Urlaub in Puerto Rico: 11 Highlights der Karibikinsel

Traumziel im Fokus der Weltöffentlichkeit: Mit dem Erfolg des Sängers Bad Bunny wächst die Bekanntheit seines Heimatlandes Puerto Rico. Merian verrät, was den karibischen Inselstaat so reisenswert macht.
Text Mila Krull
Datum17.02.2026

Spanisch als Muttersprache, eine kreolisch-lateinamerikanische Identität und sichtbares Kolonialerbe: Puerto Rico gilt als typischer Karibikstaat und doch ist das Land – für manche überraschend – ein Außengebiet der USA.

Tatsächlich gehört die karibische Inselgruppe schon seit mehr als hundert Jahren zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Ihre Annexion erfolgte 1917 im Zuge des Spanisch-Amerikanischen-Krieges, der Ende des 19. Jahrhunderts ausbrach. Seither haben alle Puerto Ricaner die US-amerikanische Staatsbürgerschaft inne. Da es sich bei Puerto Rico jedoch nicht um einen eigenen Bundesstaat handelt, sind nicht alle Verfassungsrechte zwingend geltend. An den US-Wahlen etwa dürfen Bürger nicht teilnehmen. 

Nicht nur aufgrund dieses politischen Sonderstatus, auch wegen seiner diversen und kontrastreichen Kultur ist der Inselstaat eine Reise wert. Hinzu kommen die paradiesischen Strände und Regenwälder, für die die Karibik bekannt ist. Wir zeigen elf besondere Orte und Sehenswürdigkeiten für einen Urlaub in Puerto Rico. 

1

San Juan

San Juan, die Hauptstadt von Puerto Rico, ist bekannt für ihre bunten Häuser.

Hauptstadt von Puerto Rico und zugleich am dichtesten besiedelt ist San Juan im Nordosten der Hauptinsel. Seit 1983 gehört die Altstadt Viejo San Juan mit ihren verschlungenen Gassen und den pastellfarbenen Kolonialbauten zum UNESCO-Welterbe. Ebenfalls Teil des Ensembles: Die massive Verteidigungsanlage La Fortaleza, die seit dem 16. Jahrhundert über der Hafeneinfahrt wacht und als älteste Festung der damals von Spanien kolonialisierten „Neuen Welt“ gilt. Heute hat die Hauptstadt ihre eigene Identität mit vielfältigen Geschäften, Galerien und Restaurants.

Tipp: Wer beim Flanieren nicht nur auf die schmucken Häuser, sondern auch auf den Weg zu seinen Füßen achtet, entdeckt eine historische Besonderheit. Viele Straßen im Zentrum von San Juan wurden mit sogenannten „Adoquines“-Steinen gepflastert. Bei dem blau-grauen Kopfsteinpflaster handelt es sich um Abfallprodukte der spanischen Eisenproduktion, die einst tonnenweise über den Atlantik verschifft wurden. 

2

Viertel Santurce

Außen wie innen bunte Kunst: Santurce in San Juan

Als Viertel von San Juan verdient die Nachbarschaft Santurce besondere Aufmerksamkeit. Kreative Streetart und lebensfrohe Bars prägen den ausdrucksstarken Charakter des Barrio, das sich am Abend in eine Flanier- und Feiermeile verwandelt. Ein beliebter Treffpunkt ist La Placita de Santurce, tagsüber ein Markt mit frischen Produkten. Nach Sonnenuntergang verwandelt sich der Ort in einen Hotspot für Salsa-Sessions, Konzerte und Partys. Ebenfalls einen Abstecher wert: der beliebte Foodcourt Lote 23, auf dem Imbiss-Trucks, bunt verzierte Airstreams und Grillstationen Streetfood anbieten. Hier können Urlauber auch Varianten des Nationalgerichts Mofongo probieren. Dabei handelt es sich um einen Kloß aus zerstampften Kochbananen, der mit unterschiedlichen Zutaten gefüllt oder garniert wird.

3

Nationalpark El Yunque

El Yunque verdankt seinen Namen den weißen Wolken am Horizont.

Südöstlich von San Juan erstreckt sich mit dem Reservat El Yunque der einzige tropische Regenwald, der unter der Verwaltung des US National Forest Systems steht. Sein Name leitet sich vom Taíno-Wort Yuké ab, das „Weiße Erde“ bedeutet und auf die Wolken zurückzuführen ist, die oft über den bewaldeten Bergen hängen. Puerto Ricaner und Reisende schätzen das Gebiet für seine dichte Vegetation aus Farn, Bambus, Palmen und Obstbäumen. Auch die Tierwelt ist besonders: Hier lebt unter anderem die endemische und stark bedrohte Papageienart Puerto-Rico-Amazone. Ein weiterer bekannter Bewohner: der Coquí-Frosch, der zwar nur rund fünf Zentimeter groß wird, aber dennoch bis zu 90 Dezibel laute Rufe von sich gibt. Er gilt als Nationalsymbol des Landes. 

fs.usda.gov

4

Cayo Icacos

Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Insel Cayo Icacos.

Im äußersten Nordosten Puerto Ricos, oberhalb der Stadt Fajardo, liegen einige der schönsten und naturbelassensten Orte des Landes, darunter der Felsenpool La Zanja Natural und der abgeschiedene Strand Playa Jayuya. Zu den beliebtesten Ausflugszielen zählt die vorgelagerte Insel Cayo Icacos, die lediglich per Boot zu erreichen ist. Regelmäßig steuern Katamarane von Fajardo aus das Eiland an, das zum Naturschutzgebiet La Cordillera gehört. Auf Icacos gibt es weder Besiedlung noch sonstige Infrastruktur. Auch Palmen und Schattenplätze sind äußerst rar. Wer einen Besuch plant, sollte entsprechenden Sonnenschutz, Verpflegung und Getränke mitbringen. Die paradiesische Insel und ihre umliegenden Korallenriffe eignen sich vor allem für ausgiebige Schnorcheltouren.

5

Bahía Bioluminiscente

Puerto Rico ist für seine besonders hohe Bioluminiszenz bekannt (Symbolbild).

Wenn auf der östlichen Insel Vieques die Nacht anbricht, lässt sich ein weltweit unvergleichliches Spektakel beobachten: die lumineszierenden Strände. Rund um die Bucht Bahía Bioluminiscente finden sich mehrere Abschnitte, an denen dieses seltene Naturphänomen auftritt. Zu den bekanntesten Anlaufpunkten zählt die Mosquito Bay. Das blaue Schimmern des Wassers wird durch eine einzellige Planktonart, die sogenannten Dinoflagellaten, verursacht. Als Folge der mechanischen Bewegung ihrer Umgebung erzeugen sie eine chemische Reaktion, die – sobald sie in großen Massen auftreten – als neonblaues Licht zu sehen ist. Verschiedene Touranbieter schnüren Pakete ab San Juan oder Fajardo. Vor Ort können Reisende das Naturwunder vom Glasbodenkajak aus erleben. Motorisierte Boote sind nicht erlaubt. Alternativ tritt das Phänomen auch an der Lagune nördlich von Fajardo oder unweit von La Paguera auf. 

Übrigens: Laut einem Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde gilt die Ansammlung der Bahía Bioluminiscente auf Vieques als hellste Biolumineszenz der Welt. 

6

Río Camuy Cave Park

Die Höhlensysteme rund um den Camuy zählen zu den größten der Karibik.

Die Gegend des Río Camuy Cave Park zählt zu den größten und faszinierendsten Karsthöhlensystemen der Welt. Über Jahrtausende hinweg hat der namensgebende Río Camuy, ein unterirdischer Fluss, beeindruckende Hallen, verschachtelte Kanäle und tiefe Schluchten in den kalkhaltigen Stein gefräst. Der Haupteingang zum Höhlenpark befindet sich in Quebrada. Von hier aus gelangen Besucher mit einer kleinen Bahn hinab in die faszinierende Welt, die laut archäologischen Funden bereits vor Jahrhunderten von indigenen Inselbewohnern entdeckt und erforscht wurde. Rundgänge und Führungen durchqueren einen öffentlich zugänglichen Teil der surrealen Landschaft. Zum System zählen nach aktuellem Stand noch 17 weitere Eingänge und mehr als 200 Höhlen. Tatsächlich liegt ein Großteil des Cave Parks auch heute noch immer im Verborgenen.

7

Hiram Birhorn: Baseball in Puerto Rico

Gute Stimmung auf Rängen und Rasen: Baseball in Puerto Rico

Puerto Ricos beliebteste Sportart prägt den Inselalltag und ist ein sorgsam gepflegtes Kulturgut. In der ersten Liga de Béisbol Profesional Roberto Clemente spielen nicht nur aufstrebende Nachwuchstalente, sondern auch MLB-Profis aus mehreren US-Bundesstaaten. Das Herz des puertoricanischen Baseballs schlägt im Hauptstadtstadion Hiram Bithorn, das 18.000 Zuschauern Platz gewährt. Tickets sind meist zu erschwinglichen Preisen erhältlich, das euphorisierende Erlebnis hingegen unbezahlbar.

8

Rum-Tasting im Casa Bacardí

Größte Rumbrennerei der Welt: die Casa Bacardi

Ein weiteres Kulturerbe, das nicht nur in Puerto Rico, sondern auch in vielen anderen Karibikländern produziert wird, ist der Rum. Der kolonisierte Zuckerrohranbau ab dem 17. Jahrhundert ließ die Region zu einem der größten Exporteure von hochwertigem Rum heranwachsen. Ein weiteres Superlativ geht an Puerto Rico, denn in Cataño, nordwestlich von San Juan, befindet sich die größte Rumbrennerei der Welt. In der Casa Bacardí werden täglich bis zu 100.000 Liter Rum und damit rund 85 Prozent des bekannten US-Unternehmens destilliert. Auf geführten Touren lernen Besucher mehr über die Entstehung der Marke, die komplexe Herstellung des Rums sowie dessen Bedeutung für die Karibik. Auch ausgiebige Tastings sind Teil der regelmäßigen Führungen. 

bacardi.com/casa-bacardi

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Surfen in Rincón

Die Küsten von Rincon sind ein Treffpunkt für Surfer.

Aufgrund der eher ruhigen Bedingungen gilt die Karibik nicht wirklich als Surfregion. Dennoch gibt es in Puerto Rico einen legendären Küstenabschnitt, der regelmäßig Bordsportler aus aller Welt anlockt. Rund um die Gemeinde Rincón im Westen finden sich mit der Playa Domes und der Playa Maria einige ausgezeichnete Spots, die ihre volle Kraft in den Wintermonaten entfalten. Auch das Zuschauen lohnt: Lässige Beachclubs und Bars laden zum Verweilen ein. Ein weiteres Highlight: der „Corona Pro Surf Contest“, der jährlich am nördlichen Middles Beach stattfindet.

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Museen von Puerto Rico

Bedeutende Kunst aus Europa zeigt das Museo de Arte de Ponce.

In erster Linie ist Puerto Rico für seine paradiesischen Strände, Karibikfeeling und Naturwunder wie die Biolumineszenz bekannt. Doch auch in Sachen Kultur kann das Land überzeugen, in San Juan etwa finden sich einige bedeutende Museen – darunter das Museo de las Américas, das sich in der einstigen spanischen Kaserne Cuartel de Ballajá befindet. Die Ausstellungen widmen sich der Kunst und Kultur des amerikanischen Kontinents und setzen dabei einen starken Fokus auf Puerto Rico. Besonders sehenswert sind die Abteilungen über das Erbe der indigenen Taíno, den afrikanischen Einfluss auf die Inselkultur und die koloniale Vergangenheit. Ebenfalls sehenswert: das größte Kunstmuseum des Landes, das Museo de Arte de Puerto Rico (MAPR), das bedeutende Werke lokaler Künstler präsentiert. Europäische Kunst, darunter viel Barock und große Namen wie Goya, Lucas Cranach der Ältere und Eugène Delacroix, finden Besucher im Museo de Arte de Ponce, das zu den renommiertesten der Karibik zählt.

museoarteponce.org

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Guánica State Forest

Mangroven, Inseln und Wälder sind Teil des Guénica State Forest Reserve.

Anders als die feuchten Waldgebiete im Norden, handelt es sich beim Guánica State Forest um ein für die Karibik eher untypisches tropisches Trockengebiet. Das geschützte Areal setzt sich aus unterschiedlichen Vegetationsebenen zusammen, von Mangrovenküsten, kleinen Inseln und Kanälen bis hin zu knorrigen Lehmböden, Steilküsten und Kalkfelsen. Das Gebiet ist Heimat von zahlreichen endemischen, mitunter bedrohten Tierarten wie der Puerto-Rico-Schopfkröte, der Eidechsenart Anolis cooki und der Puerto-Rico-Nachtschwalbe. Das Naturgebiet steht Besuchern offen, zwölf verschiedene Tracks führen durch Guánica. Auch Angeln, Radfahren, Schnorcheln und Baden ist an dafür ausgewiesenen Orten erlaubt. 

discoverpuertorico.com