Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Nizza

Die zweitgrößte Stadt der Provence zieht vor allem Kunstliebhaber und Gourmets in ihren Bann. Wer einige der bedeutendsten Werke von Matisse und Chagall bestaunen möchte, wird sich in Nizza ebenso wohlfühlen wie Freunde der exquisiten Küche.
Die sonnengeküsste Stadt kann aber noch viel mehr: An Sehenswürdigkeiten wie der Promenade des Anglais und im Parc Phoenix treffen sich nicht nur Urlauber, sondern auch Locals, die die schönsten Ecken ihrer Heimat genießen. Wir zeigen die schönsten Sehenswürdigkeiten von Nizza.
Nizzas Wahrzeichen: Promenade des Anglais

Einer der bekanntesten Straßennamen der Welt und Inbegriff der Côte d’Azur: Der prächtige Boulevard Promenade des Anglais grenzt unmittelbar an den Strand und ist der Initiative englischer Besucher in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Nach einer schlechten Erntesaison in Südfrankreich hatten wohlhabende Engländer den Bau der Promenade finanziert und somit für Arbeit und neue Erwerbsmöglichkeiten gesorgt. Ihr Invest war äußerst nachhaltig. Noch heute flanieren Urlauber zwischen Palmen und Strand. Hinter der breiten Straße reihen sich Restaurants und Luxushotels mit dem berühmten Negresco als Höhepunkt aneinander.
Ausblick vom Colline du Château

Über viele Stufen oder mit dem Lift geht es hinauf auf den knapp 100 Meter hohen Schlossberg Colline du Château – ein Klassiker, um den man nicht herumkommt, wenn man die Schönheit Nizzas in Gänze erleben will. Einst stand hier eine mittelalterliche Burganlage, 1706 wurden weite Teile im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges zerstört. Zur Jahrhundertwende ließ die Stadt Fläche neu gestalten und zur Parkanlage umwandeln. Es entstanden Wege, der künstliche Wasserfall und der schön angelegte Friedhof. Heute genießen Besucher einen absoluten Traumblick auf die Baie des Anges und die Dächer der Altstadt, die in den vergangenen Jahren durch erneuerte Fassaden und Radwege enorm gewonnen hat.
Sisley, Matisse und Chagall: Die Museen von Nizza

Nizza war und ist eine Metropole der bildenden Kunst, das Licht von 300 Sonnentagen pro Jahr durchflutet viele großartige Gemälde. Die meisten sind zu sehen im städtischen Musée des Beaux-Arts in der Avenue des Baumettes, stilvoll in einer Villa der Neo-Renaissance. Die private Sammlung von Henri Matisse befindet sich in einer prächtigen Residenz auf dem Berg Cimiez. Das Musée Message Biblique Marc Chagall zeigt 17 Werke des Künstlers zu biblischen Themen.
Ein Vergnügen ist der Besuch des Musée Masséna, das nicht nur über die Geschichte Nizzas und Frankreichs informiert, sondern sich auch noch in einem wunderschönen Palais mit Park befindet. Dort, wo schon Napoléon III und seine Eugénie residierten, fühlt man sich wie bei einem privaten Besuch.
musee-beaux-arts-nice.or musee-matisse-nice.org musees-nationaux-alpesmaritimes.fr
Altstadt von Nizza mit Cours Saleya

Typisch für Nizza sind die ockerfarbenen, leuchtenden Fassaden, dazwischen barocke Kirchen und schmucke Überbleibsel des Jugendstils. Die malerische Altstadt erstreckt sich zwischen dem Hafen und der Promenade des Anglais und lädt mit ihren vielen Cafés und kleinen Läden zum Schlendern ein. Im Zentrum liegt der Cours Saleya, ein lang gezogener Platz, auf dem seit Generationen der Marché aux Fleurs stattfindet: Händler verkaufen hier Blumen, Gemüse und regionale Spezialitäten wie Socca, einen Teigfladen aus Kichererbsenmehl. Montags weicht der Blumenmarkt einem Antiquitätenmarkt.
Tipp: Am Cours Saleya liegt auch die Boutique des berühmten Parfümeurs Fragonard aus dem nahen Grasse. Hier findet man nicht nur Düfte, sondern auch hübsche Kleinigkeiten von der Seife bis zur Tischdecke, die nichts mit den klassischen touristischen Mitbringseln zu tun haben.
Kathedrale von Nizza am Place Rossetti

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist ein weiterer Platz inmitten der Altstadt. Rund um die Place Rossetti haben sich neben der bekannten Eisdiele Fenocchio einige Cafés angesiedelt, die nicht nur mit Kaffeespezialitäten und Croissants locken, sondern auch mit dem besten Blick auf die Kathedrale Sainte-Réparate. Von außen wirkt der barocke Sakralbau aus dem 17. Jahrhundert eher kompakt, im Inneren werden seine tatsächlichen Ausmaße sichtbar. Wer noch mehr Barockkunst sehen möchte, besucht das nahe Musée du Palais Lascaris. Das prächtig ausgeschmückte Gebäude an sich ist eine Attraktion, hinzu kommen beeindruckende Dekorationen, Instrumente, Möbel und Gemälde des 17. Jahrhunderts.
Ausgehen in der Rue Bonaparte
Die Rue Bonaparte, zu Fuß etwa 30 Minuten von der Promenade entfernt im Norden der Altstadt, hat sich zu einem angesagten Treff entwickelt. Ein wenig erinnert dieser Teil der Stadt an das Pariser Marais-Viertel. Cafés, Bistros und Restaurants reihen sich aneinander. Besonders hoch ist die Dichte an netten Läden rund um den Place du Pin. Ein Hotspot für ein ausgezeichnetes Dejeuner: Das Café Clay. Mittags lohnt ein Abstecher ins Seafood-Bistro Peixes - Bonaparte und am Abend ein Dinner im Influence, in dem Chefkoch Aurèle Gasperoni – ausgebildet am renommierten Institut Paul Bocuse – französische Küche modern und leicht interpretiert. Tipp: Am besten überall reservieren! Dann kann man die lebendige Atmosphäre der Straße entspannt sitzend aufsaugen.
Basilique Notre-Dame de l'Assomption

Die Ähnlichkeit zur gleichnamigen älteren, größeren und berühmteren Schwester in Paris ist nicht von der Hand zu weisen. Auch die südfranzösische Version der Notre-Dame, mitten in der Einkaufsstraße Avenue Jean Médecin gelegen, orientiert sich an der Gotik, ist allerdings wesentlich jünger und deswegen dem neogotischen Stil zuzuschreiben. Mit seinen spitzen Bögen und der reich verzierten Fassade setzt sich der helle Bau deutlich von den gelb-roten Häusern Nizzas ab. Im Inneren sind vor allem die bunten Glasfenster und die gewaltigen Säulen des Kirchenschiffes sehenswert. Als größte Kirche Nizzas bietet die Basilika Platz für hunderte Besucher.
Küstenwanderweg nach Villefranche-sur-Mer

Am östlichen Ende der Promenade des Anglais, nahe der Plage de Coco Beach, beginnt der Küstenwanderweg, der sich unterhalb des Mont Boron bis nach Villefranche-sur-Mer zieht. Der schmale, teils in den Fels gehauene Pfad folgt der ehemaligen Route der Zöllner, die früher die Küste patrouillierten, und windet sich vorbei an kleinen Buchten mit malerisch gelegenen Häuschen. Zwischendurch eröffnen sich Ausblicke auf die Rade de Villefranche, eine der tiefsten natürlichen Buchten Europas. Nach rund einer Stunde erreichen Wanderer den historischen Hafen von Villefranche-sur-Mer. Den Rückweg kann man bequem mit dem Zug zurücklegen.
Extra-Tipp für Nizza: Le Plongeoir

Am östlichen Ende der Bucht, hinter Schlossberg und Jachthafen, findet sich dieser wirklich außergewöhnliche Spot: das Restaurant Le Plongeoir, an und auf einem alten Sprungturm. Direkt am Meer trifft eine spektakuläre Kulisse auf gehobene französische Küche. Die beiden Gerichte der Tageskarte kann man blind bestellen – es schmeckt immer köstlich!