Kreidefelsen Rügen © Pixabay
Sehenswürdigkeiten

Urlaub auf Rügen: Ein Traum in Weiß

Wer Urlaub auf Rügen macht, wird mit spektakulären Panoramen, historischen Sehenswürdigkeiten und im besten Fall unzähligen Sonnenstunden belohnt. Wir nehmen Sie mit auf die größte deutsche Ostsee-Insel!

Text Mila Krull

Nicht erst seit Beginn der Pandemie ist die berühmte Ostsee-Insel ein absolutes Lieblingsziel. Zusätzlich hat der Tourismus auf Rügen in den vergangenen zwei Jahren noch einmal kräftig angezogen. Rund 6,4 Millionen Übernachtungen zählt die Region pro Saison, verteilt auf mehr als 50.000 Betten. Neben Ferienhäuser und Hotels boomen die Campingplätze von Mecklenburg-Vorpommern. Ununterbrochen werden die Freizeitangebote, Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte erneuert, modernisiert und ausgebaut. Wir zeigen, was Sie auf der Insel der weißen Felsen und prächtigen Seebäder nicht verpassen sollten.

Nationalpark Jasmund: Kleiner Park ganz groß

Rügen Jasmund © Birger Strahl/Unsplash

Der Nationalpark Jasmund auf Rügen ist der kleinste seiner Art in Deutschland  – dennoch kommen hier jährlich bis zu eine Millionen Besucher vorbei, um sich die spektakulären weißen Felsen, die mystischen Buchenwälder und den Ausblick auf die Ostsee nicht entgehen zu lassen. Viel zu entdecken gibt es auch im Nationalparkzentrum, mit seinen interaktiven Ausstellungen zur Ostsee, dem Kreidemeer und der Eiszeit. Was man hier zum Beispiel lernt: die 70 Millionen Jahre alte Steilküste besteht hauptsächlich aus urzeitlichen Skeletten, Panzern und Kalkalgen. Einige wichtige Regeln gibt es zu beachten, denn wer nicht auf den festen Wegen bleibt, sich zu nah an die Klippen begibt oder Tiere und Natur stört, bringt sich und andere in Gefahr.

Königsstuhl auf Rügen: Ein Fels für alle Fälle

Königsstuhl Rügen © Pixabay

Das Highlight der Insel thront im Nationalpark Jasmund an der Ostsee-Küste. Der eindrucksvolle Kreidefelsen „Königsstuhl“ ragt fast 120 Meter gen Himmel und diente bereits unzählige Male als Foto- oder Landschaftsmotiv. Bisher gewährte eine Aussichtsplattform einen atemberaubenden Blick auf den berühmten Felsen. Um die strapazierte Kreide zu entlasten, wurde sie jedoch jüngst geschlossen. Die Stadt Sassnitz baut nun eine neue schwebende Fläche mitsamt Wanderstrecke. Der mehr als 7,5 Millionen Euro „Königsweg“ soll noch im Sommer 2022 eröffnet werden.

Prora: Neues Leben im Beton-Koloss

Prora Rügen © Pixabay

Lange hat die Gemeinde Binz mit der Vergangenheit der Anlage von Prora gehadert. Einst von den Nationalsozialisten als Ferienanlage und für Propaganda-Zwecke geplant, entstand hier in den 1940er-Jahren ein kolossaler Komplex mit Platz für Tausende Menschen. Doch Urlauber sind nie gekommen. Stattdessen beherbergten die Betonblöcke Polizei und Wehrmacht und nach dem Kriegsende Vertriebene und Streitkräfte der Roten Armee, NVA und Bundeswehr. Erst seit den 1990er-Jahren widmet man sich der Anlage mit neuer Aufmerksamkeit, eine Jugendherberge und ein Dokumentationszentrum wurden gebaut, Festivals und Outdoor-Aktivitäten gefördert. Mittlerweile sind auch Investoren interessiert: In den einst maroden Klötzen entstehen luxuriöse Ferienwohnungen und am Strand eine neue Promenade mit viel Gastronomie.

Gleich hinter dem feinen Sandstrand von Prora beginnt der dichte Buchenmischwald, dessen satte Vegetation typisch für die größte deutsche Insel ist. Seit 2013 informiert ein Naturerlebniszentrum über das Ökosystem im Osten von Rügen. Ein erhabener Blick eröffnet sich von der Aussichtsplattform des Baumwipfelpfades, der sich auf einer Länge von 1250 Metern durch die Natur schlängelt und an einen Adlerhorst erinnert. Neben Führungen bietet das Naturerbe Zentrum Veranstaltungen wie Waldolympiaden, Vogel-Touren und Geocaching-Schnitzeljagden an.

Sehenswürdigkeiten auf Rügen: Seebrücke Sellin

Seebrücke Sellin Rügen © Christopher Beddies/Unsplash

Wohl kaum ein Ort ist so ikonisch für die Insel Rügen wie die Seebrücke von Sellin. 1906 entstand an dieser Stelle erstmals eine Brücke, doch Wellen, Brände und Eis ließen die Konstruktionen immer wieder in die Ostsee stürzen. Die Brücke in ihrer heutigen Form und das Restaurant wurden 1998 eröffnet. Sehenswert ist auch die die Gondel am Ende des Stegs, die mit Besuchern in die Ostsee abtaucht. Im vorderen Teil bewirtet das Lokal Gäste mit Fischspezialitäten und lokalen Gerichten. Besonders stimmungsvoll ist es am Abend, wenn die „Feine Dame“, wie die Brücke auch genannt wird, hell erleuchtet.

Binz: Bezaubernde Bäderarchitektur

Rügen Binz © Tobias Eichert/unsplash

Das größte Seebad der Insel begeistert mit seiner Eleganz. Entlang der Promenaden und Alleen strahlen die weißen Villen im die Wette, maritime Muster finden sich in Restaurants, auf Strandkörben und in Boutiquen. Am feinen Sand und der historischen Architektur mit den verzierten Veranden und Balkonen mag man sich kaum sattsehen. Rund um den Kurplatz mit Bänken, Cafés und Ständen wird es in den Sommermonaten voll, wer es ruhiger mag, kann auch in der zweiten Reihe Schmuckstücke entdecken oder im Park der Sinne am Schmachter See tief Luft holen.

Jagdschloss Granitz: Fürstlicher Ausflug

Rügen Jagdschloss Granitz © Pixabay

Zartes Rosa, leichtes Mint: Wie ein Zuckerwatteschloss sitzt das historische Gebäude auf einer Hügelkuppe im Buchenwald der Granitz. „Die Krone Rügens“ entstand im 18. Jahrhundert, ihr Stil ist angelehnt an die Renaissance-Bauten Norditaliens. Heute zeigen mehrere Ausstellungen Mobiliar, Kunst und Jagdutensilien aus der Zeit. Wer schwindelfrei ist, kann sich über eine gusseiserne Treppe mit 154 Stufen einen Weg nach oben bahnen. Von der Turmspitze des Jagdschloss Granitz reicht der Blick bei klarer Sicht bis nach Usedom.

Kap Arkona: Ausblick im Norden

Kap Arkona Rügen © Pixabay

Ein Farbspektakel ist die nordöstlichste Spitze der Insel vor allem im Frühsommer, wenn die Rapsfelder in voller Blüte stehen, das Gras sprießt und die Ostsee dunkelblau schimmert. Nicht nur die Natur überzeugt: Zwei Leuchttürme, ein Peilturm, ein NVA-Bunker, Reste einer slawischen Burg und Orte der Einkehr machen das Kap Arkona zu einer beliebten Sehenswürdigkeit von Rügen. Wer den einstigen Marine-Peilturm erklimmt, kann mitunter bis nach Dänemark blicken.

Rasender Roland: Historie auf Schienen

Rasender Roland Rügen © Pixabay

Schon aus der Ferne ist er kaum zu überhören: Zischend und klappernd, quietschend und tutend rollt der „Rasende Roland“ über die Ostsee-Insel. Die historische Schmalspurbahn aus dem 19. Jahrhundert mit der rot-schwarzen Dampflok fährt heute von Putbus über Binz, Sellin und Baabe bis nach Göhren. Sie ist nicht nur ein beliebtes Verkehrsmittel für Urlauber sondern auch ein spannendes Museum auf Schienen mit historischem Speisewagen und Aussichtswaggon.

Im Bereich der Schmalen Heide unweit von Prora liegt ein Meer aus Steinen. Sturmfluten haben die Feuersteine vor rund 4000 Jahren aus den Kalkfelsen der Insel in den Waldstreifen gespült, hier liegen sie bis heute. Auch Fossilien und die sogenannten Hühnergötter – Steine mit natürlich entstandenen Löchern – verstecken sich auf den weiten Feldern. Sie sehen nicht nur besonders aus, sondern sollen gleichzeitig Glück bringen. Vom Parkplatz Neu Mukran aus lässt sich der Besuch bestens mit einer Wanderung kombinieren.

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