Radtour an der Loire © David Darrault
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Durch Frankreichs Herz: Der Loire-Radweg

Über 900 Kilometer schlängelt sich der Loire-Radweg flussabwärts von Cuffy bis an die Atlantikküste. Die Tour ist wie gemacht für Fahrradurlauber: Hervorragend beschildert, überall kann man übernachten und einkehren – und erlebt Frankreich von der schönsten Seite.

Von Cuffy bis Orléans

sancerre_JD_DSC3329 © DAMASE - CRT CENTRE-VAL DE LOIRE

Die Tour auf dem neu und großzügig ausgebauten Loire-Radweg beginnt in Cuffy, etwa 150 Kilometer südöstlich von Orléans. Von hier aus schlängelt sich der Radweg erst Richtung Norden und dann gen Westen bis zum Atlantik – über rund 900 Kilometer, immer entlang der Loire.

Der erste Abschnitt ist etwas für Naturliebhaber. Die Landschaft ist lieblich gewellt und unverbaut. Zu einer kleinen Pause laden die vielen „Guinguettes“ am Ufer ein. Das sind Biergärten „à la française“, natürlich eher mit Wein zum Essen. Der einzige größere Ort auf dieser Etappe ist das hübsche Sancerre.

Von Orléans bis Tours

Chateau Bourdaisiere © Jean-Christophe COUTAND

Wer die berühmten Loire-Schlösser besichtigen möchte, sollte sich auf den Weg von Orléans nach Tours machen. Es sind mehr als 150, offenbar hat es auch Kaisern und Königen hier gut gefallen. Diese Region ist stark besucht, entsprechend ist die Infrastruktur – auch mit Campingplätzen – gut ausgebaut. Einige der schönsten Schlösser liegen in der Nähe von Blois.

Ein sehr schönes Exemplar befindet sich auf der Domaine de Chaumont-sur-Loire und ist ein besonderer Anlaufpunkt für Gartenfreunde. Jedes Jahr wird dort das internationale Gartenfestival veranstaltet. Ein zweites Highlight findet man etwas weiter im Westen: Das Château de la Bourdaisière lockt vor allem Gemüseliebhaber an. Denn in den Gärten hat der „Tomatenprinz“ Louis Albert de Broglie ein Eldorado der Tomatenvielfalt erschaffen.

Von Tours bis Angers

Kulinarisch kommen Radfahrer besonders im westlichen Teil der Fahrt, zwischen Tours und Angers, auf ihre Kosten. Das Anjou ist berühmt für seine Höhlenhäuser, die in den leichten Tuffkalk gebohrt wurden. In der „Cave des producteurs de Montlouis“ etwa, einem 1961 gegründeten Weingut, kann der Wein direkt verkostet werden. Mehr als zwei Millionen Flaschen lagern in den Tuffsteinkellern.

www.loire-radweg.org

Praktische Tipps: Zug und Unterkünfte

Zwischen Orléans und Le Croisic am Atlantik fährt der Zug „Loire à Vélo“ und bietet bis zu 83 Rad-Stellplätze, um größere Distanzen auf der Schiene zu überwinden. Einen Gepäckservice gibt es auf der gesamten Route. So lässt sich der Loire-Weg bequem nur in einer Richtung befahren.

Außerdem kommen die mehr als eine Million Radfahrer pro Jahr immer wieder an Rastplätzen, Servicestationen und Zeltplätzen vorbei. Unterkünfte sind nie weiter als fünf Kilometer vom Radweg entfernt, das garantiert das Gütesiegel „Accueil Vélo“. Und weil das Profil meist ebenerdig verläuft, eignet sich die Tour für die ganze Familie.

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