© Jacques Dufrenoy/Unsplash
Kultur

Kunst unter Wasser: Das Écomusée bei Cannes

Das „Écomusée“ auf der Insel Sainte-Marguerite vor Cannes macht etwas mit seinen Besuchern. Beim Tauchgang zu sechs Skulpturen lernt man Respekt vor diesem Lebensraum.

Die einen fühlen sich hier wie Schatzsuchende, andere wie Unterwasserarchäolog:innen. So oder so – das „Écomusée sous marin“ bei Cannes zieht seine Besucher:innen auf besondere Weise in Bann. Denn um die sechs Skulpturen zu bewundern, wandelt man nicht etwa durch Museumsgänge. 

Man taucht ein. Ausgestattet mit Taucherbrille und Schnorchel begibt man sich unweit des Ufers der Insel Sainte-Marguerite auf Entdeckungsreise – vollkommen ungestört von Booten, die an dieser Stelle verboten sind.

Auch interessant:

Zwei Meter hohe Masken

Und so entdeckt man die imposanten Schöpfungen des Bildhauers Jason deCaires Taylor in drei bis fünf Metern Tiefe und bekommt eine Idee davon, wie wichtig es ist, diesen friedlichen und einmaligen Lebensraum zu schützen. 

Jede mächtige Maske, modelliert nach den Gesichtern von Einheimischen, ist rund zwei Meter hoch und wiegt zehn Tonnen. Dass Algen und Muscheln mit der Zeit Besitz von den stillen Giganten nehmen und sie nach und nach zu einem Teil des Ökosystems werden, gehört zum Projekt des viel beachteten Künstlers dazu.

Künstler sorgt weltweit für Aufsehen

Die Unterwasser-Installationen des umweltbewussten Briten haben schon an vielen Orten, die meisten in der Karibik, für Aufmerksamkeit gesorgt. DeCaires Taylor ist studierter Künstler, ausgebildeter Tauchlehrer und geübter Steinmetz (er arbeitete an der Kathedrale von Canterbury). In seinen Skulpturen kommt all dies zusammen.

Der Mann mit der eisernen Maske

Dass Jason deCaires Taylor an dieser Stelle das Maskenmotiv aufgegriffen hat, kommt nicht von ungefähr, sondern ist Reminiszenz an den berühmtesten Bewohner von Sainte-Marguerite. Elf Jahre lang war der „Mann mit der eisernen Maske“ im Fort Royal inhaftiert – jener bis heute geheimnisvolle Unbekannte, den Alexandre Dumas in den „Drei Musketieren“ literarisch verarbeitet hat.