Katar Katara Goldene Moschee © Qatar Tourism
Sehenswürdigkeiten

Urlaub in Katar: Goldene Wüste am Persischen Golf

Glitzernde Moscheen, bizarre Wüstenformationen und moderne Architektur: Das Emirat am Persischen Golf lockt im WM-Jahr nicht nur mit großen Stadien, sondern auch mit eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten.

Ein kleines Land, das aktuell im Licht der Weltöffentlichkeit steht: Katar ist Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 und bei weitem nicht unumstritten.

Immer wieder sieht sich Katar mit schweren Menschenrechtsverletzungen konfrontiert – auch in Bezug auf die anstehende WM. Beginnend bei den Bauarbeiten der Stadien, bei denen tausende Menschen ums Leben gekommen sind, bis hin zu Diskriminierung gegenüber queeren Besucher:innen und ihrer strafrechtlichen Verfolgung. 

Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte mit Blick auf die Fußball-WM beschwichtigt – bei der Weltmeisterschaft würden alle Gäste willkommen geheißen, unabhängig ihrer sexuellen Orientierung. Ein anderes Bild zeigt sich jedoch in aktuellen Medienberichten und den homophoben Aussagen des WM-Botschafters Khalid Salman.

Vor der Ankunft sollten Tourist:innen daher wichtige Reisehinweise für Katar zur Kenntnis nehmen und sich über die Situation vor Ort informieren.

Katar als Reiseziel

Als Reiseziel ist das Emirat bisher kaum in Erscheinung getreten. 2022 lädt Katar internationales Publikum ein und rechnet mit einer Million zusätzlichen Besucher:innen. 

Beeindruckende Wüstenlandschaften, futuristische Städte und Stadien sowie jahrhundertealte Traditionen treffen hier aufeinander. Die verschiedenen Welten lassen sich binnen weniger Stunden bereisen. Von der Ost- bis zur Westküste der Halbinsel sind es gerade einmal 90 Kilometer. 

Sehenswürdigkeiten von Katar: The Pearl

Katar The Pearl © Visit Qatar/Unsplash

Dubai hat seine Palme, Katar die Perle. Vor der Hauptstadt Doha liegt im Golf von Katar diese künstliche Mega-Insel. 2004 wurde mit den Arbeiten begonnen, mittlerweile sind hier 400 Hektar Land mit mehr als 30 Kilometern Küstenlinie entstanden. Der Name „The Pearl“ rührt aus der Geschichte: einst suchten Taucher an diesem Ort nach wilden Perlen. Die Villen und Apartments am feinen Strand zählen zu den teuersten und luxuriösesten im arabischen Raum; es reihen sich Gourmet-Restaurants, Marinas und exklusive Geschäfte aneinander. Der Immobilienkauf ist hier deutlich reizvoller als in Dubai, da auch ausländische Käufer Recht auf einen Grundbucheintrag und somit gesicherten Besitz erhalten.

Ausflug in die Wüste

Katar Wüste Kamele © Qatar Tourism

Ein Pflichtbesuch bei einem Urlaub in Katar: Spektakuläre Sanddünen und Kalksteinwüsten prägen weite Teile des Landes. Die Kulisse im Südosten von Katar wirkt surreal, beinahe bizarr. Entlang des Chaur al-Udaid, einem Binnensee, ragen feinsandige Dünen bis zu 40 Meter gen Himmel. Das Areal rund um das Gewässer ist eine UNESCO-Stätte; in den kühleren Monaten von Oktober bis März zieht es Besucher:innen zu geführten Ausflügen mit Camping in die Wüste. Zahlreiche Touren starten ab Doha in die eindrucksvolle Landschaft. Ganz besonders ist die Atmosphäre der weiten, stillen Wüste in sternenklaren Nächten und bei Sonnenaufgängen und -untergängen.

Katara Cultural Village

Katar Katara © Qatar Tourism

Im Osten von Doha erstreckt sich das moderne Kulturviertel Katara. Hier finden Besucher:innen zahlreiche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten von Katar: Amphitheater, Kinos, Galerien, Konferenzsäle, Shopping Malls, ein Planetarium und ein Opernhaus. Auch ein Souq und ein Strand wurden extra angelegt. Sehenswert ist die prächtige Katara-Moschee nach Entwurf der türkischen Architektin Zeynep Fadilloglu. Verziert ist das Gebäude mit Emaille und kunstvollen blau-goldenen Fliesen. Noch glänzender ist die Goldene Moschee wenige Meter weiter. Bereits aus der Ferne sind die tausenden Fliesen zu erkennen, die in der Wüstensonne funkeln.

Katar Katara Cultural Village © Qatar Tourism
Katar Katara Cultural Village © Qatar Tourism
Katar Katara Cultural Village © Qatar Tourism

Museum für Islamische Kunst

Katar Doha Museum of Islamic Art © Visit Qatar

An der Promenade Corniche von Doha erhebt sich das palastartige Museum für Islamische Kunst. Mit seinen abstrakten Türmen wirkt sein Äußeres wie eine moderne Mosche; im Inneren warten vier Stockwerke voller Schätze. I. M. Pei hat das 2008 eröffnete Gebäude als sein letztes Meisterwerk entworfen. Der Architekt bescherte dem Louvre in Paris bereits die markante Glaspyramide. In mehreren Ausstellungen können Besucher:innen Kunstwerke der gesamten arabischen Welt bestaunen. Obenauf thront das Haute Cuisine-Restaurant „IDAM“, das eine Fusion aus französischer und lokaler Küche auftischt. Auch der angrenzende Park ist mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten einen Besuch wert.

National Museum of Qatar

Katar National Museum © Ab Shetty/Unsplash

Spektakulär ist auch das nächste Bauwerk: Die mehr als 500 ineinandergreifenden Scheiben des National Museum sind einer Wüstenrose nachempfunden. Der französische Architekt Jean Nouvel fühlte sich vom zarten Gewächs der Hoffnung inspiriert. Mehr als 8000 Exponate erzählen die Geschichte Katars von den Anfängen der Zivilisation bis in die Zukunft. Eine bedeutende Rolle spielen dabei die Historie der Beduinen, die Kultivierung der Wüste und die Entdeckung des Öls, das dem Staat seinen Reichtum beschert hat.

Urlaub in Katar: Besuch der Nationalbibliothek

Katar National Library © Michael Toler/Unsplash

Wie ein Ufo mutet die Nationalbibliothek von Katar an; das Design des Gebäudes soll jedoch zwei aufeinanderliegende Bücher symbolisieren. Was auch immer man sehen mag, ein Besuch lohnt sich. Offene Korridore schaffen eine helle Atmosphäre, an vielen Orten scheint Tageslicht ins Innere der National Library. Im Heritage Bereich der Bücherei lagern Schätze – alte arabische Schriftstücke, die zurück ins 15. Jahrhundert reichen. Moderner geht es im Innovation Lab zu – hier finden sich Film- und Tonträger und ein frei nutzbarer 3D-Drucker.

Msheireb Downtown Doha

Katar Msheireb © Qatar Tourism

Das Msheireb-Viertel zählt zu den ältesten von Doha und war einst ein bedeutender Marktplatz. Auch, weil es hier gutes Wasser gab, mit dem Tiere und Händler versorgt werden konnten. Zwischenzeitlich fast wie ausgestorben, hat Doha die Gegend in den vergangenen Jahren aufwendig wiederbelebt. Mittlerweile erinnert nicht mehr viel an die einstige Architektur und Historie. Smarte Elemente und nachhaltige Stadtplanung sollen das durchgeplante Areal zukunftsfähig machen. Besucher:innen finden sich zwischen Wohn- und Geschäftsgebäuden, Hotels, Gastro- und Kultur-Angeboten wieder. Solarpanele speichern die Sonnenenergie des Wüstenstaats und gigantische Dächer sorgen für kühle Winde auf den öffentlichen Plätzen.

Souq Waqif

Katar Souq Waquif © Qatar Tourism

Wer ein arabischen Land besucht, sollte am besten einen der traditionellen Souqs besuchen. Auch bei einem Urlaub in Katar gibt es Möglichkeiten, die Märkte zu erkunden. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Katar: der Souq Waqif. An den farbenprächtigen Ständen tauchen Gäste ein in eine Welt mit unbekannten Zutaten, duftenden Gewürzen und anderen besonderen Waren. In den verwobenen Gassen ist es nicht einfach, sich zurecht zu finden. Am besten lässt man sich sowieso einfach treiben. Früher wurde auf dem Souq Waqif mit Schafen, Ziegen und Wolle gehandelt, heute findet sich neben lokalen Zutaten auch Touristisches und Teures. Dazu zählt auch der traditionelle und aufwendige Goldschmuck in allen Formen und Designs. Bekannt ist auch der Falkenmarkt, auf dem die edlen Vögel zur Schau gestellt werden.

Al-Chaur

Katar Al Chaur © Qatar Tourism

Rund 50 Kilometer nördlich von Doha liegt die Kleinstadt Al-Chaur. Die Küstenstadt im Norden spielt eine große Rolle im Ölgeschäft, einige Felder liegen ganz in der Nähe. Mancherorts sind die Spuren der Beduinenkultur noch zu erkennen, an vielen Stellen ist Al-Chaur modern gewachsen. Historisch sind etwa die Al-Chaur Türme, auf denen einst Ausschau nach Piraten im persischen Golf gehalten wurde. Das Museum der Stadt informiert über weitere bedeutende archäologische Funde der Gegend. Das Al-Bayt-Stadion von Al-Chaur kommt während der WM 2022 zum Einsatz und hat Platz für 60.000 Fans. Sein Design erinnert an ein gigantisches Wüstenzelt. Vor den Toren der Stadt liegt die Al-Chaur Insel, auch „Purple Island“ genannt – ein ruhiger Ort mit natürlichen Mangrovenwäldern und Stränden. Hier stießen Archäologen zudem auf eine Stätte aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr.

Zubara Fort

Katar Fort Al Zubarah © Qatar Tourism

Diese Festungsanlage Zubara im Norden des Landes wirkt älter als sie ist. Die dicken Mauern stammen aus den 1930er Jahren. Dennoch trägt die UNESCO-Stätte ein historisches Erbe, denn bereits lang zuvor galt der Ort als militärisch und strategisch bedeutend. Bis in die 80er Jahre nutzte die Küstenwache die Festung, die Wehrtürme bildeten einst ein Gefängnis. Heute können Besucher:innen die Anlage und die angeschlossene Ausstellung kostenlos besuchen.

Reisehinweise für Katar

Vor der Reise und dem Urlaub in Katar sollten Besucher:innen des Landes einiges beachten. Zunächst gelten unterschiedliche Visa-Voraussetzungen. Reisende aus Deutschland können mit einem regulären Urlaubsvisum bis zu 90 Tage in Katar bleiben. Während der Fußball-Weltmeisterschaft gilt das nicht, dann sind alle regulären Visa-Formalitäten ausgesetzt. Zwischen dem 1. November und 22. Dezember nur mit einer besonderen Erlaubnis, der sogenannten Hayya-Card möglich. 

Corona-Beschränkungen

Aktuell (Stand November 2022) gibt es Corona-Reisebeschränkungen für Katar. Spätestens drei Tage vor Abreise müssen sich Besucher:innen über das EHTERAZ-System online registrieren und ihre Dokumente hochladen. Wichtig: zudem ist der Download der Corona-Traccking-App EHTERAZ auf dem Smartphone verpflichtend. Hierzu wird eine katarische oder internationale SIM-Karte mit mobilen Daten, sowie ein Smartphone mit mindestens Android 6 oder IOS 13.5 benötigt. Über die aktuelle Situation informiert das Gesundheitsministerium von Katar

Urlaub in Katar: Reiseinformationen und Sicherheit

Katar gilt als ein sichereres Reiseland, die innenpolitische Lage als stabil. Über die aktuelle Situation vor Ort informiert das Auswärtige Amt. Die gängigsten Transportmittel für Touristen sind Taxis, Fahrdienste oder Mietwagen - auch die neue Metro ist übersichtlich, gut getaktet und modern. Weiblichen Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt, in Taxis die hinteren Sitze zu benutzen. Geld und andere Wertsachen sollten sicher am Körper getragen werden. Eigenständige Wüstenfahrten bergen Gefahren, geführte Touren sollten daher die Wahl sein. 

Das Auswärtige Amt ruft weiterhin dazu auf, insbesondere an religiösen Orten, zurückhaltend aufzutreten und die Traditionen zu achten. Zu konservativer Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, wird geraten. Männliche Reisende sollten festes Schuhwerk und längere Hosen tragen, zweiteilige Bademode sollte nur an Privat- und Hotelpools getragen werden. Während des Ramadans empfiehlt es sich, auf Essen, Trinken und Rauchen an öffentlichen Plätzen zu verzichten. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist im Land verboten, einige Hotels besitzen jedoch eine Ausschanklizenz. Beim Fotografieren sollten fremde Personen wenn möglich nicht zu erkennen sein. Auch bei Gesten der Zuneigung ist strenge Zurückhaltung geboten. 

Währung und Adapter 

Die Währung von Katar ist der Katar Riyal (QAR). Geld kann an den Automaten mit Kredit- und Bankkarten abgehoben werden. An den meisten Orten können Gäste mit Karte zahlen. Ein Trinkgeld ist in den meisten Dienstleistungen inkludiert. Ein zusätzlicher Tip von 10 bis 15 Prozent ist bei Zufriedenheit angemessen. Für die Stromversorgung ihrer mobilen Geräte benötigen Gäste aus Deutschland einen zusätzlichen Adapter. In Katar sind britische Steckdosen Standard. 

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