Mehr als Festspiele: 12 Tipps für Bayreuth

Rokoko-Schätze, ein sehenswerter Uni-Campus und lebendige Bierkultur: Bayreuth überzeugt auch abseits der jährlichen Festspiele. Wir geben Tipps und zeigen, was es am Roten Main zu entdecken gibt.
Datum08.01.2026

Für seine sommerlichen Opernfestspiele ist die fränkische Stadt weltberühmt. Dabei glänzt Bayreuth auch mit anderem Erbe, etwa mit den spektakulären Hinterlassenschaften der Markgräfin Wilhelmine. Ob im Neuen Schloss oder der Eremitage: Im gesamten Stadtgebiet hat die Visionärin ihre Spuren und wichtige Sehenswürdigkeiten hinterlassen. 

Dass Bayreuth auch modern und lässig kann, beweisen unter anderem der Kulturkiosk, der Hotspot am Canal Grande oder der Uni-Campus. Und wenn die „New York Times“ einen Ort zum „Place to Go“ kürt, gibt es dafür ausreichend Gründe. Zwölf davon stellen wir im Folgenden vor.

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Neues Schloss Bayreuth

Prachtvolles Ensemble: das Neue Schloss Bayreuth

Nachdem das Alte Schloss bei einem verheerenden Brand fast vollständig zerstört worden war, ließ Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth ab 1753 eine neue Residenz errichten. Unter der Leitung des Hofbaumeisters Joseph Saint-Pierre und mit zahlreichen Ideen von Markgräfin Wilhelmine entstand das Hauptwerk des sogenannten „Bayreuther Rokokos“. Das Neue Schloss zeichnet sich durch seine außergewöhnlich feine und fantasievolle Innenausstattung aus, besonders gut zu sehen im berühmten Palmenzimmer sowie im Spiegelscherbenkabinett. An die Residenz schließt sich der prächtige Hofgarten an, der sich aus barocken Elementen und moderner englischer Landschaftsarchitektur zusammensetzt. Wer gleich mehrere Rokoko-Schätze besichtigen will, bucht am besten das Kombi-Ticket „Die Welt der Wilhelmine“, das auch die Eintritte ins Alte Schloss sowie ins Opernhaus umfasst.

bayreuth-wilhelmine.de

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Markgräfliches Opernhaus

Als Kulturdenkmal geschützt: das Markgräfliche Opernhaus

Markgräfin Wilhelmines prächtigste Hinterlassenschaft ist das von 1744 bis 1748 erbaute Opernhaus, das sie zur Hochzeit ihrer Tochter errichten ließ. Heute gilt es als wichtigstes barockes Hoftheater und wurde 2012 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Für das prunkvolle Innere war der renommierte Theaterarchitekt Giuseppe Galli da Bibiena verantwortlich. Holz, Golddekor und aufwendige Bemalungen zieren Zuschauerraum, Logen und die eindrucksvolle Decke. Bespielt wird die edle Bühne jedoch nur an rund 30 Tagen im Jahr, während der Festspiele oder des Baroque Opera Festivals. Deutlich öfter finden die Führungen statt, die man bei einem Stadtbesuch nicht verpassen sollte. 

schloesser.bayern.de

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Eremitage und Altes Schloss

Juwel des Spätbarock: die Bayreuther Parkanlage Eremitage

Mit dem Fahrrad benötigen Sie aus dem Bayreuther Zentrum nur 20 Minuten zur Eremitage, ebenso lang dauert es mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie kreativ, visionär, dem Leben und der Kunst zugewandt Markgräfin Wilhelmine war, wird dort einmal mehr spürbar. Ab 1736 erweiterte sie im Park das Alte Schloss, ließ das Ruinentheater, die Wasserspiele und zahlreiche weitere Lustgarten-Verstecke anlegen. Lassen Sie sich unbedingt durch die weitläufige Anlagen treiben, es gibt viel zu entdecken!

schloesser.bayern.de

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Wagnermuseum

Das Museum am Hofgarten beschäftigt sich vielschichtig mit der Figur Wagner.

Unmittelbar an den Hofgarten grenzt das Haus Wahnfried, einstiges Wohnhaus der Wagners, in dem heute ein Museum untergebracht ist. Statt deren berühmtestem Sohn bedingungslos zu huldigen, setzt sich das Ausstellungshaus auf mehreren Ebenen mit dem umstrittenen Komponisten und seiner Familie auseinander. Tipp: Die Museen für Richard Wagners Schwiegervater Franz Liszt und den Bayreuther Schriftsteller Jean Paul stehen gleich nebenan. 

wagnermuseum.de

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Iwalewahaus

Kulturelle Institution: das Iwalewahaus

Engagierte Professoren haben dafür gesorgt, dass Bayreuth seit mehr als 40 Jahren als Hochburg für Afrikanologie gilt. Dem Iwalewahaus der Universität ist es zu verdanken, dass der Kontinent und seine vielschichtigen Kulturen nicht nur im Rahmen von Vorlesungen stattfinden, sondern auch in Form von öffentlichen Kunstausstellungen, Lesungen und Gesprächen. Längst hat das Iwalewahaus eine eigene Sammlung und schickt Leihgaben in die ganze Welt. Auch das Gebäude, einst Königliche Filialbank, ist eine Attraktion.

Hinweis: Aktuell ist das Iwalewahaus aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen.

iwalewahaus.uni-bayreuth.de

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Universität Bayreuth

Die Titanenwurz blüht im Ökologisch-Botanischen Garten Bayreuth.

Auch weitere Teile der Universität Bayreuth sind einen Besuch wert. Der große Campus liegt südlich des Zentrums und lädt zu abwechslungsreichen Entdeckungstouren. Neben dem Kulturzentrum Glashaus, in dem regelmäßig bekannte Bands und Musiker auftreten, zählt der Ökologisch-Botanische Garten zu den Highlights. Dort finden im Sommer Führungen und verschiedene Veranstaltungen statt. 

obg.uni-bayreuth.de

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Bayreuther Festspiele

Reges Treiben auf dem „Grünen Hügel“: die Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele sind die große Spitze des Eisbergs. Alljährlich von Ende Juli bis Ende August widmet man sich im eigens dafür errichteten Richard-Wagner-Festspielhaus den zehn letzten Werken des Komponisten. 2026 feiern die Opernwochen ihr 150. Jubiläum mit zahlreichen Randveranstaltungen – einer der Gründe, warum die „New York Times“ Bayreuth als Reiseziel empfiehlt. Musikalisch hat die fränkische Stadt übrigens noch sehr viel mehr zu bieten als Oper. Parallel zu den Festspielen findet das Festival junger Künstler statt, mit großen Talenten aus aller Welt. Die Klaviermanufaktur Steingraeber veranstaltet im Frühjahr und Sommer das Klavierfestival. Und rund um den Kulturkiosk feiern verschiedene Veranstalter die Bayreuth Summertime. 

bayreuther-festspiele.de

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Schlossterrassen und Canal Grande

Die Schlossterrassen sind ein beliebter Treffpunkt in Bayreuth.

Mitten im Zentrum, gegenüber des Opernhauses, liegen die Schlossterrassen, deren bunte Blumenrabatten vor allem in den Sommermonaten zum Flanieren einladen. Erneut hat Markgräfin Wilhelmine ihre Spuren hinterlassen, ihr Denkmal ist hier in Form einer Bronzestatue zu finden. Die Terrassen sind einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt, auch weil sie an den sogenannten Canal Grande grenzen. So wird der hiesige Uferabschnitt des Roten Mains bezeichnet, an dem Besucher sich gern mit einem Kaffee oder einem Eis niederlassen. 

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Wilhelmineaue

Die Wilhelminenaue ist eines der vielen Naherholungsgebiete von Bayreuth.

An aufwendig angelegten Parks und Gärten kann man sich in Bayreuth nicht sattsehen. Als verbindendes Stück zwischen Altstadt und der Eremitage wurde im Rahmen der Landesgartenschau 2016 die grüne Wilhelminenaue hervorgebracht. Neben Spielplätzen, Sportfeldern und öffentlichen Grillflächen finden Bayreuther und ihre Besucher hier auch die Seebühne, die im Sommer abwechslungsreich bespielt wird. 

motion-kommunikation.de

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Bayreuther Katakomben

Die Unterwelten dienten als Lagerfläche, später als Bunkeranlagen während des Zweiten Weltkriegs.

Wer Bayreuth auch abseits der prunkvollen Barockjuwelen entdecken will, kann einen Blick in die Katakomben wagen. Unter der Stadt erstreckt sich ein weitverzweigtes Labyrinth, das einst als kühle Lagerstätte der Brauereien und ihres großen Bierbestandes diente. Heute kann die faszinierende Unterwelt im Rahmen einer Tour erkundet werden. Guides berichten zudem interessante Fakten zur historischen Stadtgeschichte und der fränkischen Braukultur.

maiselandfriends.com

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Maisels Bier-Erlebniswelt

Die Bier-Erlebniswelt vermittelt Wissenswertes über Tradition – und Geschmack!

Apropos Bier: Seit mehr als 125 Jahren braut die Familienbrauerei ihr berühmtes Weizen. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt unbedingt, denn mit der Maisel’s Bier-Erlebniswelt hat der Betrieb eines der größten Biermuseen der Welt hervorgebracht. Auf über 4.500 Quadratmetern führt die Ausstellung zunächst durch die historische Brauerei aus dem 19. Jahrhundert. Auch eine moderne Craftbier-Brauerei ist Teil des weitläufigen Geländes. An vielen Stellen kann probiert werden, spätestens in der angeschlossenen Gastwirtschaft Liebesbar.

maiselandfriends.com

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Urwelt Franken

Wie sah die Welt vor 200 Millionen Jahren aus? Dieser Frage widmet sich das Naturkundemuseum Urwelt Franken in einer umfangreichen Ausstellung zur Erdgeschichte. Mineralien, Fossilien, Skelette und Modelle von urzeitlichen Lebewesen können hier spielerisch und interaktiv entdeckt werden. Zu den Highlights für kleine und große Besucher zählen der Drachenkeller, der Dinosauriergarten im Freien und die begehbaren Kristalle. Führungen gibt es für Kinder sowie Erwachsene, zusätzlich lässt sich die Urwelt im Rahmen einer abwechslungsreichen Schnitzeljagd erkunden. 

urwelt-museum.snsb.de