Besondere Himmelsphänomene 2026: Welche Ereignisse Sie nicht verpassen sollten

Lichtschweife am Nachthimmel, gigantische Supermonde und sogar eine partielle Sonnenfinsternis: 2026 ist viel los am Himmel. Ein Überblick.
Text Milena Härich
Datum01.01.2026

Auch 2026 ziehen wieder zahlreiche Meteorströme – von den Quadrantiden bis zu den Geminiden – über den Nachthimmel. Daneben werden mehrere Supermonde, eine partielle Sonnenfinsternis und eine partielle Mondfinsternis erwartet. Manche Himmelsereignisse sind in unseren Breitengraden nur eingeschränkt sichtbar, bei anderen Phänomenen haben wir stundenlang Zeit für Beobachtungen.

Besondere Himmelsereignisse im Jahr 2026 – und was es mit Ihnen auf sich hat – verraten wir Ihnen hier. 

28. Dezember 2025 bis 12. Januar 2026: Die Zeit der Quadrantiden

Die Quadrantiden sind der erste Meteorstrom des Jahres und ziehen immer Anfang Januar über den Sternenhimmel. Verantwortlich für diesen Sternschnuppenschauer ist der Asteroid 2003 EH1. Weil ihr Radiant, also der Ort, aus dem die Sternschnuppen zu entströmen scheinen, das Sternbild Mauerquadrant ist, wurden sie auf den Namen Quadrantiden getauft. Der Mauerquadrant gehört zum größeren Sternbild Bärenhüter.

Die Quadrantiden erreichen eine ZHR (= Zenital Hourly Rate) von bis zu 100. Das bedeutet, dass Beobachtende pro Stunde bei klarem Himmel und den optimalen Bedingungen – wenn der Radiant im Zenit steht – 100 Sternschnuppen sehen könnten. Im Jahr 2026 sind die Bedingungen für die Quadrantiden-Beobachtung leider nicht sehr günstig: Sie fallen in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar – dem Maximum des Sternschnuppenschauers – mit dem ersten Supermond des Jahres zusammen, das grelle Mondlicht erschwert die Beobachtung. Außerdem geht der Mond bereits gegen 21 Uhr unter.

Besondere Himmelsereignisse: Supermonde 2026

Die beste Aussicht auf den Supermond gibt es an besonders dunklen Orten.

Ein Supermond findet in der Regel drei- bis viermal pro Jahr statt. Eine bestimmte Supermond-Position hingegen wiederholt sich etwa alle 13 bis 14 Monate, das heißt, dass der Vollmond dann wieder in einer ganz ähnlichen Entfernung zur Erde auftritt.

Als Supermond bezeichnet man einen Vollmond, der der Erde besonders nahe ist; er erreicht also den erdnächsten Punkt (Perigäum). Deshalb sieht der Mond zu diesem Zeitpunkt besonders groß aus und gibt ein faszinierendes Bild ab. Darüber hinaus erscheint der Trabant dann auch heller: Uns erreicht nämlich auf der Erde rund 30 Prozent mehr von seinem Licht. Im Jahr 2026 kommt es zu diesem Spektakel zum ersten Mal am 3. Januar. Der Januar-Supermond wird häufig auch „Wolfsmond" genannt, ein Titel, der von nordamerikanischen Ureinwohnern kommt: In den eisig kalten Nächten im Januar heulten die Wölfe dort besonders oft, daher der Name.

Weitere Supermonde sind 2026 sowohl am 24. November als auch am 24. Dezember am Himmel zu sehen.

Hier erfahren Sie mehr über das Phänomen Supermond.

14. bis 30. April 2026: Der Meteorstrom der Lyriden

Alljährlich im April erscheinen die Lyriden am Himmel, deren Ursprung der Komet Thatcher (C/1861 G1) ist. Ihr Radiant liegt im Sternbild Leier (lat.: Lyra). Die Lyriden sind der Meteorstrom, über den die frühesten Beobachtungen vorliegen: Bereits im Jahr 687 v. Chr. fanden die ersten Aufzeichnungen über diesen Schauer statt. 

Meistens haben die Lyriden eine durchschnittliche ZHR von 10 bis 25 – besonders viele Sternschnuppen sind also nicht sichtbar. Immer wieder wird aber auch eine deutlich höhere ZHR beobachtet – ein Blick in den Nachthimmel lohnt sich also. Besonders am 22. April 2026, wenn die Sternschnuppen ihr Maximum erreicht haben und nicht viel Mondlicht in die Quere kommt.

31. Mai 2026: Blauer Mikromond/Blue Moon

Das Phänomen, dass es zwei Vollmonde in einem Kalendermonat gibt, beobachten wir nur etwa alle zweieinhalb Jahre, und wird „Blue Moon" genannt. Nicht, weil der Vollmond blau erscheinen würde, sondern weil man im Englischen von „once in a blue moon" spricht, was vergleichbar mit unserer Redewendung „alle Jubeljahre einmal" ist. Der Blue Moon am 31. Mai ist außerdem ein Mikromond, da er sehr weit von der Erde entfernt ist und damit als kleinster Vollmond des Jahres 2026 gilt. Er ist weltweit sichtbar.

17. Juli bis 24. August 2026: Die Perseiden ziehen über den Himmel

Die Perseiden ziehen alljährlich im Sommer über den Himmel.

Der wohl bekannteste Meteorstrom – und aufgrund des Zeitpunkts auch der am meisten beobachtete – ist der der Perseiden. Jedes Jahr tauchen die Sternschnuppen der Perseiden im Juli und August am Himmel auf, bei optimalen Bedingungen können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Auch sie verdanken ihren Namen ihrem Radianten, dem Sternbild Perseus. Ihre Quelle liegt im Kometen 109P/Swift-Tuttle: Jedes Jahr im Sommer durchquert die Erde auf ihrer Umlaufbahn nämlich dessen Trümmerteile. 

Die Perseiden sind in unseren Breitengraden in der Regel gut zu beobachten. 2026 sind die Beobachtungsbedingungen besonders gut, denn der Mond kommt den Perseiden nicht in die Quere, der Himmel ist außergewöhnlich düster. So werden auch die nicht ganz so hellen Sternschnuppen sichtbar. Auch in den Nächten zuvor können schon einige Sternschnuppen beobachtet werden, insbesondere bei klarem Himmel.

Mehr über die Perseiden lesen Sie hier.

12. August 2026: Totale/partielle Sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis ist ein besonderes Spektakel – 2026 können wir eine partielle Finsternis am 12. August beobachten.

Am 12. August 2026 sehen etwa die Bewohner Spaniens, Portugals, Islands und Grönlands eine totale Sonnenfinsternis. In Deutschland ist das Phänomen nur als partielle Finsternis sichtbar, in Hamburg beispielsweise ab 19:14 Uhr am Abend. Die partielle Sonnenfinsternis fällt somit mit dem Maximum der Perseiden zusammen. Interessant: Eine totale Sonnenfinsternis ist in Deutschland erst im Jahr 2081 wieder zu sehen.

Tipp: Auch bei einer partiellen Sonnenfinsternis sollten Beobachtende nicht mit bloßen Augen oder einer Sonnenbrille zuschauen. Am sichersten ist das Tragen einer Sonnenfinsternisbrille oder das Beobachten aus einem Planetarium heraus.

Zur Erklärung: Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich die Sonne, der Mond und die Erde im Weltraum auf einer Linie befinden und sich der Schatten des Mondes über die Erde legt – entweder total oder partiell. Dann werden die Sonnenkorona und die umliegenden Sterne sichtbar.

28. August 2026: Partielle Mondfinsternis

Am 28. August kommen wir in den europäischen Breitengraden in den Genuss einer partiellen Mondfinsternis. Allerdings sind die Beobachtungsbedingungen nicht ideal: Zu dem Zeitpunkt, wenn die Finsternis ihr Maximum erreicht – um 6:13 Uhr am Morgen –, dämmert es bereits, um 6:29 Uhr geht der Mond dann auch schon unter. 

2. Oktober bis 7. November 2026: Sternschnuppenschauer Orioniden

Der Sternschnuppenschauer namens Orioniden dauert besonders lange an, vom 2. Oktober bis zum 7. November. Er teilt sich seinen Ursprungskometen 1P/Halley übrigens mit den Eta-Aquariiden, die bereits im April und Mai stattfinden. 

Die Orioniden gehören zu den fünf aktivsten Sternschnuppenschauern; ihren Höhepunkt erreichen sie in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2026. An diesem Tag nimmt der Mond gerade zu, deshalb sind die Orioniden in der ersten Nachthälfte nicht besonders gut sichtbar. Wer bis kurz vor Sonnenaufgang wartet, hat bessere Chancen. Aber auch in den Tagen rundherum sollten sie einen Blick zum Himmel und zum Sternbild Orion, ihrem Radianten, werfen.

6. bis 30. November 2026: Die Leoniden

Sehr bekannt sind auch die Leoniden, die alljährlich im November am Himmel zu sehen sind. Ihr Ursprung: Der Komet 55P/Tempel-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn um die Sonne etliche Meteoroiden abstößt. Ihr Radiant liegt, wie der Name schon vermuten lässt, im Sternbild des Löwen. 

Die Besonderheit der Leoniden: Sie sind extrem schnell und rauschen geradezu über den Himmel. Sie tauchen mit einer Geschwindigkeit von rund 72 km/h in die Erdatmosphäre ein. Trotzdem sind die Leoniden ein eher schwacher Meteorstrom. Ob zu ihrem Höhepunkt in der Nacht vom 17. auf den 18. November 2026 überhaupt viele Sternschnuppen zu sehen sind, ist daher fraglich. 

Es gibt aber immer wieder größere Ausbrüche; beispielsweise waren im Jahr 2022 rund 250 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar. Forschende weisen auch darauf hin, dass der Ursprungskomet im Jahr 2031 wieder die Umlaufbahn der Sonne kreuzt – in den darauf folgenden Jahren wird die Aktivität der Leoniden daher deutlich ansteigen. 

4 bis 17. Dezember: Die Geminiden

Ein alljährliches Himmelsereignis sind auch die Geminiden, die 2026 vom 4. bis zum 17. Dezember zu sehen sind. Sie gelten als stärkster Meteorstrom des Jahres, werden in der Regel aber aufgrund der Jahreszeit dennoch seltener beobachtet als die Perseiden. 

Sie dringen viel langsamer in die Erdatmosphäre ein als etwa die Perseiden oder die Leoniden und ziehen deshalb keinen Lichtschweif hinter sich her, sondern erzeugen vielmehr ein Aufblitzen. Außerdem sind die Sternschnuppen besonders hell. Den Höhepunkt haben die Geminiden im Jahr 2026 am 16. Dezember. Weil die Mondsichel dann gerade am Abnehmen ist, ist der Himmel sehr dunkel – beste Bedingungen. Mehrere Stunden lang können rund 100 Sternschnuppen pro Stunde gesichtet werden.

Der Radiant der Geminiden liegt – wenig überraschend – im Sternbild Zwillinge (lat.: „géminī“). In diesem Fall gibt es keinen Ursprungskometen, sondern einen Asteroiden: Der Phaeton ist verantwortlich für diesen Meteorstrom. 

Raumfahrtmissionen 2026: Diese Ereignisse ziehen Aufmerksamkeit auf sich

Auch die Raumfahrt liefert 2026 spektakuläre Einblicke ins All: Mit Artemis II umkreist erstmals seit den Apollo-Missionen wieder eine bemannte Crew den Mond. Vier Astronauten – drei von der NASA und ein Kanadier – absolvieren einen rund zehntägigen Flug, bei dem sie das Raumschiff Orion unter realen Bedingungen testen. Dabei fliegen sie über 7.500 Kilometer über die Rückseite des Mondes hinaus und erhalten einen einzigartigen Blick auf Erde und Mond zugleich – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur geplanten Mondlandung mit Artemis III im Jahr 2027. 

Parallel dazu verfolgt China mit Chang’e 7 ehrgeizige Ziele am Mond-Südpol: Ein komplexes System aus Orbiter, Lander, Satellit, Rover und Flugsonde soll dort nach Wassereis und nutzbaren Ressourcen suchen und neue Technologien wie intelligente Roboter erproben – wichtige Voraussetzungen für eine spätere dauerhafte Präsenz. 

Noch weiter hinaus geht die europäisch-japanische Mission BepiColombo: Nach jahrelanger Reise erreicht sie im November 2026 den Merkur. Erstmals schwenken zwei Orbiter in seine Umlaufbahn ein, um den bislang kaum erforschten innersten Planeten zu vermessen, sein Magnetfeld zu analysieren und detaillierte Karten seiner Oberfläche zu erstellen.