7 paradiesische Strände in Apulien

Es muss nicht immer Amalfi sein: Rund um Italiens Stiefelabsatz liegen Strände und Buchten, die sich in ihrer Schönheit gegenseitig übertrumpfen. Hier eine Auswahl.
Text Mila Krull
Datum21.03.2026

Malediven-Feeling bis Dolce Vita: Mit türkisblauem Wasser, steilen Kalkfelsen und seichten Brandungen zählen Apuliens Strände zu den schönsten Italiens. Noch dazu erzählt manch malerischer Küstenort von jahrhundertealten Legenden oder vorchristlichen Siedlungen. 

Während der Norden rund um den Nationalpark Gargano mit den schroffen Küsten fasziniert, sonnen sich Urlauber tief im Süden der Halbinsel Salento an flachen Sandstränden. Wir zeigen sieben der schönsten Strände von Apulien.

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Spiaggia della Scialara

Der Fels Pizzomunno ragt an der Spiaggia della Scialara empor.

Kein Geheimtipp, aber einer der beeindruckendsten Strände von ganz Apulien: die Spiaggia della Scialara in der Küstenstadt Vieste. Mit einer Länge von gut drei Kilometern zählt der Abschnitt zu den weitläufigsten der Region, die sonst eher für ihre schmalen Buchten bekannt ist. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der nördliche Teil des Strandes, an dem der 25 Meter hohe Felsmonolith Pizzomunno aufragt. Der strahlend weiße Koloss gilt nicht nur als Wahrzeichen, sondern birgt auch die Legende des gleichnamigen Fischers. Dieser war einst seiner großen Liebe Cristalda verfallen. Doch eifersüchtige Sirenen entführten die junge Frau in die Tiefen des Meeres. Vor lauter Schmerz und Trauer erstarrte der Fischer Pizzomunno daraufhin zu Stein und steht bis heute als imposanter Felsen an Ort und Stelle. 

Den Strandspaß sollte man sich von diesem tragischen Mythos aber nicht verderben lassen, zahlreiche Lidos mit Bars, Liegen und Schirmen laden zum Entspannen ein. Weiter südlich kann man auch kostenlos den ganzen Tag am feinsandigen Strand verweilen, zum Beispiel an der Spiaggia della Grotta dei Pipistrelli.

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Spiaggia di Vignanotica

Die Spiaggia di Vignanotica liegt abseits der Haupstraßen an steilen Klippen.

Senkrechte Felswände umrahmen die versteckte Spiaggia di Vignanotica zwischen Vieste und Manfredonia. Die Anfahrt erfolgt über die kurvenreiche Küstenstraße SP53, danach geht es einspurig weiter durchs Hinterland. Am Parkplatz angekommen, beginnt der Abstieg zum schmalen Kieselstrand. Umschauen und Innehalten nicht vergessen! Aus der Vogelperspektive zeigt sich die Bucht mit ihren weißen Klippen und dem türkis- bis dunkelblauen Wasser von ihrer schönsten Seite. Auf Meeresniveau angekommen, sorgen zwei Lidos für Schatten, kühle Drinks und weitere Verpflegung. Wer will, kann sich etwas abseits ein öffentliches Strandplätzchen suchen. Frühes Kommen lohnt sich, im Sommer ist die Bucht trotz ihrer abgeschiedenen Lage gut besucht.

3

Polignano a Mare

Wer traut sich? Kühne Klippenspringer stürzen sich vor Polignano ins Wasser.

Wer viel Platz und weite Strände sucht, ist in Polignano a Mare, rund 30 Kilometer südlich der apulischen Hauptstadt Bari, definitiv falsch. Nur einige Meter breit ist die spitze Bucht Lama Monachile, die sich hier zwischen steile Felsen quetscht. Ihrer Beliebtheit tut das keinen Abbruch. Zu spektakulär ist die Lage von Strand und Städtchen, das schwindelerregend auf der ausgehöhlten Steilküste erbaut wurde. Im Juni wird es übrigens besonders voll: Dann findet in Polignano das Red Bull Cliff Diving statt, bei dem sich lokale und internationale Klippenspringer messen. Auch das restliche Jahr über kann man die wagemutigen Freigeister immer wieder dabei beobachten, wie sie aus mehreren Metern Höhe ins kristallklare Wasser der Adria abtauchen.

Tipp: Im Restaurant des Hotels Grotta Palazzese nehmen Gäste auf einer Terrasse innerhalb einer Grotte Platz. Weitere Höhlen lassen sich auf Kajak- und Bootstouren erkunden.

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Spiaggiabella

Langer Sandstrand mit viel Platz: die Spiaggiabella

Unweit der Barockstadt Lecce hält dieser Abschnitt namens „schöner Strand“ das, was er verspricht. Hinter Obstplantagen, beschaulichen Campingplätzen und Einfamilienhäusern zieht sich die Spiaggiabella weit die Küste entlang und lädt mit ihrem feinen Sand zu ausgiebigem (Sonnen-)Baden ein. Pfade und Holzstege führen durch das naturbelassene Hinterland, vorbei an schattigen Pinienplätzen und sanften Dünen, ans Wasser. Weitere Infrastruktur gibt es hier nicht, dafür aber auch in der Hochsaison ausreichend Liege- und Parkfläche. Wer etwas mehr Komfort sucht oder hungrig wird, findet am Lido Approdo und am Lido Kalù, wenige Meter weiter südlich, Liegen, Sonnenschirme, Restaurants und Sanitäranlagen.

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Roca Vecchia

Für diese flachen Felsplateaus und Naturpools ist Roca Vecchia bekannt.

Kein klassischer Strand, aber ein außergewöhnlicher Badeort ist Roca Vecchia in der Provinz Lecce. Südlich des Zentrums erstreckt sich die archäologische Fundstätte einer frühen Siedlung, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen. Neben Zeugnissen wie Vasen und Gefäßen entdeckten Forschende hier frühzeitliche Höhlenmalereien. Noch berühmter als diese historischen Relikte sind die vielen Grotten und Naturpools, die Roca Vecchia umgeben. Zu den eindrucksvollsten zählt die Grotta della Poesia, die gegen ein kleines Eintrittsgeld besucht werden kann – das Schwimmen ist hier jedoch nicht erlaubt. Wer selbst ins Wasser gehen möchte, findet an der Baia di Portulignu, an der Spiaggia di Punta Sapone und an der Spiaggia di Canale Zzuccatu ganz ähnliche Panoramen.

6

Baia dei Turchi

Paradies für Mensch und Natur: die Baia dei Turchi

Glitzernde Gewässer, Ruinen einstiger Siedlungen und Landhöfe sowie einen der schönsten Strände von Apulien vereint das Hinterland der Gemeinde Carpignano Salentino. Die Salzwasserseen Laghi Alimini bieten zahlreichen Vögeln und Pflanzen einen geschützten Lebensraum, der sich bei Kanu- und Kajakfahrten bestens erkunden lässt. Unmittelbar an den größeren Alimini Grande grenzen mehrere Lidos, kostenpflichtige Strandabschnitte samt Liegen, Bars und Sanitärräumen. Den ruhigeren und natürlichen Strand Baia dei Turchi mit weißem Sand erreichen Reisende über einen einfachen Wanderweg durch Pinienwälder rund zwei Kilometer weiter südlich. 

7

Punta Prosciutto und die Malediven von Salento

Malediven, Karibik oder doch Italien? Der Strand Punta Prosciutto

Als Malediven von Salento werden die südlichen Strände des apulischen Stiefelabsatzes bezeichnet. Dass es sich dabei keineswegs um eine Übertreibung handelt, wird spätestens beim Betreten der Punta Prosciutto deutlich. Ein weißer Strand, glasklares Wasser, seichte Ufer und etliche Sandbänke erinnern an entlegene Südsee-Gefilde. Was hingegen eindeutig für Italien spricht: das Meer aus bunten Sonnenschirmen, eng geparkte Sonnenliegen und plaudernde Urlauber im knietiefen Wasser, die in der Hochsaison den Strand bevölkern. Ruhe und Einsamkeit findet man hier in den Sommermonaten wahrlich nicht, dafür aber viel Lebensfreude, Postkarten-Panoramen und das pure Dolce Vita. 

Tipp: Wem es doch zu voll wird, versucht sein Glück an der Spiaggia di Torre Colimena oder am Strand des Naturschutzgebiets Salina dei Monaci – hier gibt es mehr Platz, mehr Ruhe und Flamingos, die beides genießen.