Die Top 10 Sehenswürdigkeiten in Montenegro

Erstklassige Hotels, hinreißende Natur, faszinierende Architektur und Spuren einer wechselvollen Geschichte: Montenegro hat sich in wenigen Jahren zu einem der aufregendsten Reiseziele in Europa entwickelt.
Lange Zeit fand die Region an der Adriaküste kaum touristische Beachtung. Dank neuer Flugverbindungen, vermehrter Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien und lokaler Strukturpläne konnte das kleine Balkanland jedoch zunehmend von sich reden machen.
Wir stellen zehn besondere Orte und Sehenswürdigkeiten in Montenegro vor.
Altstadt von Bar

Natürlich sind die restaurierten Altstadt-Ensembles in Kotor und Budva schön anzuschauen. Noch spannender aber ist das alte Bar an der Adriaküste von Montenegro, das oberhalb der Neustadt auf einem Hügel liegt. Nur ein kleiner Teil wurde nach dem Erdbeben von 1979 wieder aufgebaut. Übrig geblieben sind überwucherte Ruinen einstiger Kirchen, Moscheen und Paläste, deren Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen.
Besonders beeindruckend ist Stari Bar, eine historische Festungsanlage, auf deren Mauern heute Feigenbäumchen wachsen. Und über dem venezianischen Aquädukt ragen die Karstberge empor. Auch die Promenade rund um die Marina von Bar mit ihren Cafés und Restaurants lohnt einen Abstecher.
Kotor

Eingebettet zwischen beeindruckenden Bergwelten und dem türkisblauen, teils grünlichen Wasser der romantischen Bucht von Kotor ist die gleichnamige Stadt ein wahrer Touristenmagnet. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die romanische Kathedrale des Heiligen Tryphon, die orthodoxe Kirche Sveti Nikola und der angeschlossene Marktplatz, der urigen Charme versprüht.
Wenn es in den Gassen der mittelalterlichen und UNESCO-geschützten Altstadt eng wird, empfiehlt sich ein Abstecher zur breiten Stadtmauer. Auf dem Grünstreifen kann man sich auf Parkbänke unter Olivenbäume setzen und hat über die Kuppel der Sveti Nikola hinweg freie Sicht hinauf zur Festung San Giovanni 260 Meter über der Stadt. Eine steile Treppe führt zu ihr, auf der Hälfte des Anstiegs ist die Marienkirche perfekt für eine Pause. Die Bastion Bembo am Fluss wird an Sommerabenden zur Freilichtbühne.
Hinweis: Vom Meer aus sind Landschaften wie die Bucht von Kotor noch schöner. Es lohnt sich daher, die Adriaküste im Rahmen einer Bootstour, auf dem Katamaran oder dem SUP zu erkunden. Rund um Kotor bieten die aus Deutschland nach Tivat ausgewanderten Gastgeber Helga Haag und Igor Djurica von Mio Monte dafür alle Möglichkeiten.
Budva

Bis ins 5. Jahrhundert reichen die Ursprünge der Stadt Budva zurück, was sie zu einer der ältesten und bekanntesten entlang der Adriaküste macht. Höhepunkt ist ohne Frage die historische Altstadt Stari Grad, die umgeben von mittelalterlichen Mauern auf einer vorgelagerten Halbinsel im Mittelmeer liegt und nach dem Erdbeben von 1979 fast vollständig wieder aufgebaut wurde. Heute schlendern Besucher durch ein Gewirr aus schmalen Gassen, passieren Sehenswürdigkeiten wie die Kirche Sveti Ivan und die Zitadelle und lassen sich auf Plätzen und Terrassen bei einem Kaffee mit herrlicher Aussicht nieder.
Wer zwischendurch etwas abschalten will, besucht einen der Strände, die Budva umgeben. Wunderschön – wenngleich im Sommer mitunter überfüllt – sind die Abschnitte Mogren 1 und 2. Die malerischen Buchten schmiegen sich an den Fuß der von Pinien bewachsenen Felsen. Am besten kommt man frühmorgens oder am Abend vorbei.
Übrigens: Entlang der Adriaküste hat sich Budva kürzlich zu einer beliebten Tourismusdestination entwickelt. Der örtlichen Infrastruktur hat dies einen ordentlichen Anschwung verliehen: In den vergangenen Jahren haben mehrere neue Hotels und Gastronomien eröffnet.
Gospa od Škrpelja

Auf der winzigen Insel Gospa od Škrpelja vor Perast begnügen sich die meisten Urlauber mit Selfies vor der fotogenen Steinkirche mit der hellblauen Kuppel. Doch die paar Euro Eintritt für die Kirche sind jeden Cent wert. Unter farbprächtigen Barockgemälden hängen hunderte Silberplättchen mit Schiffsbildern, gestiftet von Kapitänen, die Stürme und Seeräuber überstanden haben. Vor wenigen Jahren betete ein Paar hier für Kindersegen – und brachte ein Plättchen mit drei Engeln, nachdem die Frau Drillinge gebar.
Übrigens: Den Ursprüngen der Insel liegt eine interessante Legende zugrunde. Nachdem Seefahrer hier im 15. Jahrhundert eine Marienikone auf einem Felsen im Meer entdeckt hatten, begannen sie damit, aus Steinen und Schiffswracks ein künstliches Eiland zu errichten. In Erinnerung daran werfen die Einheimischen noch heute einmal im Jahr hunderte Steine ins Meer.
Schloss und Museum von König Nikola I.

Wer royalen Prunk mag, bekommt im Schloss und Museum von König Nikola I in Cetinje, dem Palast des ersten und einzigen Königs, viel geboten. In den Sälen sind italienische Barockmöbel und chinesische Vasen ausgestellt, Jagdflinten und goldverzierte Paradesäbel, die der „Schwiegervater Europas“ von den drei russischen Zaren in seinen 58 Regierungsjahren bekam. Und im Zimmer Prinzessin Xenias steht die Schreibmaschine, mit der sie die Korrespondenz des Vaters managte. Fotos zeigen sie beim Golfen, Jagen und – als erste Frau auf dem Balkan – am Steuer eines Autos.
In der direkten Umgebung befinden sich zudem ein hübsch angelegter Schlossgarten und der Blaue Palast, der heutigen Staatsoberhäuptern als Residenz dient.
Naturpark Ulcinj

Die Stadt und die gleichnamige Region Ulcinj liegen kurz vor der Grenze zu Albanien. Zu den beliebten Sehenswürdigkeiten von Montenegro zählt der hiesige Naturpark, der wilde Sümpfe, Wälder, Dünen und Küstenlinien vereint.
Ein Ausflug lohnt sich allein wegen der alten Saline, in der 250 Vogelarten – darunter Flamingos, Pelikane und Reiher – leben. Zwei Tipps, um noch seltenere Vögel wie die Seeregenpfeifer oder die Rotflügel-Brachschwalben zu sehen: früh am Morgen starten und eine Tour bei Monticola buchen. Die Ornithologen haben geschulte Augen und natürlich Ferngläser dabei. Als Bonus werden Gäste zum längsten Sandstrand des Landes, dem Velika Plaža, und zur Öl-Verkostung unter 800 Jahren alten Olivenbäumen gefahren.
Podgorica

Podgorica ist eine Hauptstadt, die sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Anders als in den malerischen Küstenorten Montenegros begegnen Reisende hier nicht so vielen historische Kulissen und Bilderbuch-Buchten. Breite Boulevards, funktionale Bauten aus der sozialistischen Ära und brutalistische Architektur prägen das Stadtbild von Podgorica, da die Stadt im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und anschließend neu aufgebaut wurde. Dazwischen finden sich jedoch immer wieder grüne Oasen, etwa entlang der Flüsse Morača und Ribnica, die der Stadt eine überraschend entspannte Atmosphäre verleihen.
In der Altstadt Stara Varoš sind noch Spuren der osmanischen Vergangenheit sichtbar: Schmale Gassen, mehrere Moscheen und alte Steinhäuser erzählen von einer anderen Zeit. Gleichzeitig entwickelt sich Podgorica zunehmend zu einem kulturellen Zentrum mit kleinen Galerien, Cafés und einer lebendigen Barszene. Sehenswürdigkeiten wie die markante Millennium-Brücke oder die moderne Auferstehungskathedrale setzen architektonische Akzente.
Sveti Stefan

Sveti Stefan ist das wohl bekannteste Postkartenmotiv Montenegros. Die kleine Insel, die über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist, war einst ein einfaches Fischerdorf und beherbergt heute mit dem Aman Sveti Stefan, das noch im Sommer 2026 wiedereröffnen soll, ein exklusives Luxusresort. Die dicht gedrängten Steinhäuser mit ihren roten Ziegeldächern, umgeben vom tiefblauen Adriatischen Meer, verleihen Sveti Stefan eine fast märchenhafte Kulisse.
Auch wenn die Insel selbst meist nur Hotelgästen vorbehalten ist, lohnt sich ein Besuch der Aussichtsplattform auf dem Festland. Der Blick öffnet sich mitunter auf die beiden Strände links und rechts des Damms: Feiner Kies, kristallklares Wasser und ein beeindruckender Blick auf die ikonische Silhouette der Insel machen sie zu den schönsten Stränden von Montenegro.
Nationalpark Biogradska Gora

Dieser Ort im nordöstlichen Montenegro gehört zu den ursprünglichsten Naturlandschaften Europas – und wirkt wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. Im Herzen des Parks liegt einer der letzten Urwälder des Kontinents, in dem Bäume seit rund fünf Jahrhunderten unberührt wachsen und teils über 40 Meter in die Höhe ragen. Dichte Wälder, moosbedeckte Böden und eine außergewöhnliche Artenvielfalt machen das Gebiet zu einem Paradies für Naturfreunde.
Zentrum des Nationalparks Biogradska Gora ist der idyllische See namens Biogradsko jezereo, dessen stille Wasser die umliegenden Berge und Wälder spiegeln. Ein Rundweg führt direkt am Ufer entlang und bietet immer wieder neue Perspektiven auf die beeindruckende Landschaft. Wer tiefer in den Park vordringt, entdeckt abgelegene Bergseen, weite Almwiesen und spektakuläre Ausblicke auf die Bjelasica-Berge.
Tara-Schlucht

Die Tara-Schlucht gehört zu den eindrucksvollsten Naturkulissen des Landes. Der Fluss Tara hat sich tief in das Gestein des Durmitor-Nationalparks eingegraben und eine bis zu 1.300 Meter tiefe Schlucht geformt, die als tiefste Europas gilt – und nach dem Grand Canyon sogar als die tiefste Schlucht weltweit.
Dichte Wälder, steile Felswände und das leuchtend türkisfarbene Wasser schaffen eine fast unberührte Landschaft, nur durchbrochen von der Đurđevića-Tara-Brücke, einem der spektakulärsten Aussichtspunkte in ganz Montenegro. Besonders intensiv lässt sich die Szenerie beim Rafting erleben, wenn man durch die teils wilden Stromschnellen gleitet.