Häuser am Ufer des Bodensees in der Abenddämmerung © Philip Koschel
Natur

Mein Bodensee

Die Bodensee-Region präsentiert sich vielfältig, international und offen für neue Einflüsse – und ist doch gleichzeitig ganz bei sich und bodenständig.

Kinder springen von Segelbooten ins Wasser des Bodensees © Philip Koschel

Wenn jemand gerne an den Bodensee fährt, spürt man das schnell. Es genügt völlig, das Zauberwort »Bodensee« zu sagen: Sofort entspannen sich seine Gesichtszüge, und er gerät ins Schwärmen darüber, wer dasbeste Eis am See macht und welche Liegewiese selten überfüllt ist. Er kennt das neueste Linienschiff der »Weißen Flotte« und jenen Koch, der den Fisch am besten zubereitet. Er weiß, welcher Winzer neuerdings den besten See-Wein keltert, und die schönsten Paddelreviere hat er sowieso längst durchstreift. Das alles findet man an nur einemSee? Tatsächlich hat der Bodensee viele Gesichter: Da wäre der Obersee mit seiner Weite und den Alpengipfeln, die im Hintergrund grüßen. Der Überlinger See ist ein halberFjord, eng und tief, mit waldreichen Ufern. Am flachen Untersee gibt es zahllose Buchten und stille Winkel. Drei Länder und 33 Orte säumen die Ufer, von der lebhaften Universitätsstadt über selbstbewusste Industriestandorte und malerische Fachwerkstädtchen bis zum verträumten Dorf.  

Ein See mit Geschichte. Der See lädt zum Verweilen ein, heute ebenso wie damals. Pfahlbauer haben vor fast 4000 Jahren ihre ersten Hütten am Ufer errichtet. Römer bauten Straßen, Kastelle und Villen; sogar eine Flottille setzten sie ein. Die Römer wurden von Alemannen verjagt. Später prägte das Christentum die Geschichtsschreibung am See: Um das Jahr 700 entstanden einflussreiche Klöster in St.Gallen und auf der Reichenau, 1418 wurde in Konstanz ein neuer Papst gewählt. Jede Menge Aktivitäten Heute kann man sich am See besser entspannen und erholen als je zuvor. Hotels, Gaststätten und Cafés liegen dicht an dicht. Promenaden, Parks und Fußgängerzonen laden zum Flanieren ein. Bewegungsfreudige wandern oder radeln die Ufer entlang, sie können im See schwimmen, surfen und segeln oder probieren sich im Stand Up Paddling. Wer mag, genießt die Landschaft vom Schiff aus oder fährt mit der Seilbahn auf den Pfänder, um alles von oben zu bestaunen. Und das war noch längst nicht alles: Die Blumeninsel Mainau und die Gemüseinsel Reichenau sind lohnende Ausflugsziele. Kulturfans können zwischen zahlreichen Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern wählen. Gleich drei Sehenswürdigkeiten am See sind als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet: neben den Pfahlbauten auch die Insel Reichenau mit ihren Kirchen sowie der Klosterbezirk von St. Gallen. Genüsse verschmelzen Der Bodensee ist eine Genuss-Region, die große Abwechslung bietet. Wasser und Berge geben sich hier ein Stelldichein. Die sanften Hügel am Nord- und Südufer werden markant eingerahmt von den Alpengipfeln und den eigentümlichen Vulkankegeln des Hegaus. Abwechslung kann auch der Gaumen genießen. Denn im milden Bodensee-Klima gedeihen nicht nur Palmen, sondern auch süße Früchte und Gemüse; der Wein ist exzellent. Und die Menschen am See wissen mit den regionalen Zutaten umzugehen. Offenkundig schadet es kein bisschen, dass sich hier Kochtraditionen vermischen: Bayerische, schwäbische und badische Küche verschmelzen mit Genüssen aus Österreich und der Schweiz. Lob der stillen Zeiten So viel Schönes und Gutes lockt auch viele Gäste an. Zur Hochsaison kann es voll werden rund um den See. Dann darf man es in den Gassen von Meersburg, Lindau und Konstanz, auf den beliebten Radwegen und Uferstraßen nicht eilig haben. Doch das Jahr hat viele Monate, und der See präsentiert zur Nebensaison ganz neue Gesichter: Im Frühjahr blühen ringsum die Obstplantagen. Im Herbst wird das Laub bunt, die Ernte reif, und die Winzer feiern ihre Erträge. Wenn später Nebelschwaden und Wolkenfetzen für Lichtspiele auf den Wellen sorgen, wirkt der ganze See wie verhext. Und auch die metallische Stille des Wassers an nebligen Wintertagen hat ihren eigenen Reiz. Wer die Massen scheut, findet in dieser Zeit genügend Ruhe, um die Thermalbäder und Spas am See und in der Umgebung intensiv zu genießen. Mehr Trubel versprechen die Weihnachtsmärkte, beispielsweise der am Lindauer Hafen: Im Glanz der weihnachtlichen Lichterketten und Sterne zeigt der Bodensee einmal mehr ein neues Gesicht.

Die Lindauer Hafeneinfahrt am Bodensee in der Dämmerung © Philip Koschel

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