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Echte Rettungs-Schirme: Die Schirmmanufaktur Kirchtag in Salzburg

Text Inka Schmeling
Fotos Christina Körte

Eigentlich wollte Andreas Kirchtag den Familienbetrieb nicht übernehmen. Den Laden, den seine Urgroßeltern 1903 gegründet hatten und der nun von seinem Vater und Onkel geführt wurde: Neben Regenschirmen verkauften die zwei hier längst auch Taschen, Portemonnaies, Kulturbeutel – was die zunehmende Zahl an Salzburg-Touristen, viele davon aus Übersee, eben so brauchte. 

Kirchtag selbst ist eher ein Frickler als ein Verkäufer; nach der Lehre im Elektrogroßhandel hatte er 1990 gerade einen Vertrag bei einer Türtechnik-Firma unterschrieben. "Da sagte mein Vater: Bei uns ist eine halbe Stelle als Verkäufer frei geworden. Ich habe die vor allem angenommen, um mehr Zeit für den Reitsport zu haben." Einmal im Laden, ließ der ihn jedoch nicht mehr los: Kirchtag sah, wie sein Vater und Onkel zu kämpfen hatten – immer weniger Kunden kamen, um ihre Schirme reparieren zu lassen; neue Schirme fertigten die beiden, eigentlich gelernte Schirmmachermeister, gar nicht mehr an.

Salzburg-Kirchtag-Schirme

Entlassungen standen an, als Kirchtag sagt: "Lasst uns wieder Schirme selbst machen. Ihr wisst, wie das geht, ich sag euch, wie die aussehen sollen." Auf den ersten schlichten schwarzen Herrenschirm folgten immer mehr Varianten: Zig Holzsorten und Stofffarben hat Kirchtag heute im Angebot und längst auch eine Variante für Damen.

Rund 500 Schirme stellt sein Team mit nun wieder fünf Werkstatt-Mitarbeitern im Jahr her. "Lange war das eher unser Liebhaberprojekt, das wir durch den Verkauf im Laden quersubventioniert haben", erzählt Kirchtag. Dann aber brach im Corona-Jahr 2020 der internationale Tourismus ein. Große Koffer und billige Schirme wurden zu Ladenhütern, die Verkäufer musste Kirchtag in Kurzarbeit schicken. "Unsere eigenen Schirme aber waren gefragter denn je. Die haben uns 2020 über diese Krise gerettet."

Info: Wer der Schirmmanufaktur Kirchtag in Salzburg einen Besuch abstatten will, findet sich in der Getreidegasse 22 ein. 

Interessante Einblicke in ihre Handwerkskunst gibt die Familie auf www.kirchtag.com.

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