All-inclusive Luxuskreuzfahrt: Die Seven Seas Grandeur im Test

Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
Ultra-Luxus-Kreuzfahrten sind ein wachsender Markt. In Kombination mit All-inclusive entsteht ein Konzept, das ideal ist für anspruchsvolle Reisende, die keine Lust haben, wegen jeder Kleinigkeit mit einer Rechnung genervt zu werden. Bei der Reise mit der Seven Seas Grandeur wird einem das Kreuzfahrt-Leben herrlich leicht gemacht, und das auf sehr hohem Niveau.
Das Kreuzfahrtschiff Seven Seas Grandeur im Test

Ein Fabergé-Ei, besetzt mit Perlen und Brillanten, dreht sich funkelnd um sich selbst – nicht in einem Palast oder Museum, sondern auf See. An Bord der Seven Seas Grandeur, einem Luxusliner von Regent Seven Seas Cruises, ist das „Journey in Jewels“ das einzige dauerhaft auf einem Schiff ausgestellte Exemplar seiner Art. Doch selbst dieses kostbare Stück ist hier nur Statist, ebenso wie die rund 1.600 Kunstwerke an Bord, darunter Werke von Picasso im Steakrestaurant Prime 7 und in der 412 Quadratmeter großen Regent Suite und ein monumentaler Wandteppich des brasilianischen Künstlers Walter Goldfarb im Zentrum des Schiffs.
Seit Dezember 2023 kreuzt das Ultra-Luxus-Kreuzfahrtschiff mit bis zu 746 Gästen durch Mittelmeer, Atlantik und Karibik, viele von ihnen erfahrene Kreuzfahrer, die sich durch diverse Reedereien probiert haben, bis sie hier angekommen sind. Wobei die Routen beinahe zur schönen Nebensache werden, wenn auf dem Schiff jede Ecke zur Bühne wird – von der Observation Lounge bis zum Constellation Theater, wo Sänger, Tänzer und Gastredner auftreten. Und auch kulinarisch ist die Grandeur ein Schauspiel: 85 Köche unter Leitung von Executive Chef Olivier Ragonneau inszenieren in sechs Restaurants eine Weltreise der Aromen, vielfach ergänzt durch Zutaten aus den jeweiligen Destinationen. Und während draußen die Häfen wechseln und Horizonte ineinanderfließen, entsteht an Bord ein eigener Kosmos – einer, in dem Kunst, Kulinarik und Unterhaltung einen schönen Kanon bilden – und damit das eigentliche Reiseziel.



Seven Seas Grandeur: Was alles zum luxuriösen All-inclusive-Konzept gehört
Das Schiff
Die Seven Seas Grandeur lief 2023 vom Stapel und ist damit das jüngste Schiff der Reederei (jedenfalls bis Ende 2026, wenn mit der Seven Seas Prestige ein weiteres die Flotte vergrößert). Entsprechend neu und edel ist die Ausstattung. Insgesamt passen 746 Passagiere und 548 Crew-Mitglieder an Bord. Es gibt ausschließlich Suiten, alle mit eigenen Balkonen. Die Badezimmer sind modern und mit geräumigen Regenduschen ausgestattet. Die größte ist die Regent Suite mit 412 Quadratmetern Fläche, zwei Schlafzimmern und Marmor-Bädern sowie einem privaten Spa, die kleinsten Suiten sind die Veranda Suiten mit rund 33 Quadratmetern.
Das Konzept
Das luxuriöse All-inclusive-Konzept von Regent Seven Seas umfasst beinahe das gesamte Angebot der Reise, von Champagner und Cocktails über die Spezialitäten-Restaurants bis zu Wäscheservice und einem Großteil der Landausflüge. Spezielle Wünsche wie besonders edle Weine und Spa-Behandlungen können zusätzlich gebucht werden.
Die Routen
Bis April 2026 fährt die Seven Seas Grandeur zwischen Miami und der Karibik, kommt dann für die Frühlings- und Sommersaison nach Europa, wo sie im Mittelmeer, um die Britischen Inseln und Skandinavien unterwegs ist, bevor es zur Wintersaison zurück Richtung Miami geht.
Kulinarik, Ausstattung und Aktivitäten auf der Seven Seas Grandeur





Die Kulinarik
Das Schiff hat acht Restaurants, von moderner französischer Küche über Asian-Fusion bis zu Steakhouse-Klassikern. Die Menüs wechseln regelmäßig und umfassen zeitlose Gerichte und Speisen, die von Destinationen inspiriert sind. Ratsam ist es, für die Spezialitäten-Restaurants vorab zu reservieren.
Besonders beliebt ist das Prime 7, ein sehr hochwertiges Steakrestaurant, in dem zwei Picassos hängen. Das Asian-Fusion-Restaurant Pacific Rim bietet eine bunte Palette von Sushi bis zu asiatisch-inspirierten Fisch- und Fleischgerichten, während es im Chartreuse französische Spezialitäten gibt. Das Compass Rose ist ebenfalls nicht zu verachten, hier muss nicht reserviert werden. Auf Geschirr von Versace werden Klassiker wie Seezunge, Caesar Salad oder Steaks, aber auch von den jeweiligen Destinationen inspirierte Gerichte mit lokalen Zutaten serviert.
Im La Veranda wird morgens und mittags ein abwechslungsreiches Buffet aufgebaut, gegessen wird vor großen Fensterfronten oder draußen auf dem offenen Deck. Abends verwandelt es sich in das Sette Mari at La Veranda, ein gemütliches italienisches Restaurant. Wer zwischendurch Appetit hat, findet am Pool Grill den ganzen Tag verschiedene Gerichte, von Salaten und Sandwiches bis zu Pizza und Gegrilltem, und im Coffee Connection nahe dem Atrium gibt es Häppchen und Kaffee. Wer lieber in der eigenen Suite oder auf der Veranda isst, kann sich vom 24-Stunden-Room-Service verwöhnen lassen.
Die Ausstattung (Spa, Anlage, Extras)
Auf den zehn Passagier-Decks können Gäste zwischen acht Restaurants, drei Lounges, einer hübschen Bibliothek, einem Casino, zwei Bord-Boutiquen, einer Zigarren-Lounge, einem Theater, dem modern ausgestatteten Gym und einem Spa mit diversen Anwendungen und verschiedenen Saunen ihre Zeit aufteilen. Oder sie drehen auf dem Oberdeck ihre Runden und fordern einander zu einem Duell in Minigolf, Shuffleboard oder Pickleball heraus. Und dann ist da natürlich auch noch der Pool mit Sonnendeck und der Blick auf wechselnde Stadt- und Meerespanoramen.
Die Aktivitäten
Neben dem großen Angebot an Aufenthaltsräumen, Lounges, dem Casino, Gym, Spa etc. (siehe Ausstattung) lassen sich auf dem Oberdeck mit Blick auf den Hafen oder das offene Meer verschiedene Spiele wie Corn Hole oder Paddel/Pickleball spielen und am Pool entspannen. Aber natürlich fährt die Seven Sea Grandeur je nach Route auch einige der schönsten Orte im Mittelmeer oder der Karibik an. Hier bieten sich eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten an, sowohl auf eigene Faust, als auch auf organisierten Touren, die übrigens zu großem Teil ebenfalls Teil des All-inclusive-Konzepts sind (Vorab-Reservierung empfohlen!). Für Seetage und Abende an Board wird ein breites Angebot von Programm angeboten, darunter Quiz- und Tanzabende, Live-Music, Mixology- und Kochkurse und verschiedene Inszenierungen und Vorträge im Constellation Theater. Einen Überblick über Aktivitäten und Events des nächsten Tages bietet jeden Abend die Bordzeitung „Passages”.
Die Atmosphäre
Die Stimmung auf der Seven Seas Grandeur ist offen und familiär. Die Passagiere kommen aus verschiedensten Regionen der Welt, wobei der englischsprachige Raum, mit Schwerpunkt auf den USA, deutlich überwiegt. Die meisten Passagiere sind im gehobenen Alter, herzlich und erzählen gern von ihren bisherigen Reiseerfahrungen. Auch zwischen Gästen und Crew herrscht ein locker-respektvoller Umgang, am Ende einer langen Reise kommt es zur ein oder anderen herzerwärmenden Verabschiedung – bis man sich auf der nächsten Reise wiedersieht. Kinder sind an Bord zwar willkommen, die Kreuzfahrt ist aber klar für Erwachsene konzipiert, die Atmosphäre entsprechend ruhig. Das Interieur ist elegant, hochwertig und zurückhaltend, in hellen Creme-, Beige- und Grautönen gehalten, dazu verleihen rund 1.600 Kunstwerke (darunter 3 Picassos und ein Fabergé-Ei!) zusätzlichen Glamour.
Gut zu wissen

Das Schiff wird zu einem großen Teil von US-amerikanischen Passagieren besucht, entsprechend kühl ist die Klimaanlage eingestellt. Eine leichte Jacke oder ein Tuch sind in öffentlichen Bereichen, wie den Restaurants, weise Begleiter.
Um das Gepäck gerade auf langen Reisen überschaubar zu halten, ist der Wäsche-Service an Bord ebenfalls Teil des All-inclusive-Angebots.
Merian-Fazit
Was uns besonders gefallen hat
- Die Stimmung an Bord ist überaus angenehm und herzlich, ebenso der Service.
- Die geräumigen Regenduschen in der Suite erinnern tatsächlich mehr an ein elegantes Hotel als an ein Schiff.
- Die Bibliothek ist fast ein kleiner Geheimtipp, aber mit ihrer ruhig-eleganten Atmosphäre unbedingt einen Besuch wert!
- Der inkludierte Wäscheservice ist eine wirklich sinnvolle und vorausschauende Einrichtung.
- Es mag albern klingen, aber ein Salted Caramel Sunday mit Popcorn-Topping ist ein wunderbares Dessert, das Kindheitserinnerungen weckt.
Wo noch Luft nach oben ist:
- Im französischen Restaurant Chartreuse wird leider auch Foie Gras (Gänsestopfleber) serviert, das im Hinblick auf den Tierschutz wirklich nicht mehr zeitgemäß ist.
- Vegetarische Gerichte findet man in jedem Bord-Restaurant, hier wäre aber eine etwas größere Auswahl wünschenswert.
- Die Online-Anmeldungs- und Reservierungsmasken könnte etwas moderner und intuitiver gestaltet sein.
Sehr schönes Kreuzfahrtschiff für anspruchsvolle Reisende im Ultra-Luxus-Bereich, der sich aber familiär und herzlich anfühlt.
Preis: €€€
Weitere Informationen
Regent Seven Seas Cruises
Website: rssc.com
Instagram: @regentcruises
Regent Seven Sea Cruises gehört seit 2014 zur Norwegian Cruise Line Holdings, der auch Norwegian Cruise Line und Oceania Cruises gehören. Die Seven Seas Grandeur wurde vom Schiffsbauer Fincantieri im italienischen Ancona gebaut und segelt unter der Flagge der Marshall Inseln.