Yvonne Pferrer © Yvonne Pferrer
Camping

Yvonne Pferrer im Interview: Mit dem Van in die Welt

Yvonne Pferrer ist Schauspielerin, Autorin, Content Creatorin und vor allem Reisende. Am liebsten fährt sie mit ihrem Partner und Musiker Jeremy Grube in einem umgebauten Van durch Deutschland oder rund um den Globus. Im Interview verrät Sie uns Ihre Reise-Geheimnisse.

Unabhängig und mit dem eigenen Fahrzeug die Welt erkunden: Für viele bedeutet diese Art des Reisens das ultimative Gefühl von Freiheit. Jeden Tag an einem anderen Ort aufwachen und dort wo es besonders schön ist, wird das Sonnensegel gehisst. Schauspielerin Yvonne Pferrer hat mit ihrem Partner Jeremy Grube das Glück im Van gefunden. Seit Jahren fahren die beiden in neue Länder, erkunden Regenwälder und tropische Paradiese, aber auch die schönsten Ecken von Deutschland. Im Interview mit MERIAN erzählt die 27-Jährige vom Leben im Campervan, ihren Reise-Erfahrungen und wie sich Stress vermeiden lässt. 

Interview mit Yvonne Pferrer: „Mehr als ein Lebensgefühl“

Yvonne Pferrer Instagram Vanlife © Yvonne Pferrer
Yvonne Pferrer und Jeremy Grube vor ihrem ausgebauten Van

MERIAN: Frau Pferrer, was bedeutet für Sie das Lebensgefühl Caravaning?

Yvonne Pferrer: Für mich ist es mehr als ein Lebensgefühl. Es ist über die Jahre Life-Style geworden. Angefangen hat es mit Urlauben in einem notdürftig hergerichteten Van ohne Komfort. Inzwischen ist unser Reisemobil unser perfektes Zuhause, in dem wir es uns so schön wie möglich machen. Ein autarkes System, mit dem wir auf nichts angewiesen sind, noch nicht einmal auf einen Campingplatz. Wir arbeiten sogar von unterwegs. Das ist genau die Art von Leben, die wir uns wünschen: fernab von Konventionen auch nicht perfekt. Der Pool und Beschränkungen, losgeLöst von Zwängen. Wir nehmen uns die Freiheit, unterwegs zu tun, worauf wir wann und wie Lust haben.

Gab es einen besonderen Moment, an dem Ihnen klar wurde, das ist es, wie ich leben und reisen möchte?

Es war unsere allererste Reise im Van, ohne Strom, ohne fließendes Wasser. Wir fuhren in die Schweiz, und unser Stellplatz lag direkt an einem See. Ich lag in unserem Bett, nur die Bettwäsche war schon meine eigene, und konnte hinaus schauen auf das blaue Wasser, die imposanten Berge und das un-fassbare Grün darum herum. Ich dachte, wow, so schön kann das Leben sein. So schön ist die Welt. Wir sind Naturfans, lieben es auch zu wandern. In diesem Augenblick am See waren wir so geflasht, dass diese Art zu reisen seither unser Leben bestimmt.

Yvonne Pferrer: „Fahrend die schönsten Orte sehen“

Ist Reisen im Auto für Sie modernes Aussteigen? Sind Sie und Ihr Partner Vagabunden?

Ein schönes Wort. Vagabunden. Ja, aktuell kann ich mir nicht vorstellen, mich fest an etwas zu binden. Ich genieße es, fahrend die schönsten Orte zu sehen, zu erleben. Natürlich habe ich manchmal Konflikte, weil ich nicht neun Stunden am Tag irgendwo arbeite, dass ich aus der Norm falle. Aber ich sitze abends lieber noch mal drei Stunden, schneide meine Filme, sortiere, was ich fotografiert habe, überlege mir Texte und Layouts, als dass ich fremdbestimmt tue, was mir jemand aufträgt. Das soll keine Kritik an irgendeinem System oder jemandem sein. Ich will nur erklären, was für mich aktuell Loslassen heißt.

Zu zweit in einem Reisemobil, womöglich noch mit Kindern. Ist ein Hotel nicht geeigneter für stressfreies Miteinander?

Das kann nur jemand sagen, der noch nie dieses Freiheitsgefühl erlebt hat. Ja, Rücksichtnahme, Raum lassen gehört dazu. Aber nur weil man im Hotel ist, ist es doch auch nicht perfekt. Der Pool ist nicht so toll wie erwartet, das Essen vielleicht langweilig oder das Zimmer nicht schön genug. Man denkt, och nö, jetzt wäre ich lieber woanders. Aber man hat ja bezahlt. Wir packen dann einfach unsere Sachen ins Auto und ziehen weiter. Aktuell möchte ich dieses Gefühl von Freiheit nicht missen.

„Den Mut haben, in ein Abenteuer zu starten“

Yvonne Pferrer © Yvonne Pferrer

In Deutschland darf man eigentlich nicht wild campen. Wie machen Sie das?

Offiziell ist das so. Die Regeln sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, und ich würde empfehlen sich immer ganz genau vorab zu informieren. Außerdem kann man wunderbar bei Bauern oder in kleinen Ortschaften auf privaten Stellplätzen unterkommen. Das ist sehr zu empfehlen. Wir sprechen die Leute oft spontan vor Ort an und fragen, ob wir uns auf ihr Grundstück stellen dürfen.

Camping-Tipp von Yvonne Pferrer:

Ich möchte allen Campern nur einen guten Rat geben: Fahrt erst mal los, alles andere kann man später optimieren. Mit dem Reisemobil unterwegs sein, heißt auch, den Mut zu haben, in ein Abenteuer zu starten. Und: Es findet sich für alles eine Lösung.

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