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Kultur

Pergamonmuseum Berlin schließt bis 2027: Die letzte Möglichkeit für den Besuch

Am 23. Oktober 2023 schließt das „Pergamonmuseum“ in Berlin für vier Jahre seine Türen. Vor der Schließung gelten erweiterte Öffnungszeiten für den Besuch der Ausstellungen. Alle Infos finden Sie hier.

Text Milena Härich
Datum 17.09.2023

Das Pergamonmuseum in Berlin zählt zu den bedeutendsten Museen der Hauptstadt. Seit 1999 ist das Gebäude-Ensemble UNESCO-Welterbe. Die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst, allesamt im Pergamonmuseum angesiedelt, locken jährlich Hunderttausende Besucher:innen auf die Museumsinsel. Zu den berühmtesten Ausstellungsstücken zählen zum Beispiel das Ischtar-Tor und der Pergamonaltar. 

Bereits seit 2013 laufen Renovierungsarbeiten im Pergamonmuseum auf Hochtouren, der Nordflügel und der Pergamonaltar sind daher schon seit Längerem nicht mehr zugänglich. 2023 schließt das Museum dann für mehrere Jahre komplett. Interessierte sollten jetzt also die letzte Chance ergreifen, um den Südflügel mit dem Ischtar-Tor und der Prozessionsstraße von Babylon sowie viele weitere Ausstellungsstücke zu bestaunen. Wir geben Tipps für den Besuch – und zeigen Alternativen für die kommenden Jahre auf.

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Pergamonmuseum Berlin: Schließung steht kurz bevor

Besucher:innen im Pergamonmuseum Berlin © IMAGO/Jürgen Ritter
Das Pergamonmuseum zieht jährlich Hunderttausende von Besucher:innen in seinen Bann.

Dem Pergamonmuseum in Berlin steht eine Grundinstandsetzung bevor. Schon seit 2013 widmet man sich dem Bauabschnitt A, der den Nordflügel, den Hellenistischen Saal und den Saal mit dem beliebten Pergamonaltar umfasst. Ab dem 23. Oktober 2023 wird dann auch Bauabschnitt B für die Öffentlichkeit geschlossen: der Südflügel inklusive Ischtar-Tor, Prozessionsstraße und dem „Museum für Islamische Kunst“ sowie der Saal mit dem Markttor von Milet. 

Ein Grund für die Komplettsanierung sind zum Beispiel feuchte Dächer und Fassaden, die teilweise auf Kriegsschäden am Gebäude zurückzuführen sind. In der Vergangenheit wurde sich darüber hinaus zu wenig um die Instandsetzung des Pergamonmuseums gekümmert, was nun weitreichende – und jahrelange – Folgen hat.

Außerdem soll der Bau um einen neuen Flügel erweitert werden. Weiterhin geplant ist der Ausbau der Verbindung zwischen Pergamonmuseum und Bode-Museum und dem Neuen Museum, außerdem soll die Außenanlage neu hergerichtet und der Pergamonsteg erneuert werden. 

Die schrittweise Wiedereröffnung des Pergamonmuseums ist ab 2027 geplant – zunächst soll der Nordflügel eröffnet werden, die Eröffnung des Südflügels als letzter Bauabschnitt ist derzeit erst für 2037 geplant. 

Verlängerte Öffnungszeiten im Pergamonmuseum

Bis zum 23. Oktober 2023 können sich Besucher:innen noch über verlängerte Öffnungszeiten freuen. Derzeit sind das folgende:

  • Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag: 9 bis 19 Uhr
  • Donnerstag: 9 bis 20 Uhr.

Ab dem 10. Oktober werden die Öffnungszeiten nochmals erweitert, bis das Museum dann endgültig schließen muss.

Tickets für das Pergamonmuseum Berlin

Aufgrund des zu erwartenden Besucheransturms ist es ratsam, die Tickets online mit Angabe eines Zeitfensters zu reservieren. So vermeiden Sie lange Schlangen vor Ort und haben garantierten Eintritt ins Museum. Das Zeitfenster bezieht sich hierbei nur auf den Einlass – Gäste können dann, so lange sie wollen, im Pergamonmuseum bleiben. 

Die Eintrittskarten sind jeweils vier Wochen im Voraus verfügbar und kosten 12 Euro pro Person, ermäßigt 6 Euro. Die Tickets gewähren Zugang zu allen zugänglichen Sammlungen und Ausstellungen des Pergamonmuseums.

Pergamonmuseum Berlin: Sammlungen und Highlights

Ischtar-Tor im Vorderasiatischen Museum, Pergamonmuseum Berlin © IMAGO/Funke Foto Services
Das Ischtar-Tor im Vorderasiatischen Museum ist Teil der Sonderausstellung „Liam Gillick – Filtered Time“.

Die Antikensammlung im Pergamonmuseum ist eine der wichtigsten Sammlungen für römische und griechische antike Kunst weltweit. Der Pergamonaltar (180-160 v. Chr.) mit hellenistischem Skulpturen-Fries ist ein Besuchermagnet, aber bereits seit mehreren Jahren aufgrund der Sanierung nicht zu besichtigen. Ein weiteres Highlight – und derzeit noch zugänglich – ist der Saal mit dem Markttor von Milet, das aus der Zeit um 100 n. Chr. stammt. 

Zu den beliebtesten Ausstellungsstücken im Vorderasiatischen Museum zählen das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße von Babylon, die noch bis zum 23. Oktober 2023 zu sehen sein werden. Insgesamt warten in diesem Teil des Museums rund 270.000 Ausstellungsstücke aus 6.000 Jahren Kulturgeschichte auf Besucher:innen – zu großen Teilen aus Mesopotamien, Syrien und Anatolien.

Auch das Museum für Islamische Kunst kann derzeit noch besucht werden. Archäologische Zeugnisse und architektonische Meisterwerke von muslimischen Völkern warten hier – zum Beispiel das Kalifenschloss Mschatta aus dem Jordanien der 740er Jahre oder das Aleppo-Zimmer aus Syrien. 

Derzeitige Ausstellungen im Pergamonmuseum Berlin

Bis zum 23. Oktober gibt es sowohl Dauerausstellungen als auch Sonderausstellungen im Pergamonmuseum zu sehen: 

  • Mit Pinsel und Qalam – Chinesisch-Arabische Kalligraphien von Haji Noor (bis 22.10.)
  • Liam Gillick – Filtered Time (bis 15.10.)
  • Traum und Trauma – Wiedereröffnung der Teppichsäle im Museum für Islamische Kunst (Dauerausstellung, bis 23.10.)
  • Transkulturelle Beziehungen, globale Biografien – islamische Kunst? (Dauerausstellung, bis 23.10.)

Übrigens: Es sind Audioguides in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Japanisch, Chinesisch, Polnisch und Griechisch verfügbar.

Wie komme ich zum Pergamonmuseum?

James-Simon-Galerie von Architekt David Chipperfield, Berlin © IMAGO/imagebroker
Die James-Simon-Galerie von Architekt David Chipperfield ist derzeit der einzige Eingang zum Pergamonmuseum.

Das Pergamonmuseum befindet sich auf der Berliner Museumsinsel. Sie können mit dem Pkw kommen, aber auch der Öffentliche Personennahverkehr in Berlin bringt Sie schnell zum Ziel – mit der U5 (Ausstieg Museumsinsel), der S-Bahn (Ausstieg Friedrichstraße oder Hackescher Markt), der Tram (bis zum Hackescher Markt) oder dem Bus (bis Staatsoper, Lustgarten oder Friedrichstraße).

Alternativen zum Pergamonmuseum Berlin

Aufgrund der langen Schließung des Pergamonmuseums haben die Betreibenden sich viele Gedanken um alternative Ausstellungsorte und -konzepte gemacht. So wird beispielsweise ein bedeutender Teil der Antikensammlung im Pergamonmuseum. Das Panorama, das seit 2017 auf der Museumsinsel entsteht, ausgestellt. 

Auch bedeutsame Ausstellungsstücke aus den anderen Sammlungen des Museums sollen weiterhin ausgestellt werden – an den unterschiedlichsten Orten. So werden zum Beispiel kleinere Ausstellungen im Hamburger Bahnhof und in vielen weiteren Berliner Museen stattfinden. Auch eine Kooperation mit dem Pariser Louvre ist geplant. 

Und wer bequem von zu Hause aus Kunst und Kultur genießen möchte, kann das im virtuellen Online-Rundgang der Dauerausstellung des „Vorderasiatischen Museums“ ab Winter 2023 tun. Das ist zugleich die letzte Chance, die Ausstellung in dieser Zusammensetzung zu bestaunen, denn das „Vorderasiatische Museum“ arbeitet derzeit schon am Konzept für die künftige Ausstellung, die nach der Neueröffnung zu sehen sein wird.

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