Ausflüge auf Kreta: 7 besondere Insel-Erlebnisse

Sonne satt und sonst? Kreta hat mehr zu bieten als Poollandschaften und Strandurlaub. Merian zeigt, welche Ausflüge sich auf der größten Insel Griechenlands lohnen.
Text Merian Redaktion
Datum24.10.2026

Urlauber schätzen die größte griechische Insel der südlichen Ägäis vor allem für ihre Strände, die gute Erreichbarkeit, das angenehme Klima und die breite Auswahl an Hotels. Tatsächlich zählt Kreta zu den sonnenreichsten Regionen im Mittelmeer und ist mit regelmäßigen Verbindungen bestens an viele deutsche Flughäfen angeschlossen. 

Auch abseits von Strand und Pool finden sich viele Gründe für einen Urlaub auf der Insel. Auf einer Länge von 260 Kilometern vereint das Reiseziel vielseitige Landschaften, Kultur und eine mehr als 4.000 Jahre alte Geschichte. Merian stellt sieben Ausflüge auf Kreta vor.

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Lagune von Balos und Insel Gramvousa

Die seichte Lagune von Balos ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Kreta.

An der Nordwestspitze Kretas ragt die Halbinsel Gramvousa weit in die Ägäis, an ihrem nördlichsten Ende öffnet sich die Lagune von Balos. Die paradiesische Landschaft mit flachem, türkisfarbenem Wasser, dem hellen Strandabschnitt und dem aufragenden Felsenkap Tigani macht diesen Ort zu einem beliebten Ausflugsziel auf Kreta. Die meisten Besucher kommen per Schiff aus dem Hafen von Kissamos. 

Die Tagestouren steuern zunächst die vorgelagerte Insel Imeri Gramvousa mit ihrer venezianischen Festung aus dem 16. Jahrhundert an. In rund 20 Minuten lässt sich die Anlage erklimmen, von oben reicht der Blick über die gesamte Lagune. Als Belohnung wartet am Ende ein Bad in der seichten Bucht von Balos. Mit dem Auto ist die Anreise zur Lagune von Balos etwas beschwerlicher, die acht Kilometer lange Schotterpiste endet am Parkplatz. Von hier sind es noch einmal etwa 20 bis 25 Minuten Fußweg bis zum Wasser. Parkplatz und Zutritt zum Schutzgebiet kosten ein kleines Eintrittsgeld. Ein Kiosk mit Toilette und Liegen sind vorhanden, in der Hauptreisezeit kann es mitunter voll werden.

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Elafonisi: Rosa Sand im Südwesten von Kreta

Rosa Strand und Naturschutzgebiet: die Bucht von Elafonisi

Auch hier stehen Strand und Badeerlebnisse an erster Stelle: Der Name Elafonisi bezeichnet die kleine Insel, die bei ruhiger See durch knietiefes, kristallklares Wasser zu erreichen ist. Hier warten Sandbänke, Dünen und knorrige Wacholderbüsche, das gesamte Eiland steht unter Naturschutz. Eine Besonderheit, wegen der es viele Besucher hierherzieht, ist die rosa Färbung des Sandes, die auf die Überbleibsel einstiger Meerestiere zurückzuführen ist. 

Weil die Natur fragil und durch hohes Besucheraufkommen bedroht ist, gelten strenge Regeln. Autos sind in unmittelbarer Nähe nicht erlaubt, Sand oder Muscheln mitzunehmen ist untersagt. Im Hochsommer füllt sich der Strand schon am Vormittag. Wer früh ankommt oder die Nebensaison wählt, erlebt die Bucht deutlich ruhiger. Die Anfahrt von Chania dauert mit dem Auto rund eineinhalb bis zwei Stunden, alternativ gibt es organisierte Ausflüge an die Bucht vor Elafonisi.

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Stadtbummel durch Chania

Am Abend ist ein Spaziergang an der Promenade von Chania besonders romantisch.

Bis 1971 war Chania die Hauptstadt Kretas, ihre Altstadt verrät deshalb viel über die Geschichte der Insel, auf der schon Venezianer, Osmanen und Ägypter regierten. Das Zentrum bilden die Promenade und der Hafen, einst wichtiger Dreh- und Handelspunkt der Venezianer. Jünger ist die Hasan-Pascha-Moschee aus dem 17. Jahrhundert, unter deren Kuppeln bis zuletzt das Archäologische Museum beherbergt war. 

Heute finden hier Kulturveranstaltungen und wechselnde Kunstausstellungen statt. Westlich des Hafens erstreckt sich das Viertel Topanas mit seinen schmalen Gassen und früheren Kaufmannshäusern. Bezeichnend für die wechselvolle Geschichte ist auch die Kirche Agios Nikolaos auf dem gleichnamigen Platz, die sowohl einen christlichen Glockenturm als auch ein muslimisches Minarett besitzt. Ebenfalls sehenswert: die kreuzförmige Markthalle von 1913, die derzeit saniert wird und noch im Jahr 2026 wieder öffnen soll. 

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Wanderung durch die Imbros-Schlucht

Vielseitiges Wandergebiet: die Imbros-Schlucht auf Kreta

Über Jahrhunderte hinweg diente die Imbros-Schlucht im westlichen Teil von Kreta als wichtigster Weg zwischen der Hochebene von Askyfou und der Region Sfakia an der Südküste. Maultiere, Esel und ihre Besitzer transportierten so Waren durch die Schlucht und hielten die Versorgung der südlichen Dörfer aufrecht. Auf den historischen Spuren führt heute ein gut acht Kilometer langer Wanderweg von Imbros bis nach Komitades. Die geringe Distanz macht die 600 zu überwindenden Höhenmeter wieder wett. An einigen Stellen kann es besonders eng und unwegsam werden. Im Gegensatz zur Samaria-Schlucht ist diese jedoch weniger überlaufen und ganzjährig begehbar. Übung, ausreichend Getränke, Sonnenschutz und festes Schuhwerk sind erforderlich.

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Piratenschiff-Ausflug ab Rethymno

Am Hafen von Rethymno legen regelmäßig Ausflugsschiffe ab.

Auf den Spuren der Freibeuter, die Kreta einst besetzten, legt die „Captain Hook“ am Hafen von Rethymno zu regelmäßigen Ausfahrten ab. Das Ausflugsschiff im Stil eines alten Seglers bietet 130 Passagieren Platz, vor allem Familien mit Kindern buchen das Erlebnis. Die Länge der Touren ist variabel: Auf den einstündigen Abendfahrten kann man den Sonnenuntergang sowie die beleuchteten Festungen und Häfen bestaunen. Wer mehr Zeit auf dem Wasser verbringen will, wählt die dreistündige Ausfahrt zum Felsbogen von Kamarola mit Badestopp im offenen Meer oder den fünfstündigen Tagesausflug zu den Kefalas-Höhlen mit Schnorchelstopps.

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Tagesausflug nach Santorini

Ein Traum in Weiß-Blau: die griechische Insel Santorini

Zwei auf einen Schlag: Gut 100 Kilometer nördlich von Kreta liegt die beliebte Kykladeninsel Santorini. Die schnellsten Fähren brauchen bei ruhiger See ab Heraklion etwa zwei bis zweieinhalb Stunden und ermöglichen somit einen Tagesausflug. Schon die Einfahrt in die Caldera von Santorini, den eingestürzten Krater eines Vulkans, ist beeindruckend. Die bis zu 300 Meter hohen Steilwände aus dunklem Lavagestein und die darauf sitzenden, weiß getünchten Häuser verleihen der Insel ihr bekanntes Gesicht.

Busse führen vom stets trubeligen Hafen am Fuß der Berge in Serpentinen in die Hauptorte Fira und Oia, wo zu jeder Jahreszeit zahlreiche Besucher die malerischen Gassen füllen. Wer die Aussicht lieber mit weniger Menschen teilen möchte, unternimmt einen Spaziergang von Fira nach Firostefani. Die Speedfähren für Tagesausflüge pendeln vor allem zwischen Mai und Oktober. Am besten bucht man ein komplettes Ausflugspaket inklusive Shuttle-Service ab Kreta.

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Höhle von Psychro

Die Felsformationen der Höhle von Psychro sind mit Lichtern in Szene gesetzt.

Der Legende nach verbarg die griechische Göttin Rhea ihren Sohn Zeus in der Höhle von Psychro vor seinem Vater Kronos, der gierig seine Kinder verschlang. Auch wenn die Geschichte nicht auf wahren Begebenheiten beruht, entdeckten Archäologen hier unzählige Gaben und Opferbringungen aus minoischer und späterer Zeit. Die Höhle liegt auf gut 1.000 Metern Höhe am Rand der Lassithi-Hochebene im östlichen Teil der Insel. 

Ein steiler Steinpfad führt in rund 20 Minuten vom Parkplatz zum Eingang, danach geht es über Stufen hinab in einen beeindruckenden Höhlensaal mit Stalaktiten und Stalagmiten. Nach zwei Jahren Renovierung ist die Höhle seit Ende Mai 2026 wieder geöffnet. Von Heraklion dauert die Fahrt gut eine Stunde. Unterwegs lohnt auch ein Halt auf der Hochebene mit beeindruckender Aussicht über die Insellandschaft.