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Sehenswürdigkeiten

Die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote

Goldener und schwarzer Sandstrand, versteckte Buchten, zerklüftete Küstenabschnitte und Lavagestein, so weit das Auge reicht: Lanzarote lockt mit einzigartiger Natur. Die zehn schönsten Sehenswürdigkeiten der Kanarischen Insel erfahren Sie hier.

Text Milena Härich

Ganzjährig milde Temperaturen und wenig Niederschlag, dazu weht fast immer ein frischer Wind: Allein diese angenehmen klimatischen Bedingungen würden vielen vermutlich schon ausreichen, um Lanzarote als Herzensinsel zu bezeichnen. Doch die Vulkaninsel vor der Westküste Afrikas, die von Spanien verwaltet wird, bietet noch viel mehr. Nicht umsonst wurde sie in den 90er Jahren vollständig von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Wir zeigen Ihnen die zehn schönsten Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. 

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Die Papagayo-Strände auf Lanzarote

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Lanzarote lockt mit zahlreichen Traumstränden. Die schönsten und vielleicht meistfotografierten sind die im Süden gelegenen Papagayo-Strände im Nationalpark Los Ajaches. Insgesamt sieben Buchten laden zum naturnahen Sonnen und Baden ein. Hier finden Sie keine Duschen oder Umkleiden, da nur peripher in die Landschaft eingegriffen wurde. Einzig ein Restaurant und ein Café thronen auf den Klippen über den Papagayo-Stränden – inklusive einzigartigem Panorama. Hölzerne Treppen führen Besucher:innen zu den zauberhaften Buchten mit goldfarbenem, feinem Sand und türkisblauem Wasser. Weil die Schönheit der Papagayo-Strände längst kein Geheimnis mehr ist, sind sie in der Hauptsaison recht stark besucht. In der Nebensaison (November-März) sind sie aber ein ruhiges Fleckchen Erde abseits des Trubels in den Tourist:innen-Hochburgen der Insel. 

Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Strände nicht zu erreichen, Sie müssen zu Fuß, per Rad oder mit dem Pkw kommen. Der Eintritt in den Nationalpark Los Ajaches kostet zwei Euro, die unbedingt mit Kreditkarte bezahlt werden müssen.

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Fundación César Manrique und Haus-Museum

Wer nach Lanzarote reist, wird früher oder später den Namen César Manrique hören oder lesen. Ob es nun Lavagrotten und -höhlen sind, ein Garten voller Kakteen oder eine Aussichtsplattform: An zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Bauwerken war der auf der Insel geborene Künstler maßgeblich beteiligt. Nach Lebensabschnitten in Madrid und New York kehrte er in den 60er Jahren nach Lanzarote zurück und setzte sich für nachhaltigen und naturnahen Tourismus ein – was zur Folge hatte, dass es auf Lanzarote kaum Wolkenkratzer und riesige Hotelgebäude gibt. Heute können beide Häuser, die Manrique auf Lanzarote bewohnt hat, besichtigt werden. 

Von 1968 bis 1988 lebte er in der Region Tahíche – hier befindet sich heute die Fundación César Manrique, die er zu Lebzeiten selbst gründete. Das Haus wird aufgrund seiner Bauweise, die mit dem Vulkangestein der Umgebung verschmilzt, auch Vulkanhaus genannt. Bis zu seinem Tod weilte der Künstler dann in Haría, wo heute das „Haus-Museum César Manrique“ besichtigt werden kann. 

Besucher:innen staunen regelmäßig darüber, wie Natur und Architektur an beiden Orten miteinander verschmelzen, anstatt sich gegenseitig zu verdrängen – zum Beispiel durch Palmen inmitten eines Raumes und andere offen gestaltete Raumkonzepte, die den Kakteen und anderen Pflanzen rundherum ihren Platz einräumen. 

Übrigens: Die beiden Häuser liegen zwar recht weit voneinander entfernt, können aber mit einem Kombi-Ticket vergünstigt besichtigt werden.

3

Jardín de Cactus: Üppiger Kakteen- und Sukkulentengarten

© Milena Härich

Im Nordosten der Insel befindet sich der Jardín de Cactus, der hübsche Kakteengarten Lanzarotes. Ende der 1980er Jahre entstand der Garten als letztes großes Werk Manriques, heute befinden sich hier mehr als 10.000 Kakteen aus über 4500 verschiedenen Arten und von fünf Kontinenten. Darunter natürlich auch der erste Kaktus, den Manrique und seine Kolleg:innen 1989 pflanzten: die sechs Meter hohe, afrikanische Euphorbia Candelabrum. Ergänzt werden die Kakteen unter anderem durch Aloe Vera-Pflanzen und einen hübschen Teich, während die weiß getünchte Mühle von Guatiza über dem Garten thront. 

Auch ein Blick in die traditionelle Hirsemühle lohnt, denn hier wird Gäst:innen die Kunst des Getreidemahlens nähergebracht. Im Restaurant des Gartens können Kaktus-Spezialitäten probiert werden: Wie wäre es mit Kaktus-Kroketten oder einem vegetarischen Burger aus Kaktus? Im Laden des Gartens lassen sich dann Kaktuslikör und Samen für eigene Kakteen erwerben. 

4

Cueva de los Verdes, einer der längsten Vulkantunnel der Welt

© Felix Nanns

Dass Vulkanausbrüche die Landschaft Lanzarotes nachhaltig geprägt haben, wird besonders bei der Besichtigung der Cueva de los Verdes deutlich – einer rund acht Kilometer langen Vulkanhöhle im Nordosten der Insel. Vor etwa 4000 Jahren entstand die „Cueva“ durch den Ausbruch des Volcán de la Corona: Ein gigantischer Lavastrom brannte sich ins Gestein.

Etwa zwei Kilometer des Tunnels lassen sich heute auf einer geführten Tour erkunden. Etwa 50 Meter unter der Erdoberfläche warten zahlreiche kleine Lavahöhlen,-kanäle und Tropfsteine auf Besucher:innen. Währenddessen sind durchgängig gregorianische Gesänge aus Lautsprecherboxen zu hören. Außerdem verfügt die Höhle über ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept, das von César Manrique und Jesús Soto entworfen wurde. Die verschiedenen Grau-, Ocker- und Rottöne der Höhlenwände kommen so trotz der Dunkelheit gut zur Geltung, die Kombination aus Klängen und visuellen Reizen verleiht dem Erlebnis einen mystischen Touch. Die Führung wird in Gruppen bis zu 50 Personen angeboten – daher ist es ratsam, möglichst nah bei dem Guide zu bleiben, um spannende Fakten über die Grotte zu erfahren. Am Ende der Führung wartet eine besondere Überraschung, die das Erlebnis abrundet...

Interessant: Im Auditorium der Höhle finden regelmäßig kulturelle Events und Konzerte statt.

5

Jameos del Agua: Mehrere Sehenswürdigkeiten in einem

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Wie die Cueva de los Verdes sind auch die Jameos del Agua im Nordwesten Lanzarotes durch den Ausbruch des Volcán de la Corona entstanden. Später hat César Manrique die Grotte, bestehend aus drei Höhlen, zur Kunst- und Kulturstätte gemacht. Als Erstes passieren Besucher:innen einen Höhlenbereich mit Lagune. Hier lebt die „Blinde Krabbe“, die Art „Munidopsis Polymorpha“. Diese Tiere werden oft auch „Albinokrebse“ genannt. Sonst kommen sie nur in den Tiefen des Ozeans vor, daher ist ihre Existenz in dieser Lagune einzigartig. Zu den Jameos del Agua gehört auch ein strahlend blauer Pool im Außenbereich, der zwar nicht genutzt wird, aber das Tourismus- und Kulturzentrum zur Augenweide macht. Auch hier finden Sie zusätzlich ein Auditorium. Es besteht aus Basaltgestein und bietet Platz für rund 550 Personen – der perfekte Ort für Konzerte. Außerdem gibt es ein Restaurant inmitten der Grotte sowie die beliebte Bar „Galería“.

Tipp: Jeden Freitag finden in den Jameos del Agua die „Noches de Jameos“ statt, Abendveranstaltungen mit köstlichem Menü und Musik. 

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Die Küste von El Golfo samt Lago Verde

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Im Südwesten von Lanzarote liegt das kleine Fischerdorf El Golfo. Nur rund 200 Einwohner:innen zählt es, doch Tourist:innen kommen häufig hierher, um die besten Fischrestaurants der Insel zu besuchen oder den Lago Verde zu bestaunen. Sein Name ist Programm: Der kleine Lago Verde ist im Grunde ein smaragdgrüner Kratersee an der Küste von El Golfo, seine Farbe kommt aufgrund der Algenart Ruppia Maritima zustande. Häufig wird er auch „Charco de los Clicos“ genannt. Entstanden ist er im 18. Jahrhundert inmitten eines Vulkankraters, der vom Meer überflutet wurde. 

Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen Lago Verde und dem tiefblauen, tosenden Meer, das nur wenige Meter entfernt ist. Die brausenden Wellen schlagen gegen die zerklüftete Felsküste des schwarzen Sandstrandes Playa El Golfo, ein mindestens genauso schöner Anblick wie der Charco de los Clicos. Der Kontrast beider Gewässer lässt sich am besten von einem kleinen Aussichtspunkt aus bestaunen, der gut zu Fuß erreichbar ist. Meist ist die Küste von El Golfo nicht zu stark besucht, da hier nicht gebadet werden sollte – zu gefährlich ist die Strömung an diesem Ort der Insel.

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Parque Nacional de Timanfaya

© Thibault Mokuenko/Unsplash

Ein absolutes Muss während einer Lanzarote-Reise ist der Parque Nacional de Timanfaya, der auch oft als „Montañas del Fuego“ („Feuerberge“) bezeichnet wird. Wieso, wird spätestens beim Besuch deutlich, wenn sich die roten, braunen und anthrazitfarbenen Vulkangipfel über die Landschaft erheben. Der heutige Nationalpark entstand bei mehreren Vulkanausbrüchen in den Jahren 1720, 1730 bis 1736 und 1824. Er ist bekannt für seine zerfurchten Vulkankrater, für imposante Steilküsten und Lavagestein, wo man auch hinblickt. 

Heute bedeckt der Parque Nacional de Timanfaya mit 51 Quadratkilometern rund ein Viertel der Kanareninsel. Auf eigene Faust kann der Park nicht erkundet werden, vor Ort werden aber Bustouren angeboten, bei denen er in sicherer Umgebung und gespickt mit interessanten Informationen zur Entstehungsgeschichte erlebt werden kann. Die Touren gibt es auf Englisch und Spanisch, manchmal auch auf Deutsch. MERIAN-Tipp: Am besten setzen Sie sich auf die rechte Seite, denn hier gibt es zahlreiche interessante Krater zu sehen. 

Zurück am Parkplatz sollten Sie unbedingt eine der geothermischen Vorführungen besuchen, bei denen deutlich wird, wie heiß der Boden noch immer ist. Im Restaurant „El Diablo“ lässt sich dann unter anderem Hähnchen, das ausschließlich mit Erdwärme über einem offenen Vulkanschlund gegart wird, genießen. 

Tipp: Seien Sie am besten schon vor Öffnung des Parks vor Ort – sonst können lange Wartezeiten entstehen.

8

Mirador del Río: Spektakulärer Aussichtspunkt auf Lanzarote

© Milena Härich

Fantastische Aussichten gibt es nicht nur inmitten der Feuerberge, sondern auch im Norden der Insel. Der Mirador del Río lockt als einer der beliebtesten Aussichtspunkte Lanzarotes auf einer Höhe von rund 470 Metern mit einem atemberaubenden Panorama. Von hier aus sehen Sie beispielsweise den Volcán de la Corona, den Fuß des Risco (ein Teil des Famara-Gebirges) und den El Río, der dem Aussichtspunkt seinen Namen gibt. Der El Río ist der Meeresstreifen zwischen Lanzarote und La Graciosa, einer weiteren Kanareninsel, auf die Sie vom Mirador aus den besten Ausblick genießen. La Graciosa gehört zum Chinjo-Archipel; auch weitere Teile des Archipels, wie der Montaña Clara und der Roque del Oeste, sind im Hintergrund zu sehen. 

Auch der Mirador del Río wurde von Manrique entworfen, gemeinsam mit Eduardo Cáceres und Jesús Soto. In den 1970er Jahren galt er als eines der wichtigsten modernen Bauwerke weltweit. Zu den beiden Aussichtsplattformen auf den Klippen gesellt sich nämlich ein architektonisch interessantes Gebilde mit gigantischer Fensterfront, in dem unter anderem eine Bar untergebracht ist. MERIAN-Tipp: Probieren Sie hier einen Barraquito, eine Kaffee-Spezialität der Insel, mit Blick auf La Graciosa zu Ihren Füßen. 

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La Geria, die „Weinstraße von Lanzarote“

© Orbon Alija/iStock

Wussten Sie, dass Lanzarote auch für seine Weine bekannt ist? Zwischen San Bartolomé und Yaiza erstreckt sich das größte Weinanbaugebiet der gesamten Kanaren: La Geria. Rund fünf Millionen Liter Wein werden hier Jahr für Jahr produziert. Einheimische und Tourist:innen sind gleichermaßen begeistert von den köstlichen Weiß- und Süßweinen. 

Auf mehr als 5200 Hektar befinden sich hier etliche „Bodegas“, worunter man in der Regel Weinkeller und -schänken versteht. Im Gebiet La Geria sehen Bodegas aber etwas anders aus: Es handelt sich dabei um kleine kreisrunde Weinanbauflächen, die mit einer sichelförmigen Mauer aus Lava vor Wind und Wetter geschützt werden und wo die edlen Tropfen reifen. Bei einer Fahrt oder einer Wanderung durch La Geria können Sie sich diese einzigartige Weinlandschaft anschauen und zum Beispiel die Bodega „El Grifo“, inklusive Weinmuseum, besuchen. 

Hauptsächlich werden in La Geria weltweit berühmte Weine wie Malvasía oder Moscatel hergestellt. Das Naturschutzgebiet wurde in den 1960er Jahren sogar vom Museum of Modern Art in New York zum Gesamtkunstwerk erklärt – auch für Nicht-Weintrinker:innen ist diese Sehenswürdigkeit also eine absolute Empfehlung. 

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Castillo de San José

© PEDRE/iStock

In der Hauptstadt Lanzarotes, Arrecife (Manriques Geburtsstadt), befindet sich das imposante Castillo de San José. Die ehemalige Festung wurde im 18. Jahrhundert unter Karl III. zur Verteidigung der Insel erbaut. Direkt an der Küste gelegen, bieten seine Terrassen einen fabelhaften Ausblick über den Atlantik und den Hafen in Arrecife. Seit dem 20. Jahrhundert wird das Castillo vornehmlich als Museum genutzt: 1976 fand die Einweihung des Internationalen Museums für Zeitgenössische Kunst (MIAC) statt. Auch hier war César Manrique maßgeblich am Umbau beteiligt. 

Im Museum finden Sie dauerhaft zahlreiche Werke kanarischer und internationaler Künstler:innen, darüber hinaus Wechselausstellungen aller Art. 

Wer mit Hunger kommt, sollte das „Restaurante Castillo de San José“ besuchen, das als eines der besten in ganz Arrecife gilt. Großflächige Glaskonstruktionen geben ein tolles Panorama aufs Meer frei. 

Lanzarotes wilde Natur

 

Vor Millionen von Jahren ist Lanzarote aufgrund von Vulkanausbrüchen entstanden. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Kanareninsel nochmals von besonders starken Ausbrüchen gebeutelt – was überall sichtbar ist. Raue Natur, Lavahöhlen und -gestein, inaktive Vulkanberge und schwarzer Sandstrand zeugen von der Geschichte Lanzarotes. Hier und da ist die Landschaft gesprenkelt mit Aloe Vera, Kakteen und leuchtenden, pinkfarbenen Kletterpflanzen, die sich an den weiß getünchten, für Lanzarote charakteristischen Hauswänden, empor schlängeln.

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