St. Malo © Markus Bassler
Städtereisen

Saint-Malo: Die alte Stadt und das Meer

Die Festungsstadt Saint-Malo gehört zu Frankreichs meistbesuchten Orten, eine Million Gäste kommen jeden Sommer. Aus gutem Grund: Es gibt Strand, Kultur und jede Menge bretonische Freibeuter-Romantik.

Wie aus dem Granit der Küste gemeißelt

Vom Wasser aus wirkt Saint-Malo gewaltig: die Spitze der Kathedrale Saint-Vincent im Mittelpunkt, drumherum die Festungsanlagen, auf drei Seiten vom Meer umgeben. Es ist, als wäre die Stadt selbst Teil der Landschaft und ihre grauen Häuser aus dem Granit der Küste gemeißelt.

Ein wehrhaftes Schloss

Die Altstadt innerhalb der Mauern ist überaus stimmungsvoll. Sehenswert sind die mächtige Kathedrale und das Schloss gegenüber der Tourist-Information. Es stammt aus dem 15./16. Jahrhundert, wird von vier Wehrtürmen flankiert und beherbergt neben dem Rathaus auch das Stadtmuseum.

Spaziergang auf den Wehranlagen

St. Malo © Markus Bassler

Der Höhepunkt unter Saint-Malos Sehenswürdigkeiten ist für viele die „cheminde ronde“, der Wehrgang auf den Befestigungen. Auf den Bastionen zum Meer hin standen einst die Wachen und Bürger, hielten Ausschau nach feindlichen Flaggen oder warteten sehnsüchtig auf überfällige eigene Schiffe.

Insiderwissen: Die Statue von Robert Surcouf warnt in Richtung des „Erzfeindes“ England. Der 1773 in Saint-Malo geborene Surcouf heuerte mit 13 Jahren an, brachte es schnell zum Kapitän, schlug sich mit den Engländern auf den Meeren der Welt – und wurde zum „König der Korsaren“.

Besuch im Korsarenpalast

Das Anwesen des Reeders François-Auguste Magon de La Lande, Korsar des Königs und Direktor der Ostindischen Kompanie, ist das einzige Herrenhaus in der Altstadt, das Besuchern offensteht. Das „Hôtel Magon de La Lande“ hat 8 Etagen, 12 Treppen, 59 Räume und ist voller Geschichten, die Hausbesitzer Olivier de la Rivière bei einer Führung gern erzählt.

5 Rue d’Asfeld
www.demeure-de-corsaire.com

Saint-Malos Strände

St. Malo © Markus Bassler

Die Strände der Festungsstadt sind ein besonderes Erlebnis: bei Ebbe endlos weit, bei Flut oft überschwemmt – der Tidenhub, im Schnitt über 12 Meter, gilt als der höchste in Europa. Dennoch bleibt genug Zeit für Sonnen- und Wellenbad, der „Grande plage“ (auch „Plage du Sillon“) reicht über drei Kilometer, von der Altstadt bis zur Landspitze Pointe de Rochebonne. Der Strand von Minihic und der Plage du Pont bieten einen weiten Blick über die Bucht von Saint-Malo.

Architektur-Spaziergang nach Paramé

Der Badeort östlich des Zentrums bietet nicht nur einen langen Strand, sondern auch ein vielfältiges Potpourri an historischer Bäderarchitektur: alpin, italienisch, flämisch, britisch – die Inspirationen der Architekten waren so grenzenlos wie die Eitelkeit der Bauherren.

www.visitesguidees-saintmalo.com

In der Region um Saint-Malo gibt es viele weitere Badeorte, die meisten eher einfach, aber stimmungsvoll und sympathisch. Und nur gut 50 Kilometer im Osten ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Frankreichs, sogar ganz Europas: Mont-Saint-Michel, die Klosterinsel im Meer

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