49-Euro-Ticket Bahnhof Elbbrücken © Unsplash/Jonas
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49-Euro-Ticket: Fragen und Antworten zum „Deutschlandticket“

Kommt jetzt das 49-Euro-Ticket? Die Verkehrsministerien von Bund und Ländern haben den Weg für ein entsprechendes Angebot geebnet. Wir beantworten wichtige Fragen rund um das mögliche Abo.

Deutschlandweit soll im kommenden Jahr ein 49-Euro-Ticket für Busse und Bahnen eingeführt werden. Die Verkehrsminister:innen von Bund und Ländern verständigten sich Mitte Oktober in Bremerhaven auf ein Nachfolgemodell des beliebten 9-Euro-Tickets aus dem Sommer.

Bisher gibt es allerdings einen großen Haken: Es steht noch unter dem Vorbehalt. Bisher konnten sich die Ministerien von Bund und Ländern nicht über eine generelle Finanzierung des 49-Euro-Tickets einigen. Noch ist unklar, ab wann das neue Abo-Modell erhältlich sein soll.  

Wann kommt das 49-Euro-Ticket?

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Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen für das neue Ticket, das als „Deutschlandticket“ vertrieben werden soll. Die technischen und inhaltlichen Fragen seien bereits geklärt sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Der angepeilte Start war zunächst der 1. Januar 2023.

Mittlerweile haben sich die Pläne verzögert. Geht es nach den Landesverkehrsministerien, so soll das 49-Euro-Ticket möglichst ab dem 1. April 2023 erhältlich sein. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht das kritisch. Zwar können Interessierte das Abo bereits bei einigen Verbünden wie etwa dem hvv in Hamburg vorbestellen, dennoch gibt es seitens der Verbünde Zweifel. Da die öffentlichen Zuschüsse bisher gedeckelt seien, würde das finanzielle Risiko auf Seite der Verkehrsunternehmen liegen, kritisiert der Verband.

„Wir können die Verkehrsunternehmen nicht im Regen stehen lassen“, sagte auch die Vorsitzende der Länder-Ressortchef:innen, Maike Schaefer (Grüne). 

Wie funktioniert das „Deutschlandticket“?

49-Euro-Ticket © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Erste praktische Details sind bekannt. Wie bereits beim 9-Euro-Ticket soll das 49-Euro-Ticket digital zu kaufen sein. Sozialverbände drängen zudem auf eine analoge Alternative aus Rücksicht etwa auf Senior:innen und Menschen mit Behinderung.  Vorgesehen ist es als laufendes Abonnement, das aber monatlich kündbar sein soll.

„Wir wollen, dass man nicht jeden Monat sich neu entscheiden muss“, sagte Wissing. Das Ticket könne ein „Game Changer“ sein, sagte Baden-Württembergs Minister Winfried Hermann (Grüne). Es wäre sehr viel günstiger als bisherige Abos in vielen Großräumen und eine Einladung, den ÖPNV zu nutzen und damit zum Klimaschutz beizutragen. Wissing sagte: „Das Ticket wird natürlich die komplizierten Tarifstrukturen einfach sprengen.“

Das millionenfach gekaufte 9-Euro-Ticket hatte im Juni, Juli und August für je einen Monat Fahrten in Bus und Bahn ermöglicht. Für den 49-Euro-Nachfolger planen die Minister eine Einführungsphase von zwei Jahren. Ab dem zweiten Jahr könnte das Ticket teuer werden. Geplant ist nämlich eine „Dynamisierung“ in Form eines automatischen Inflationsausgleichs. Wissing sagte, je mehr Menschen das Ticket kauften, umso größer sei die Chance, dass es nicht teurer werde.

Wie wird das 49-Euro-Ticket finanziert?

Wichtige Finanzierungsfragen sind derzeit noch offen. Die Länder sind generell bereit, das neue Ticket zusammen mit dem Bund zu finanzieren. Die Kosten dafür würden sich wohl auf je 1,5 Milliarden Euro belaufen. Verschiebt sich der Start, so sinkt auch das Budget.

Sie machen aber zur Bedingung, dass der Bund auch dauerhaft mehr Geld gibt, mit dem sie Busse und Bahnen bestellen - in diesem Jahr sind es 9,4 Milliarden solcher Regionalisierungsmittel, dazu eine Milliarde Euro aus einem anderen Topf. Die Verkehrsunternehmen warnen, dass die Kosten für das Ticket wegen steigender Energiepreise und Einbußen durch die Corona-Pandemie deutlich höher ausfallen könnten.

Welche Kritik gibt es am 49-Euro-Ticket?

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erwartet nun von Bund und Ländern eine Einigung über die offenen Finanzierungsfragen, bevor ein 49-Euro-Ticket umgesetzt werden könne. „Wir laufen Gefahr, dass wir massiv und flächendeckend Angebote im ÖPNV einstellen müssen, weil sie wegen der Kostensteigerungen nicht mehr finanzierbar sind“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Kritik kam von Umweltverbänden. Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sagte: „Das 49-Euro-Ticket ist vor allem eine Kompromisslösung. Für breite Teile der Bevölkerung wird dieses Ticket schlichtweg zu teuer sein.“ Der Autofahrerclub ADAC zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich Bund und Länder noch nicht final über ein Nachfolgemodell einigen konnten.

Was passiert mit bisherigen Abo-Karten?

Gewöhnliche Abo-Tickets sollen in den jeweiligen Verkehrsverbänden weiterhin erhältlich sein. Allerdings ist hier mit einem enormen Rückgang der Nachfrage zu rechnen, da das deutschlandweit gültige 49-Euro-Ticket in der Regel um einiges günstiger sein wird. Semestertickets oder Azubi-Tickets sollen ebenfalls weiter ermöglicht werden. 

– mkr mit dpa

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