Wörlitzer Park © Peter Hirth
Sehenswürdigkeiten

Ein Gartenreich zum Schwärmen

Das Gartenreich Dessau Wörlitz ist eine bezaubernde Landschaft mit sechs Schlössern und sieben Parks entlang der Elbe. „Unendlich schön“ fand das schon Goethe. Eine Reise zu den größten Sehenswürdigkeiten eines Gesamtkunstwerks, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Fürst Franz’ kühner Plan

Vor rund 250 Jahren fasst Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) einen kühnen Plan: ein gigantisches Gesamtwerk aus Gärten, Denkmälern und Schlössern. Fürst Franz, wie er genannt wird, mag die Ideen der Aufklärung, und möchte „Gutes stiften“. So entsteht in den weiten Flussauen der Elbe Europas erste großer Landschaftsgarten – ein Wunderwerk aus vielen Schlössern, Kirchen, Parks und Landsitzen. Seit 2000 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Insiderwissen: Das ganze „Gartenreich“ zwischen Dessau und Lutherstadt Wittenberg umfasst 142 Quadratkilometer.

„Das Gartenreich ist Brillanz und Perfektion“

1773 wird das Schloss Wörlitz eingeweiht, das erste klassizistische Bauwerk Deutschlands. Kurz darauf entsteht gegenüber vom Schloss das Gotische Haus, einer venezianischen Kirche nachempfunden. Stück für Stück wächst im Laufe von mehr als 40 Jahren eine Parklandschaft, über die Brigitte Mang, Chefin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, sagt: „Es ist ein Ort, der in seiner Brillanz und Perfektion für sich steht, der keiner Inszenierung und keiner Events bedarf, um zu leuchten.“

www.gartenreich.com

Schloss Wörlitz ist der Höhepunkt

Ausgangs- und Höhepunkt der Landschaftsgestaltung wurde Wörlitz, 15 Kilometer östlich von Dessau an der Elbe. Wer nur wenig Zeit hat, sollte sie dort verbringen: im ersten Landschaftsgarten englischen Stils auf dem europäischen Kontinent und mit dem Schloss. Zur Entspannung: in einer gemieteten Gondel über den Wörlitzer See paddeln.

www.gartenreich.de/de/schloesser-u-gaerten/woerlitz/schloss-woerlitz

Barock auf holländisch: Schloss Oranienbaum

Nur einen schönen Spaziergang südlich liegt Schloss Oranienbaum, ein Schmuckstück des Barock von niederländischen Baumeistern. Im Jahr 1811 kam die 175 Meter lange Orangerie hinzu, eine der größten Europas. Die umfangreiche Sammlung von Zitruspflanzen sowie anderer seltener Gehölze gedeiht seit dem Bau ohne Unterbrechung.

„Klein Sanssouci“: Schloss Mosigkau

Das liebevoll als „kleines Sanssouci“ bezeichnete Rokokoschloss Mosigkau glänzt mit seiner erlesenen Gemäldesammlung flämischer und holländischer Meister, darunter Rubens, Goltzius und Brueghel der Ältere. Weitere Höhepunkte im Gartenreich waren Verwandten von Fürst Franz zugedacht: Schloss Luisium (für seine Gemahlin Louise) und Georgium in Dessau, dem jüngeren Bruder gewidmet. Dort wird heute die Anhaltische Gemäldegalerie gezeigt.

Kultur an jeder Ecke: Gartenreich im Sommer

Die grandiose Kulisse des Gartenreichs verlangt geradezu danach: Im Sommer sind die Gärten Schauplatz für Konzerte und Theater. Beim „Seekonzert“ in Wörlitz sitzen Besucher in der Gondel und genießen ein Abendessen, während auf Brücken oder an den Ufern Musik erklingt. Neu sind die Wandelkonzerte durch den Schlosspark Oranienbaum und das Luisium.

www.gartenreichsommer.de/tickets.html

Partner

Das könnte Sie auch interessieren

IMG_9678 © Oliver Voß
Tipps aus der Redaktion
Ein Stellplatz zum Staunen in Südtirol

MERIAN-Verlagsleiter Oliver Voß fährt seit zwei Jahrzehnten in die Südtiroler Alpen. Nun jedoch als Camper.

Rathaus © Lukas Spörl
Sehenswürdigkeiten
Lübecks Sehenswürdigkeiten vom Dom bis zum Buddenbrookhaus

Es konnte eigentlich nur Lübeck sein – 1987 nahm die UNESCO erstmals in Nordeuropa eine gesamte Altstadt in ihre Welterbeliste auf. Lübecks Trave-Insel, rund zwei mal ein Kilometer groß, bietet auf diesen 100 Hektar geballte Sehenswürdigkeiten. Hier kommen nur die allerwichtigsten.

Bremerhaven © Tim David Müller-Zitzke
Sehenswürdigkeiten
Bremerhaven mausert sich: Ein Stadtrundgang

Bremerhaven ist ein großer Spielplatz für Unternehmer und Kreative. Groß genug, um verrückte Dinge machen zu können, aber noch nicht überflutet mit Menschen und Ideen. Der Filmproduzent Tim David Müller-Zitzke zeigt die faszinierenden Seiten seiner Wahlheimat.

merian_kopenhagen_139 © Anna Mutter
Städtereisen
Istedgade: Vom Rotlicht- zum Szeneviertel

Wo früher Sexshops lockten, trifft sich heute die kreative Szene in lässigen Cafés, stylishen Boutiquen und coolen Kneipen: unterwegs auf der Istedgade, Kopenhagens berüchtigte Meile.