5 besondere Roadtrips durch die kanadische Provinz Alberta

Die Provinz Alberta im Westen Kanadas ist Reisenden vor allem für die touristischen Hotspots bekannt: Die Nationalparks Banff und Jasper gehören zu den beeindruckendsten Naturabschnitten Nordamerikas und gehören für viele bei einem Roadtrip unbedingt dazu. Andere bevorzugen ruhigere Orte abseits der Hotspots.
Ob auf den Spuren von Dinosauriern in den kanadischen Badlands, am Ursprung indigener Kulturen oder entlang der Klassiker der kanadischen Provinz: Hier kommen fünf besonders atmosphärische Roadtrips durch Alberta mit ihren Routen und Zwischenstopps.
Roadtrip durch die Canadian Badlands (3 Tage)

Der perfekte Roadtrip für Einsteiger: Diese Tour nimmt bis zu drei Tage in Anspruch – wenn man sich Zeit lässt. Die reine Strecke zwischen den Stopps beträgt lediglich 437 Kilometer, dennoch sollten Reisende genügend Puffer einplanen, um etwa Drumheller und den Horsethief Canyon kennenzulernen oder eine Wanderung auf dem Hoodoo Trail zu unternehmen. Dort führen verschiedene Wanderwege durch prähistorische Felssäulen und markante Gesteinstürme.
Start des Roadtrips ist Calgary, von dort geht es zunächst in die Kleinstadt Drumheller. Da in der Region zahlreiche Dinosaurierfossilien entdeckt wurden, gilt sie bis heute als „Dinosaurier-Hauptstadt“ Albertas. Reisende können vor Ort Milliarden Jahre in die Vergangenheit reisen: Das Royal Tyrrell Museum beherbergt eine der größten Dinosaurier-Fossiliensammlungen der Welt. Lohnenswert ist auch der angeschlossene Kreidezeit-Garten, dessen Pflanzen eng mit der Flora von vor 75 bis 66 Millionen Jahren verwandt sind. Die Nacht verbringen Reisende entweder in Drumheller selbst oder im rund 30 Minuten entfernten Rosebud, wo das Rosebud Theatre Gastronomie, Gasthof und Kulturbetrieb unter einem Dach vereint.
Am zweiten Tag führt die Route zum Hoodoo Trail. „Hoodoos“ nennt man die bis zu sieben Meter hohen Sandsteinformationen, die der Landschaft eine mondähnliche Anmutung verleihen. Gut ausgebaute Wanderwege erschließen das Gebiet. Rund zehn Kilometer südlich liegt die Atlas Coal Mine, eine ehemalige Kohlemine, die einst die Wirtschaft Albertas prägte. Heute vermittelt die Atlas Coal Mine National Historic Site spannende Einblicke in die Geschichte des Kohleabbaus.
An Tag drei geht es dann weiter zum Horsethief Canyon, einer beeindruckenden Schlucht am Dinosaur Trail, rund 16 Kilometer nordwestlich von Drumheller. Die zerklüfteten Badlands zeigen sich hier in warmen Sand- und Beigetönen.
Von Edmonton nach Jasper (5 Tage)

Etwas mehr Zeit sollte man für diesen Roadtrip einplanen: Die Strecke umfasst insgesamt 1.053 Kilometer und rund 13 Stunden reine Fahrzeit. Um die einzelnen Abschnitte wirklich kennenzulernen, lohnt es sich, immer wieder auszusteigen. Start ist Edmonton, die Hauptstadt Albertas. Der erste Zwischenstopp folgt bereits nach etwa 50 Minuten: Für den Elk Island National Park sollten Reisende mehrere Stunden einplanen. Das Schutzgebiet ist Heimat von Bisons, Elchen und rund 250 Vogelarten. Bei geführten Touren erfahren Besucher mehr über den Schutz der Prärie-Bisons. Der Nationalpark liegt zudem im Beaver Hills Dark Sky Preserve, wo sich je nach Jahreszeit auch die Aurora Borealis beobachten lässt.
Weiter geht es nach Métis Crossing: Das ist das Kulturzentrum der Métis, einer indigenen Bevölkerungsgruppe Kanadas. In den Sky Watching Domes verbringen Gäste die Nacht unter dem Sternenhimmel. Darüber hinaus vermitteln Führungen Wissenswertes über die Kultur der Métis und darüber, welche Bedeutung Astronomie und Sternenhimmel für ihre Vorfahren hatten. Danach führt die Route zunächst zurück nach Edmonton. Zu den Highlights dort zählen die historische Straßenbahn mit Ausblicken auf das River Valley, kulinarische Stadtführungen mit Alberta Food Tours sowie der Fort Edmonton Park, ein weitläufiges Freilichtmuseum zur Geschichte der Stadt und dem Leben der First Nations.
Der nächste Zwischenstopp ist beinahe vier Autostunden entfernt: Jasper, inmitten der Rocky Mountains und des gleichnamigen Nationalparks gelegen. Zu den Höhepunkten des Bergdorfs zählen der Maligne Lake, der sich bei einer rund 90-minütigen Bootstour erkunden lässt, sowie die traditionsreiche Fairmont Jasper Park Lodge am Beauvert Lake. Das rund 100 Jahre alte Hotel verfügt unter anderem über ein Planetarium mit Kuppelkino und dem größten Teleskop der Rocky Mountains.
Der nächste Tag beginnt mit dem Wakapwanis Plant Walk, bei dem Guides der indigenen Bevölkerungsgruppe der Cree auf einem 90-minütigen Spaziergang die heimischen (Heil-)Pflanzen Jaspers vorstellen. Anschließend bringt die Seilbahn Jasper SkyTram Besucher auf den 2.263 Meter hohen Whistler Mountain, von dem sich bei guter Sicht sogar der schneebedeckte Mount Robson in British Columbia erkennen lässt. Danach führt die Route zurück nach Edmonton. Hier haben wir weitere Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Albertas gesammelt.
Klassiker von Alberta: Jasper- und Banff-Nationalpark (7 Tage)

Diese Route verbindet Albertas wichtigste Städte – Edmonton und Calgary – und führt zugleich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Provinz. Auf knapp 1.100 Kilometern entfaltet sich eine Strecke, für die man sich etwa eine Woche Zeit nehmen sollte. Das Abenteuer beginnt im Herzen von Edmonton. Wer mag, gleitet per Segway durch das tief eingeschnittene River Valley oder schaut sich hier die weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt an.
Danach geht es Richtung Westen in die Rocky Mountains. Kurz hinter den Toren des Jasper-Nationalparks laden die Miette Hot Springs mit ihrem heißen, mineralreichen Quellwasser zu einer entspannten Pause ein. Am Abend erreichen Reisende Jasper und sein historisches Besucherzentrum im Stil einer typischen Blockhütte. Am nächsten Tag empfiehlt sich eine Tour mit dem E-Bike vorbei an gletschergespeisten Seen mit weißen Sandstränden.
An Tag vier entdecken Reisende dann den weltberühmten Icefields Parkway, der in den Banff-Nationalpark führt. Adrenalin verspricht der Columbia Icefield Skywalk – ein gläserner Steg, der rund 30 Meter über den Klippen schwebt und den Blick auf den Athabasca-Gletscher freigibt. Tagesziel ist das Fairmont Chateau Lake Louise, das direkt am Ufer des wohl berühmtesten Sees Kanadas liegt.
Noch tiefer in die alpine Bergwelt rund um Lake Louise geht es am kommenden Tag: Früh morgens steht der Moraine Lake auf dem Plan. Dessen intensives Türkis rührt von dem feinen Gesteinsmehl, das mit dem Schmelzwasser des umliegenden Gletschers in den See abfließt. Nach einer Gondelfahrt auf den Mount Whitehorn wird der Aufstieg zum historischen Lake Agnes Tea House mit Tee, Gebäck und eindrucksvoller Bergkulisse belohnt.
In der Cave and Basin National Historic Site wandelt man auf den Spuren derer, die einst die heißen Quellen entdeckten und somit den Grundstein für Kanadas Nationalparks legten. Nach einer Fahrt mit der Banff Gondola auf den Sulphur Mountain und einem Bad in den Banff Upper Hot Springs bildet eine Bootstour auf dem Lake Minnewanka den Abschluss des Tages – mit etwas Glück zeigen sich am Ufer Dickhornschafe oder sogar ein Grizzlybär. Am siebten und letzten Tag verlässt man die Berge und fährt in die dynamische Metropole Calgary ein. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt lesen Sie hier.
Sommer-Roadtrip: Alberta und seine Geheimtipps (12 Tage)

Wer die maximale Vielfalt Albertas erleben möchte, wählt diese knapp 1.700 Kilometer lange Route. Sie beginnt im geschäftigen Calgary, führt durch den geschichtsträchtigen Süden, vorbei an versteckten Schluchten und schließlich über die legendären Nationalparks bis nach Edmonton.
Bevor es in die Weite der Provinz geht, eröffnet der Calgary Tower den Blick über die Stadt bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Rockies. An Tag zwei und drei geht es weiter in die südlicheren Gebiete Albertas: Vorbei an sanften Hügeln führt die Strecke zum Unesco-Welterbe Head-Smashed-In Buffalo Jump, wo indigene Gemeinschaften über Jahrtausende Bisons jagten. Im Waterton Lakes National Park thront indes das historische Prince of Wales Hotel hoch über dem tiefsten See der kanadischen Rockies. Nach einem Abstecher zu den Cameron Falls und dem Red Rock Canyon gleitet man an Bord eines historischen Ausflugsschiffs über den Waterton Lake – und überquert dabei beinahe unbemerkt die Grenze zu den USA.
Tag vier und fünf stehen im Zeichen des Wilden Westens und der Outdoor-Abenteuer. Entlang des legendären Cowboy Trails geht es zur Bar U Ranch National Historic Site, die Einblicke in das Leben der kanadischen Viehzüchter bietet, anschließend zum Yamnuska Wolfdog Sanctuary. Basislager für die nächsten Tage ist die Stadt Canmore, die entspannte, weniger überlaufene Schwester von Banff.
Ebenfalls sehr empfehlenswert: Wanderungen zu den smaragdgrünen Grassi Lakes und durch den Grotto Canyon mit seinen jahrhundertealten indigenen Felsmalereien. Von Tag sechs bis zehn folgt die Route schließlich den Höhepunkten der Rocky Mountains: von den Thermalquellen in Banff über Lake Louise und den Moraine Lake bis entlang des Icefields Parkway nach Jasper. Die letzten beiden Tage sind schließlich der Provinzhauptstadt Edmonton gewidmet.
Themen-Roadtrip: Drehorte von „The Last of Us“ (7 Tage)

Es ist die größte Filmproduktion in der Geschichte Albertas – und für Cineasten das ultimative Abenteuer. Auf diesem siebentägigen Roadtrip über knapp 1.400 Kilometer folgen Reisende den Drehorten der HBO-Serie „The Last of Us“. Wo auf dem Bildschirm eine von der Natur zurückeroberte Postapokalypse zu sehen ist, warten in Wirklichkeit lebendige Städte, historische Kleinstädte und die beeindruckenden Landschaften der Rocky Mountains.
Die Reise beginnt in Edmonton: Das neoklassizistische Alberta Legislature Building diente als überwuchertes Kapitol von Boston. Anschließend lässt sich die Stadt bei einer kulinarischen E-Bike-Tour durch das River Valley erkunden, bevor der Tag in der West Edmonton Mall endet, die als Inspiration für die verlassene Einkaufspassage der Serie diente. Danach geht es nach Calgary; über den 4th Avenue Flyover erreichen Besucher jene Skyline, durch die sich Joel (Pedro Pascal) und Ellie (Bella Ramsey) kämpfen. Nach einem Bummel durch Inglewood lohnt ein Besuch des Heritage Park Historical Village, dessen historisches Wainwright Hotel als Kulisse für die Siedlung Jackson diente.
An Tag vier führt der Roadtrip nach Fort Macleod, dessen historische Hauptstraße bereits in der Eröffnungsepisode zu sehen ist. Nach einem Zwischenstopp am Unesco-Welterbe Head-Smashed-In Buffalo Jump ist das nächste Ziel Lethbridge. Dort prägt die gewaltige High Level Bridge über den Elizabeth Hall Wetlands die Szenerie – in der Serie markiert sie die Fluchtroute nach Kansas City.
Nächster Halt ist Waterton im Süden Albertas. Die kleinen Holzhäuser des Bergdorfs dienten als winterliches Kulissendorf, während der Aussichtspunkt Bear's Hump weite Blicke über Prärie und Rocky Mountains eröffnet. Übernachtet wird im traditionsreichen Prince of Wales Hotel mit seinem ikonischen Blick über den Waterton Lake.
Zum Abschluss führt die Route nach Canmore: Die historische Canmore Engine Bridge markiert in der Serie den Eingang nach Jackson. Nach einem Craft Beer in der Grizzly Paw Brewing Company endet die Reise mit einer Wanderung zum Barrier Lake – dem finalen Drehort der ersten Staffel.