Darmstadt © Kristof Lemp
Städtereisen

Charme der Provinz: Hessens schöne Städtchen

Frankfurt, Kassel, Marburg: Klar, das sind tolle Städte und touristische Höhepunkte. Doch Hessens besonderer Charme liegt gerade in der Provinz, in verträumten Fachwerkstädtchen, bei Schlössern und Burgen. Eine Reise durch großartige Kulturlandschaften in der Mitte Deutschlands.

1

Fulda: Barock und viel Grün

Fulda Dom © Andrea Diefenbach

Die Stadt Fulda wirkt südlicher, als es ihr vom Breitengrad her eigentlich zusteht. Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und gilt als bedeutendste Barockkirche Hessens. Überhaupt spiegelt sich diese Epoche in der Bischofsstadt Fulda schöner als kaum irgendwo sonst: Kloster Frauenberg, Stadtschloss, St. Blasius – vieles geht auf den großen Baumeister Johann Dientzenhofer zurück, der nicht reich wurde, weil seine Kostenvoranschläge meist zu niedrig waren. Dafür hat er das Stadtbild seiner Wahlheimat reich gemacht.

2

Bad Homburg: Königlich kuren

Bad Homburg © Andrea Diefenbach

Wahrzeichen von Bad Homburg ist der Weiße Turm. Er stammt noch aus dem Mittelalter und war der Bergfried einer Burg. Heute gehört er zu dem Schloss, das die Landgrafen von Hessen-Homburg ab 1679 bauen ließen. Ende des 19. Jahrhunderts machten die Hohenzollern die Anlage zu ihrer Sommerresidenz. Deshalb kann man sich heute leicht „wie ein König“ ausruhen: Im Kaiser-Wilhelm-Bad war schon der spätere englische Monarch Edward VII. zu Gast. Die Kurstadt im Hochtaunus wirbt mit dem eigenwilligen Slogan „Champagnerluft und Tradition“.

3

Darmstadt: Zentrum des Jugendstils

Darmstadt © Andrea Diefenbach

Von Fachwerkhäusern geprägt ist das Zentrum der Kurstadt Bad Hersfeld im Nordosten von Hessen. Wahrzeichen der Altstadt ist der markante Turm der evangelischen Stadtkirche, einer gotischen Hallenkirche. Die Hauptattraktion der Stadt ist aber die größte romanische Kirchenruine der Welt: die Stiftskirche der ehemaligen Abtei Hersfeld, im Siebenjährigen Krieg 1761 zerstört. Unter der Apsis ist heute der Eingang zu den Bad Hersfelder Festspielen, darüber liegt die offene Bühne. „Ruine“ ist eigentlich kein passender Ausdruck für diesen magischen Ort – die Zerstörungen verstärken eher noch den überwältigenden Eindruck.

4

Michelstadt: Wie im Historienfilm

Michelstadt © Andrea Diefenbach

Klein, aber originell ist das Rathaus in Michelstadt. Im einst komplett offenen Erdgeschoss trat früher das Gericht zusammen, außerdem wurde hier Markt gehalten. Das im Kern noch spätgotische Fachwerkhaus ist ein berühmtes Fotomotiv und war wegen seines ikonischen Ranges mal auf einer Briefmarke der Bundespost. Die ganze Altstadt des Städtchens im Odenwaldkreis ist entzückend, man fühlt sich wie einem Historienfilm.

5

Gelnhausen: Blüte vor 800 Jahren

Gelnhausen © Andrea Diefenbach

Um das Jahr 1200 herum war Gelnhausen eine mächtige Stadt, gegründet von Kaiser Friedrich Barbarossa, eine freie Reichsstadt dazu. Diese Blütezeit war bald vorüber, aber ein Widerschein davon liegt heute noch über Gelnhausen. Über eine inzwischen verlandete Insel in Gelnhausen spazierte einst der Staufer Friedrich I selbst: Seine Pfalz ist nicht die größte, aber die am besten erhaltene der Kaiserpfalzen.

6

Seligenstadt: Einhard und Emma

Das zauberhafte Seligenstadt lässt sich zum Beispiel über eine Radtour entlang des Mains erleben entdecken. Über die Namensgebung des vormaligen Obermühlheim gibt es diverse Legenden aus karolingischer Zeit, als Einhard, der Gefährte und Biograf von Kaiser Karl dem Großen, hier ein Gut geschenkt bekam. Dort soll er mit des Kaisers Tochter Emma gelebt haben. Eines Tages habe der durchreisende Kaiser die beiden entdeckt und ausgerufen: „Selig sei die Stadt genannt, da ich meine Tochter wieder fand.“ Bedeutendster Bau Seligenstadts ist die Einhard-Basilika St. Marcellinus und Petrus, die noch Bausubstanz aus dem 9. Jahrhundert enthält.

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