Die 13 schönsten Sehenswürdigkeiten in Istrien

Romantische Altstädte und stille Bergdörfer, lebhafte Strände und einsame Buchten – auf der im Norden Kroatiens gelegenen Halbinsel Istrien gibt es viel zu entdecken. Es locken das berühmte Pula und das beschauliche Rovinj, ein ursprüngliches Hinterland sowie Naturwunder wie die Baredine-Höhlen und die faszinierende Inselwelt vor der Westküste. Auch kulinarische Highlights bietet die Region – von Trüffel über fangfrischen Fisch bis hin zu erlesenen Weinen.
Merian verrät Ihnen Istriens schönste Sehenswürdigkeiten und Highlights.
Pula

Höhepunkt der authentisch gebliebenen Hafenstadt Pula, der größten Stadt der Halbinsel, ist eine der größten römischen Arenen, die bis in die Gegenwart überdauert haben. Etwa 20.000 Zuschauer fanden in dem um 80 n. Chr. fertig errichteten Bau einst Platz. In der heutigen Zeit dient das Amphitheater von Pula wieder als Bühne, auch für Größen wie Sting, Pavarotti und Norah Jones. Ein Konzert, umrundet von 72 mächtigen Arkadenbögen, hat Gänsehaut-Potenzial.
Doch Pula hat noch viel mehr zu bieten: gepflegte Strände im Stadtgebiet, eine kreative Szene in Sachen Design und Kunst, Lokale aller Art, die sich – natürlich – im Fach Seafood besonders auszeichnen.
Die Highlights von Pula verraten wir Ihnen hier.
Rovinj

Aus der Ferne gesehen steht das kleinere Rovinj ein wenig im Schatten des berühmten Pula. Aus der Nähe ist es aber ein entzückendes Städtchen, das ein etwas gemütlicheres Tempo anschlägt, als man es sonst von der Adriaküste kennt.
Das Herz von Rovinj wird auf drei Seiten von Wasser umspült und ist ein wunderbares Altstadtlabyrinth. Eng sind die Gassen mit ihren blank polierten Pflastersteinen hinterm Balbi-Bogen. Die zentrale Ulica Grisia ist oft überfüllt, weichen Sie lieber in die Seitengassen aus. Alle Wege enden sowieso vor der barocken Kirche der heiligen Euphemia mit dem grandiosen Ausblick vom Glockenturm.
Übrigens: Rovinj ist ein guter Ort, um sich treiben zu lassen und auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen. Die Holländerin Tjitske Đekíc-Brusse führt mit ihrem Mann das Sterne-Restaurant Monte. Hier gibt sie Tipps für eine Reise nach Rovinj.
Nationalpark Brijuni

Berauschend schön sehen die 14 Inseln des Nationalparks beim Rundflug von oben aus. Besuchen kann man nur die größte Insel Veliki Brijun. Sie können hier getrost auf den touristischen Bummelzug verzichten; leihen Sie lieber ein Fahrrad. Auf guten Wegen kann man damit durch die Parklandschaft rollen und die vielen Tiere beobachten: Feldhasen, Pfaue und diverse weitere Vogelarten, Hirsche, Rehe und Mufflons.
Erstes Ziel ist die Weiße Villa, in der Ex-Staatschef Josip Broz Tito für ranghohe Besucher Staatsbankette abhalten ließ. Ein noch schönerer Ort: Einige Pedaltritte weiter findet sich die Verige-Bucht mit türkisgrünem Wasser und den Überresten einer römischen Strandvilla.
Novigrad

Das alte Fischerstädtchen Novigrad ist traditionell, gemütlich und weltoffen. Besonders faszinierend ist die Atmosphäre am Hafen. Was für ein Glück die Anwohner doch haben, die hier frühmorgens ihren Fisch und ihre Meeresfrüchte fangfrisch vom Boot kaufen können. Bekannt sind etwa die Jakobsmuscheln und Seezungen, die man natürlich auch in den hiesigen Restaurants genießen kann.
Stimmungsvoll ist die zum Meer hin geöffnete Bistromeile am westlichen Ende der Halbinsel, wo die Sonne sanft im Meer versinkt, ein perfekter Ort für einen Aperitif.
Grožnjan

Bisweilen übersehen, aber voller Schönheit und Atmosphäre ist das istrische Binnenland. Natürlich, die reichen und prächtigen Städte liegen am Meer. Aber wer auch nur ein paar Kilometer von den trubeligen Küstenorten ins Innere fährt, findet plötzlich Ruhe – und eine alte Kulturlandschaft, die sich auf spannende Art wandelt.
Rund um das Mirnatal hocken sie auf Hügeln, der Welt entrückt und von mittelalterlichen Steinmauern umgeben: die Bergdörfer Istriens. Das charmante Grožnjan etwa hat sich in ein Künstlerstädtchen verwandelt. Überall in den hübschen Gassen, Ateliers und Galerien wird gemalt, getöpfert und musiziert.
Unser Rat: Bummeln und stöbern Sie, bewundern Sie die Architektur und genießen Sie danach den weiten Blick über die Landschaft von der Terrasse der Bar Vero.
Hum

Die winzige Stadt Hum ist wunderbar überschaubar. Sie ist die kleinste Stadt der Welt – knapp 30 Einwohner, aber seit dem Mittelalter im Besitz des Stadtrechts. Hier finden sich eine Handvoll Steinhäuser, eine Kirche, drumherum Hügel und urwüchsige Wälder.
Ob darin noch der ein oder andere keltische Druide lebt? Im Biska-Haus (Ku´ca Biske) in Hum kann man jedenfalls bis heute ein hochprozentiges Mispel-Destillat kaufen, dessen Rezept angeblich 2.000 Jahre alt ist. Übermenschliche Kräfte verleiht der Zaubertrunk Biska allerdings leider nicht.
Pazin

Ein besonderes Highlight in der kleinen Stadt Pazin ist die Seilrutsche, mit der man mit großer Geschwindigkeit über die gut 100 Meter tiefe Schlucht neben dem Burghügel gleiten kann. Karabiner klicken, dann geht alles sehr schnell: 220 Meter am Stahlseil, die den Adrenalinspiegel in die Höhe treiben. Die zweite Etappe ist langsamer und lässt sogar Zeit, das Kastell am Rand der Schlucht zu betrachten. Die Burganlage beherbergt ein liebevoll gestaltetes ethnologisches Museum.
Kap Kamenjak

Das unverbaute, meerumspülte Naturparadies an Istriens Südspitze hält für jeden etwas bereit: Buchten für Segler und Kajakfahrer, Wanderwege und Mountainbike-Trails, Strände für Sonnenanbetende, Felsen für Klippenspringer.
Baredine-Höhle

Wenn das Thermometer an der Küste wieder einmal über 35 Grad Celsius steigt, sind die istrischen Höhlen wunderbar erfrischende Ausflugsziele – unbedingt die Jacke mitnehmen! Eine der eindrucksvollsten ist die Tropfsteinhöhle Baredine nahe der Stadt Poreč.
Sechzig Meter geht es hinab in eine bizarre Welt aus Jahrtausende alten Stalagmiten und Stalaktiten, die effektvoll beleuchtet sind. Am Ende des begehbaren Teils können Besucher in einem Schaubecken einige Exemplare der Grottenolme betrachten, die hier in einem unterirdischen See leben.
Poreč

Poreč gehört zu den beliebtesten Urlaubsorten an der Westküste Istriens. Die charmante Altstadt liegt auf einer schmalen Halbinsel und begeistert mit engen Gassen, kleinen Boutiquen und Restaurants direkt am Meer. Wahrzeichen der Stadt ist die zum UNESCO-Welterbe zählende Euphrasius-Basilika mit ihren beeindruckenden Mosaiken. Rund um Poreč laden zudem zahlreiche Strände, Pinienhaine und vorgelagerte Inseln zum Entspannen und Entdecken ein.
Bale

Das kleine Städtchen Bale zählt zu den stillen Schönheiten Istriens und liegt nur wenige Kilometer von der Westküste entfernt. Abseits der großen Touristenströme hat sich der Ort seinen ursprünglichen Charme bewahrt: Enge, gepflasterte Gassen schlängeln sich durch die gut erhaltene Altstadt, vorbei an steinernen Häusern, kleinen Plätzen und historischen Palazzi. Hoch über allem thront das barocke Schloss der Familie Soardo-Bembo, das heute ein kulturelles Zentrum beherbergt.
Bale ist zudem ein idealer Ausgangspunkt, um die umliegende Natur zu erkunden – etwa die unberührte Küste bei Colone oder die sanfte Hügellandschaft im Hinterland. Kunst, Kultur und eine spürbare Ruhe machen den Ort zu einem besonderen Geheimtipp in Istrien.
Strände von Istrien

Kilometerlange Sandstrände gibt es in Istrien zwar nicht. Es soll aber auch Menschen geben, die Tag um Tag an solchen angeblichen „Traumstränden“ eher langweilig finden. Wer an der romantisch zerklüfteten Adriaküste baden möchte, wird dennoch nicht zu kurz kommen.
Meist wird man es mit Kies oder Felsen zu tun haben, Badeschuhe sollten also im Gepäck sein. Besonders schön sind beispielsweise der Hawaiistrand bei Pula oder der Mulini Beach bei Rovinj.
Weitere zauberhafte Strände in Istrien stellen wir Ihnen hier vor.
Kulinarische Highlights in Istrien
Wer gerne genießt, ist in Istrien bestens aufgehoben. Die feine Mittelmeerküche, die in der Region kultiviert wird, lebt von guten, frischen Produkten. Und die gibt es hier in Hülle und Fülle, egal, ob Fisch, Fleisch oder Gemüse. Dazu finden Reisende hier bestes Olivenöl und Weine mit Charakter.
Ein wichtiger Erwerbszweig des istrischen Hinterlands war und ist die Trüffelsuche. Istrien ist neben dem italienischen Piemont der einzige Ort der Welt, wo man den kostbaren Weißen Trüffel findet. Früher halfen dabei Schweine, heute sind die Trüffelsucher des Mirnatals eher mit speziell trainierten Hunden unterwegs.
Merian-Tipp: das Restaurant Zigante des istrischen Trüffelhändlers Giancarlo Zigante in Livade – die besten Funde verarbeitet er im eigenen Haus.