Neuland Angola: 5 spektakuläre Highlights

Selbst vielen Afrika-Kennern ist das Land nördlich von Namibia unbekannt – noch. Angola tritt derzeit aus seinem eigenen Bürgerkriegs-Schatten und zeigt sich mit seiner ganzen landschaftlichen Fülle. Fünf Highlights.
Text Win Schumacher
Datum07.02.2026

Angola ist eines dieser Länder, die bisher kaum auf der touristischen Landkarte vorkamen – und deshalb jetzt umso mehr faszinieren. Zwischen Atlantikküste, Wüstenweiten und üppigen Flusslandschaften eröffnet sich eine Natur, die an vielen Orten jahrzehntelang ungestört Atem holen durfte. Als diesjähriges Gastgeberland der ITB – der größten Reisemesse der Welt, die alljährlich in Berlin stattfindet – rückt Angola nun ins Rampenlicht und zeigt, wie viel Abenteuer, Wildnis und Entdeckergefühl in diesem unterschätzten Teil Afrikas stecken.

Fünf Orte, die den Einstieg in dieses Neuland besonders eindrucksvoll machen.

1

Cangandala-Nationalpark

Im Cangandala-Nationalpark fühlen Reisende sich wie Pioniere.

Sie ist legendenumrankt wie in Europa das Einhorn, doch Angolas Wappentier, die Riesen-Rappenantilope, gibt es tatsächlich. In keinem anderen Land ist das majestätische Tier beheimatet. Bekannt ist es für seine halbmondförmigen Hörner – in der Kolonialzeit eine begehrte Trophäe. Während des Bürgerkriegs fielen die Antilopen der Wilderei zum Opfer und galten als verschollen. 2003 fanden Zoologen Spuren überlebender Tiere im Cangandala-Nationalpark. Strenge Schutzbemühungen haben die Population auf mehrere kleine Herden anwachsen lassen. Ein Ausflug in den Cangandala-Nationalpark lohnt allein deshalb, weil man sich wie ein Pionier fühlen darf. Eine Lodge oder ähnliche Unterkunft gibt es nicht, nur mobile, sehr komfortable Bush Camps. 

nationalparks.africa

2

Cuatir-Naturreservat

An einem Zufluss des Okavangos, entlang des Cuatir Parks, ziehen die offenen Schwemmebenen Herden von Pferdeantilopen und Impalas aus der umliegenden Waldsavanne an. Auch Riedböcke, Sitatungas und Kudus zeigen sich, mit Glück Geparden. Erst 2024 wurden Elefanten aus Namibia eingeführt. Sie waren während des Bürgerkriegs ausgerottet worden. Cuatir ist einer der wenigen Orte Angolas mit jahrhundertealten Baumbeständen. Einheimische Naturschützer wollen das 40.000-Hektar-Reservat mit dem südafrikanischen Safari-Pionier „Natural Selection“ zum größten privaten Schutzgebiet Afrikas machen. 

3

Serra da Leba

Die Serra da Leba, eine imposante Bergkette in Angola

Angolas mythisches Hochland, wo einige von Afrikas mächtigsten Flüssen wie der Sambesi und der Okavango ihren Ursprung haben, ragt mit dem Morro do Moco mehr als 2.600 Meter auf. Das zentrale Gebirge im Landesinneren ist ein Eldorado für Wanderer und Outdoor-Fans und bietet einzigartige Aussichtspunkte. Zu den atemraubendsten zählt die Tundavala-Schlucht, wo Schwindelfreie von senkrecht aufragenden Klippen in die Tiefe eines Canyons blicken. In der fantastischen Felslandschaft würde es niemanden wundern, Flugsaurier entlang der Steilwände gleiten zu sehen. Stattdessen leben hier einige Vögel, die nirgendwo sonst auf der Erde zu Hause sind, wie Angolas Nationalvogel, der Rotschopfturako, der grellgelbe Monteirowürger und der äußerst seltene Swierstrafrankolin. 

Eine der spektakulärsten Passstraßen der Welt führt aus der Namib-Wüste hinauf in die Serra da Leba – vorbei an beeindruckenden Wasserfällen, die wagemutige Kletterer gerne als Kulisse für ihre halsbrecherischen Aufstiege nehmen. Die meisten Touristen erfüllt jedoch bereits der sichere Blick von den Aussichtsplattformen entlang der Abbruchkante mit Ehrfurcht.

 angolatourism.com/huila

4

Iona-Nationalpark

Spektakulär: eine Herde Kormorane in der Namib-Wüste im Iona-Nationalpark.

Kilometerlange Strände, dramatische Dünenlandschaften, bizarre Bergkulissen: Der Iona-Nationalpark ist reich an einzigartigen Panoramen und wie geschaffen für Abenteurer. Ob mit dem Geländewagen durch die Namib-Wüste, zu Fuß entlang des nie versiegenden Wildwasser-Stroms Kunene oder per Mountainbike am rauen Atlantik: Outdoor-Fans haben die Wildnis fast überall für sich. Auch für Tierbeobachter gibt es einiges zu entdecken: Die Wüste ist Heimat von Oryxantilopen, Schakalen und Schabrackenhyänen. Durch die Trockensavannen ziehen Bergzebras, Springböcke und Schwarznasenimpalas, gefolgt von Leoparden und Geparden. 

Seit 2023 wurden im Nationalpark wieder seltene Angola-Giraffen angesiedelt. An der Küste kann man Südafrikanische Seebären, Meeresschildkröten, Flamingos, Pelikane und riesige Seevogelkolonien beobachten. Für Botaniker ist die geheimnisvolle Wüstenpflanze Welwitschie ein Highlight, sie kann über tausend Jahre alt werden. 

africanparks.org

5

Kalandula-Fälle

Mit einer Fallhöhe von 105 Metern sind die Kalandula-Wasserfälle in Angola ein wahres Spektakel.

Die gewaltigen Kalandula-Fälle gehören zu den überwältigendsten Naturschauspielen Afrikas. Auf einer Breite von 400 Metern fällt der Lucala-Fluss 105 Meter senkrecht hinab. Nirgendwo sonst auf dem Kontinent stürzen Wassermassen mit solch ohrenbetäubender Wucht in die Tiefe, außer zwischen Sambia und Simbabwe mit den berühmten Victoria-Fällen. Anders als dort hat man das tosende Spektakel in Angola jedoch bisweilen für sich. Wer wagemutig und absolut trittsicher ist, überquert den gigantischen Strom flussaufwärts in der Trockenzeit, mit einheimischen Guides, über lose Baumstämme hinweg. 

angolatourism.com/malanje