Tag des offenen Denkmals 2025: 7 besondere Sehenswürdigkeiten

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Zwischen Hektik und Gewohnheit geht der Blick für historische Gebäude und besondere Bauwerke häufig verloren. Der jährlich stattfindende Tag des offenen Denkmals hat es sich zum Ziel gemacht, diese einzigartigen Stätten, die überall in Deutschland zu finden sind, wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
2025 findet der Aktionstag am Sonntag, den 14. September, statt. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finden in allen Bundesländern Führungen und Veranstaltungen statt. Die zentrale Idee ist es, historische Gebäude und Orte, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, für alle Interessierten zu öffnen.
Wir zeigen sieben besondere Denkmäler in Deutschland, die einen Besuch wert sind.
Was ist der Tag des offenen Denkmals?
Seit 1993 findet der Tag des offenen Denkmals jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Die Idee hinter der Veranstaltung ist es auch, Besucher an Orte zu führen, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleiben. An den teilnehmenden Orten können sich Interessierte über das kulturelle Erbe und die Geschichte der Denkmäler informieren. Auch der Denkmalschutz und die Pflege historischer Gebäude stehen an diesem Aktionstag im Fokus.
Am Tag des offenen Denkmals sind nicht nur bekannte Häuser und Schlösser öffentlich zugänglich, sondern auch Industriedenkmäler, Wohnbauten, Gärten und vieles mehr. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“
Übrigens: Über alle teilnehmenden Einrichtungen können Sie sich auf der Webseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz informieren.
Villa Hügel, Nordrhein-Westfalen

Die Villa Hügel in Essen wurde in den 1870er-Jahren vom Ingenieur Alfred Krupp erbaut. Ursprünglich diente sie als Wohnhaus und repräsentierte den Reichtum der Familie Krupp: Ein 28 Hektar großer Park umschließt die Villa, die aus dem Haupthaus und dem Kleinen Haus besteht und insgesamt 269 Zimmer beherbergt. Vieles vom ehemaligen Interieur der Familie ist bestehen geblieben und zeigt, wie großbürgerliches Wohnen im Kaiserreich ausgesehen hat – weshalb Führungen durch die Villa Hügel stets gefragt sind.
Besucher erhalten Einblicke in das Familienleben der Krupps, in die Gründung der Stiftung sowie in die Firma Krupp. Die Pflege und Erhaltung der Villa und des umgebenden Landschaftsparks obliegt der „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung“. Am Tag des Offenen Denkmals ist der Eintritt in die öffentlichen Bereiche frei, zudem finden mehrere Führungen (nach vorheriger Anmeldung) sowie eine Live-Restauration statt.
Sternwarte Bergedorf, Hamburg

Im östlichen Hamburger Stadtteil Bergedorf befindet sich neben dem Schloss noch ein weiteres spannendes Denkmal. Im Jahr 1906 entstand unter der Leitung von Bauleiter Albert Erbe eine der modernsten und größten Sternwarten Europas, erbaut im neobarocken Stil. Das historische Gebäude sowie seine Ausstattung sind bis heute nahezu komplett erhalten.
2008 wurde der Astronomiepark Hamburger Sternwarte zum Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Der Förderverein Hamburger Sternwarte engagiert sich für die Sanierung und Restaurierung. Am Denkmaltag werden vier der Gebäude präsentiert: das Äquatorial, die Bibliothek im Hauptgebäude, der Große Refraktor und das Spiegelteleskop von 1911.
Corbusierhaus, Berlin

Der renommierte Bauhaus-Architekt Le Corbusier entwarf den Komplex „Wohneinheit Typ Berlin“ als Beitrag zur Interbau-Ausstellung 1957. Bis heute gilt die 530 Wohnungen umfassende Anlage als architektonisches Statement von internationalem Rang und steht seit 1995 unter Denkmalschutz.
Wie auch in anderen Bauten Le Corbusiers hebt sich das Gebäude durch eine klare Farbgestaltung, praktische Raumkonzepte und starke Linien von seiner Umgebung ab. Am Tag des offenen Denkmals findet je eine Ausstellung in den C834 und Raum 1061 (Galerie treppe b) statt. Zudem werden am 13. sowie 14. September je zwei kostenlose Führungen (nach Anmeldung) angeboten.
Schloss Arenfels, Rheinland-Pfalz

Auch das Schloss Arenfels in Bad Hönningen öffnet seine Türen. Der Ursprung des malerischen Anwesens geht auf das 13. Jahrhundert zurück. In seinen Gemäuern finden sich noch heute wichtige Zeugnisse der Geschichte. Die umliegenden Weinberge und der Schlosswald bieten tolle Kulissen für Wanderungen: Ganz oben auf dem Weinberg angekommen, ist nicht nur die Sicht auf Schloss Arenfels atemberaubend, auch der Blick auf die umliegende Landschaft ist einzigartig. Am Tag des offenen Denkmals ist der Eintritt frei, zudem gibt es mehrere Führungen ab 12 Uhr.
Dom zu Speyer, Rheinland-Pfalz

Der Dom von Speyer ist zugleich Wahrzeichen sowie die größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt. Deshalb ist diese Sehenswürdigkeit bis heute ein beliebter Wallfahrtsort. In der Domkirche St. Maria und Stephan, wie der Dom zu Speyer vollständig heißt, fanden außerdem schon etliche Kaiser, Könige und Bischöfe ihre letzte Ruhe.
Am Tag des offenen Denkmals lädt der Dom um 13 und 14 Uhr zu je einer Führung in die Reliquienkapelle. Diese beherbergt den wertvollsten Teil jedes Kirchenschatzes, die Gebeine früherer Heiligen. Mitglieder des Dombauvereins informieren alle Interessierte über Herkunft und Bedeutung der einzelnen Reliquien.
Schloss & Park Pillnitz, Sachsen

Am Rande der sächsischen Landeshauptstadt liegt diese rund 28 Hektar umfassende Parkanlage, die gemeinsam mit dem gleichnamigen Schloss ihre Tore für Besucher öffnet. Schloss Pillnitz diente einst als Sommerresidenz der sächsischen Kurfürsten, heute ist ein Museum in dem Prachtbau untergebracht. Eindrucksvoll ist darüber hinaus auch das historische Palmenhaus, das insbesondere Pflanzen aus Australien und Südafrika Unterschlupf gewährt. Beliebte Sehenswürdigkeiten im Park Pillnitz sind auch die Orangerie, das Kamelienhaus und die Tritonengondel.
Am 14. September können Besucher im Rahmen von kostenlosen Führungen die sonst nicht zugänglichen Privatbäder im Wasserpalais und im Neuen Palais besichtigen. Eine vorzeitige Anmeldung ist auf der Webseite der Schlossverwaltung möglich.
Höhlen von Gera, Thüringen
In der thüringischen Stadt Gera finden die diesjährigen Auftaktveranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals statt. Eine lokale Besonderheit ist hier das unterirdische Höhlensystem, das zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert entstanden ist. Bergleute legten damals die bis zu 200 Meter tiefen Gewölbe an, um hier Bier und andere wertvolle Güter zu lagern. Über die Jahre wuchs das Netz immer weiter, Teile können bis heute besichtigt werden. Um ihren Erhalt kümmert sich seit den 1990er Jahren der Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V.
Am Tag des offenen Denkmals finden mehrere Führungen durch die spannende Unterwelt statt.
Burg Trausnitz, Bayern

Die Burg Trausnitz thront seit dem 13. Jahrhundert über der Altstadt von Landshut und diente lange Zeit als Residenz der Wittelsbacher Herzöge. Sie vereint mittelalterliche Wehrarchitektur mit Renaissancebauten und beherbergt kostbare Kunstwerke, darunter das berühmte „Narrentreppe“-Treppenhaus samt Fresken.
Die Burg Trausnitz und der historische Weinkeller, der sonst nicht zugänglich ist, können am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden. Außerdem werden drei Stationen aufgebaut, an denen Besucher mehr über Heilpflanzen und andere Lebensaspekte des Mittelalters lernen können.