12 besondere Ausflugsziele rund um Köln und Bonn

Über den Drachenfels wandern, durch eine mittelalterliche Zollfeste schlendern oder unter dem größten gotischen Kirchenfenster nördlich der Alpen stehen: Diese sehenswerten Orte unweit von Köln und Bonn sind einen Ausflug wert.
Text Merian Redaktion
Datum05.10.2026

Die Gegend zwischen dem Ahrtal und Niederrhein lockt mit einigen besonderen Ausflugszielen. Nördlich von Köln und Bonn verteidigt die Stadt Zons ihre Mauern und Türme seit über 600 Jahren gegen die Zeit, im Süden ziehen sich Weinterrassen die sanften Hänge des Ahrtals hinauf. Dazwischen liegen Rokoko-Schlösser, Kanzlerhäuser, ein Künstlerbahnhof und das Siebengebirge mit seinen Burgruinen. Keines der zwölf Ziele liegt mehr als eine Autostunde von Köln oder Bonn entfernt, viele erreicht man bequem mit der Bahn. Wir stellen die schönsten Ausflugsorte im Rheinland von Nord nach Süd vor. 

1

Zons: Mittelalter am Niederrhein

Als Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden 1372 den Rheinzoll von Neuss nach Zons verlegte, brauchte er eine Festung, um ihn einzutreiben. So entstand die Zollfeste mit der Burg Friedestrom, ein Jahr später erhielt Zons die Stadtrechte. Mauerring, Wehrtürme und Gassen sind bis heute so vollständig erhalten, dass der Ortsteil von Dormagen zu den besterhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen am Niederrhein zählt. Markantestes Bauwerk ist der 35 Meter hohe Juddeturm. 

Wie das Leben hinter den Mauern aussah, erzählt das Kreismuseum. Im Sommer spielt die Freilichtbühne an der Stadtmauer Märchenstücke für Kinder. Wer nach dem Rundgang weiter will, setzt mit der Rheinfähre nach Düsseldorf-Urdenbach über und spaziert durch die Urdenbacher Kämpe, eine Auenlandschaft am Ufer. Von Köln aus benötigt man mit dem Auto etwa eine halbe Stunde, im Sommer legen auch Ausflugsschiffe in Zons an.

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Altenberger Dom: Gotik im Bergischen Land

Der Altenberger Dom im Bergischen Land

Rund 20 Kilometer nordöstlich von Köln öffnet sich im Tal der Dhünn eine Kathedrale, die man hier nicht erwartet. Zisterziensermönche gründeten 1133 die Abtei Altenberg, 1259 legten sie den Grundstein für die gotische Klosterkirche, 1379 wurde sie geweiht. Die Ordensregel verbot den Zisterziensern Türme, deshalb fehlen dem Dom die Glockentürme, die man von anderen Kathedralen kennt. Gebaut ist er aus Trachyt vom Drachenfels, der Stein reiste also aus dem Siebengebirge ins Bergische Land.

Im Inneren richtet sich der Blick auf das Westfenster aus der Zeit um 1400. Mit rund 144 Quadratmetern gilt es als größtes gotisches Bleiglasfenster nördlich der Alpen und zeigt das himmlische Jerusalem. Bis ins 16. Jahrhundert ließen sich hier die Grafen und Herzöge von Berg bestatten. Seit 1857 teilen sich katholische und evangelische Gemeinde den Dom als Simultankirche. Rund um die Kirche führen Wanderwege durch das Dhünntal, Familien mit Kindern zieht es in den nahen Märchenwald Altenberg.

3

Schlösser Brühl: Prächtige Anlage und Weltkulturerbe

Schloss Falkenlust können Sie auf eigene Faust erkunden.

Die Falkenjagd soll den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Clemens August von Bayern (1700 bis 1761) nach Brühl gelockt haben. Ab 1725 ließ er auf den Ruinen einer Wasserburg Schloss Augustusburg errichten, zunächst nach Plänen von Johann Conrad Schlaun, ab 1728 gestaltete François de Cuvilliés die Residenz im Rokoko-Stil um. Das Prunktreppenhaus entwarf Balthasar Neumann. Zur Anlage gehören ein barocker Garten und ein weitläufiger Waldbereich nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsparks. Eine Allee verbindet das Schloss mit dem Jagdschloss Falkenlust, in dem der Kurfürst nach der Beizjagd Gäste empfing. 

Beide Schlösser gehören seit 1984 zum Unesco-Welterbe. Danach lohnt der Weg ins Max Ernst Museum, das rund 70 Schaffensjahre des in Brühl geborenen Surrealisten zeigt. Der Zug braucht von Köln wie von Bonn nur etwa eine Viertelstunde.

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Troisdorf und Burg Wissem: Wo Märchen wahr werden

Die Burg Wissem in Troisdorf beherbergt unter anderem das „Bilderbuchmuseum“.

Die Burg Wissem in Troisdorf, mit rund 77.000 Einwohnern größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in klassizistischer Form neu. Heute teilen sich ein Restaurant, das Museum für Stadt- und Industriegeschichte (MUSIT) und, im ehemaligen Herrenhaus, das Bilderbuchmuseum die Anlage. 

Das Museum sammelt Originalillustrationen, historische und moderne Bilderbücher sowie Künstlerbücher, darunter Bestände von Janosch. Alle zwei Jahre vergibt die Stadt hier den Troisdorfer Bilderbuchpreis. Kinder malen und basteln in eigenen Workshops, und wer die kleine Tür in der Bibliothek findet, gelangt ins Turmzimmer voller Märchenbücher. Direkt hinter der Burg beginnt die Wahner Heide, eine der artenreichsten Heidelandschaften Nordrhein-Westfalens.

5

Siegburg: Die Stadt der Keramik

Der Michaelsberg und die ehemalige gleichnamige Abtei thronen über Siegburg.

Bis ins 17. Jahrhundert verkauften Siegburger Töpfer ihr Steinzeug in ganz Europa. An diese Tradition knüpft das Atelier Hasenberg an, unter anderem mit einer eigenen Siegburg-Kollektion. Auf den Stücken erscheint die Silhouette der Stadt mit der Kirche St. Servatius und dem Michaelsberg. Die dreischiffige Emporenbasilika entstand im 12. und 13. Jahrhundert in romanischen und gotischen Formen und ist die älteste erhaltene Kirche Siegburgs. Ihre Schatzkammer verwahrt Schreine und Tragaltäre aus spätromanischer Zeit. 

Der beste Blick über die Stadt Siegburg mit ihren gut 40.000 Einwohnern eröffnet sich vom Michaelsberg aus. Hier gründete der Kölner Erzbischof Anno II. 1064 eine Benediktinerabtei, ihre barocke Gestalt erhielt sie nach mehreren Bränden im 18. Jahrhundert. 2011 verließen die letzten Benediktiner den Berg, seit 2017 nutzt das Katholisch-Soziale Institut des Erzbistums Köln die modernisierten Gebäude als Tagungshaus. Wer sich vorab anmeldet, kann die Anlage im Rahmen einer Führung besuchen. 

6

Geschichtsträchtig: Der Petersberg

Das Bundesgästehaus auf dem Petersberg wird heute von der Hotelgruppe Steigenberger geführt.

Im Herbst 1949 verhandelte Konrad Adenauer auf dem Petersberg mit der Alliierten Hohen Kommission, die im Hotel auf dem Gipfel ihren Sitz hatte. Am 22. November unterzeichnete er das Petersberger Abkommen, das den Besatzungsstatus lockerte und der jungen Bundesrepublik mehr Spielraum verschaffte. Das Hotel selbst ließen die Brüder Nelles ab 1888 errichten, der Kölner Parfümfabrikant Ferdinand Mülhens kaufte es 1911 und baute es um. Nachdem die Hohe Kommission 1952 ausgezogen war, diente der Petersberg dem Bund als Gästehaus für Staatsbesuche, erster offizieller Gast war 1954 Kaiser Haile Selassie von Äthiopien. 

Heute betreibt die Steigenberger-Gruppe das Grandhotel auf dem 336 Meter hohen Berg, das Gebäude gehört weiterhin dem Bund. Im Biergarten sitzt man im Schatten von Kopflinden und schaut über Königswinter und das Rheintal bis nach Bonn. Auf der Karte stehen Brotzeitteller, Kuchen und Kaffee.

7

Auf den Spuren der Nibelungensage: Der Drachenfels

Die Drachenburg ist beliebtes Ausflugsziel im Rheinland.

Hier soll Siegfried den Drachen erschlagen haben, zumindest gilt der Drachenfels seit den 1820er-Jahren als Schauplatz der Nibelungensage. Wer den 321 Meter hohen Berg zu Fuß besteigt, begegnet der Legende an der Nibelungenhalle, die 1913 zum 100. Geburtstag Richard Wagners eröffnet wurde und später um eine Drachenhöhle mit Steindrachen ergänzt wurde. Bequemer geht es mit der Drachenfelsbahn, die von Königswinter auf den Gipfel fährt, Deutschlands älteste noch betriebene Zahnradbahn. 

An der Mittelstation steigen Besucher für Schloss Drachenburg aus. Der Börsenspekulant Stephan von Sarter ließ es 1882 bis 1884 als Wohnsitz bauen, bewohnt hat er es jedoch nie. Türmchen, Erker und Zinnen schmücken die mittelalterlich anmutende Burg, im Inneren zeigen restaurierte Wandmalereien und Buntglasfenster die Wohnkultur der Gründerzeit. In der Vorburg informiert ein Museum über die Geschichte des Naturschutzes in Deutschland. Oben am Gipfel neben der Burgruine reicht der Blick bei klarer Sicht über das Rheintal mitunter bis zum Kölner Dom.

Übrigens: Weitere märchenhafte Schlösser und Burgen in Deutschland finden Sie hier.

8

Siebengebirge: Wandern im Bonner Umland

Der Ausblick vom Ölberg im Siebengebirge ist fantastisch.

Anders als der Name vermuten lässt, zählt das Siebengebirge weit mehr als sieben Erhebungen. Sieben Berge prägen jedoch die Silhouette, die man von Bonn aus sieht: Drachenfels, Wolkenburg, Petersberg, Nonnenstromberg, Lohrberg, Löwenburg und Großer Ölberg, mit 460 Metern der höchste. Der Name geht womöglich auf das Wort „Siefen“ zurück, das im Rheinland feuchte, schluchtartige Bachtäler bezeichnet. 

Durch das Siebengebirge verläuft ein Teil des Rheinsteigs, der auf rund 320 Kilometern von Bonn bis Wiesbaden führt. Eine abwechslungsreiche Tagestour startet in Königswinter: über den Drachenfels hinunter nach Rhöndorf, dann hinauf zur Ruine Löwenburg und weiter zur Drei-Seen-Blick-Hütte auf dem Margarethenkreuz, bevor der Weg zurück ins Tal führt. Unterwegs liegen nette Ausflugslokale wie der Löwenburger Hof.

9

Ausflugsziele bei Bonn: Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf

Das Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf ist im Originalzustand und kann bei einer kostenlosen Führung erkundet werden.

Er habe sich nur wegen seines nahen Wohnhauses für Bonn als Hauptstadt starkgemacht: Diesen Vorwurf musste sich Konrad Adenauer oft anhören. 1937 zog er mit seiner Familie in das Haus am Steilhang über Rhöndorf, das er sich mit Blick ins Rheintal hatte bauen lassen. Samt Einrichtung ist es im Originalzustand erhalten. Das Adenauer-Wohnhaus lässt sich nur im Rahmen einer kostenlosen Führung besichtigen.

Der Rundgang führt durch den denkmalgeschützten Garten mit Adenauers Rosen zum Pavillon, in dem er nach seinem Rücktritt seine Memoiren schrieb. Daneben liegt die Bocciabahn, beleuchtet von Straßenlaternen: Seine Leidenschaft für das Spiel hatte Adenauer im Urlaub am Comer See entdeckt, Zeit dafür fand er meist erst spätabends. Im Wohnhaus hängt seine Gemäldesammlung, durch die großen Fenster fällt der Blick in Schlaf- und Speisezimmer. Die Ausstellung im modernen Bau nebenan zeichnet seinen politischen Weg nach.

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Schmucke Altstadt von Bad Honnef

Bad Honnefs Innenstadt verzaubert mit süßen Fachwerkhäusern.

Als „Rheinisches Nizza“ soll Alexander von Humboldt einst Bad Honnef bezeichnet haben. Eine halbe Stunde von Bonn entfernt liegt die Stadt mit rund 26.000 Einwohnern direkt am Rhein, gegenüber der Insel Grafenwerth. Am besten lässt man sich bei einem Ausflug einfach durch den Ortskern treiben, zum Beispiel durch die Luisen-, Haupt- und Königin-Sophie-Straße, vorbei an Fachwerkhäusern, Gründerzeitvillen und Jugendstilfassaden. In der Fußgängerzone stöbert man in der Buchhandlung Werber oder lässt sich auf ein Heißgetränk im Kaffeehaus Nottebrock nieder. Seit fast hundert Jahren backt der Familienbetrieb vorzügliche Torten und Kuchen.

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Ausflugsziel für Kunstinteressierte: Bahnhof Rolandseck

Im Bahnhof Rolandseck in Remagen ist unter anderem eine Sammlung aus mehr als 400 Werken von Hans Arp und seiner ersten Frau zu sehen.

Clara Schumann, Johannes Brahms, Franz Liszt und die Brüder Grimm stiegen hier um: Der Bahnhof Rolandseck in Remagen entstand 1856 bis 1858 im klassizistischen Stil als Endpunkt der Bahnstrecke von Köln über Bonn, hier wechselten Reisende aufs Dampfschiff. Ab 1964 machte der Galerist Johannes Wasmuth daraus einen Künstlerbahnhof. Marguerite Arp-Hagenbach, die zweite Frau des Bildhauers, Malers und Dichters Hans Arp, überließ dem Ort nach dessen Tod einen Teil seines Nachlasses. Heute bildet der Bahnhof den Eingang zum Arp Museum. 

Ein Aufzug im Fels verbindet ihn mit dem weißen Neubau des US-Architekten Richard Meier, der 2007 eröffnete. Die Sammlung umfasst Hunderte Werke von Hans Arp und seiner ersten Frau Sophie Taeuber-Arp, darunter Holzreliefs und Skulpturen, dazu kommen Wechselausstellungen mit Alten Meistern und Gegenwartskunst. 

Eine Pause lohnt auch das Bahnhofsbistro Interieur No. 253, das der Berliner Künstler Anton Henning als begehbares Kunstwerk gestaltet hat. Zwei Stationen weiter, im Zentrum von Remagen, ragen die Brückentürme der Ludendorff-Brücke am Ufer auf. Am 7. März 1945 überquerten US-Truppen die Brücke, die die Wehrmacht vergeblich zu sprengen versucht hatte. Zehn Tage später stürzte sie ein. In den Türmen dokumentiert das Friedensmuseum Brücke von Remagen ihre Geschichte.

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Neuanfang auf alten Pfaden: Das Ahrtal

Im Ahrtal wird sehr viel Rotwein angebaut. Bei einer Wanderung können sie die Gegend bestens erkunden.

Wer mit dem Zug von Bonn rund 40 Minuten nach Süden fährt, steigt in Ahrweiler in einem der nördlichsten Rotweingebiete Deutschlands aus. Die Römer sollen die Rebe an den Fluss gebracht haben, erste urkundliche Belege für den Weinbau im Ahrtal stammen aus der Zeit um 770. Auf den Schieferterrassen wächst vor allem Spätburgunder. Der rund 35 Kilometer lange Rotweinwanderweg, der nach der verheerenden Flut von 2021 mittlerweile wieder begehbar ist, verbindet die Weinorte zwischen Bad Bodendorf und Altenahr. Er verläuft oberhalb der Orte durch die Weinberge, Abstiege führen in jedes Dorf. Besonders abwechslungsreich ist der gut vier Kilometer lange Abschnitt von Ahrweiler nach Walporzheim mit Aussichtspunkten und Straußwirtschaften. 

Bei gutem Wetter schenken Winzer direkt am Weg aus. Bei Marienthal liegt die Dokumentationsstätte Regierungsbunker: Ab 1962 trieb der Bund ein über 17 Kilometer langes Stollensystem in den Berg, das im Ernstfall Regierung und Verfassungsorgane aufnehmen sollte. Ein Teil davon ist als Museum zugänglich.