Die 15 wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Shanghai

Wer zum ersten Mal die Megacity Shanghai besucht, sucht womöglich vergebens nach ihrem Zentrum. Tatsächlich hat die knapp 30-Millionen-Menschen-Metropole keinen historischen Kern, keinen Platz, kein Herz, von dem aus alles pulsiert.
Stattdessen hat Shanghai viele Gesichter und viele in sich geschlossene Inseln im Großstadt-Meer, verbunden durch etliche Metrolinien und immerzu befahrene Hochstraßen. Das war schon seit jeher so. Was neu ist, ist die Lebensqualität, die sich in den letzten zehn Jahren extrem verbessert und die Stadt von einem stickigen Moloch in eine lebenswerte Metropole gewandelt hat. Der berüchtigte Smog ist fast komplett verschwunden. Das liegt unter anderem an der kühnen Elektro-Offensive der Regierung, aber auch an zukunftsgewandten Bauprojekten wie den 1000 Trees.
Eine Auswahl der besten Sehenswürdigkeiten in Shanghai stellen wir im Folgenden vor.
1000 Trees

Die „Hängenden Gärten von Shanghai“ sind ein großer Einkaufskomplex, der mit einem Park verbunden ist. Das Bauprojekt 1000 Trees mitten in der dicht bebauten Megacity wurde vom Londoner Heatherwick Studio umgesetzt und verbindet Natur, Nachhaltigkeit und Architektur auf spektakuläre Art und Weise. Besucher können die futuristische Architektur bewundern, 3D-Streetart entdecken, auf der Terrasse den Stadtblick genießen, am Suzhou-Fluss spazieren gehen und anschließend im (sehr guten!) Food Court der Mall essen gehen. Wer nicht shoppen, sondern staunen will, kommt nachts. Dann verwandeln sich die 1000 Trees per Beleuchtung in ein futuristisches Wunderland.
TANK Museum

Ein ehemaliger Treibstofftank-Komplex am Huangpu-Fluss, der von OPEN Architecture ins TANK, ein Museum für zeitgenössische Kunst, verwandelt wurde. Riesige zylindrische Hallen, rohe Betonwände und Lichtschächte bilden eine ziemlich dramatische Bühne für internationale Ausstellungen, Performances und Installationen. Nach dem Besuch kann man rüber zur Gate M Shoppingmall laufen, die direkt am West Bund liegt.
The Bund (Waitan)

An Shanghais weltberühmter Uferpromenade The Bund, in China bekannt als Waitan, ist Platz für alle. Touristen, Jogger, Flaneure und Familien kommen her und betrachten die spektakuläre Skyline von Pudong, die von hier aussieht wie ein XL-Panoramaposter. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses glänzen die Wolkenkratzer, vor denen steinerne Fassaden aufragen. Zu sehen sind neben Glasfassaden auch klassizistische oder neubarocke Gebäude mit Kuppeln, Rundbögen und Säulen, einst erbaut für die ostasiatischen Vertretungen europäischer Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen. Dazwischen fließt der Huangpu ganz gemächlich vorbei. Wer Shanghai zum ersten Mal besucht, kommt gern hierher, um Charakter und Kontraste der Stadt zu erleben.
Ehemalige Französische Konzession

Westlich des Bund, südlich der belebten Huaihai Road und nördlich der Xujiahui Road: Die ehemalige Französische Konzession ist ein charmanter Mix aus europäischem Flair und chinesischem Alltag. Hier finden sich platanengesäumte Straßen, Villen im Kolonialstil, viele unabhängige Boutiquen, Galerien und kleine Cafés. Besonders zum Shoppen lohnt ein Abstecher: Angesagt ist die Streetwear-Marke Monday Sleeping Club, vor deren beiden nebeneinanderliegenden Shops in der Yanqing Road sich lange Schlangen bilden. Auch die chinesische Duftmarke handhandhand, beliebt für Kerzen, Diffuser, Parfüms und handgefertigtes Design, und die minimalistische Modemarke Hidemi haben eigene Shops in dieser Straße.
Jadebuddha-Tempel

Mit seinen Räucherduft-Höfen, Sutren und Mönchsgesängen wirkt der Jaddebuddah-Tempel mitten in der Megacity wie aus der Zeit gefallen. Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, beherbergt er zwei kostbare Buddha-Statuen aus weißer Jade, die aus Myanmar stammen und bis heute Ziel stiller Verehrung sind. Den Besuch am besten frühmorgens (ab ca. 8 Uhr) einrichten, wenn Mönche beten und noch wenig Andrang herrscht. Besucher sollten sich ruhig verhalten, Schultern und Knie bedecken und die Zeremonie nicht fotografieren. Der Tempel bietet eine einfache, vegetarische Kantine, die für alle zugänglich ist. Serviert werden Reisgerichte, Tofu-Variationen oder vegetarische Nudeln.
Colombia Circle

Das Quartier Colombia Circle vereint den Glamour der 1920er- und 1930er-Jahre mit dem pulsierenden Leben der Kreativstadt: eine vom ungarisch-slowakischen Architekten László Hudec entworfene Villa, jüngere Nachbargebäude, grüne Innenhöfe, Cafés und Concept Stores. Hier lässt sich ein ganzer Nachmittag verbringen – beispielsweise rund um einen Pool, der Shanghais letztes erhaltenes historisches Freibad ist. Einst wurde es als Teil des Columbia Country Clubs gebaut, heute ist es leider nur noch stylische Kulisse mit Badeverbot. Drum herum flaniert und genießt man zum Beispiel Spezialitäten von Luneurs, einer Bäckerei, die nicht bekannt ist für Gebäck, sondern für cremiges Karamelleis mit Meersalz. Durst bekommen? Dann ins Kaiji Teahouse oder zu Seesaw Coffee.
Shanghai Tower

Chinesisches Rekordgebäude mit US-Beteiligung: Mehr als 630 Meter ragt der ikonische Shanghai Tower als höchster Wolkenkratzer des Landes in den Himmel. Wer unmittelbar vor dem Werk des amerikanischen Architekturbüros Gensler steht, findet sich am Fuße der schier endlosen Glasfassade wieder. Erst von Weitem wird die spiralförmig verschlungene Form des Hauses sichtbar. Diese hat nicht nur einen ästhetischen Nutzen, sondern verringert vor allem die Windlast, der der Bau standhalten muss, um ein Viertel. Neben zahlreichen Büros, einer Mall, einem Museum und einem Buchladen mit der weltweit wohl besten Aussicht beherbergt der Tower das Top of Shanghai Observatory, eine Besucherplattform im 118. Stock.
Fosun Foundation

Direkt am Bund steht dieses Museum mit einer goldenen Vorhangfassade aus rotierenden Metallröhren. Das Gebäude der Fosun Foundation symbolisiert Wandel und Transformation – passend zur dynamischen Entwicklung der Stadt. Im Inneren wechseln internationale Ausstellungen aus Kunst, Design und Technologie. Spektakulär ist es, wenn die schillernde Fassade mehrmals am Tag in Bewegung kommt und „aufgeht“.
Shanghai Museum

Der Gegensatz zur zeitgenössischen Fosun Foundation liegt knapp drei Kilometer westlich am People's Square. Mehr als 120.000 Exponate klassischer chinesischer Kunst umfasst die Sammlung des Shanghai Museums, das Besucher in zehn unterschiedliche Galerien an zwei Standorten einlädt. Vor allem die Bronzestatuen und Keramiken zählen zu den wichtigsten Schätzen des Landes, ergänzt von etlichen Kalligrafien, Zeichnungen und Malereien. Auch hinter der Architektur des Gebäudes verbirgt sich eine Geschichte: So ist der Bau der Form eines „Ding“ nachempfunden. Der altchinesische Kessel diente sowohl zum Kochen als auch als Gefäß für rituelle Opfergaben. Zu stark besuchten Zeiten ist eine Vorabreservierung nötig.
Yu Garden

Wer eine Pause vom Großstadt-Dschungel benötigt, findet im Yu Yuan ausreichend Platz und Ruhe. Zwei Hektar groß ist die historische Parkanlage im Bezirk Huangpu. Ihr Ursprung geht zurück bis ins 16. Jahrhundert, als ein hochrangiger Beamter den Bau in Auftrag gab. Inspiriert von den bedeutenden chinesischen Suzhou-Gärten, gliedert sich das Areal in sechs unterschiedliche Bereiche. Besucher schlendern über Brücken, vorbei an den imposanten Drachenmauern, kunstvoll angelegten Teichen und zahlreichen Pavillons. An bekannten Orten wie dem Jadefelsen oder dem Teehaus ist an Pause allerdings nicht zu denken: Hier buhlen interessierte Touristen um die besten Fotos. Am besten unter der Woche frühmorgens vorbeischauen.
Gentle Monster

Das südkoreanische Brillenlabel Gentle Monster hat seinen bisher größten Store auf den vier Etagen des Haus Shanghai eröffnet. In der Flagship-Filiale treffen Mode, Kunst und Kaffee aufeinander: Sonnenbrillen, wechselnde, ziemlich spektakuläre Installationen, dazu die zum Gesamtkonzept gehörende Duftmarke Tamburins und das Nudake Café, dessen extravagante Croissants und Matcha-Latte-Kreationen für Begeisterung in der Foodie-Szene sorgen.
Oriental Pearl Tower

Weder so hoch noch so modern wie seine benachbarten Spitzenreiter, und doch ein stolzer Punkt der Shanghaier Skyline: Bereits seit 1994 schmückt der Oriental Pearl Tower (Dōngfāng Míngzhūtǎ) den Horizont der Stadt, seine markanten Kugeln erinnern an Jadeperlen aus einem altchinesischen Gedicht und machen ihn zugleich zu einem der bekanntesten Wahrzeichen von Shanghai. Neben seiner Funktion als Fernsehturm und Sendemast beherbergt der außergewöhnliche Bau gleich mehrere touristische Institutionen. Im Sockel etwa findet sich das Shanghai History Museum, das über die Stadtgeschichte informiert, weiter oben finden sich mehrere Aussichtsplattformen – teils mit transparenten Böden –, eine immersive Ausstellung und ein Drehrestaurant.
Zhujiajiao Ancient Town

Etwas außerhalb des Zentrums, doch der Weg lohnt allemal: Knapp 50 Kilometer westlich eröffnet sich in der historischen Wasserstadt Zhujiajiao eine andere Welt. Seit 1.700 Jahren leben die Menschen hier rund um die lauschigen Kanäle, die von Dutzenden Steinbrücken überzogen werden. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Viertels zählen die historische Fangsheng-Brücke aus der Zeit der Ming-Dynastie, der Kezhi-Garten und das historische Postamt. Am besten lässt man sich einfach durch die Gassen treiben. Einige alten Gebäude können gegen kleines Eintrittsgeld besichtigt werden. Wer mehr über die Geschichte und Geheimnisse von Zhujiajiao erfahren will, bucht eine geführte Tour. Die Fahrt vom Hingqiao-Bahnhof (mit der Linie 17 Richtung Xicen) dauert knapp 40 Minuten.
Houtan Park

Das regenerative Landschaftsareal am Huangpu-Fluss wurde auf einer ehemaligen Industriebrache für die Shanghai World Expo 2010 konzipiert – und geriet seither etwas in Vergessenheit. Heute dient der Houtan Park als öffentlich zugänglicher Raum, in dem ökologische Renaturierung, Feuchtgebiete und nachhaltige Wasserbehandlung im Spaziergang erlebt werden können.
West Bund Runway Park

Noch ein Natur-Ort: Hier wurde – ähnlich wie bei Berlins Tempelhofer Feld – die ehemalige Startbahn des alten Longhua Airports in einen urbanen Freizeit- und Grünraum gewandelt. Die ursprüngliche Aviation-Spur ist als Erinnerung an die Industrie- und Verkehrsvergangenheit Shanghais lesbar und gleichzeitig ein lebendiger öffentlicher Raum für Jogger, Tai-Chi-Gruppen, Spaziergänger und Picknicker, die den West Bund Runway Park regelmäßig besuchen.
Reise-Infos zu Shanghai
Anreise
Nonstop-Flüge nach Shanghai (PVG) starten in Deutschland von Frankfurt und München, etwa mit Lufthansa und Air China. Die durchschnittliche Flugzeit beträgt etwa elf Stunden, die Taxifahrt von Pudong in die Stadt dauert ca. eine Stunde. Für Besuche bis zu 30 Tage ist kein Visum nötig, ein gültiger Reisepass genügt.
Touren, Tickets und Erlebnisse
Diverse Aktivitäten, Tickets, Hotels und Führungen können Reisende zuvor auf trip.com buchen.
Zahlmittel und Internet
Vor der Reise unbedingt die chinesische Mobile-Payment-App Alipay installieren, die das Bezahlen in Restaurants, Suppenküchen und Taxis per QR-Code möglich macht. In China wird weitgehend bargeldlos bezahlt, Kreditkarten werden fast nur in Hotels akzeptiert. Ebenfalls ratsam: Vor der Einreise eine VPN-App auf allen Geräten installieren, da sonst Dienste wie WhatsApp, Instagram oder Google blockiert sind. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, eine chinesische eSIM oder SIM-Karte zu aktivieren. Auch sinnvoll: Die App WeChat kann für Nachrichten, Sprach- und Videoanrufe und zum Übersetzen genutzt werden.
Verkehr
Die Metro ist zwischen 5 und 24 Uhr das schnellste und günstigste Transportmittel, um die Stadt zu erkunden. Einzeltickets können am Automaten gekauft werden. Oder den QR-Code mit der Alipay-App scannen. Das Netz ist englischsprachig beschriftet. Taxifahrten per DiDi Chuxing-App (das chinesische Uber, funktioniert auch auf Englisch) buchen. Oder aber: ein Fahrrad ausleihen, es gibt ein flächendeckendes Angebot an Leihrädern von Anbietern wie Hellobike (blau) oder Meituan (gelb), die mit Alipay genutzt werden können.