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Ballonfahrt im Winter: Traumhafte Panoramen über Tirol

Auch 2023 findet im Tiroler Skigebiet Kössen wieder das „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“ statt: Schauen Sie zu oder fahren Sie mit, wenn sich Dutzende Heißluftballons über die Gipfel der Alpen erheben und den Kaiserwinkl überqueren.

Im Gebirgstal Kaiserwinkl ist jährlich Ende Januar ganz schön viel los: Dann heben zahlreiche Ballonfahrer:innen zu besonderen Fahrten über das Tal, das Skigebiet Kössen, Reit im Winkl und den Chiemsee ab. Ballonfahrten im Winter versprechen ein märchenhaftes Panorama über das bayerische Alpenvorland und Tirol. Wer möchte, kann die Pilot:innen auf einer Fahrt mit dem Heißluftballon begleiten – und die manchmal turbulente Landung hautnah miterleben. 

Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen rund ums „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“ und Tipps für alternative Ballon-Veranstaltungen.

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Das traditionelle „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“

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Es zischt und faucht über den Köpfen der Passagier:innen. Lautstark schießt die Flamme unter die Ballonhülle. Pilot Heinz Reiter prüft den Gasbrenner und verzichtet vor den drei Ballon-Neulingen in seinem Korb nicht auf den typischen Scherz aus der Szene: „Ist meine erste Fahrt heute.“ Reiter lacht und erinnert sich an seine wahren Anfänge Ende der Neunzigerjahre, als er den Pilotenschein machte. Bei jeder Fahrt fühlt er sich aufs Neue „von der Erde entkoppelt“.

Reiter ist jedes Jahr in Aktion, wenn sich die Winterlandschaft über Tirol beim traditionellen „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“ spektakulär mit Heißluftballons füllt. Die nächste Ballonwoche findet vom 21. bis 28. Januar 2023 statt, wenn nach der coronabedingt bescheidenen Teilnehmendenzahl im Vorjahr wieder Dutzende Teams aus Ballonfahrer:innen aus aller Welt aufsteigen. Dabei geht es weniger um den Wettkampfgedanken als um den Spaß- und Erlebnisfaktor.

Mitfahren beim „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“

Passagier:innen können Mitfahrten buchen, sollten sich aber vor einem verbalen Anfängerfehler hüten, wollen sie nicht zum Gespött der Könner werden. „Wir fliegen nicht, wir fahren“, klärt Hobbypilot Reiter auf, ein waschechter Tiroler und im Hauptjob Kommunikationstechniker.

Vor dem Thrill in der Luft gibt er den Gäst:innen seine Gebrauchsanweisung mit auf den Weg: „Nicht verkrampfen, einfach entspannen und die Aussichten genießen. Man muss sich auf die Sache einlassen und Vertrauen in die Technik und den Piloten haben, so wie wenn man in den Flieger steigt oder in den Zug.“ Gleichzeitig versucht er, die Sorge vor Höhenangst zu entschärfen: „Das ist ganz anders als im Hochhaus auf einen Balkon rauszugehen, was unangenehm sein kann. Das passiert im Ballon nicht.“

Mitfahrten beim „Kaiserwinkl Alpin Ballooning“ kosten 280 Euro pro erwachsener Person, 180 Euro pro Kind. Die Fahrzeit beträgt gewöhnlich 80 bis 90 Minuten. Es gilt, sich mit passender Winterkleidung auf Minustemperaturen einzustellen.

Ballonfahrt im Winter: Traumhaftes Panorama über Tirol

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Und schon geht es los bei minus neun Grad vor einem morgendlich blauen Himmel auf einer Wiese bei Kössen. Der Start ist sanft und behäbig. Zeitlupentempo. Nur langsam gewinnt der Ballon an Höhe, doch er steigt und steigt. In der Tiefe schrumpfen Straßen und Bäume, verlieren sich Reifenspuren im Schnee, breitet sich der zugefrorene Walchsee aus. Gleißendes Weiß vermengt sich mit Eisblau. Im Gegenlicht erscheinen Alpenspitzen. Gebirgszüge wie der Zahme Kaiser und der Wilde Kaiser zeigen ihre frostkalten Flanken. Im Tal verharren letzte Frühnebel-Bänke. Ein Wintertraum.

Oben fühlt man sich entrückt vom Rest der Welt, wie schwerelos in einer Blase schwebend durch Raum und Zeit. Es ist, als würde nicht der Pilot das Heft in der Hand halten, sondern eine höhere Kraft den Ballon an unsichtbaren Marionettenfäden bewegen. Atemwölkchen entweichen in der Kälte den Mündern. Viel Platz ist nicht im Korb, auf Komfort verzichtet man bei diesem Schauspiel jedoch gerne.

Ballonfahren im Winter: Vorteile der kalten Jahreszeit

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Andere Ballons punktieren den Himmel. Man wagt kaum zu reden. Reiter bricht das Schweigen, indem er den Vorzug des Winters für Fahrten herausstellt: „Die Luft ist kühler und schwerer als im Sommer, also hat man besseren Auftrieb. Im Sommer muss man sehr früh aufstehen.“ Jede Ballonfahrt sei anders. Er komme in Gegenden, die er sonst nicht finden würde.

In der Ferne gerät das bayerische Voralpenland in Sicht, Reit im Winkl, der Chiemsee. Dann nimmt der Pilot Funkkontakt zu seiner Kollegin Irmgard Moser auf, die in der Nähe vorantreibt und in Ballonfahrerkreisen sozusagen ein Urgestein ist. „Es ist sehr schwierig gewesen, aber ich habe mich durchgeboxt“, wird sie später am Boden über ihren Einstieg in eine Männerdomäne sagen. Was macht für sie Ballonfahren aus? „Die Freiheit, die Welt von oben anders zu sehen», antwortet die 60-Jährige, die sich als „Luftmensch“ bezeichnet und sonst als Küchenleiterin in einem Pflegeheim arbeitet.

Worauf bei der Landung zu achten ist

Reiter prüft die Gasvorräte. Alles okay. Seine Gäst:innen bereitet er bei Kössen aufs Landemanöver und etwaige Unwägbarkeiten vor: „Man muss den Wind richtig interpretieren. Wo genau man landet, kann man nicht vorausschauen.“ Ihm sei die „Landeart Hofrat“ am liebsten, bei der der Korb stehend aufsetzt. Schleiflandungen, bei denen der Ballonkorb kippen kann, seien selten. Immer sinnvoll: „Handys und Kameras verstauen, Knie leicht anwinkeln vor dem Aufsetzen.“ In der Sonne zuckt der Ballonschatten über einen Fußballplatz, Häuser, das Flüsschen Großache. Enten nehmen schnatternd Reißaus vor dem herabsinkenden Flugobjekt. Leute winken. Pilot Reiter gibt noch einmal Feuer und bringt den Ballon neben einer Loipe runter. Die Langläufer:innen nehmen es gelassen.

Die Passagier:innen helfen mit, aus 1000 Quadratmetern Stoff die Luft herauszupressen, das Ganze in einen Überzug zu stopfen und samt Korb zurück auf den Hänger zu verladen. Abschluss des Abenteuers ist die Ballontaufe mit launigen Sprüchen, Sekt und einer Urkunde. Aber das erscheint künstlich und aufgesetzt. Dazu wirkt der Rausch der Stille zwischen Himmel und Erde zu intensiv nach.

Informationen zur Anreise

Von München aus können Sie mit der Bahn innerhalb einer Stunde nach Kufstein fahren – und per Taxi weiter nach Kössen, wo es diverse Unterkünfte gibt. Mit dem Pkw sind Sie von München aus in weniger als zwei Stunden in Kössen.

Wo kann ich sonst noch Ballonfahren?

Im Winter gibt es weitere Ballon-Festivals mit Mitfahrgelegenheiten in den Alpen, darunter das „Dolomiti Balloonfestival“ vom 7. bis 15. Januar 2023 in Toblach in Südtirol, das „Festival International de Ballons“ vom 21. bis 29. Januar in Château-d'Oex in der Schweiz oder die „Tegernseer Tal Montgolfiade“ vom 29. Januar bis 5. Februar 2023 in Bad Wiessee.

- dpa

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