Berlin © Lukas Spörl
Städtereisen

Mit der U-Bahn zu Berlins Top-Sehenswürdigkeiten

Bundestag, Brandenburger Tor, Museumsinsel – die neue U5 verbindet Berlins große Sehenswürdigkeiten und zeigt trotzdem eine andere Seite der Hauptstadt. Der Weg führt von Mitte zu den schönsten Zielen im Osten: Tierpark Friedrichsfelde und Gärten der Welt.

Berliner Dom: Glanzvoll wie ein Palast

Berliner Dom © Lukas Spörl

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ließ Kaiser Wilhelm II. den Dom nach Entwürfen von Julius Carl Raschdorff errichten: im Stil der italienischen Hochrenaissance mit mächtiger Kuppel und vier Ecktürmen. Ein besonderes Erlebnis ist ein Rundgang über den Ring, der die Kuppel umgibt – auf dem Weg dorthin zeigt der Dom seine ganze Grandezza. Erst geht es durch den prachtvoll dekorierten Kirchenraum, dann durch ein weitläufiges Treppenhaus, vorbei an der einstigen Kaiserloge und einem Museum, das die Geschichte des Gebäudes dokumentiert.

Oben fällt der Blick auf die Museumsinsel, den Lustgarten, das Humboldt-Forum und weit über die Dächer der Stadt.

Haltestelle: Museumsinsel
www.berlinerdom.de

Reichstagsgebäude: Der Kuppel-Kompromiss

Reichstagsgebäude © Philip Koschel

Das Gebäude für den Bundestag war ein hart umkämpfter Kompromiss. Stararchitekt Norman Foster hatte das alte Gebäude in seinem ersten Entwurf noch mit einem Baldachin überzogen. Eine Kuppel, wie der Reichstag sie bei seiner Einweihung 1894 hatte, lehnte Foster ab. Die Parlamentarier aber bestanden darauf. Also machte Foster neue Entwürfe, bis am Ende das heutige Exemplar herauskam. In der Mitte befindet sich ein trichterförmiges Lichtumkehrelement, dessen 360 Spiegel das Sonnenlicht in den Plenarsaal reflektieren.

Der Besuch von Kuppel und Dachterrasse ist nur nach Anmeldung möglich, am besten frühzeitig über die Website.

Haltestelle: Bundestag
www.bundestag.de/besuche

Brandenburger Tor: Trennung und Freiheit

Brandenburger Tor © Lukas Spörl

Ob Public Viewing zum WM-Finale oder Silvesterfeier: Was mit Bedeutung aufgeladen ist, findet vor dem 26 Meter hohen Wahrzeichen statt. Schon 1791 wurde es fertiggestellt. Bis 1989 war das Tor ein Symbol der Trennung, seit dem Fall der Mauer ist es ein Symbol der Freiheit.

Wer heute am Brandenburger Tor mal ein paar Minuten für sich braucht, findet im Nordflügel den „Raum der Stille“. Betrieben wird er von einem Verein, der sich für mehr Ruhe in der Hektik der Großstadt einsetzt.  

Haltestelle: Brandenburger Tor

Alexanderplatz: Ikonische Weltzeituhr

Alexanderplatz © Lukas Spörl

Der erste Bauabschnitt der U5 wurde bereits 1930 fertiggestellt und führte vom Alexanderplatz nach Friedrichsfelde. Bis etwa 1850 befanden sich hier ein Marktplatz und ein Exerzierplatz für das Militär. Mit der Errichtung des Bahnhofs im Jahr 1882 und der Eröffnung eines Kaufhauses 1911 näherte sich der Platz seinem jetzigen Charakter an. Noch heute wird er von Einkaufzentren und Geschäften gesäumt, viele Reisende bestaunen hier DDR-Ikonen wie die Weltzeituhr. Sehenswert: Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die im Stil der norddeutschen Backsteingotik gestaltete St. Marienkirche.

Haltestelle: Alexanderplatz

U-Bahn Museumsinsel: Rekord-Vereisung

Museumsinsel U5 © C.mulinarius/visitBerlin

Hier ist die Haltestelle selbst eine besondere Sehenswürdigkeit. Da der Boden unter Berlin sandig und weich und die Station unter dem Spreekanal obendrein feucht ist, fragten sich viele: Wie soll man da einen Tunnel graben? Die Lösung: Man fror den Boden ein – zu einem Block von etwa 100 Metern Länge, 28 Metern Breite und zehn Metern Höhe. Es war die bislang größte Vereisung in einer europäischen Stadt.

An der Decke der Haltestelle funkeln heute 6662 Lichtpunkte auf einem dunkelblauen Untergrund. Das Design zitiert damit das Motiv, mit dem der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel im Jahr 1816 sein Bühnenbild zu Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ schmückte.

Haltestelle: Museumsinsel
www.projekt-u5.de

Rotes Rathaus

Rotes Rathaus U5 © C.mulinarius/visitBerlin

Wegen seiner Fassade aus roten Ziegelsteinen wird das Berliner Rathaus mit seinem 74 Meter hohen Turm auch „Rotes Rathaus“ genannt. Es wurde im Stil der Neorenaissance erbaut und 1869 fertiggestellt. Hier wurden für die Fernsehserie „Babylon Berlin“ die Sequenzen im Polizeipräsidium gedreht.

Die neue Haltestelle Rotes Rathaus der U5 zitiert Elemente eines Rathauses aus dem Mittelalter, das hier bei archäologischen Arbeiten entdeckt wurde. Die Köpfe der Stützen verbreitern sich nach oben in Trichterform und ähneln damit der Linienführung eines gotischen Gewölbes.

Haltestelle: Rotes Rathaus

DDR-Museum: Lehrreich und unterhaltsam

Trabisimulation im DDR Museum © DDR Museum, Berlin 2021

Die Abbildung der Lebensbereiche in der DDR ist vielfältig, vom originalgetreu nachgebauten Kinder- und Wohnzimmer über Informationen zu Handel, Wirtschaft und Beruf bis zu Technik und Wissenschaft. Das Museum zeigt auch die Kontrolle und Drangsalierung der Bürgerinnen und Bürger durch die Arbeit des Staatssicherheitsdienstes. Insgesamt ist das DDR-Museum damit ein lehrreicher, aber auch unterhaltender Ort, besonders für Familien.

Haltestelle: Museumsinsel oder Rotes Rathaus
www.ddr-museum.de

Karl-Marx-Allee: Monumental breitschultrig

Die Kreuzung an der Haltestelle Frankfurter Tor wird gerahmt von den hohen Türmen zweier Eckbauten der Karl-Marx-Allee. Der Bau der Parade-Straße war ein gigantisches Projekt: Von 1952 bis 1960 dauerten die Arbeiten, 38 Millionen Ziegel wurden für die mehr als 2700 Wohnungen verbaut. Ein Spaziergang, auf dem man die ganze sozialistische Breitschultrigkeit dieses Boulevards gut spüren kann, beginnt am Frankfurter Tor. Sie führt nach Westen unter schattigen Bäumen vorbei an Geschäften mit riesigen Schaufenstern und gemütlichen Restaurants, vor denen man im Sommer schön draußen sitzen kann.

Haltestelle: Frankfurter Tor

Tierpark Friedrichsfelde: Groß und artenreich

Eisbär Tierpark Berlin © Tierpark Berlin

Es gibt in Berlin einen Tiergarten, das ist der Park rund um die Siegessäule. Und dann gibt es noch den Zoo am Bahnhof Zoo. Und was ist dann der Tierpark? Die Antwort: Nach der Teilung Berlins gründete Ost-Berlin seinen eigenen Zoo. 1955 wurde die Anlage im Park von Schloss Friedrichsfelde eröffnet, heute ist der Tierpark mit einer Fläche von 160 Hektar der größte Landschaftstiergarten in Europa. Etwa 9000 Tiere leben auf dem Areal. Der Tierpark ist beteiligt an mehreren Artenschutzprogrammen: Streifenhyänen, Kaiseradler, Eisbären und viele andere.

Haltestelle: Tierpark
www.tierpark-berlin.de

Kienberg und Gärten der Welt

Kienberg © Ole Bader/Grün Berlin

Eine Seilbahn führt von der U-Bahn-Station Kienberg über das einstige Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) auf den 110 Meter hohen Kienberg, dann weiter hinab zu den Gärten der Welt. Die wurden 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins eingerichtet und haben bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren: Auf einer Fläche von 43 Hektar schaffen verschiedene Gärten das Flair entfernter Länder, darunter etwa ein Irrgarten im Stil des Hampton Court bei London und ein koreanischer Garten mit Toren und Höfen. Am beeindruckendsten ist vielleicht der chinesische Garten, für den alle Hölzer, Steine und Skulpturen in 18 Containern auf dem Seeweg nach Deutschland verschickt wurden.

Haltestelle: Kienberg (Gärten der Welt)
www.gaertenderwelt.de

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