Die 13 schönsten Sehenswürdigkeiten von Riga

Die Geschichte Rigas ist geprägt von ihrer Rolle als Hansestadt und ihrem architektonischen Reichtum, der heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Während das historische Zentrum durch Sakralbauten wie den Dom und mittelalterliche Gebäude besticht, zeugen die fast vollständig erhaltenen Jugendstilviertel vom wirtschaftlichen Aufschwung der Jahrhundertwende.
Von Museen über Kirchen und Parks bis hin zu historischen Markthallen: Wir stellen 13 der schönsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele von Riga vor.
Drei Brüder

Das hübsche Gebäudeensemble gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten. Unter dem Namen „Drei Brüder“ sind die historischen Häuser der Kleinen Schlossstraße bekannt. Die Nummer 17 gilt als ältestes steinernes Wohnhaus der Stadt und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Etwas jünger, aber nicht weniger schön, sind sowohl das gelbe als auch das grüne Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Einst waren in ihrem Inneren Werkstätten und Wohnungen untergebracht, heute kann man hier ein kleines Architekturmuseum besichtigen.
Rathausplatz

Bereits im 13. Jahrhundert wurde der zentrale Rathausplatz angelegt, seither haben viele bedeutende Bauten sein Antlitz weiter verschönert. Nach einer Welle der Zerstörung im Zuge des Zweiten Weltkriegs stand für Riga deshalb außer Frage, die historischen Häuser wieder zu errichten. In den 1990er Jahren kehrten unter anderem das Rathaus und das Melngalvju nams, ein prächtiges Gildenhaus, an den Rathausplatz zurück. Letzteres zählt heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. In der Mitte des Platzes, den Restaurants und Geschäfte säumen, steht zudem die Kopie einer Rolandstatue als Symbol der freien Hansestädte. Das Original befindet sich in der St.-Petri-Kirche.
Dom zu Riga (Kathedrale St. Marien)

Im Jahr 1201 gründete Bischof Albert von Buxhövden die Siedlung Riga. Zehn Jahre später kümmerte er sich schließlich auch um seinen Amtssitz und legte den Grundstein zur größten Kirche des Baltikums: St. Marien. Bis heute ist der Dom der Mittelpunkt der Stadt. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus und Jugendstil – so wie im Stadtbild haben alle Bauarten auch am und im Dom ihre Spuren hinterlassen. Dennoch – oder vielleicht auch gerade deshalb – wirkt das mächtige Bauwerk durchaus homogen. Zu den wichtigsten Elementen zählt die Orgel mit ihren 6.718 Pfeifen, 124 Registern und vier Manualen. Einem Orgelkonzert zu lauschen gehört daher zu den unvergesslichen Erlebnissen in Riga.
Große Gilde

Die mittelalterlichen Verbünde von Kaufleuten und Handwerkern sind eng mit der baltischen Kultur verbunden. Nach hanseatischer Tradition schlossen sich auch Rigas deutschstämmige Kaufleute Mitte des 14. Jahrhunderts zu einer Genossenschaft zusammen. Sie gründeten die St.-Marien-Gilde und zogen in ein um 1330 erbautes Versammlungshaus. Dessen historischer Gewölbesaal, in dem die Mitglieder sich einst versammelten, wurde in den Nachfolgebau integriert und ist bis heute erhalten. Sehenswert ist auch die sogenannte Brautkammer mit einem Sternengewölbe aus dem 17. Jahrhundert. Heute befindet sich im Gildehaus ein Konzertsaal der Rigaer Philharmonie.
Rigaer Schloss

Das Stadtschloss wurde ursprünglich als Burg des Deutschen Ordens errichtet. Nach Auseinandersetzungen zwischen Rigaern und den Ordensmitgliedern wurde die Anlage in den frühen Jahren ihrer Geschichte mehrfach zerstört. Nach dem Wiederaufbau erhielt das Schloss ab 1515 seine heutige Gestalt. Markant sind die zwei Wehrtürme, die das Bild der Altstadt prägen. In den 1920ern zog das Lettische Nationalmuseum für Geschichte ein, ein anderer Teil ist bis heute Residenz des Staatspräsidenten.
Lettische Akademie der Wissenschaften

Als „Geburtstagskuchen Stalins“ wird der Zuckerbäckerbau im Stadtteil Moskauer Vorstadt mitunter bezeichnet. Ursprünglich als Haus für die Mitglieder der Kolchos geplant, wurde es nach seiner Fertigstellung 1958 der Akademie der Wissenschaften übergeben. Mit einer Höhe von 107 Metern und seinen 21 Stockwerken war das Gebäude das erste Hochhaus Lettlands. Von der Aussichtsplattform hat man einen großartigen Blick auf die Altstadt und den Fluss Düna.
Lettisches Nationales Kunstmuseum

Im Inneren dieses Prachtbaus, der 1905 als erstes Gebäude im Baltikum ausschließlich für Ausstellungszwecke errichtet wurde, sind die historischen Prunkräume bestens mit ihrem modernen Anbau von 2012 verschmolzen. Auf rund 5.000 Quadratmetern Fläche präsentiert das Nationale Museum eine umfassende Sammlung lettischer Malerei vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Neben bedeutender Kunst finden Besucher hier ein Café, einen Buchladen sowie eine begehbare Dachterrasse, die einen der schönsten Ausblicke über die Stadt gewährt.
Jugendstilviertel

Mit 800 Jugendstilbauten sucht Rigas Innenstadt in Europa ihresgleichen. Die bedeutendsten Ensembles befinden sich in der Elisabeth- und in der Albertstraße. Für mehrere wegweisende Prachtexemplare verantwortlich zeigte sich der Architekt Michail Eisenstein, der von Kritikern als „verrückter Zuckerbäcker“ verschrien war. An einem seiner renommiertesten Häuser, der Elisabethstraße Nummer 33, sieht man Eisensteins Grundsatz: Alle Augen auf die Fassade! Erst nachdem deren Dekor und Gestalt feststanden, kümmerte sich der Baumeister um Grundriss, Zimmer und Funktionalität. Mehr Informationen über die bedeutende Epoche sowie zahlreiche Beispiele für Möbel und Interieur dieser Zeit zeigt das Rigaer Jugendstilmuseum. Zudem finden regelmäßig geführte Spaziergänge statt.
Livenplatz

Der Livenplatz im Herzen der Altstadt ist umgeben von mittelalterlichen Häusern, der Großen und Kleinen Gilde, dem restaurierten Russischen Theater Riga und vielen Restaurants. Im Sommer laden Cafés und Biergärten zum Verweilen ein, einheimische Kunsthandwerker bieten Bernstein und Silberschmuck sowie Textilien an. Im Winter lockt hier ein schöner Weihnachtsmarkt.
Freiheitsdenkmal

Das Freiheitsdenkmal ist seit 1935 Teil des Rigaer Stadtzentrums und von hoher kultureller und historischer Bedeutung. Vielen Letten dient das 42 Meter hohe Denkmal als Symbol der Identität ihres Landes und des nationalen Bewusstseins. Finanziert wurde das imposante Bauwerk aus Granit, Kupfer, Travertin und Beton durch Spenden der Bevölkerung. Insgesamt kann man hier 56 Skulpturen entdecken, die größte, „Milda“, thront obenauf und steht für die lettische Verbundenheit.
Basteiberg

Einer der schönsten und romantischsten Orte mitten in der Stadt: Der grüne Park neben dem Freiheitsdenkmal entstand Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Resten der abgetragenen Wallanlagen. Mit seinen alten Bäumen, den Spazierwegen und Blumenbeeten schmiegt sich der Basteiberg an den Stadtkanal, über den kleine Brücken führen. Im Sommer kann man bestens picknicken, Boote leihen oder einem der Open-Air-Konzerte lauschen.
Ķīpsala und Āgenskalns

Westlich der Düna liegen die zwei Stadtviertel und einstigen Fischersiedlungen Ķīpsala und Āgenskalns, die lange Zeit kaum Beachtung fanden. Mittlerweile hat Riga ihre idyllischen Oasen wiederentdeckt und aufgehübscht. Aus der Altstadt benötigt man nur rund 15 Minuten hierher, der Weg führt über die Seilbrücke bis zur Flussinsel Ķīpsala, auf der Holzvillen in bunten Farben leuchten, Kinder in Kopfsteinpflasterstraßen spielen und auf der im Sommer ein Sandstrand lockt. Weitere ikonische Holzhäuser finden sich in Rigas kleinstem Stadtteil Āgenskalns rund um die Kalnciema-Straße. Zu den beliebten Sehenswürdigkeiten hier zählt außerdem die Markthalle von 1898, in der sich Besucher auf zwei Ebenen durch die kulinarische Welt Lettlands schlemmen können.
Rigas Ostseeküste

Nur gut 15 Kilometer trennen Altstadt und Ostsee. Die nördlichsten Stadtteile Rigas grenzen unmittelbar ans Meer und sind maritim geprägt. Weite Strände, steile Klippen, Kiefernwälder, Wanderwege und Vogelschutzgebiete finden Besucher zum Beispiel auf der Insel Rītabuļļi. Ebenfalls beliebt ist der Ferienort Jūrmala mit seiner historischen Bäderarchitektur. Ganz in der Nähe führt auch der baltische Küstenwanderweg entlang, der auf 1.400 Kilometern die komplette Landesküste abdeckt.