Zwischen Irland, Alpen und Tasmanien: Auf Reisen mit Sebastian Bezzel

Wie urlaubt es sich privat, wenn man ohnehin schon viel unterwegs ist? In unserer Interviewreihe erzählen Vielreisende von ihren Erlebnissen, von sehenswerten Orten und der idealen Begleitung. Diesmal: Sebastian Bezzel, Schauspieler, Stadtplankönner und ungetarnter Tourist.
Datum29.08.2026

Beruflich schlüpft Schauspieler Sebastian Bezzel regelmäßig in die Rollen humorvoller Ermittler. Seine Rollen als „Tatort“-Kommissar und Polizist Franz Eberhofer aus der erfolgreichen Romanverfilmung von Rita Falk machten ihn deutschlandweit bekannt. Aufgewachsen in Garmisch-Partenkirchen, lebt der 55-Jährige seit dem frühen Erwachsenenalter in Hamburg

Im Merian-Interview erzählt Sebastian Bezzel, wo er außerdem unterwegs ist, was er unbedingt mit auf Reisen nimmt und mit welchem Kindheitshelden er gern mal in den Urlaub fahren würde. 

Merian: Wann bist du auf Reisen noch richtig aufgeregt? 

Sebastian Bezzel: In den Tagen vor der Reise und wenn es endlich losgeht. Ich habe immer noch Reisefieber. Das ist wie Lampenfieber, wenn ich Theater spiele. Das gehört unbedingt dazu. 

Wie genau planst du deine Reisen? 

Nicht besonders präzise. Meine Frau ist da genauer, aber wir organisieren eine Reise nie bis ins letzte Detail. Gerade beim Reisen braucht es Raum zur Improvisation, unser Alltag zu Hause ist durchgetaktet genug. 

Beruflich steht Schauspieler Sebastian Bezzel nicht nur vor der Kamera, sondern auch auf der Bühne.

Welcher Gepäcktyp bist du und was sagt das über dich aus? 

Früher Rucksack, heute lieber Rollkoffer oder Duffle Bag mit Rollen. Das sagt über mich aus, dass ich älter geworden bin. 

Erkennt man dich als Tourist oder verschwindest du zwischen den Locals? 

In Asien oder Afrika kann ich mich noch so sehr bemühen, zwischen den Locals zu verschwinden, es wird mir kaum gelingen. 

„Ich empfehle gute alte Stadtpläne“

Wie erschließt du dir eine neue Stadt? 

Bei langen Spaziergängen. Und ich nehme gern öffentliche Verkehrsmittel wie Straßenbahnen und Busse. Ansonsten empfehle ich gute alte Stadtpläne aus Papier, da lernt man viel mehr über die Stadt als bei Google Maps. Das gilt auch für Reiseführer in Buchform.

Drei Dinge, die nicht fehlen dürfen?

Kopfbedeckung, Sonnenbrille und ein Notizbuch.

Was packst du immer ein und benutzt es nie? 

Da gibt es so zwei, drei Bücher, die ich immer schon mal lesen wollte. 

Aktuelle Reiselektüre: ein Tipp? 

Die letzte Reise ging nach Sri Lanka, also „Siddharta“ von Hesse. Gelesen! 

„Zuhause gefällt es mir zu gut“

Wann hast du dir unterwegs gedacht: Hier könnte ich für immer bleiben? 

Eigentlich nie, dafür gefällt es mir zu Hause zu gut. Aber es gibt immer wieder mal Orte, wo ich mir einen Zweitwohnsitz vorstellen könnte: Irland, Italien, Bretagne, Mallorca… 

Der schönste Ort, an dem du je warst? 

Ich glaube, ich war schon ein paar Mal an den schönsten Orten der Welt, in Irland an der Steilküste, in den Bayerischen Alpen, am Mittelmeer, in Tasmanien. Das ist dann nicht nur der Ort, sondern auch das Licht, die Stimmung, die Begleitung und vieles mehr, was einen solchen Moment magisch macht. 

Wovon machst du unterwegs Fotos? 

Selten so Panorama-Landschaftsfotos, die schauen auf den Postkarten immer besser aus. Ich fotografiere gern Menschen, Tiere, lustige Stillleben, meine Mitreisenden und mich. Also eigentlich alles, was mich anspricht und die Geschichte der Reise erzählt. 

Gibt es ein Reisefoto auf deinem Handy, das du niemals löschen würdest? 

Ich übertreibe es nicht und mache nicht unzählige Fotos, also wieso sollte ich irgendwelche Fotos löschen? 

Wer war oder ist der beste Reisepartner deines Lebens? 

Meine Frau. 

Mit wem würdest du gern mal reisen? 

Mit Tim aus „Tim und Struppi“, da erlebt man sicher tolle Abenteuer und ist in so schönen altmodischen Gefährten unterwegs. 

Welcher Song ruft bei dir sofort Reiseerinnerungen hervor? 

„In The Death Car“ von Iggy Pop und Goran Bregović, überhaupt der ganze Soundtrack von „Arizona Dream“. Den habe ich rauf und runter gehört bei meiner ersten Reise durch Irland, 1996, mit Kassette im Walkman.