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Sehenswürdigkeiten

Königsstuhl Skywalk: Neue Attraktion auf Rügen eröffnet

Die beliebte Ostsee-Insel Rügen ist um eine Sehenswürdigkeit reicher: Nach zwei Jahren Bauzeit hat an den ikonischen Kreidefelsen der „Königsweg“ eröffnet. Erste Eindrücke des neuen Skywalks.

Zwei Jahre lang wurde rund um den Königsstuhl auf der Insel Rügen kräftig gearbeitet. In dieser Zeit mussten Besucher:innen auf den wohl berühmtesten Ausblick der Insel verzichten. Für mehrere Millionen Euro haben die Stadt Sassnitz und das Land Mecklenburg-Vorpommern hier eine neue Sehenswürdigkeit der Superlative errichten lassen.

Das neue Panorama ist umso spektakulärer: Über den Kreidefelsen von Rügen schwebt jetzt der sogenannte „Königsweg“, ein Skywalk, der Urlauber:innen eine sensationelle Sicht auf die Ostsee und die weißen Klippen beschert. Wir stellen die neue Attraktion vor.

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Rügen: Neuer Skywalk über dem Königsstuhl

Der neue Skywalk auf Rügen kurz vor der Eröffnung © IMAGO / Frank Ossenbrink
Der Skywalk auf dem Königsstuhl kurz vor der Eröffnung

Am 22. April hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die neue Aussichtsplattform samt Skywalk eröffnet. Die neue Attraktion wurde in zweijähriger Bauzeit aufwendig über dem größten Fels der Küste, dem sogenannten Königsstuhl, installiert. Ab sofort können Besucher:innen den Ausblick auf die Kreidefelsen von Rügen auf dem 185 langen elllipsenförmigen Rundweg genießen. 

„Ich bin überzeugt: Der Skywalk wird ein neuer Besuchermagnet und das nicht nur zur Hochsaison“, sagte Schwesig an dem für sie „historischen Termin“. Am Ende des Eröffnungstages seien bereits 2.500 Besucher:innen gezählt worden und auch am zweiten Tag spazierten laut Angaben des Nationalpark-Zentrums viele Gäst:innen über den neuen Skywalk.

Königsweg schützt Kreidefelsen vor Erosion

Blick von der Ostsee auf die Kreidefelsen von Rügen © IMAGO / Eberhard Thonfeld
Die beeindruckenden Kreidefelsen sind eine Attraktion der Insel Rügen.

Der sogenannte Königsweg wird von einem riesigen Abspannmast gehalten und schwebt über dem 118 Meter hohen Königsstuhl, dem größten Kreidefelsen Deutschlands. Die neue Plattform sei ein Himmelsweg, der seinesgleichen suche, und gebe den Blick frei auf Ostsee, Kreideküste und Kliffhangwälder, sagte Schwesig. „Ich bin sicher, wer einmal auf dem Skywalk war, wird diesen bezaubernden Anblick für immer in seinem Herzen tragen. Hier kommen Himmel und Wasser zusammen.“

Der bisherige Aussichtspunkt auf dem Felsen war im vergangenen September abgesperrt worden, um das Areal vor Erosion zu schützen. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich nach Angaben aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium auf rund 11,37 Millionen Euro.

Rügens Nationalpark-Zentrum wiedereröffnet

Der neue Skywalk gibt den Ausblick auf den Königsstuhl frei © IMAGO / Frank Ossenbrink
Der neue Rundgang „Königsweg“ eröffnet einen spektakulären Blick auf die Kreidefelsen.

Zeitgleich mit der Eröffnung des Skywalks wurde nach fünfmonatiger Umbauzeit die modernisierte Ausstellung des Nationalpark-Zentrums Jasmund wiedereröffnet. Im Sommer 2023 soll die Neugestaltung des Außengeländes etwa mit dem Bau von fünf neuen Entdeckerstationen und einem Nationalpark-Parcours in Angriff genommen werden. „Pünktlich zum 20. Jubiläum des Hauses im kommenden Jahr soll dann alles fertiggestellt sein“, sagte Nationalpark-Geschäftsführer Mark Ehlers.

Geschichte des Königsstuhls

Der Königsstuhl und die Kreidefelsen von Rügen zählen zu den bekanntesten Naturwundern von Deutschland. Den Königsstuhl besuchen nach Angaben des Nationalpark-Zentrums jährlich etwa 300.000 Menschen. Die erdgeschichtliche Historie der weißen Küste reicht bis in das Maastrichtium zurück, also um die 70 Millionen Jahre. Gletschermassive formten die beeindruckende Steilküste, deren Kreide die Ostsee hier mitunter türkis färbt.

Die erste bekannte Erwähnung des Königsstuhls stammt laut Nationalpark Jasmund aus dem Jahr 1584. Woher der Name der berühmten Formation rührt, ist bis heute allerdings nicht gänzlich geklärt. Etwa im späten 17. bis 18. Jahrhundert hat auf Rügen und entlang der Kreidefelsen der Tourismus eingesetzt. 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckten auch Künstler:innen der Romantik diesen eindrucksvollen Ort – weltberühmt ist etwa das Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ (1818) von Caspar David Friedrich, das den Ausblick auf die weiße Küste zeigt.

Naturschutz im Nationalpark Jasmund

Die ersten Besucher:innen haben den Skywalk bereits erkundet © IMAGO / Frank Ossenbrink
Bereits in den ersten Tagen hat der Skywalk viele Besucher:innen angezogen.

Die Kreidefelsen sind Teil des Nationalparks Jasmund, der 1990 initiiert wurde. Seither steht die Gegend unter strengem Schutz. Neben der Küste setzt sich Deutschlands kleinster Nationalpark aus Mooren und Wiesen zusammen. Teil des Nationalparks ist zudem ein Buchenwald, der 2011 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet wurde.

Die größte Bedrohung für das Wahrzeichen der Insel Rügen ist die dauerhafte Erosion der Felsen. Als Folgen von Stürmen und Fluten brechen immer wieder größere Felsstücke ab. 

Auch Menschen, die sich abseits der Wege begeben, bergen Gefahren für die Kreidefelsen. Der Nationalpark mahnt Besucher:innen deshalb, sich ausschließlich auf ausgewiesenen Routen und in sicherem Abstand zur Abbruchkante zu bewegen. 

Anreise, Tickets und Infos zum Königsweg

Der neue Skywalk ist Teil des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. Eine 2.000 Quadratmeter große Ausstellung informiert über Flora und Fauna der Halbinsel Jasmund sowie die Geschichte und die Eigenschaften der Kreidefelsen. Auch interaktive Angebote für Kinder sowie Führungen und Veranstaltungen sind Teil des Programms. Wer hungrig wird, findet im Bistro mit Sonnenterrasse ein saisonales Speiseangebot.

Das Nationalpark-Zentrum hat ganzjährig (außer Heiligabend) für Besucher:innen geöffnet – in den Sommermonaten Juni bis August zwischen 9 und 19 Uhr, im April, Mai, September und Oktober bis 18 Uhr und von November bis März zwischen 10 und 17 Uhr. Tickets für Erwachsene kosten zwölf Euro, Tickets für Kinder zwischen 6 und 14 Jahre sechs Euro. Weitere Ermäßigungen gibt es unter anderem mit DB-Fernverkehrtickets, Kurkarten oder als Familie. 

Aus Naturschutzgründen ist die Anfahrt per Auto nicht möglich. Stattdessen können Besucher:innen per öffentlichem Bus oder Reisebus anreisen. Auch zu Fuß oder per Rad ist der Weg passierbar. Vom Bahnhof Sassnitz pendelt die Buslinie 23 zum Königsstuhl, alternativ fährt die Buslinie 19 vom kostenpflichtigen Parkplatz in Hagen bis zum Nationalpark-Zentrum. 

Angeleinte Hunde sind auf dem Gelände des Nationalpark-Zentrums erlaubt. Lediglich in die Ausstellung und in die Kinoräumen dürfen Vierbeiner nicht mit. Besucher:innen können ihre Tiere währenddessen an der Hundebar anleinen.

- mkr mit dpa

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