Alberta in Kanada: 9 besonders schöne Orte

Von einem Postkartenmotiv zum nächsten geht es in der kanadischen Provinz Alberta. Zwischen türkisfarbenen Bergseen und sattgrünen Wäldern tun sich moderne Städte, historische Stätten voller Geschichte und etliche Tierarten auf. Die neun schönsten Orte.
Text Milena Härich
Datum25.07.2026

Im Südwesten Kanadas liegt die Alberta, deren landschaftliche Vielfalt regelmäßig Reisende in ihren Bann zieht: eine Mischung aus weitläufigen Prärien, fruchtbaren, sattgrünen Tälern und den Ausläufern der Rockies, die mit ihren Gletschern und Bergseen den Westen der Provinz prägen. Zum anderen machen Metropolen wie Calgary und Edmonton mit jeweils über einer Million Einwohnern einen großen Teil der Anziehungskraft von Alberta aus: Hier sitzt die Kanadas High-Tech-Branche, die Skylines schillern und das Essen ist genauso vielfältig wie die Region selbst. 

Noch mehr Bekanntheit hat Alberta durch die berühmten Nationalparks in den Rocky Mountains erlangt: Banff und Jasper mit den gleichnamigen Ortschaften. Abgesehen von den Besuchermagneten bietet die 634.658 Quadratkilometer große Provinz (damit ist sie fast doppelt so groß wie ganz Deutschland) auch einige Geheimtipps.

Wir nehmen Sie mit in die Region, deren Reiz sich ständig zwischen Cowboy-Kultur, Naturidylle und der Geschichte der First Nations austariert. Unsere neun Must-Sees in Alberta:

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Dinosaurier-Kulisse: Die Canadian Badlands mit Drumheller

Blick auf den Horseshoe Canyon in den kanadischen Badlands

Dinosaurier-Fans aufgepasst: Alberta bietet die besten Bedingungen für Erkundungen rund um die ausgestorbenen Riesenechsen. In den kanadischen Badlands, etwa 130 Kilometer nordöstlich von Calgary gelegen, wurden in der Vergangenheit zahlreiche Fossilien ausgegraben, die nun in der nahe gelegenen Kleinstadt Drumheller im Royal Tyrrell Museum ausgestellt werden. Unter anderem sind dort 40 Dinosaurierskelette zu sehen, dazu kommen zahlreiche Original-Fossilien und ein Präparationslabor, in dem Besucher den Forschenden über die Schulter schauen können. 

Die Badlands sind ein beliebtes Wandergebiet, die Landschaft wirkt an vielen Stellen surreal: Bizarre Gesteinsformationen und -türme, die sogenannten „Hoodoos“, prägen die weitläufigen Ebenen. Immer wieder graben sich tiefe Schluchten in die Natur, so beispielsweise der hufeisenförmige Horseshoe Canyon. Die von Erosion geschaffenen Rinnen und unterschiedlichen Farbgebungen in den verschiedenen Schichten machen den Canyon zu einem der beliebtesten Fotomotive in den kanadischen Badlands. Vor allem bei Sonnenauf- oder -untergang ist das Lichtspiel hier spektakulär. 

Übrigens: Einige Roadtrips in Alberta führen durch die Badlands. Eine Auswahl unserer Top 5 Roadtrips durch die Provinz finden Sie hier.

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Edmonton: Die Hauptstadt von Alberta

Der Besuch des Alberta Legislature Buildings ist kostenlos, es werden regelmäßig Führungen angeboten.

Noch weiter nördlich liegt Edmonton, die Hauptstadt von Alberta. Die Kapitale gilt als Festivalhauptstadt Kanadas. Neben dem Edmonton International Fringe Theatre Festival und dem Edmonton Folk Music Festival werden rund 60 weitere Veranstaltungen in den Parks und Kulturhäusern der Stadt ausgerichtet. Genug Platz gibt es hier definitiv: In Edmonton findet sich beispielsweise mit dem North Saskatchewan River Valley die größte zusammenhängende städtische Parklandschaft in ganz Nordamerika. Durch die Stadt und ihre Metropolregion ziehen sich diverse Wander- und Radwege, auf dem North Saskatchewan River sieht man im Sommer Dutzende Kanus und Boote. 

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die West Edmonton Mall. Sie war lange das größte Einkaufszentrum der Welt – mit rund 800 Geschäften, dem Freizeitpark Galaxyland, einem Wasserpark und vielem mehr. Edmonton hat kulturell noch mehr zu bieten: Das Royal Alberta Museum informiert über die Geschichte und Kultur von Westkanada und wirft einen Blick auf die Lebensrealitäten der First Nations. Die Art Gallery of Alberta ist aufgrund der futuristischen Architektur von Randall Stout, der auf geschwungene Glas- und Stahlfassaden setzte, auch ein städtebauliches Highlight. Und mit dem Fort Edmonton Park beherbergt die Stadt das größte Freilichtmuseum von Kanada. Zu guter Letzt ist auch das Parlamentsgebäude im Beaux-Arts-Stil, das Alberta Legislature Building, sehenswert. „The Last Of Us“-Fans erkennen das Monument vielleicht als etwas anderes wieder: In der Erfolgsserie stellte es das überwucherte Kapitol von Boston dar.

Übrigens: Hier finden Sie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Edmonton gesammelt.

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Das Erbe der Bisonjagd: Head-Smashed-In Buffalo Jump

Head-Smashed-In Buffalo Jump in Alberta erzählt von jahrtausendealter Geschichte und den Traditionen der Blackfoot.

Auf den ersten Blick eine schroffe, steile Felsklippe inmitten der Prärie, ist dieses Wahrzeichen von Alberta doch viel mehr als das. Seit 1981 gehört die Stätte namens Head-Smashed-In Buffalo Jump zum Unesco-Weltkulturerbe. „Buffalo Jumps“ gibt es in Alberta und im angrenzenden US-Bundesstaat Montana so einige, dokumentiert sind mehr als 200. Dabei handelt es sich um historische Jagdplätze der First Nations: Indigene Bevölkerungsgruppen nutzten die Klippen für die strukturierte Bisonjagd und verwerteten die Tiere danach aufwendig. Dieser Buffalo Jump im Süden von Alberta trägt den Weltkulturerbe-Status, weil er zu den ältesten und am besten erhaltenen zählt. 

Ausgrabungen zu Füßen der Klippen förderten Millionen von Knochen und über 100.000 Speerspitzen zutage, was auf eine Nutzung dieses Buffalo Jumps von rund 6.000 Jahren schließen lässt. Die Tiere wurden damals bei der Jagd auf die Felskanten getrieben – bis das Unvermeidliche geschah. Rund 11 Meter fielen sie in die Tiefe. Dort steht heute ein Informationszentrum für Besucher. Es geht auch auf die Geschichte der Blackfoot – der Stammesgruppe der First Nations, die hier vorwiegend jagte – ein und vermittelt spannende archäologische Erkenntnisse. Vom Besucherzentrum aus führt ein Pfad auf die Klippe, die beeindruckende Panoramen freigibt. 

headsmashedin.ca

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Wood-Buffalo-Nationalpark: Größter Nationalpark Kanadas

Der Wood-Buffalo-Nationalpark liegt im Norden Albertas und ist der größte Nationalpark in Kanada.

Der Name ist Programm: Der Wood-Buffalo-Nationalpark, der sich über den Nordosten von Alberta und den südlichen Teil der angrenzenden Nordwest-Territorien erstreckt, beherbergt mehrere Tausend Bisons (nordamerikanische Bisons werden häufig als „Büffel“, sprich „buffalo“ betitelt). Platz gibt es genug, der Nationalpark ist mit einer Fläche von 44.800 Quadratkilometern der größte in Kanada und fast so groß wie die Schweiz. Das Schutzgebiet wurde gegründet, um den Bestand der vom Aussterben bedrohten Schreikraniche zu bewahren, aber auch zum Schutz der Waldbisons. Heute ist hier noch immer die größte freilebende Herde von Waldbisons anzutreffen – allerdings sind sämtliche Tiere mit Tuberkulose infiziert, was den Bestand weiter gefährdet. 

Neben den Bisons und Schreikranichen finden sich im Wood-Buffalo-Nationalpark Elche, Polarfüchse, Schwarz- und Grizzlybären, Wölfe, Luchse und etliche Vogelarten. Sehr sehenswert sind auch die Salt Plains. Aus unterirdischen Quellen sprudelt hier Salz an die Oberfläche, es bilden sich Pfannen und manchmal gar kleine Türmchen. 

Übrigens: Dass die Tiere hier größtenteils ungestört leben können, liegt zum einen an der Lage des Nationalparks, zum anderen aber an der Infrastruktur. Es gibt nur wenige Wege für Besucher, einige Orte des Wood-Buffalo-Parks sind gar nicht oder nur auf ausgewählten Runden mit Guides zu besichtigen. 

parks.canada.ca/woodbuffalo

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Klein, aber abwechslungsreich: Waterton-Lakes-Nationalpark

Wer den Bear's Hump Trail auf sich nimmt, bekommt diese Aussicht auf den Upper Waterton Lake mit der Ortschaft Waterton.

Mit einer Fläche von rund 4.570 Quadratkilometern gehört der Waterton-Lakes-Nationalpark zu den kleineren Exemplaren. Das sollte Reisende aber nicht von einem Besuch abhalten, denn die Landschaft ist spektakulär schön und bietet eine Mischung aus schroffen Berggipfeln, Prärielandschaften, tiefblauen Gletscherseen, Tälern, Schluchten und Wasserfällen. Zugleich ist hier nicht so viel los wie in den größeren und weltbekannten Nationalparks. Wer eine Bootsfahrt auf dem Upper Waterton Lake unternimmt, kann sogar die Grenze zu den USA überschreiten: Der Park sowie der See liegen zum Teil in Alberta, zum Teil im US-Bundesstaat Montana.

Auch die Ortschaft Waterton ist sehenswert und bildet das touristische Zentrum. Dort finden sich Cafés, Restaurants und Hotels. Eines davon gilt als Wahrzeichen des Waterton Lakes: Das Prince of Wales Hotel, das schon 1927 eröffnet wurde, thront über dem Gletschersee und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Region. 200 Kilometer Wegenetz führen zum Beispiel den Bear's Hump Trailhead oder den Bertha Lake Trail entlang. Tipp: Unbedingt den Red Rock Canyon besuchen, die Schlucht erstrahlt aufgrund des eisenhaltigen Gesteins in verschiedenen Rottönen. 

parks.canada.ca/watertonlakes

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Die größte Stadt von Alberta: Calgary

Eine moderne Skyline, dahinter die Gipfel der Rocky Mountains: Willkommen in Calgary!

Obwohl Edmonton die Hauptstadt ist und als Verwaltungszentrum von Alberta fungiert, ist Calgary als größte Stadt der Provinz mindestens genauso bekannt. Die 1,2-Millionen-Einwohner-Metropole liegt am Zusammenfluss von Elbow und Bow River und verdankte ihre wirtschaftliche Prosperität zunächst der Eisenbahn, später insbesondere der Öl- und Gasindustrie. Reisenden ist die Stadt heute vor allem aufgrund der Calgary Stampede ein Begriff. Jedes Jahr im Juli verwandeln sich die Straßen und Plätze der Stadt für zehn Tage in ein Festivalgelände voller Konzerte, Paraden und einer Landwirtschaftsschau. Das Highlight sind für die meisten Besucher die Rodeo-Wettbewerbe, die zu den größten der Welt zählen.

Neben dem 191 Meter hohen Calgary Tower, der beeindruckende Ausblicke bis zu den Rockies gewährt, sind auch die vielen Grünflächen von Calgary ein wichtiges Wahrzeichen. Neben dem gut besuchten Prince's Island Park bietet der Fish Creek Provincial Park eine ruhigere und entschleunigte Atmosphäre. Kulturell sind vor allem das Glenbow Museum (wird derzeit renoviert, soll voraussichtlich 2027 wiedereröffnen), die Galerie Contemporary Calgary und das Studio Bell, in dem das National Music Centre zuhause ist, nennenswert.

Übrigens: Auch in Calgary wurden Szenen für „The Last of Us“ gedreht.

Hier haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Calgary gesammelt.

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Jasper-Nationalpark

Der Maligne Lake mit der Spirit Island gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Jasper-Nationalpark.

Ursprüngliche Natur voller Gletscher und Bergseen, die Rocky Mountains immer im Blick und eine Mischung aus Wiesen, Wäldern und schroffem Gebirge: Der Jasper-Nationalpark ist ein begehrtes Reiseziel für Wandernde und Fotografen. Hier haben Wapitis, Dickhornschafe, Bergziegen, Elche, Grizzly- und Schwarzbären ihr Zuhause gefunden, außerdem Wölfe, Kojoten und Pumas. Fast 11.000 Quadratkilometer misst der größte Nationalpark in den kanadischen Rockies.

Eines der Wahrzeichen vor Ort ist der Maligne Lake mit seinem tiefblauen Wasser und der von Bäumen bewachsenen Insel Spirit Island. Das Eiland lässt sich nur per Boot erreichen, häufig im Rahmen einer geführten Tour. Spirit Island spielte eine große Rolle für die indigene Bevölkerung, bis heute ranken sich Legenden um sie, die von den First Nations von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Der Nationalpark hält noch viele weitere Sehenswürdigkeiten bereit: Medicine Lake etwa, den Wanderweg namens Valley of the Five Lakes Trail und die weltberühmte Panoramastraße Icefields Parkway, die ihn mit dem Banff-Nationalpark verbindet und rund 230 Kilometer lang ist. 

Übrigens: Weil die Lichtverschmutzung hier so gering ist, können Phänomene wie die Milchstraße oder Sternschnuppen besonders gut beobachtet werden. Daher findet hier jährlich das Jasper Dark Sky Festival mit Vorträgen, Teleskop-Beobachtungen und vielem mehr statt.

parks.canada.ca/jasper

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Banff-Nationalpark: Der berühmteste Ort in Alberta

Idylle pur: das Gebiet Cascade Ponds im Banff-Nationalpark.

Viele Reisende kombinieren den Jasper- mit dem Banff-Nationalpark. In letzterem ist man während der Hochsaison (zwischen Juni und September) selten allein, er zieht mehrere Millionen Besucher pro Jahr an. Besonders beeindruckend ist Lake Louise, der See der gleichnamigen Gemeinde. Das türkis gefärbte Wasser bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den Rockies und den Bäumen rundherum. Oberhalb des Lake Louise befindet sich der Moraine Lake, der von zehn schroffen Berggipfeln umstellt wird und eine der schönsten Aussichten im Banff-Park gewährt.

1883 zeigten indigene Bewohner europäischen Arbeitern die heißen Mineralquellen, die am Sulphur Mountain sprudelten – ein konkreter Anlass, der die Debatte um einen Nationalpark an diesem Ort anheizte. Nur zwei Jahre später wurde er eröffnet. Heute erinnert die Cave and Basin National Historic Site an diese Geschichte. Dort darf man zwar nicht mehr baden, in den Banff Upper Hot Springs etwas weiter südlich aber schon – perfekt für die Regeneration nach einer Wanderung. 

Übrigens: Besonders schön ist der Banff-Nationalpark im Oktober, wenn sich die Lärchenwälder goldgelb färben. Auch dann ist aber mit einem recht hohen Besucheraufkommen zu rechnen.

parks.canada.ca/banff

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Ausflug ab Edmonton: Elk Island National Park

Der Elk Island National Park liegt in der Nähe von Edmonton und ist eine Ruheoase.

Dieser Ort eignet sich perfekt für einen Tagesausflug ab Edmonton, denn er liegt nur rund 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Wie der Name verrät, gibt der Nationalpark vielen Elchen ein Zuhause. Er wurde eigens zu diesem Zweck im Jahr 1906 gegründet. Neben Elchen leben hier sowohl Prärie- als auch Waldbisons – dass beide Arten koexistieren, ist an nur wenigen Orten weltweit erlebbar. Ein Großteil der Waldbisons wurde zwar längst in den Wood-Buffalo-Nationalpark (siehe oben) umgesiedelt, doch rund 20 Tiere sind noch hier zuhause. Touristisches Zentrum des Nationalparks ist der Astotin Lake mit Campingplatz, Strand, Bootsverleih und Golfplatz. Im Sommer ziehen viele Kanus und SUPs über den See, im Winter wird der Park für Schneeschuhwanderungen und Langlauf genutzt. 

Übrigens: Der Elk Island National Park liegt auf dem traditionellen Gebiet mehrerer indigener Gemeinschaften, Informationstafeln und Veranstaltungen klären Besucher darüber auf und weisen auf die enge Verbindung zwischen den First Nations zur hiesigen Landschaft und ihrer Tierwelt hin. Viele Nationalparks, die von Parks Canada verwaltet werden, wollen das kolonialistische Erbe aufarbeiten und die Perspektive der First Nations stärker einbeziehen.

parks.canada.ca/elkisland

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