-Saint-Michel © Pixabay
Sehenswürdigkeiten

Mont-Saint-Michel: Das Weltwunder im Wattenmeer

Die Insel-Abtei Mont-Saint-Michel ist ein wundersamer Ort, der viele Menschen anzieht. Doch die erstaunliche Sehenswürdigkeit ist immer wieder bedroht. Wie es um den französischen Ort steht, erzählen wir hier.

Schon der erste Blick zieht in den Bann: Aus Polderwiesen und Wattenmeer erhebt sich ein Gebilde, bei dem Fels und Grün und Bauwerke sich zu einer fast perfekten Kegelform ergänzen und bis in den dramatischen Wolkenhimmel wachsen. 

Seit Urzeiten fasziniert dieser Granitsporn an der Küste die Menschen. Kloster- und Kirchenbauten haben ihn in ein „Wunder des Abendlandes“ verwandelt. Victor Hugo verglich den Mont-Saint-Michel mit der Cheopspyramide, für die UNESCO gehört er zum Welterbe.

Mischwesen aus Fels und Baukörpern

Mont-Saint-Michel © Dan Wilding/Unsplash

Der mehr als 1300 Jahre alte Klosterberg Mont-Saint-Michel ist eine Attraktion, rund 3,5 Millionen Touristinnen und Touristen kommen pro Jahr. Kernstück ist die Abtei, die ab 966 den Benediktinern anvertraut wurde. Die kümmerten sich mehr als 800 Jahre lang um die Geschicke des Monts und machten ihn zu einem Beispiel mönchischer Kultur. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Berg zu einem einzigartigen Mischwesen aus gewachsenem Fels und verschachtelten Baukörpern aus verschiedenen Epochen. 

Doch die Gezeiten haben die Bucht um den Berg fast gänzlich verlanden lassen. Das ist zunächst natürliche Sedimentation, begünstigt durch den Bau eines Dammes vom Festland zum Berg und die Ausdehnung der Salzgraswiesen.

Der „Mont“ ohne Meer? Mon dieu!

Mont-Saint-Michel © Timo Wielink/Unsplash

Der Mont-Saint-Michel ohne Meer – mon Dieu, undenkbar! Deswegen wurden von der französischen Regierung mehr als 200 Millionen Euro investiert. Das Vorhaben dauerte Jahrzehnte – und diente dazu, den magischen Anblick von Berg und Meer in die Zukunft zu retten. Seit einigen Jahren ist das Hauptwerk getan: Der Parkplatz ist aus der Bucht verschwunden. Statt des Dammes liegt eine Stelzenbrücke wie ein Pinselstrich in der Wattlandschaft, begünstigt den Wasserfluss und ermöglicht mit wechselnden Perspektiven eine fast schon meditative Annäherung an das Heiligtum.

Ein Stausystem spült das Welterbe frei

Mont-Saint-Michel © Aurora Borealis/Unsplash

Gewaltig waren die Arbeiten am Fluss Couesnon: Er wurde mit einem Stausystem versehen, das sich bei Flut füllt, bei Ebbe geöffnet wird und durch einen schnellen Wasserabfluss den Sand aus der Bucht ins Meer schwemmt. Die Maßnahmen zeigen inzwischen ihre Wirkung, bei starken Springfluten wird der Welterbe-Berg wieder zur Insel. Fast schon tragisch: Gleichzeitig bedroht der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel das Kulturerbe nun in der anderen Richtung. 

Mont-Saint-Michel: Per Shuttle, Pferdewagen oder zu Fuß

Ein guter Standort für den Besuch des Mont-Saint-Michel – und der Bretagne überhaupt – ist zum Beispiel das nahe St. Malo. Zur Anreise: Im Navi nicht Mont-Saint-Michel eingeben, sondern Parking Mont Saint Michel, 50170 Beauvoir. Denn der (gebührenpflichtige) Parkplatz befindet sich jetzt etwa zwei Kilometer landeinwärts. Weiter zum Berg kommt man mit dem Shuttlebus, einem Pferdewagen oder zu Fuß. Alle Infos und einen interaktiven Plan finden Sie auf der offiziellen Tourismus-Webseite vom Mont-Saint-Michel.

Weitere MERIAN-Tipps für Frankreich

Das könnte Sie auch interessieren

Dubai © Luciano Mortula
Genuss
Dubai: Großartige Restaurants für jeden Geschmack

Genuss wird in den Restaurants in Dubai großgeschrieben. Oftmals ist es eine Reise um die Welt, doch immer mehr Food-Adressen spezialisieren sich auch auf regionale Köstlichkeiten. Wir haben für Sie eine Auswahl großartiger Restaurants und außergewöhnlicher Cafés ein wenig abseits vom Mainstream zusammengestellt. Es muss ja nicht immer der Kaffee mit Blattgold im „Burj Al Arab“ sein.

Türkei Kappadokien © Darren Lee/Unsplash
Sehenswürdigkeiten
Urlaub in der Türkei: Reisetipps und Wissenswertes

Mit der traumhaften Riviera und Destinationen wie Kappadokien ist die Türkei eines der beliebtesten Reiseziele. Nach dem Besuchereinbruch der vergangenen Jahre öffnet das Land nun wieder seine Türen. Hier erfahren Sie alles rund um den Urlaub in der Türkei.