Abseits von Palma: Wo Mallorca seinen Zauber entfaltet

An Mallorcas Hauptstadt Palma führt meist kein Weg vorbei. Mit ihren belebten Gassen, sonnigen Plätzen und den vielen Sehenswürdigkeiten bleibt das Zentrum der Baleareninsel ein beliebtes Reise- und Ausflugsziel.
Wer seinen Urlaub lieber abseits des Trubels verbringt, findet in kleineren Orten wie Santanyí oder Sineu eine entspannte Atmosphäre – mit Charme und inmitten wilder Natur. Ursprüngliche Buchten wie die Caló des Moro laden zum Sonnen und Entspannen ein und natürlich dürfen Spots wie Capdepera und Cap de Formentera in dieser Liste der schönsten Inselorte nicht fehlen. Merian verrät, wo Mallorca seinen entspannten Zauber entfaltet.
Estellencs

Spektakulär liegt Estellencs am Steilhang zum Meer und zählt mit seiner historisch bewirtschafteten Terrassenlandschaft, den engen Gassen und einer kleinen Bucht zu den schönsten Dörfern der Serra de Tramuntana. Der Fußweg zum Meer hinunter dauert etwa 30 Minuten. Der Spaziergang lohnt unbedingt, er führt durch wildromantische Natur. Unten wartet ein Chiringuito, eine lässige Strandbar mit Tapas-Gerichten.
Valldemossa

Die Fahrt hinunter zum Port de Valldemossa gleicht einem Abenteuer: enge Straßen, Serpentinen und Kurven über Kurven. Nach sechs Kilometern im Zickzack hat man das idyllische Hafenörtchen, in dem es sich bestens baden und hervorragend einkehren lässt, erreicht.
Wer den schwindelerregenden Abstecher zum Hafen auslassen möchte, fährt direkt nach Valldemossa. Mallorcas beliebtes Bergdorf ist im Sommer stets gut besucht. Ein Grund für den großen Andrang: In der Kartause befindet sich die berühmte Klosterzelle, in der der französische Komponist Frédéric Chopin und seine Geliebte, die Schriftstellerin George Sand, gemeinsam den Winter 1838/39 verbracht haben. Wer durch die außerordentlich hübschen Gassen des Ortes schlendert, versteht, warum es dem Paar seither unzählige Besucher nachgetan haben.
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Port d'Andratx

Der Ort Andratx und sein vorgelagerter Hafen Port d’Andratx gehören mit rund 10.000 Einwohnern zu den größeren Gemeinden Mallorcas. Besonders eindrucksvoll ist der Hügel La Mola, der von herrlichen Villa bebaut, einen prächtigen Blick über Hafen, Bucht und das Meer gewährt. An seinem Fuße reihen sich Fischrestaurants, Sonnenterrassen und Cafés dicht an dicht. Die schicke Promenade lädt zum Flanieren ein. Ab dem Ortszentrum führt der Weg weiter Richtung Estellencs, vorbei an der sehenswerten Kunsthalle CCA Andratx im Ortsteil Sa Coma.
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Sóller

Die Orangenstadt Sóller ist die größte Gemeinde der Tramuntana und im Sommer mitunter ziemlich voll. Die meisten Besucher kommen mit dem historischen Ferrocarril de Sóller aus Palma hierher, die idyllische Bahnfahrt gilt als einer der beliebtesten Ausflüge Mallorcas. Im Frühling schlängelt sich der Zug mit seinen hölzernen Abteilen durch die blühenden Obstplantagen und das fruchtbare Hinterland.
Wer in der Nebensaison kommt, kann nach Ankunft in der Einkaufsstraße Carrer de Sa Lluna und den Seitengassen ungestört bummeln. Kleine Boutiquen und Geschäfte verkaufen dort Produkte aus der lokalen Landwirtschaft, aber auch dekorative Mitbringsel wie Glasschalen und Flechtkörbe. Im Sommer hingegen muss man mitunter für einen Platz im Café anstehen.
Pollença

Viele halten die Pollença für die schönste Stadt Mallorcas, neben der Optik punktet sie mit einem reichen Kulturprogramm. Pollença liegt einige Kilometer von der gleichnamigen Bucht entfernt, sehenswert sind der Kalvarienberg und das Kloster Santo Domingo. Hier endet zudem die Traumstraße MA-10, bis zur Spitze der Landzunge Formentor sind es noch rund 25 Kilometer. Halten Sie auf halber Strecke am Aussichtspunkt Mirador Es Colomer an: Der Blick von hier über die Insel ist atemberaubend.
Cap de Formentor

Man nennt sie auch „Treffpunkt der Winde“: Im Norden der Badia de Pollença ragt eine Halbinsel aus Fels weit ins Meer, an ihrem Ende markiert ein Leuchtturm Mallorcas nördlichsten Punkt: das Cap Formentor. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis – während der Sommermonate ein limitiertes, dann gelangen Sie nur per Shuttlebus ab Port de Pollença dorthin. Sehr beliebt ist Formentor unter ambitionierten Radsportlern, die sich seine Serpentinen hinauftrimmen. Unser Tipp: Am frühen Morgen den Sonnenaufgang genießen.
Sineu

Etwa in der geografischen Inselmitte erhebt sich stolz das Landstädtchen Sineu. Einst Königssitz und Handelszentrum, besitzt es auch heute noch eine starke Ausstrahlung. Mehr als 30 Denkmäler zeugen von der glorreichen Vergangenheit, darunter der stattliche Palast Palau dels Reis, in dem heute Klosterschwestern leben, und das Schloss des Grafen Rossinyol de Defla. Die alles überragende Dorfkirche steht auf Fundamenten aus dem 13. Jahrhundert und verleiht dem 3.600-Einwohner-Ort etwas Erhabenes. Bekannt ist in Sineu vor allem der historische Viehmarkt, an dem seit 800 Jahren jeden Mittwoch Händler der ganzen Insel teilnehmen.
Santanyí

Das charmante Städtchen Santanyí, rund 15 Kilometer östlich von Colònia de Sant Jordi, ist wohl der lebendigste Ort des Südens. Santanyí ist Einkaufsstadt, Verwaltungssitz und Treffpunkt für die Bewohner der vielen kleinen hübschen Flecken im Umland wie S’Alqueria Blanca, Portopetro, Calonge oder Cala Figuera. Reizvoll ist auch der Naturschutzpark Cala Mondragó mit seiner Doppelbucht sowie die kleinen Buchten Cala Santanyí und Cala Llombards.
Cala Figuera

Diese schmale Bucht im Süden der Insel ist ein wahrer Blickfang – und das, obwohl es hier keinen Sand, keinen Strand gibt. Und doch ist sie sehr gern und im Sommer auch sehr gut besucht. „Figuera“ heißt Feigenbaum, womit eine hier häufige Baumart schon bestimmt wäre. Genau genommen sind es zwei kleine Buchten, die von oben gesehen ein „Y“ ergeben. Der Ort Cala Figuera liegt am Ende des südlichen Arms und gilt zu Recht als eines der schönsten Fischerdörfer der Insel. Bunte Boote schaukeln im Wasser, schmale Straßen schlängeln sich die Hänge hoch. Ein Deluxe-Platz und -Blick: die Terrasse der Bon Bar.
Caló des Moro

Wenn man sich eine Badebucht malen könnte, eine mit Felsnase und wohldosiertem Drama, mit grünen Akzenten, weißem Sand, klarem Wasser und abwechslungsreicher Topografie, dann wäre das Bild wohl sehr nah an dieser kleinen Schönheit, unweit von Santanyí. Das ist wichtig zu wissen, da man sich dort mit Picknick und Getränken eindecken sollte. Die Caló des Moro selbst ist gastronomiefrei.
Capdepera

Buchstäbliches Hightlicht: Eine gut erhaltene Festung aus dem 13. Jahrhundert thront auf 160 Metern Höhe im Ort Capdepera und gewährt einen spektakulären Blick auf Mallorcas Nordostküste. Einmal im Jahr, am dritten Maiwochenende, feiert Capdepera sein historisches Erbe mit einem mittelalterlichen Markt. Kunsthandwerk gibt es zu jeder Zeit, auch Mallorcas typische Einkaufskörbe können Urlauber hier in einigen Shops finden. Sie werden in der Gegend noch aus Zwergpalmwedeln geflochten.
Artà

Durch eine naturbelassene, grüne Landschaft gelanget man über die MA-15 nach Artà. Wer sich einen Überblick verschaffen will, läuft hoch zu der auf einem Hügel gelegenen Wallfahrtskirche Sant Salvador. Sie können den Pilgerweg von der Pfarrkirche aus gehen: 180 Stufen im Schatten hoher Zypressen. In Artà lässt es sich zudem gut bummeln. Es gibt eine große Fußgängerzone mit vielen netten Geschäften. Dienstags und am Samstagvormittag ist Markt.
Porto Cristo

Das rund 30 Kilometer von Santanyí entfernte Porto Cristo zieht als touristisch gut erschlossener, lebendiger Hafenort viele Besucher an. Vor allem in den Abendstunden tummeln sich Urlauber an der Promenade mit Meerblick. Tipp: Zum Essen lohnt der Weg ins Ortsinnere. Rund um die Plaça del Carme spürt man noch altes Dorfflair und authentische Geschmäcker. Wer vor dem Dinner noch Zeit hat, kann in den ortsnahen Sandbuchten Cala Anguila oder Cala Mendia ins türkisfarbene Wasser springen und sich hungrig schwimmen.
Torrent de Pareis

Die Mündung des Gebirgsbachs Torrent de Pareis in die Bucht von Sa Calobra ist ein Farbspektakel vor dramatischer Kulisse. Die Wände der Schlucht ragen bis zu 400 Meter hoch auf. Die mehrere Stunden lange Wanderung dort hindurch ist nur für äußerst geübte und fitte Menschen machbar, am besten geführt und nur, wenn mit Sicherheit kein Regen vorhergesagt ist.
Ungefährlicher und auch ein toller Ausflug: zu Fuß ab Sa Calobra oder per Boot ab Port de Sóller. Der kleine Strand an der Nordwestküste kann im Sommer sehr voll werden!
Santuari de Lluc

Um die Entstehung von Santuari de Lluc ranken sich viele Geschichten, darunter diese: Ein Hirtenjunge fand eine Madonnenfigur und brachte sie zu einem Priester. Die Figur aber kehrte auf wundersame Weise immer wieder zu ihrem Fundort zurück, und so wurde ihr dort eine Kapelle gebaut. Ob die Geschichte stimmt oder nicht, ab 1268 ist diese Kapelle verbrieft.
Und Lluc wuchs über die Jahrhunderte zu einem architektonischen Kleinod mit Pilgerhof und Klosterkirche. Was aber am meisten verzaubert, ist die Lage der Gemeinde, die auf rund 500 Metern, umgeben von Bergen und Steineichen sitzt.