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Sehenswürdigkeiten

„New York Times“ kürt einzigartige „Top Places“

Flusslandschaften, fruchtbare Inseln und endlose Wüsten, himmlische Festungen, kulinarische Abenteuer und florierende Kultur: Jährlich kürt die „New York Times“ 52 beeindruckende Reiseziele. Wir stellen sieben besondere Orte vor.

Reisen ohne Einschränkungen – das ist 2023 wieder möglich. Und somit stellt sich für viele die entscheidende Frage: „Wohin soll die nächste Reise gehen?“ Ideen und Inspirationen für die Entscheidung liefert unter anderem die „New York Times“.

Jeden Januar sprechen Autor:innen der renommierten Zeitung Empfehlungen für das anstehende Reisejahr aus. In den „52 Top Places to Go“ präsentieren sie unbekannte Ziele und Reiseorte abseits der Massen. Aber auch weit bekannte Destinationen finden sich im Ranking, in diesem Jahr zum Beispiel London, Istanbul und Madrid – versehen mit wertvollen Tipps für neue Impulse und Erlebnisse.

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Während die Liste im vergangenen Jahr hauptsächlich Tourismusprojekten und Destinationen gewidmet war, die einen nachhaltigen, innovativen Ansatz verfolgten, kehrt das diesjährige Konzept zurück zu seinem Ursprung. „Der Aufschwung des Reisens hat gezeigt, wie groß unser Drang ist, die Welt zu erkunden“, schreibt die „New York Times“. Die Liste für 2023 enthalte daher alle Aspekte des Reisens: Kulinarik, Kultur, Abenteuer und die natürliche Schönheit der Destination. Im Folgenden stellen wir sieben Empfehlungen aus den „52 Top Places to Go“ genauer vor.

1

Auckland

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Im Oktober 2022 wurden die letzten Reisebeschränkungen für Neuseeland aufgehoben, seither empfängt das Land im Südpazifik wieder internationale Besucher:innen. 

Ausgangspunkt für Reisen durch die spektakuläre Natur der Inseln ist dabei meist Auckland. Vor allem kulinarisch hat die 1,4-Millionen-Einwohner:innen starke Metropole einiges zu bieten. Die „New York Times“ empfiehlt etwa das „Hugo’s Bistro“, das einige der würzigen Schätze Neuseelands serviert. Hier landen Safran, Wasabi und Trüffel als französisch inspirierte Kreationen auf dem Tisch. Die Küche des „Omni“ widmet sich den japanischen Spießen Yakitori und im „Cazador“ wird neuseeländisches Wild gereicht. 

Auch abseits der hervorragenden Restaurants lohnt eine Reise in die neuseeländische Großstadt. Auckland grenzt direkt an das Meeresschutzgebiet des Hauraki Golfs, weitläufige Parks und sanfte Vulkankegel prägen das Stadtbild. Berühmt ist die Gegend zudem für ihre perfekten Segelbedingungen, die nahen Badestrände und den malerischen Mount Eden, der einen herrlichen Ausblick auf die Stadt eröffnet. Kein Wunder, dass Auckland regelmäßig für seine hohe Lebensqualität ausgezeichnet wird.

2

Namib-Wüste

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Die flimmernde Wüste von Namibia ist ein Sehnsuchtsziel der Superlative: Die höchsten Sanddünen der Erde ragen mehr als 300 Meter hoch in den tiefblauen Himmel. Endlose Küstenabschnitte, tausend Jahre alte Bäume und eine faszinierende Tierwelt bilden eine surreale Kulisse. Die Namib, älteste Wüste der Welt, macht ihrem Namen alle Ehre. Mineralisierte Bäume, geologische Spuren, Relikte und Fossilien zeugen von einem Zeitalter, in dem der einzige Kontinent der Erde Gondwana hieß. 

Heute können Tourist:innen die Geheimnisse der Erdgeschichte auf einem Roadtrip durch die Namib erkunden. Spektakulär ist das Deadvlei: Über die Jahrhunderte hat die Sonne die hiesigen Kameldornbäume ausgetrocknet und konserviert. Wie nach einem Buschfeuer ragen ihre schwarzen Äste in den Himmel. Einige der weltweit schönsten Sonnenuntergänge kann man auf den Kämmen der Dünen „Big Daddy“ und „Crazy Dune“ erleben. Die Unterkünfte entlang der Strecke reichen von gut ausgestatteten Campingplätzen bis zu luxuriösen Lodges.

3

Vilnius, Litauen

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Lange Zeit vernachlässigt, wecken die baltischen Städte zunehmend das Interesse von Tourist:innen. Zu Recht: Tallinn, Riga und Vilnius sind nicht nur architektonisch und historisch spannend. Auch Kultur und Kulinarik der Hauptstädte entwickeln sich ständig weiter. Dennoch bleiben die Spuren der Vergangenheit ein wichtiger Teil der baltischen Identität, vielerorts sind die Schreckensherrschaften des vergangenen Jahrhunderts noch sichtbar. 

So auch in den Altstadtgassen von Vilnius. Von den Nazis und den Sowjets besetzt, erhebt sich die litauische Hauptstadt 2023 einmal mehr aus dem Schatten ihrer Geschichte und zelebriert in diesem Jahr den 700. Geburtstag. Gefeiert wird der Anlass groß und bunt: ein Lichterfestival, kostenloses Musik- und Kulturprogramm und eine Internationale Biennale erhellen die schöne Stadt mit ihren prächtigen Kirchen und malerischen Holzhäusern. Auch lehrreiche Reisen in die bedeutende Vergangenheit der Hauptstadt sind möglich. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz wird eine historische Oper zum Leben erweckt, Computertechnik ermöglicht einen virtuellen Rundgang durch die Stadt vor 200 Jahren.

4

Bergamo und Brescia, Italien

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Auch in den Straßen von Bergamo und Brescia wird 2023 die Kultur gefeiert. Mehr als 100 Kunstprojekte sowie Musik- und Theateraufführungen bilden den Rahmen für das Programm der lombardischen Städte, die in diesem Jahr gemeinsam als italienische Kulturhauptstädte auftreten. Die Veranstaltungen reichen bis in die grüne Umgebung: Mit Fahrradtouren und Naturwanderungen will die Region gleichzeitig einen Fokus auf nachhaltigen, grünen Tourismus legen. 

Venezianische Stadtmauern, ein mittelalterliches Rathaus und Renaissance-Fassaden am Domplatz bilden die Kulisse von Bergamo. Aus den letzten Ausläufern der Alpen bildet sich die Oberstadt Città Alta; eine Seilbahn verbindet diese Ebene mit den schmalen Straßen der Città Bassa. Auch Brescia beeindruckt mit historischen Gebäuden aus dem 1. Jahrhundert, einem römischen Forum und Renaissance-Stätten.

Ein erfolgreiches Besuchsjahr wäre Bergamo, Brescia und den umliegenden Orten gegönnt. Keine andere Region in Italien litt derart unter den Folgen der Corona-Pandemie wie die Lombardei, zehntausende Menschen starben. Das schwere Schicksal sorgte 2020 für traurige Schlagzeilen in ganz Europa.

5

Bhutan

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Ein ungewöhnliches und exklusives Tourismus-Konzept verfolgt das buddhistische Königreich Bhutan. Bereits vor der Pandemie hatte das Land Besucherströme mit einer hohen Besteuerung reguliert. Nach der Grenzöffnung wird ein Aufenthalt für ausländische Gäst:innen noch einmal teurer. Umgerechnet knapp 200 Euro am Tag müssen Tourist:innen nun als „Gebühr für eine nachhaltige Entwicklung“ zahlen. Das Ziel: weniger Reisende, dafür ein hochwertiger und ökologischer Tourismus

Teil des Konzepts ist der 400 Kilometer lange Trans-Bhutan-Trail. Tempelanlagen, Brücken und Treppen entlang des jahrhundertealten Pilgerweges sind in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert worden. Die Landschaft entlang des Trails ist vielseitig und faszinierend: Von den verschneiten Gipfeln des Himalaya geht es vorbei an versteckten Felsenfestungen und blühenden Rhododendronwäldern. Eine Reise auf dem heiligen Weg ist nur im Rahmen einer Führung möglich und variiert zwischen einem Tag und mehr als einem Monat. Die Erlöse aus den geführten Touren und der Tourismusabgabe wandern in den Ausbau des Trails sowie Bildungsprogramme und gemeinnützige Organisationen. 

Seit einiger Zeit gilt Bhutan als einziges Land der Welt mit einer negativen CO₂-Bilanz. Investitionen in den Schutz von Umwelt und Natur entfalten ihre Wirkung, die positive Entwicklung hat sich nachhaltig verfestigt. Der Erhalt der Waldfläche samt Tieren ist in Bhutan heilig und sogar durch die Verfassung geschützt, ein Großteil des Stroms wird aus Wasserkraft gewonnen. Auch deshalb will das Königreich den internationalen Tourismus weiter regulieren und ökologisch führen.

6

Martinique, Frankreich

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Die karibische Insel, die Kolonialisten im 17. Jahrhundert brutal an sich rissen, gehört auch heute noch zu Frankreich. Nach wie vor herrschen auf Martinique große soziale Unterschiede zwischen Kreol:innen und den Nachfahren der kolonialen Oberschicht. Die indigene Kultur der Karibik ist auf der Insel stark verwurzelt und so hat sich etwa die Regatta „Tour de Yoles“ zu einem großen Fest entwickelt. Jeden Sommer sausen hunderte leichte Segelboote mit ihren bunten Segeln um die Insel. Die traditionelle Yole wurde 2020 in die UNESCO-Liste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen. Dem folgte ein weiterer Titel: 2021 erklärte die UNESCO die gesamte Insel zum Biosphärenreservat und würdigte die Investitionen in eine nachhaltige, wirtschaftliche Entwicklung.

Besonders sehenswert sind auf Martinique die Balata Gardens in der Hauptstadt Fort-de-France, der Vulkan Montagne Pelée und seine schwarzen Stände sowie die hübsche Hafenstadt Saint-Pierre mit ihren typisch kreolischen Fischgerichten. Direktflüge starten aus Paris und Brüssel. Wer weitere Karibik-Staaten erkunden will, kann Fähren nach St. Lucia, Dominica und Guadeloupe nehmen.

7

Vjosa-Fluss, Albanien

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Der letzte wilde Fluss Europas: In Griechenland entspringend, schlängelt sich die Vjosa quer durch Albanien, bis das Gewässer schließlich in der Adria mündet. Lange stand es nicht gut um die angrenzenden Ökosysteme, deren Kreisläufe sich nach dem Fluss richten. Verschiedene Bauprojekte, etwa für einen Flughafen, drohten die einzigartige und empfindliche Natur zu zerstören. 2022 allerdings unterzeichnete die albanische Ministerin für Tourismus und Umwelt eine bedeutende Erklärung: Noch in diesem Jahr soll das Areal um die Vjosa zum Nationalpark werden.

Zahlreiche malerische Schluchten, Täler, historische Brücken, Kiesbetten und Nebenflüsse sollen damit künftig unter strengem Schutz stehen. Fantastische Aussichten auf die Vjosa, die mal türkisfarben, mal hellblau glitzernd durch die Lande fließt, haben Reisende auf Albaniens neuer UNESCO-Fahrradroute. Entlang der Strecke liegen zudem interessante Städte wie Gjirokastra und Butrint. 

Weitere Empfehlungen der „New York Times“ für Europa sind etwa Odense in Dänemark, Lausanne in der Schweiz oder Tarragona in Spanien. 

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