„Europas Hauptstadt“: Die Sehenswürdigkeiten von Straßburg

Den Titel als „Hauptstadt Europas“ verdient Straßburg nicht nur wegen des hier ansässigen Europaparlaments, das seinen Sitz hier hat. Die Stadt im Elsass ist polyglott und vielfältig wie kaum eine andere. Das Schöne: Man kann Straßburg, das alte wie das neue, ganz wunderbar zu Fuß erkunden. Herrlich schlendert es sich beispielsweise durch die charmanten Gassen der Altstadt mit Fachwerk, hübschen Kanälen und netten Cafés. Im modernen Europaviertel weht internationales Flair, denn hier sind viele bedeutende Institutionen ansässig. Wir zeigen die Sehenswürdigkeiten von Straßburg.
Altstadt mit dem Straßburger Münster

Wenn man als Wanderer auf den Gipfeln oder den Westhängen des Schwarzwalds Wetterglück hat, kann man es sehen: das Straßburger Münster mit seiner in den Himmel ragenden 142 Meter hohen Turmspitze. Ein Meisterwerk gotischer Kunst, ungewöhnlich und faszinierend durch den Vogesensandstein, der rötlich schimmert.
Das Liebfrauenmünster, die Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, hat eine reiche Ausstattung, aus der ein Wunderwerk heraussticht: Die ohnehin schon erstaunliche astronomische Uhr aus der Renaissancezeit wurde im 19. Jahrhundert umkonstruiert und zeigt diverse Umlaufbahnen und astronomische Ereignisse an. Der 332 Stufen umfassende Aufstieg auf die Aussichtsplattform lohnt, denn hier erhalten Besucher einen tollen Einblick in die Steinmetzkunst. Darüber hinaus eröffnet sich die Aussicht auf Straßburgs gut erhaltene historische Altstadt auf der Grande Île. Seit 1988 gilt sie als Weltkulturerbe.
Die Kanäle von La Petite France

Zwischen Fachwerkhäusern, Kanälen und kleinen Brücken zeigt sich Straßburg von seiner malerischen Seite. Das historische Stadtviertel namens La Petite France liegt auf der Altstadtinsel und ist ebenso schmuck wie sein Name. Um seinen Charme bestens aufzusaugen, empfiehlt sich eine entschleunigende Bootsfahrt auf der Ill: Vom Wasser aus wirken die alten Häuserfassaden und Schleusen noch einmal ganz anders.
La Krutenau: Beliebtes Viertel in Straßburg

Hier wohnten einst Fischer, das Viertel südlich von Petit France und Grande Île ist ebenfalls von Kanälen durchzogen. Heute machen junge Bars, coole Galerien und inhabergeführte Boutiquen die gemütlichen Gassen von La Krutenau zum quirligen Treffpunkt von Jung und Alt. Schön für einen Aperitif sind die Flusskähne am alten Fischerkai Quai des Pêcheurs.
Besuch im Europaparlament

Europa tagt in einem 1999 gebauten Palast aus Glas, Metall und Holz. Viele kennen den Bau aus den Nachrichten. In Straßburg kann man den Wirkungsort selbst erleben, Besucher sind im Europaparlament willkommen. Im Zentrum Parlamentarium Simone Veil gibt es eine interaktive Ausstellung, die anschaulich erklärt, wie die Europäische Union funktioniert. Wer sich in Gruppen ab zehn Personen anmeldet, erhält zudem einen Vortrag von einer Parlamentsmitarbeiterin oder einem Parlamentsmitarbeiter – und zwar wahlweise in einer beliebigen der 24 offiziellen EU-Sprachen.
Musée d’Art Moderne et Contemporain
Das Musée d’Art Moderne et Contemporain führt im Gebäude des Pariser Architekten Adrien Fainsilber eine großartige Sammlung moderner Kunst, beginnend beim Impressionismus bis hin zu heutigen Werken. Ein Raum ist Hans Arp gewidmet, dem Dichter, Maler, Dadaisten und Sohn der Stadt. Ein weiteres Highlight: der Neubau aus den 1990er Jahren mit seiner verglasten Wandelhalle von 104 Metern Länge und 22 Metern Höhe. Entworfen wurde die bunte Glasarbeit vom französischen Künstler Daniel Buren – eine wahre Kathedrale der Kunst.
Parc de l'Orangerie

Alte Bäume, Teiche und Wiesen: Im Parc de l'Orangerie lässt sich wunderbar eine Pause vom Trubel im Europaviertel einlegen. Besonders schön sind die Störche: Der Park spielte eine wichtige Rolle bei ihrer Wiederansiedlung im Elsass. Bis heute nisten sie hier in den Baumwipfeln. Ein Spaziergang, ein Picknick und ein Blick nach oben lohnen also unbedingt.
Bahnhof Straßburg

Die Anreise per Bahn lohnt. Nicht nur, weil die Stadt per TGV und ICE etwa über Stuttgart oder Frankfurt bestens zu erreichen ist, sondern auch, weil der Bahnhof Gare de Strasbourg architektonisch herausragt. Das historische Bahnhofsgebäude von 1881 ist seit 2007 von einem gläsernen Kokon umschlossen, der die Ankunftshalle wie eine Schutzhülle umspannt. Von hier aus ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Straßburger Münster und dem malerischen Viertel Petite France.
Bains Municipaux

Prunk aus der Jahrhundertwende: Das 1908 eröffnete Stadtbad Bains Municipaux ist seither in Betrieb und ermöglicht nicht nur das Abtauchen im Badewasser, sondern auch in der prächtigen Architektur der Vergangenheit. Neben Saunen und Dampfbädern sticht die historische Schwimmhalle mit Balkon, Rundbögen und bunter Fensterkunst hervor. Dazu gesellen sich Wasserspeier, hölzerne Umkleiden und Marmorverkleidungen. Regelmäßig finden im Bad Veranstaltungen statt, die weit übers Schwimmen hinausgehen, zum Beispiel Escape-Spiele, Brunch und Weinverkostungen (bisher nur auf Französisch). Wer will, kann sogar eine geführte Tour durch das historische Gebäude buchen.
Aubette 1928

Keimzelle von Kunst und Kultur: Bereits in den 1920er Jahren wurde ein Teil des repräsentativen Gebäudes Aubette am Place Kléber zu einem kulturellen Treffpunkt samt Kino und Festsaal ausgebaut. Am Design waren einmal mehr die bedeutenden Avantgarde-Künstler Theo van Doesburg, Sophie Taeuber-Arp und Hans Jean Arp beteiligt. Sie hinterließen der Stadt ihr buntes, geometrisches Erbe, für das die De-Stijl-Bewegung bis heute bekannt ist. Heute kann man die Räumlichkeiten kostenlos besichtigen.
Frauenwerkmuseum
Das „Frauewerk“ genannte Gebäude ist seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Straßburger Münsterbauhütte. Im Musée de l'Œuvre Notre-Dame werden heute herausragende Werke aus dem Mittelalter und der Renaissance gezeigt, darunter Bildhauerkunst und Kirchenfenster. Zu den Höhepunkten zählen die Originalskulpturen aus dem Münster, die dort durch Kopien ersetzt wurden.