Die 10 schönsten Dörfer auf Mallorca

Von verwunschenen Bergdörfern mit Blick aufs Mittelmeer bis hin zu malerischen Kleinoden im Inselinneren: Das sind die zehn schönsten Dörfer auf Mallorca.
Text Milena Härich
Datum10.04.2026

Mallorca ist – entgegen des noch häufig vorherrschenden Klischees – weit mehr als türkisblaues Meer und die kulturell pulsierende Inselhauptstadt Palma. Wer sich ins Inselinnere und in die zerklüftete Bergwelt der Serra de Tramuntana begibt, entdeckt verwinkelte Gassen aus Naturstein, duftende Orangenhaine und teils jahrhundertealte Traditionen. Valldemossa verzaubert beispielsweise mit seinem romantischen Kloster und blumengeschmückten Häusern, während Deià Künstler wie Ruhesuchende anzieht und spektakuläre Ausblicke auf das Meer gewährt. Hoch oben an steilen Terrassen schmiegt sich indes Banyalbufar an die Küste und erzählt von Mallorcas jahrhundertealter Landwirtschaft.

Im Folgenden zeigen wir zehn der schönsten Dörfer Mallorcas. 

1

Banyalbufar

In Terrassen angelegt ist Banyalbufar, eines der schönsten Dörfer Mallorcas direkt an der Küste.

Banyalbufar liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Palma, eingebettet in die steilen Hänge der Serra de Tramuntana. Schon der Name verrät die enge Verbindung zur Küste; er stammt aus einer Kombination des Arabischen und Katalanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Haus am Meer“. Dramatisch schmiegen sich hier historische Terrassenfelder aneinander, die bereits im 10. Jahrhundert von den Mauren angelegt wurden und bis heute das Landschaftsbild prägen. Früher war die Region ein bedeutendes Zentrum für Wein- und Gemüseanbau, heute werden hier vorwiegend Tomaten kultiviert.

Das Dorf selbst wirkt ruhig und ursprünglich, fast abgeschieden vom Trubel der Insel. Enge, verwinkelte Gassen, Natursteinhäuser und spektakuläre Ausblicke auf das offene Meer verleihen Banyalbufar einen ganz besonderen Charme. Mit nur wenigen hundert Einwohnern geht es hier beschaulich zu, statt großer Hotelanlagen dominieren familiäre Pensionen und kleine Unterkünfte. Wanderer schätzen die Gegend besonders, nicht zuletzt wegen des Fernwanderwegs GR221, der entlang der Küste und durch die Berge führt.

2

Biniaraix

Nur knapp 500 Einwohner leben im beschaulichen Biniaraix auf Mallorca.

Ein kleines, verwunschen wirkendes Dorf im Nordwesten Mallorcas, nur wenige Minuten von Sóller entfernt und doch eine Welt für sich: Das ist Biniaraix. Am Eingang des beeindruckenden Wandergebiets Barranc de Biniaraix gelegen, öffnet sich hier eine der spektakulärsten Schluchten der Insel direkt vor der Haustür.

Das Ortsbild ist geprägt von liebevoll erhaltenen Bauernhäusern, kopfsteingepflasterten Gassen und Treppen sowie einem kleinen Dorfplatz rund um die Kirche Mare de Déu de les Neus. Trotz seiner Schönheit bleibt Biniaraix angenehm unaufgeregt: Es gibt nur wenige kleine Cafés oder Restaurants, und statt klassischem Tourismus kommen vor allem Wanderer hierher. 

Umgeben wird das Dorf von Orangen- und Zitronenhainen sowie Olivenbäumen, die je nach Saison in den schönsten Farben blühen. Ein Highlight ist darüber hinaus der historische Steinweg, der sich durch den Barranc zieht und zu den schönsten Wanderstrecken Mallorcas zählt. Er ist Teil des Fernwanderwegs GR221 und führt durch eine eindrucksvolle Bergkulisse mit Trockenmauern und alten Terrassenfeldern bis hinauf Richtung Cúber-Stausee. 

3

Deià

Hier zu sehen: das Hotel Belmond La Residencia in Deià.

Dieses Dorf klammert sich an die steilen Hänge der Serra de Tramuntana, irgendwo zwischen Himmel, Bergen und Meer. Die Lage ist spektakulär: Steinhäuser ziehen sich terrassenartig den Hang hinauf, während sich darunter das Mittelmeer in tiefem Blau ausbreitet.

Der Ort hat sich über Jahrzehnte einen besonderen Ruf erarbeitet und genießt demnach keinen Geheimtipp-Status mehr. Seit dem 20. Jahrhundert zieht Deià Künstler, Schriftsteller und Freigeister an, darunter auch Robert Graves, dessen ehemaliges Wohnhaus mittlerweile als Museum an diese kreative Vergangenheit erinnert. Kleine Galerien, Ateliers und kulturelle Veranstaltungen wie das International Music Festival Deià zeugen auch heute noch von der künstlerischen Ader des Ortes. 

Empfehlenswert ist der Besuch im Antiquitätenladen Pickett’s House, kulinarisch sind insbesondere die Restaurants Sa Font Fresca und Ca’s Patró March hervorzuheben. Letzteres ist zugleich eines der beliebtesten Fotomotive des Dorfes, die Terrasse integriert sich perfekt in die umliegenden Felshänge und die Pinien des Küstengebiets.

An der Küste liegt auch die Cala Deià, eine kleine, felsige Bucht mit kristallklarem Wasser, die man nach einem Spaziergang erreicht, an der es aber durchaus etwas voller werden kann.

4

Valldemossa

Wirkt wie gemalt: das mallorquinische Bergdorf Valldemossa.

Valldemossa liegt nur rund 20 Fahrminuten von Palma entfernt und doch fühlt sich die Ankunft in dem Bergdorf wie ein kleiner Zeitsprung an. Aufgrund seiner romantischen Gassen und historischer Überbleibsel zählt es zu den bekanntesten Dörfern der Insel, was man insbesondere in der Hauptsaison merkt. Die Gassen sind belebt, die Cafés gut gefüllt.

Herzstück des Ortes ist die Kartause von Valldemossa, ein ehemaliges Kloster aus dem 14. Jahrhundert, dessen Räume heute besichtigt werden können. Hier verbrachten Frédéric Chopin und George Sand einen Winter. Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch angesichts der ruhigen Innenhöfe und Ausblicke. Danach lässt man sich am besten einfach treiben: durch die geschmückten Gassen oder in kleinen Boutiquen wie Mimossa und SONMO. Darüber hinaus beherbergt das Bergdorf viele Aussichtspunkte mit Blick über die umliegenden Täler, einer davon ist der Mirador Valldemossa an der Plaça Miranda des Lladoners.

Probieren Sie bei Gelegenheit auch die lokale Spezialität von Deià: die berühmte Coca de Patata, ein süßes Hefegebäck. Besonders gut schmeckt es warm, zum Beispiel in der Patisseria Ca’n Molinas. Wer etwas mehr Zeit hat, kann von Valldemossa aus direkt zu Wanderungen aufbrechen – etwa Richtung Deià, eine der schönsten Strecken der Region. Alternativ lohnt sich ein Abstecher hinunter zum kleinen Hafen von Port de Valldemossa.

Übrigens: Hier lesen Sie noch mehr über das Bergdorf Valldemossa und seine Sehenswürdigkeiten.

5

Estellencs

Das Dorf Estellencs liegt im wildromantischen, zerklüfteten Gebirge Serra de Tramuntana.

Auf rund 150 Metern Höhe gelegen, schmiegt sich auch das kleine Dorf Estellencs mit seinen knapp 400 Einwohnern an die Berge der Tramuntana. Terrassenfelder, die noch aus maurischer Zeit stammen, ziehen sich die Hänge hinunter, dazwischen Olivenbäume und Pinien. Wer durch Estellencs an der zerklüfteten mallorquinischen Westküste spaziert, sollte sich Zeit nehmen für die kleinen Details: versteckte Treppen, alte Brunnen oder die schlichte Pfarrkirche Sant Joan Baptista im Ortskern. Für eine Pause bietet sich eines der wenigen Restaurants an, etwa das Montimar mit mediterraner Küche oder die Bar Sa Tanca mit typisch mallorquinischem Interieur.

Unterhalb des Dorfes liegt die Cala Estellencs, eine kleine, naturbelassene Bucht, die man über einen kurzen, kurvigen Weg erreicht. Zu Fuß geht man rund 20 Minuten, mit dem Auto sind es fünf. Hier herrscht meist erstaunlich wenig Betrieb. 

6

Artà

Artà steht für Authentizität und verzaubert sowohl Locals als auch Einheimische.

Artà liegt im Nordosten Mallorcas, etwa eine Autostunde von Palma entfernt, und zeigt eine sehr bodenständige Seite der Insel. Der 8.000-Einwohner-Ort breitet sich in einer weiten Ebene am Rand der Gebirgskette Serres de Llevant aus. Hier begegnet man nicht nur Besuchern, sondern vor allem Mallorquinern – auf dem Wochenmarkt, in kleinen Geschäften oder in den Cafés rund um die Altstadt.

Über allem thront die Wallfahrtskirche Sant Salvador, erreichbar ist sie über eine von Zypressen gesäumte Treppe. Oben angekommen wird man mit einem weiten Blick über die Stadt, Felder und Hügel der Umgebung belohnt. Besonders lebendig in Artà wird es dienstags, wenn der Wochenmarkt stattfindet. Er gilt als einer der schönsten Märkte der Insel, mit regionalen Produkten, Handwerk und einer entspannten, fast dörflichen Atmosphäre. Wer genauer hinschaut, entdeckt die handwerkliche Tradition der Region, etwa die kunstvoll geflochtenen Körbe aus Palmblättern. 

Auch die Umgebung macht Artà besonders: Nur wenige Kilometer entfernt beginnt der Parc Natural de Llevant, ein weitläufiges, oft überraschend unberührtes Gebiet mit Wanderwegen durch Hügel, Wälder und entlang der Küste. Die Strände in der Nähe – etwa Cala Torta oder Cala Mesquida – sind naturbelassen und gehören zu den schönsten der Baleareninsel.

7

Sineu

Im Frühling erblühen rund um Sineu Mohnfelder in strahlendem Rot.

Mittwochs erwacht Sineu so richtig zum Leben: Wenn sich der Dorfkern mit Marktständen, Locals und neugierigen Besuchern füllt und man zwischen Obstkisten, Käse und Handwerk umherwandelt, zeigt sich eine besonders authentische Seite Mallorcas.

Rund um den großzügigen Platz mit der markanten Pfarrkirche Església de Santa Maria de Sineu entfaltet sich das historische Zentrum. Dort finden Besucher beispielsweise das Kloster Convent dels Mínims, den Königspalast Palau Reial de Sineu, schlichte Natursteinhäuser und kleine Gassen. Statt Boutique an Boutique findet man hier traditionelle „Cellers“, Lokale in einstigen Weinkellern, in denen deftige mallorquinische Küche serviert wird. Ein guter Tipp ist, sich mittags einfach treiben zu lassen und dort einzukehren, wo auch die Locals sitzen.

8

Ruberts

Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten des Dorfes: die Església de Ruberts.

Es gibt Orte auf Mallorca, angesichts derer man sich fragt, ob man gerade richtig abgebogen ist – Ruberts ist so einer. Kein Ortsschild, das Großes verspricht, keine Cafés, die einen hineinziehen, kein sichtbares Zentrum. Stattdessen findet man hier sandfarbene Natursteinhäuser, verstreut entlang weniger Straßen, umgeben von Feldern, Mandelbäumen und Weinreben. 

Ruberts, das zur Gemeinde Sencelles gehört, ist eines der ursprünglichsten Dörfer im Inselinneren. Es entstand im 18. Jahrhundert als landwirtschaftliche Siedlung. Hier gibt es nur ein Hotel: das Petit Hotel Rural San Jordà. Auch sonst ist kaum Infrastruktur vorhanden, daher ist es auch nie voll in dem Weiler.

Die Umgebung ist typisch für Es Pla, die weite, flache Mitte Mallorcas: Felder, Weinberge und eine Landschaft, die besonders bei Radfahrern beliebt ist. Für eine Pause oder ein gutes Essen fährt man am besten ins nahegelegene Sencelles, wo es auch kleine Bodegas gibt, die lokale Weine produzieren. 

9

Orient

Von zahlreichen Ecken in Orient aus haben Besucher den direkten Blick auf die bewaldeten Hänge der Tramuntana.

Reisende hören in Orient oft zunächst nichts: keinen Verkehr, kein Stimmengewirr, nur das Rascheln der Bäume und vielleicht ein entferntes Läuten von Schafsglocken. Das Dorf wirkt fast wie versteckt in einem Talkessel der Serra de Tramuntana, mit nur wenigen Einwohnern ist es einer der stillsten Orte der Insel. Rund um die kleine Kirche Sant Jordi, die den höchsten Punkt von Orient markiert, gruppieren sich traditionelle Steinhäuser, dahinter wuchern Olivenhaine, Mandelbäume und Wälder. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch im Februar, wenn die Mandelblüte die Landschaft in ein zartes Rosa taucht. Schöne Unterkünfte wie das L’Hermitage, ein ehemaliges Kloster vor den Toren des Dorfes, und verschiedene Fincas fügen sich perfekt in die Umgebung ein.

Tagsüber ist Orient ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen, etwa Richtung Alaró mit seiner berühmten Burg oder hinunter nach Bunyola. Auch Radfahrer schätzen die kurvigen Straßen, die bereits die Anfahrt selbst zum Erlebnis machen. 

10

Fornalutx

Fornalutx ist für seine bunten Fensterläden und die blumengeschmückten Gassen bekannt.

Manchmal wirkt Fornalutx fast zu schön, um zufällig entstanden zu sein. Als hätte jemand jedes Detail bewusst arrangiert: die Steinhäuser mit ihren grünen Fensterläden, die verwinkelten, gepflasterten Gassen, die Blumentöpfe an jeder Ecke. Doch diese Szenerie ist über Jahrhunderte gewachsen – kein Wunder, dass das Dorf immer wieder als eines der schönsten Spaniens bezeichnet wird.

Im Zentrum liegt ein kleiner, lebendiger Dorfplatz, die Plaça d'España, die von Cafés und Bars gesäumt wird. Von hier aus blickt man direkt auf die Kirche Natividad de la Mare de Déu; es lässt sich hier wunderbar sitzen, einen Kaffee trinken und beobachten, wie sich das Dorf und seine Bewohner langsam durch den Tag bewegen. Trotz seiner Bekanntheit bleibt die Atmosphäre angenehm entspannt – auch wenn tagsüber immer wieder Besucher durch die Gassen schlendern. Wer es ruhiger mag, kommt am besten frühmorgens oder am späten Nachmittag.

Tipp: Fornalutx lässt sich perfekt mit Sóller verbinden, das nur wenige Minuten entfernt liegt – genauso wie das Meer in Port de Sóller.