Die 11 schönsten Orte in Neuseeland

Wie im Auenland: Neuseeland begeistert mit Vulkanen, Fjorden, Traumstränden und heißen Quellen. Die elf schönsten Orte.
 
Text Milena Härich
Datum16.06.2026

Neuseeland zählt zu den abgelegensten Ländern der Welt. Der Inselstaat im südwestlichen Pazifik besteht aus Hunderten kleinen Eilanden und den zwei Hauptinseln, die durch die nur 22 Kilometer breite Cookstraße voneinander getrennt sind. Über Millionen von Jahren entwickelte sich hier, weitgehend isoliert vom Rest der Welt, eine einzigartige Natur: Rund 80 Prozent der Pflanzenarten kommen ausschließlich in Neuseeland vor. Der flugunfähige Vogel Kiwi wurde indes zum Nationalsymbol des Landes und begegnet Reisenden bis heute auf Münzen, Flaggen, Souvenirs und in zahllosen Geschichten.

Geprägt wird Neuseeland nicht nur von seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna, sondern auch von den Kräften der Erde. Als Teil des Pazifischen Feuerrings liegt das Land in einer geologisch aktiven Zone mit Vulkanen, Geysiren und heißen Quellen. Über die Nord- und die Südinsel erstrecken sich Regenwälder, Fjorde, Gletscher und kilometerlange Küsten. Hinzu kommt das kulturelle Erbe der Māori, deren Vorfahren im 13. Jahrhundert aus Polynesien einwanderten und deren Sprache und Traditionen das moderne Neuseeland bis heute prägen. 

Wir zeigen elf der schönsten Orte in Neuseeland.

1

Lake Tekapo

Im Winter blühen rund um Lake Tekapo lila- und rosafarbene Lupinen.

Der rund 27 Kilometer lange Lake Tekapo schimmert in intensivem Türkis – eine Färbung, die feinen Gesteinspartikeln zu verdanken ist, die das einfallende Sonnenlicht reflektieren. Am Fuß der Southern Alps gelegen, vereint der Gletschersee gleich mehrere Postkartenmotive des Landes: die historische Church of the Good Shepherd am Ufer, schneebedeckte Gipfel am Horizont und einen Nachthimmel, der zu den klarsten der Welt zählt. 

Sobald die Sonne untergeht, richtet sich der Blick nämlich nach oben: Als Teil des Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve lockt die Region Sterngucker aus aller Welt an. Vom nahegelegenen Mount John Observatory lassen sich bei klaren Bedingungen die Milchstraße und zahlreiche Sternbilder mit bloßem Auge erkennen. Auch als Zwischenstopp auf der Route zwischen Christchurch und Queenstown, als Ausgangspunkt für Ausflüge zum Mount Cook oder für Wanderungen eignet sich ein Besuch bestens.

newzealand.com/de/lake-tekapo

2

Milford Sound

Der Mitre Peak ist mit beinahe 1.700 Metern die höchste Erhebung im Milford Sound.

Steile Felswände, tosende Wasserfälle und dichter Regenwald, der bis ans Ufer reicht: Der Milford Sound zählt zu den spektakulärsten Naturlandschaften Neuseelands. Der Fjord, dessen Māori-Name Piopiotahi lautet, liegt im abgelegenen Fiordland-Nationalpark im Südwesten der Südinsel und wurde während der Eiszeiten von mächtigen Gletschern geformt. Über allem thront der 1.692 Meter hohe Mitre Peak, der sich beinahe senkrecht aus dem Wasser erhebt. 

Mit durchschnittlich rund 6.000 Millimetern Niederschlag pro Jahr gehört Milford Sound zu den regenreichsten Orten der Erde. Doch gerade das macht seinen Reiz aus: Nach einem Regenschauer stürzen unzählige temporäre Wasserfälle die Felswände hinab, während Nebelschwaden die Landschaft in eine fast mystische Atmosphäre tauchen. Am besten lässt sich die wilde Schönheit auf einer Boots- oder Kajaktour erleben, bei der Besucher mit etwas Glück Delfine oder sogar den seltenen Fiordland-Haubenpinguin erhaschen können. Kein Wunder, dass Rudyard Kipling diese wildromantische Landschaft einst als das „achte Weltwunder“ bezeichnete.

milford-sound.co.nz

3

Kaikōura

Kaikōura ist der perfekte Ort, um Wale zu beobachten.

An kaum einem anderen Ort der Welt liegen schneebedeckte Berggipfel und die Heimat von Walen so nah beieinander wie in Kaikōura. An der Ostküste der Südinsel treffen die bis zu 2.800 Meter hohen Kaikōura Ranges direkt auf den Pazifik. Berühmt wurde die kleine Küstenstadt jedoch vor allem durch ihre außergewöhnliche Tierwelt. Kaikōura gehört etwa zu den wenigen Orten weltweit, an denen Pottwale das ganze Jahr über in Ufernähe beobachtet werden können. Je nach Saison lassen sich außerdem Buckelwale, Orcas, Pelzrobben, Delfine und sogar Blauwale entdecken. 

Besonders schöne Ausblicke auf die Küste und ihre tierischen Bewohner bietet außerdem der Kaikōura Peninsula Walkway. Wer nach der Naturerkundung eine Stärkung braucht, ist hier ebenfalls richtig: Der aus dem Māori stammende Ortsname bedeutet übersetzt „Langusten essen“ – und tatsächlich gilt Kaikōura bis heute als eine der besten Adressen Neuseelands für frische Meeresfrüchte.

newzealand.com/de/kaikoura

4

Bay of Islands

Die Bay of Islands umfasst ganze 144 Inseln.

144 Inseln, versteckte Buchten und goldene Sandstrände verteilen sich in der Bay of Islands. Die subtropische Region im Norden der Nordinsel zählt zu den sonnigsten und wärmsten Gegenden Neuseelands und punktet mit kristallklarem Wasser, geschützten Gewässern und einer entspannten Atmosphäre. Die Bucht gilt außerdem als eines der besten Segelreviere der Südhalbkugel. An vielen Ecken finden sich Beobachtungsplätze für Delfine, mit etwas Glück zeigen sich auch Orcas oder vorbeiziehende Buckelwale. 

Doch die Bay of Islands ist weit mehr als ein Naturparadies: In Waitangi wurde 1840 der Vertrag von Waitangi unterzeichnet, der als Gründungsdokument des modernen Neuseelands gilt. Er regelte die Beziehungen zwischen der britischen Krone und den Māori und schützte dabei gleichzeitig das Eigentum und die Sicherheit der indigenen Bevölkerung. Die heutigen Waitangi Treaty Grounds erzählen von diesem bedeutenden Kapitel der neuseeländischen Geschichte. 

newzealand.com/de/bay-of-islands

5

Waitomo Glowworm Caves

In den Glowworm Caves sind keine Glühwürmchen, sondern die Larven einer besonderen Pilzmückenart zu sehen.

Wie ein Sternenhimmel unter der Erde: Wer mit dem Boot durch die Waitomo Glowworm Caves gleitet, blickt nicht in den Nachthimmel, sondern auf Millionen winziger Leuchtpunkte an der Höhlendecke. Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um Glühwürmchen, sondern um die Larven einer nur in Neuseeland vorkommenden Pilzmückenart. Mit ihrem bläulichen Leuchten locken sie Insekten in klebrige Fangfäden und verwandeln die Höhlen in eine der faszinierendsten Naturattraktionen des Landes.

Die rund 190 Kilometer südlich von Auckland gelegenen Waitomo Glowworm Caves sind Teil eines weit verzweigten Höhlensystems, das über Jahrtausende hinweg entstanden ist. Besucher erkunden kunstvolle Felsformationen wie die sogenannte Cathedral Cave, deren außergewöhnliche Akustik sogar schon für Konzerte genutzt wurde. Der Höhepunkt findet sich auf der unteren Ebene: eine lautlose Bootsfahrt durch die Glowworm Grotte, bei der sich die leuchtenden Larven wie die Milchstraße über den Köpfen der Besucher ausbreiten. Übrigens: Viele Führungen werden bis heute von Nachfahren des Māori-Häuptlings geleitet, der die Höhlen einst entdeckte.

waitomo.com/glowworms-and-caves

6

Tongariro Alpine Crossing

Entlang des Wanderwegs Tongariro Alpine Crossing warten die türkisfarbenen Emerald Lakes.

Schwarze Lavafelder, dampfende Erdspalten und leuchtend farbige Kraterseen prägen die Landschaft des Wanderwegs Tongariro Alpine Crossing. Die rund 19 Kilometer lange Route führt durch das Herz des Tongariro-Nationalparks, des ältesten Nationalparks Neuseelands. Viele Besucher werden vor Ort eher an Island, den Mars oder Tolkiens Mordor als an das klassische Bild Neuseelands erinnert. Die Route verläuft durch eine aktive Vulkanlandschaft, die von den Gipfeln des Mount Tongariro, des Mount Ruapehu und des markanten Mount Ngauruhoe geprägt wird. Letzterer diente in den „Herr der Ringe“-Filmen als Schicksalsberg und zählt zu den bekanntesten Vulkanen des Landes. 

Einer der anspruchsvollsten Abschnitte ist der steile Aufstieg zum Red Crater auf 1.886 Metern Höhe. Wenig später eröffnen sich Ausblicke auf die berühmten Emerald Lakes, deren intensive Grün- und Türkistöne von Mineralien im Wasser stammen. 

Obwohl die Wanderung technisch vergleichsweise einfach ist, sollten ihre Bedingungen nicht unterschätzt werden. Wetterumschwünge können innerhalb kurzer Zeit auftreten und es gibt mehr als 1.000 Höhenmeter zurückzulegen – weshalb der Weg 2007 um den Zusatz „Alpine“ ergänzt wurde. 

newzealand.com/de/feature/tongariro-alpine-crossing

7

Mount Taranaki

Der neuseeländische Mount Fuji: Mount Taranaki auf der Nordinsel.

Aus der Ferne wirkt der Mount Taranaki fast zu gleichmäßig, um echt zu sein. Der 2.518 Meter hohe Vulkan erhebt sich an der Westküste der Nordinsel mit einem nahezu perfekten, symmetrischen Kegel, der nicht zufällig oft mit dem japanischen Fuji verglichen wird. Für das Filmdrama „The Last Samurai“ diente Taranaki sogar als dessen Double. Lange war der Berg unter dem europäischen Namen Mount Egmont bekannt, heute wird überwiegend sein Māori-Name verwendet.

Für die Māori ist Taranaki weit mehr als ein markanter Gipfel: Er gilt als heiliger Berg und spielt in zahlreichen Legenden eine zentrale Rolle. Auch rechtlich wird diese Bedeutung inzwischen stärker anerkannt; 2017 erhielt der Berg den Status einer eigenen Rechtspersönlichkeit. Umgeben ist er vom Egmont National Park, der sich als beinahe kreisrunder Waldgürtel um den Vulkan ausbreitet. Einen der berühmtesten Blicke auf den Berg bietet der Pouakai Tarn: Bei Windstille spiegelt sich der symmetrische Vulkankegel in dem kleinen Bergsee.

8

Queenstown

Queenstown und Umgebung sind der beste Anlaufpunkt für adrenalingeladene Abenteuer in Neuseeland.

Wer in Queenstown ankommt, versteht schnell, warum die Stadt als Abenteuerhauptstadt Neuseelands gilt. Zwischen dem tiefblauen Lake Wakatipu und den Gipfeln der Remarkable Mountains reiht sich hier ein Adrenalinkick an den nächsten: Bungee-Jumping, Jetboot-Fahrten durch enge Felsschluchten oder Paragliding in alpiner Kulisse gehören zum Alltag. Tatsächlich nahm an der historischen Kawarau Bridge 1988 das weltweit erste kommerzielle Bungee-Unternehmen seinen Betrieb auf – eine Erfindung, die Queenstown weit über die Grenzen Neuseelands hinaus bekannt machte.

Doch die Stadt am Ufer des rund 80 Kilometer langen Lake Wakatipu hat weit mehr zu bieten. Im Winter locken Skigebiete wie Coronet Peak, während im Sommer Wanderwege und Radstrecken durch die umliegende Bergwelt führen. Die markante Gebirgskette The Remarkables prägt die Landschaft ebenso wie der See, dessen ungewöhnliche Form an einen Blitz erinnert. Auch Filmfans kommen auf ihre Kosten: Die Metropolregion diente als Kulisse für zahlreiche Szenen aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“.

newzealand.com/de/queenstown

9

Auckland

Auckland besticht nicht nur mit zwei Meeren, sondern auch mit einer eindrucksvollen Skyline.

In Auckland liegen gleich zwei Meere vor der Haustür. Die größte Stadt Neuseelands erstreckt sich auf einer schmalen Landenge zwischen dem Pazifik im Osten und der Tasmanischen See im Westen. An der Westküste locken schwarze Vulkanstrände wie Piha Beach, die Ostküste wird von paradiesischen, puderweißen Traumstränden geprägt. Dazwischen: Segelhäfen, grüne Vulkankegel und eine moderne Skyline. Nicht ohne Grund trägt Auckland außerdem den Beinamen „City of Sails“: In den geschützten Buchten des Waitematā Harbour schaukeln unzählige Segelboote, und kaum eine andere Stadt der Welt hat so viele Boote pro Einwohner.

Sichtbar erkennbar ist auch die geologische Vergangenheit der Stadt. Sie erstreckt sich über ein Feld von mehr als 50 erloschenen Vulkanen, deren Krater und Kegel bis heute das Stadtbild formen. Besonders eindrucksvoll ist der Mount Eden, von den Māori „Maungawhau“ genannt, von dessen Gipfel aus sich weite Blicke über die Skyline und den Hauraki Gulf eröffnen. Mit dem 328 Meter hohen Sky Tower besitzt Auckland zugleich das markanteste Wahrzeichen Neuseelands und den höchsten Fernsehturm der Südhalbkugel.

newzealand.com/de/auckland

10

Abel-Tasman-Nationalpark

Blick auf einen Strand im Abel-Tasman-Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands

Goldene Sandstrände, türkisfarben schimmerndes Wasser und dicht bewachsene Buchten lassen im Abel-Tasman-Nationalpark eher an die Tropen als an Neuseeland denken. An der Nordspitze der Südinsel gelegen, zählt das Schutzgebiet zwar zu den kleinsten Nationalparks des Landes, gehört aber seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen Neuseelands. 

Am besten lässt sich die Schönheit des Parks auf dem Abel Tasman Coast Track erleben. Der rund 60 Kilometer lange Wanderweg zählt zu den berühmten „Great Walks of New Zealand“. Viele Besucher kombinieren die Wanderung mit einer Kajaktour, denn die geschützten Gewässer gelten als eines der besten Paddelreviere des Landes. Unterwegs begegnen Wanderer und Kajakfahrer mit etwas Glück Neuseeländischen Seebären, Delfinen oder Zwergpinguinen. Vor der Küste ragt zudem der Split Apple Rock aus dem Meer – ein Granitfelsen, der aussieht, als wäre er mit einem Messer exakt in zwei Hälften geteilt worden.  

Der Abel-Tasman-Nationalpark zieht vor allem Naturliebhaber an, die in einfachen Hütten, Lodges oder auf Campingplätzen entlang der Küste übernachten. Besonders in den Sommermonaten zwischen November und April sind viele Unterkünfte lange im Voraus ausgebucht.

doc.govt.nz/parks-and-recreation

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Rotorua

Im Bath House Building von Rotorua ist heute ein Museum untergebracht.

In manchen Teilen Rotoruas steigt Dampf direkt aus dem Boden auf. Was andernorts wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film wirken würde, gehört in der Stadt auf der Nordinsel zum Alltag. Rotorua liegt in der geologisch aktiven Taupō Volcanic Zone und gilt als geothermisches Herz Neuseelands. Heiße Quellen, brodelnde Schlammlöcher und dampfende Erdspalten prägen das Stadtbild ebenso wie der charakteristische Geruch nach Schwefel. Zu den bekanntesten Naturwundern zählt der Pōhutu Geyser, der mehrmals täglich bis zu 30 Meter hoch ausbrechen kann.

Rotorua ist zugleich eines der wichtigsten Zentren der Māori-Kultur. Im New Zealand Māori Arts and Crafts Institute werden traditionelle Schnitz- und Webtechniken bewahrt und weitergegeben, während im Dorf Whakarewarewa Menschen bis heute inmitten einer aktiven Geothermallandschaft leben und die heißen Quellen zum Kochen und Baden nutzen.

newzealand.com/de/feature/rotorua-attractions