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Kultur

Erfolgreiche Vermeer-Ausstellung: Rijksmuseum zieht Bilanz

Die große Vermeer-Ausstellung in Amsterdam war schnell restlos ausverkauft. Wir verraten alle wichtigen Infos und geben Tipps zu möglichen Alternativen.

Text Mila Krull
Datum 05.06.2023

Mit diesem Ansturm hat auch das Rijksmuseum nicht gerechnet: Nur drei Tage nach der Eröffnung der großen Vermeer-Ausstellung in Amsterdam waren die Tickets für die gesamte Schau bereits restlos ausverkauft. 

Vom 10. Februar bis zum 4. Juni 2023 lief die einmalige Ausstellung, die 28 Gemälde des niederländischen Malers Johannes („Jan“) Vermeer zeigt. Darunter auch Werke, die zuvor noch nie öffentlich ausgestellt wurden. Das offizielle Kontingent von 450.000 Eintrittskarten war binnen kurzer Zeit erschöpft. Das Rijksmuseum hat mehrfach sein Kontingent an Karten aufgestockt und Öffnungszeiten verlängert. 

Rund 650.000 Menschen haben die bisher größte Ausstellung mit Werken des Malers Johannes Vermeer in Amsterdam gesehen. Das teilte das Rijksmuseum am Sonntag mit, nachdem die Ausstellung nach 115 Tagen endete. Damit war es die bestbesuchte Ausstellung in der Geschichte des Museums.

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Vermeer-Ausstellung in Amsterdam: Museum informiert

Das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ im Amsterdamer Rijksmuseum © IMAGO / ANP
Besucher:innen vor dem „Mädchen mit dem Perlenohrring“ im Rijksmuseum Amsterdam.

Da es sich bei vielen Vermeer-Kunstwerken um die Leihgaben anderer Museen handelt, wird die Ausstellung nicht verlängert. Um dennoch möglichst vielen Interessierten einen Besuch zu ermöglichen, hat das Rijksmuseum die Öffnungszeiten der Vermeer-Ausstellung jüngst auf 23 Uhr ausgeweitet. In diesem Zuge waren ab dem 6. März zunächst weitere Tickets buchbar.

Die anhaltende Begeisterung hatte jedoch immer wieder für Ausfälle der Buchungswebseite gesorgt. Das Tool war mitunter mehrere Stunden nicht mehr erreichbar. 

Rijksmuseum veröffentlicht Ticket-Update

Am 11. März teilte das Rijksmuseum mit, dass die Tickets für die Vermeer-Ausstellung endgültig ausverkauft sind. Rund zwei Monate später dann die große Überraschung: Für das letzte Ausstellungswochenende konnte nochmals ein Kontingent von 2.600 Karten bereitgestellt werden. Denn das Museum hat am Freitag, den 2. Juni, und Samstag, den 3. Juni, bis 2 Uhr nachts seine Pforten geöffnet. Die Karten - oder vielmehr die Möglichkeiten, solche zu kaufen - wurden verlost: Interessent:innen konnten sich am Freitag, den 12. Mai (bis 17 Uhr), auf der Homepage des Rijksmuseums über das Kontaktformular anmelden. Nach dem Zufallsprinzip und unter Aufsicht eines Notars oder einer Notarin wurden dann Mail-Adressen ausgelost. 

Rijksmuseum „Friends“-Programm

Eine weitere Möglichkeit, die Vermeer-Ausstellung zu besuchen, war bis zuletzt das Friends“-Programm des Rijksmuseums. Besucher:innen zahlen jährlich 50 Euro und können das Museum sowie alle angeschlossenen temporären Ausstellungen jederzeit besuchen. Wegen des Andrangs sind derzeit auch die Kontingente für die „Friends“-Mitgliedschaft erschöpft – und das mindestens bis zum 5. Juni, wie das Rijksmuseum mitteilte. Die Vermeer-Ausstellung hingegen war nur bis zum 4. Juni zu sehen.

Rijksmuseum präsentiert Online-Ausstellung

Um weiteren Menschen einen Einblick in die Welt des niederländischen Malers Vermeer zu gewähren, hat das Rijksmuseum für seine Webseite eine interaktive Entdeckungsreise entwickelt. Unter dem Ausstellungsmotto „Näher an Johannes Vermeer“ führt der britische Schauspieler Stephen Fry Zuschauer:innen durch das Leben und Werk Vermeers – untermalt ist die digitale Schau mit Bildern, Videos und Musik. Alternativ können sich Nutzer:innen selbst durch Werke und Hintergrundinformationen klicken. So erhalten alle Interessierten die Chance, Vermeer zu erleben.

Alternativen zur Vermeer-Ausstellung

Das Mauritshuis in Den Haag © IMAGO / ANP
Einen Besuch wert: Das Maruitshuis in Den Haag

Online-Besuch: „Rijksmuseum Masterpieces Up Close“

Während der Pandemie hat das Amsterdamer Rijksmuseum eine digitale Museumstour entwickelt. Auf der Webseite „Masterpieces Up Close“ kann jede:r durch die Hallen des Museums streifen und dem Haus einen Besuch abstatten. Auch Vermeers „Milchmagd“ können Online-Nutzer:innen auf diese Weise ganz in Ruhe betrachten und spannende Informationen als Audio-Datei abhören. Auch eine digitale Schnitzeljagd bietet das Museum an.

Mauritshuis in Den Haag

Wer nach einer Alternative zur Vermeer-Ausstellung sucht, wird unter anderem in Den Haag fündig. Das dortige Mauritshuis zeigt aktuell rund 170 moderne Versionen des berühmten Gemäldes „Mädchen mit dem Perlenohrring“ von 1665. Sie sind abwechselnd und meist als Projektion genau an dem Ort zu sehen, an dem sonst das Original hängt. 

Nach der Leihgabe an das Rijksmuseum wollte das Mauritshuis den Platz füllen und schrieb im vergangenen Jahr eine Preisfrage aus. Alle Teilnehmer:innen konnten ihre persönlichen Versionen des Gemäldes einschicken. Das habe eine „wahre Explosion an Kreativität“ ausgelöst, sagte die Direktorin des Mauritshuis, Martine Gosselink. Aus der ganzen Welt hätten Menschen ihre Versionen eingeschickt: „Gemalt, gezeichnet, aus Wolle, Ton, Holz, Stoff, Blumenblättern, Knöpfen, Keramik, Gemüse, Obst, Muscheln, Glasperlen, Ballons, Lego oder als Tattoo.“

Das echte „Mädchen mit dem Perlenohrring“ kehrte übrigens bereits am 1. April aus Amsterdam zurück – gut zwei Monate vor Ende der Vermeer-Ausstellung in Amsterdam.

Vermeer Centrum Delft

Ein weiteres Ausstellungshaus liegt in Vermeers Heimatstadt Delft. Das Museum befindet sich in dem ehemaligen Gebäude einer Künstlergilde des 17. Jahrhunderts, der Vermeer einst angehörte. Jeden Sonntag findet um 10:30 Uhr eine kostenlose Führung (auf Englisch) statt. Darüber hinaus können Besucher:innen die Stadt auf den Spuren Vermeers erkunden. Die „Vermeerwanderung“ führt vorbei an mehreren Informationstafeln über den Künstler und seine Wirkungsstätten. 

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