Les Machines de l'île - Nantes © Franck Tomps/LVAN
Städtereisen

Die neuen Wege von Nantes

Nantes, die alte Hauptstadt der Bretagne, liegt heute offiziell gar nicht mehr innerhalb der Grenzen. Doch die Stadt an der Loire hat sich zu einer der spannendsten in ganz Frankreich gemausert. Unsere Auswahl an besonderen Sehenswürdigkeiten für Ihren Streifzug.

Fantastische Maschinen auf der Île de Nantes

Wenn der Elefant kommt, ein 48 Tonnen schweres Ungetüm, dann gehen manche Besucher der „Machines de l’Île“ in Deckung. Denn die umherlaufende Hauptattraktion des Parks ist bekannt dafür, den Rüssel zu heben und Wasserfontänen auszustoßen. Doch das macht der „grand éléphant“ nur an warmen Tagen, und die Kinder kreischen dann vor Vergnügen und freuen sich darauf, eine Runde auf dem zwölf Meter hohen Giganten mitzufahren.

Nimm Platz auf dem Rochen 

Vorher können sie in ehemaligen Werfthallen weitere überdimensionale mechanische Tiere bestaunen, eine Spinne in ihrem Netz zum Beispiel. Oder sie nehmen im Meeresweltenkarussell Platz in einem Mantarochen, Tintenfisch oder Riesenkrebs. Eine Allianz von Theaterleuten, Ingenieuren und Mechanikern hat auf der Insel zwischen zwei Loire-Armen eine fantastische Welt in Steampunk-Optik geschaffen. Ein erfolgreiches Projekt, das Kultur und Stadtplanung verbindet.

Eine Industriebrache wird belebt 

Durch die Maschinen ist es gelungen, das nach dem Ende der Werften zur Industriebrache verkommene Viertel zu beleben. Heute gibt es dort viele Kunstprojekte, Büros und einige der angesagtesten Restaurants.

Parc des Chantiers, Boulevard Léon Bureau
www.lesmachines-nantes.fr

Insiderwissen: Gerade wächst im ehemaligen Miséry-Steinbruch gegenüber das nächste fantastische Großprojekt: ein begehbarer, begrünter Riesenbaum aus Stahl und Holz, auf dem zwei gigantische Reiher sitzen.

Picknick am Schloss der Herzöge

Château des ducs de Bretagne -Nantes © Philippe Piron/LVAN

Die Ufer der Loire sind berühmt für ihre Schlösser. Das letzte vor dem Atlantik liegt in Nantes. Im 15. Jahrhundert errichtet, diente das Château des ducs de Bretagne den bretonischen Herzögen als Residenz und Festung. Im Innern zeigt eine Ausstellung die Historie der Stadt vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Doch es passt zu Nantes, dass das altehrwürdige Bollwerk nicht zum musealen Relikt erstarrt ist.

Rutsche von der Festung 

Ganz im Gegenteil: Die Bewohner von Nantes machen sich ihr Schloss zu eigen, picknicken auf den Rasenflächen davor, wo im Sommer Musiker spielen, und trinken Wein aus Bechern. In diese ungezwungene Atmosphäre fügt sich auch die Neuerung ein, die es erlaubt, das Schloss in nur zehn Sekunden zu verlassen: eine lange, an der Festungsmauer befestigte Rutsche.

4 Place Marc Elder
www.chateaunantes.fr

Himmlische Nächte in der alten Kapelle

Noch ein Beispiel für die Umbau-Fantasie der Stadt: Für das „Sozo Hôtel“ wurde eine Kapelle umgestaltet, die Mauern und Decken von 1883 treffen darin nun auf zeitgenössisches Design. Aus dem ehemaligen Chor wurde eine extravagante, weiß-bunte Lobby.

16 Rue Frédéric Cailliaud
www.sozohotel.fr

Ein Markt zum Verlieben

Restaurant La Cigale -Nantes © Le goût et les couleurs/LVAN

Wer die französische Genusskultur erleben will, kommt um einen Besuch des überdachten Marché de Talensac nicht herum – ein köstliches Picknick ist hier angesichts der Auswahl im Nu zusammengestellt! Ganz in der Nähe: Besonders wegen des Ambientes lohnt ein Besuch in der Brasserie „La Cigale“ mit ihrem üppigen Interieur von 1895, für das jeder freie Fleck ausgestaltet wurde. „La Cigale“ gilt als Inbegriff einer französischen Brasserie.
Bestens zur Einkehr passt ein Spaziergang durch die nahe Passage Pommeraye – die 1843 eröffnete überdachte Einkaufspassage ist ebenso reich dekoriert.

www.marche-talensac.fr
www.lacigale.com

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