Madrid © Paulo Victor/Unsplash
Sehenswürdigkeiten

Madrid: Spaziergang durch die spanische Hauptstadt

Madrid ist zwar eine Großstadt, aber eine, in der fast alle wichtigen Attraktionen fußläufig zu erreichen sind. Madrids Faszination macht das Aufeinandertreffen von Alt und Neu aus – eine wahre Hauptstadt, wo wunderbare Paläste und Plätze glänzen, Kirchen und Museen locken und in spannenden Vierteln coole Dachterrassen einladen. MERIAN zeigt Ihnen den Weg zu den prachtvollsten Sehenswürdigkeiten.

Stadtrundgang durch Madrid: Palacio de Cibeles

Madrid Palacio de Cibeles © Pixabay

Ein schöner Ausgangspunkt für einen Spaziergang zu den größten Sehenswürdigkeiten Madrids ist der Plaza de Cibeles mit seinem klassizistischen Brunnen und vor allem dem majestätischen Palacio de Cibeles. Der 1919 erbaute Palast beheimatet verschiedenste Kulturstätten, wie die Ausstellungsfläche „CentroCentro“, die auf 8000 Quadratmeter Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst veranstaltet.

Ein Highlight des Palacio de Cibeles ist die Fahrt mit dem Aufzug zur Spitze des Turms „Mirador Madrid“. Von oben kann man sich einen guten Überblick über die Stadt verschaffen – und schon mal sehen, wo der folgende zehnminütige Fußweg zum Museumsdreieck mit dem Museo del Prado und dem Retiropark verläuft.

Museo del Prado: Auf zur Mona Lisa

Madrid Prado © Pixabay

Das Museo del Prado befindet sich gegenüber des Real Jardin Botanico. Zwischen dem Königlichen Botanischem Garten und einem der wichtigsten Kunstmuseen der Welt sorgen kleine Papageien in den Bäumen für ziemlich viel Radau. Nachdem Sie sich das laute Treiben ein wenig angeschaut haben, wird es Zeit für Kunst! Und Zeit kann man bei über 8600 Gemälden und 700 Skulpturen nicht genug haben. Ein großes Highlight im Museo del Prado: eine Kopie der „Mona Lisa“. Dementsprechend lang kann die Schlange der Wartenden sein.

Wenn Ihnen das zu viel Zeit auf Ihrem Städtetrip kostet: Der benachbarte Retiropark ist das Zuhause weiterer, zum Teil kostenfreier Kunstausstellungen. Eine dieser Ausstellungsstätten ist der Kristallpalast, der schon ohne gezeigte Kunstwerke sehr beeindruckend ist. Herrlich fügt sich seine beeindruckende Gusseisenarchitektur in die ihn umgebende Natur ein. Und wenn Sie von hier aus weiterschlendern, bietet sich gleich der nächste schöne Anblick: das Monument für Alfonso XII, direkt vor einem idyllischen See, auf dem man Tretboot fahren kann.

Plaza Mayor: Das Herz von Madrid

Plaza Mayor © Jasmin Frey

Nach Kunst und Natur können Sie sich nun ins Einkaufsgetümmel stürzen. Erst einmal geht es zum 20 Minuten entfernten Puerta del Sol, einem riesigen halbkreisförmigen Platz vor der Stadtverwaltung Madrids. Hier treffen sich die größten Einkaufsstraßen und somit viele Einheimische und Touristen. Wir biegen in eine dieser Einkaufsstraßen ab: in die Calle Mayor mit vielen hübschen Bauten im Habsburger Stil. Vierhundert Meter weiter kommen Sie am Plaza Mayor an, der im Hof von vier viergeschossigen Wohngebäuden mit über 200 Balkonen angesiedelt ist. Hier fanden früher Wolfskämpfe statt. Interessant ist vor allem die bunte Hausfassade des „La Casa de la Panaderia“ (Haus der Bäckerei). Suchen Sie an dieser doch einmal das Abbild von Picasso!

Einige der Restaurants rundum bieten eine Touristenattraktion an: Bocadillo Calamres, ein Oktopus-Sandwich. Auch wenn dieses als Must-eat angepriesen wird: Sie verpassen nicht viel, wenn Sie darauf verzichten. Falls Sie es dennoch kosten möchten, kehren Sie bei „Café Bar Zarra“ ein. Nach der kleinen Stärkung wartet eine besondere Kirche – und das nur sieben Fußminuten entfernt.

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Santa María La Real de La Almudena: Kathedrale zum Staunen

Almudena © Jasmin Frey

1085 fand König Alfonso VI ein vor den Mauren verstecktes Bild einer Jungfrau. Er gab ihr den Namen Almudena und ernannte sie zur Schutzpatronin der Stadt. Ihr zu Ehre feiert man den 9. November. Jaun de Borgona erstellte später ihre Skulptur für den Altar der Almudena-Kathedrale. Sie wird als liebende Mutter angesehen und für ihre Stärke gewürdigt.

In der Kathedrale, die durch Kriegswirren und diverse kulturelle Bewegungen lange bis zu ihrer Vollendung brauchte, gibt es viel zu bestaunen. Verschiedenste Muster, Wandmalereien in unterschiedlichsten Stilen, weißer Grundstein und hellblaue Teilfassade sind äußerst ungewöhnlich für eine Kirche. Am auffälligsten dabei ist wohl eine von einem Künstler bearbeitete Fotografie von Nonnen. Absolut crazy!

Palacio Real: Prunk und Protz

Palacio Real © Jasmin Frey

Der Palacio Real neben der Almudena-Kathedrale ist nicht nur eines der größten Schlösser Westeuropas, sondern sogar größer als der Buckingham Palace. Zwar wohnt die königliche Familie hier gar nicht, nutzt den Palast aber für offizielle Anlässe, wie beispielsweise den Besuch ausländischer Staatsträger. 

Ein Teil ist für den Tourismus geöffnet. Zu betreten ist unter anderem die Banketthalle, in der 2014 König Juan Carlos I in einer feierlichen Zeremonie verabschiedet wurde. Die üppigen Wandteppiche wurden im 17. Jahrhundert in Brüssel gewebt, angelehnt an Zeichnungen von Raphael. Doch nicht genug des Prunks: Es gibt sogar eine hauseigene Kapelle. Dazu versuchen sich Fresken, Statuen und französische Kronleuchter gegenseitig in den Schatten zu stellen. Und dennoch: Wie herrlich wäre es, einmal in so einem Ballsaal zu tanzen!