Burg Eltz © Dominik Ketz
Kultur

Eltz in der Eifel: Die Burg schlechthin

Seit fast 900 Jahren klammert sich die Burg Eltz an den Fels und ist heute eine der meistbesuchten Attraktionen des Landes. Das märchenhafte Gemäuer ist malerisch, unzerstört und ideal, um sich in die Zeit der Ritter zu träumen. Wer noch mit D-Mark bezahlt hat, der hat ihn vielleicht mal gesehen: Auf dem 500-Mark-Schein war eine Burg, die aussah, wie man sich eine Burg erträumt. Wer die Burg Eltz dann in Wirklichkeit sieht, ist einfach überwältigt.

Ein Reich aus Türmen und Erkern

An diesem Morgen ist sie noch ein wenig vom Frühnebel umwabert. Wie aus dem rund 70 Meter hohen Fels gewachsen steht sie da, ein bis zum Bersten verdichtetes Reich aus Baukörpern, Türmen und Erkern, von denen keiner wie der andere ist. Dieses Bauwerk in einer Schlaufe der Elz auf ihrem natürlichen Podest ist vielleicht die Burg schlechthin.

Ins Mittelalter träumen

Burg Eltz © Dominik Ketz

Mehr als 20.000 Burgen oder deren Reste stehen in Deutschland, einige Hundert davon in der Eifel. Kaum ein Ort hier, der nicht mindestens von einer Ruine gekrönt ist. Was diese eine Burg so besonders macht, ist laut dem Hausherrn Karl Graf zu Eltz dreierlei: ihre einzigartige Architektur aus 500 Jahren Bauzeit, ihre Lage tief im Tal auf einem hohen Felssporn sowie das sie umgebende Naturparadies. „Und man kann sich ins Mittelalter träumen, keine Windräder, keine Autobahn in Sichtweite.“ Dann wäre da noch die Unversehrtheit. Mindestens 850 Jahre ohne große Zerstörung zu überstehen, das schaffen nicht viele derart prominente Gemäuer.

Drei Zweige in einer Burg

Die Burg ist atemberaubend verdichtet und die Höhe geschraubt. Der Grund dafür liegt im 13. Jahrhundert: Da verlangten drei Erben, namentlich Theoderich, Elias und Wilhelm von Eltz, dass die Burg unter ihnen aufgeteilt wird. Eltz wurde zu einer „Ganerbenburg“ (altdeutsch für ein gemeinsames Erbe) mit drei Familienzweigen, benannt nach den Bildern in ihren Wappen: Eltz vom goldenen Löwen, Eltz vom silbernen Löwen und Eltz von den Büffelhörnern. „Eine familiäre Wohngemeinschaft“ nennt das der Graf, selbst aus der Linie des goldenen Löwen und in 33. Generation Hausherr.

Die Reportage vom faszinierenden Burg-Rundgang mit Karl Graf zu Eltz lesen Sie im MERIAN-Heft „Eifel“ (Mai 2021).

Burg Eltz besuchen:

Das geht in der Regel von Anfang April bis Ende Oktober. Vom Parkplatz, der rund zwei Kilometer südwestlich des Örtchens Wierschem im Wald liegt, fährt ein Shuttle-Bus. Zu Fuß ist man in rund zehn Minuten an der Burg. Normalerweise steht der Innenhof offen. Solange wegen Corona die Besucherzahlen beschränkt sind, muss man allerdings schon an der Auffahrt ein Ticket lösen.

Führungen durch die Häuser Rübenach und Rodendorf starten in relativ kurzen Abständen, dauern rund eine halbe Stunde und sind den Eintritt absolut wert. Anschließend kann man mit dem Ticket die Schatzkammer besuchen. Wer die Zeit hat, sollte als Wanderer nach Eltz kommen, etwa über den „Traumpfad Eltzer Burgpanorama“.

www.burg-eltz.de
www.traumpfade.info

Das könnte Sie auch interessieren

Schloss Bürresheim © Dominik Ketz
Kultur
Ritterliche Eifel: Die Burg ruft!

Wenn die Maare ihre Augen sind, dann sind die vielen Burgen die Kronen der Eifel. MERIAN stellt die schönsten Bauwerke vor: Satzvey, Reifferscheid, Ramstein, Olbrück, Bürresheim – eine ist stolzer als die andere. Wundervolle Wanderwege verbinden sie.

Wandern Eifel © Dominik-Ketz/RPT
Aktiv
Genuss und Erlebnis: Wandern in der Eifel

Wie vielseitig sie ist, offenbart die Eifel am besten auf ihren zahllosen Rad- und Wanderrouten. Vom einsamen Pilgerpfad bis zu Genuss-Spaziergängen: Bei unserer Auswahl ist für jeden etwas dabei. Und die nächste Burg, das nächste Maar sind nie weit weg.

Historische Wassermühle
Genuss
Mit Sternen oder rustikal: Leckeres in der Eifel

Kuchenvielfalt im Gastgarten, Ziegenkäse wie in Frankreich, eine Burg für Gourmets und ein legendäres Spitzenrestaurant: An den richtigen Orten ist die Eifel eine wahre Genussregion.

Nordschleife Nürburgring © Nürburgring
Aktiv
Mythos Nürburgring erleben: Der schnelle Puls der Eifel

Legendäre Triumphe, höllische Crashs: Der Nürburgring ist eine der längsten und schwierigsten Rennstrecken der Welt – aber auch eine der schönsten. Um durch seine Kurven zu fliegen, muss man kein Profi sein.