Schloss Berlepsch in Nordhessen © Schloss Berlepsch/GrimmHeimat NordHessen
Kultur

Grimmheimat in Nordhessen

Erholung wie im Märchen: Rund um Kassel liegt die Heimat der Brüder Grimm – eine lebendige Region mit riesigen Wäldern, malerischen Fachwerkhäusern und ganz viel gutem Essen.

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Grimms Märchen: Bloß nicht wach küssen

Jacob und Wilhelm Grimm konnte man viel erzählen, gern sogar: Ab 1806 begannen die Brüder, Märchen aus der Region um Kassel zu sammeln – die Erzählungen wurden 2009 von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommen. Wer durch die GrimmHeimat im Norden Hessens reist, der begibt sich in die Landschaft dieser Märchenwelt: Die Pfade führen durch tiefe Wälder und über sanfte Hügel, am Wegesrand erscheinen verträumte Schlösser wie die Sababurg im Reinhardswald oder die Trendelburg in dem gleichnamigen Ort, an deren Turm eine Rapunzel wunderbar ihr Haar hinablassen könnte. Auf der Salatkirmes in Ziegenhain zeigen junge Frauen die roten Kopfbedeckungen der Schwälmer Tracht, die sich in der Mär vom Rotkäppchen wiederfinden, und der Hohe Meißner ist ein Bergmassiv, in dessen Nähe ein Naturpark liegt, der nach der Frau Holle benannt wurde. Lieber noch ein bisschen tiefer in die Geschichten selbst eintauchen? Die Grimmwelt in Kassel ist ein Königreich für Menschen, die Märchen lieben.

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Fachwerk: Diese Balken halten seit Jahrhunderten

Fachwerkhäuser am Marktplatz von Fritzlar © Johannes de Lange
Alles schön unter Dach und Fachwerk: der Marktplatz von Fritzlar.

Reisende aus der ganzen Welt sind beeindruckt von den Fachwerkhäusern in verträumten Städtchen wie Fritzlar, Hofgeismar und Melsungen. Die Kästen aus Eichenbalken wurden damals mit Lehm und Weidengeflecht gefüllt und ganz ohne Nägel und Schrauben zusammengefügt. Auf Stadtführungen wird deutlich, welche Geschichten die Fachwerkhäuser über ihre einstigen Besitzer verraten – je verzierter das Haus, desto wohlhabender waren die Bewohner. Lust, mal in einem solchen Gebäude zu übernachten? Viele der Fachwerkhäuser sind jetzt Hotels.

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Wald & Gesundheit: Hessens riesige Wälder

Was die Wissenschaft jetzt erst erforscht, spüren die Menschen schon seit Jahrhunderten: Das Spazierengehen und Innehalten im Wald tut gut, körperlich wie psychisch. Dazu bietet sich im Norden von Hessen reichlich Gelegenheit, denn hier gibt es nicht nur fünf Naturparks, sondern auch den Nationalpark Kellerwald-Edersee, er ist mehr als 5700 Hektar groß und wurde 2017 als »Alter Buchenwald« ins UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Eine Besonderheit der GrimmHeimat sind die Hutewälder: Wo früher Schweine mit Eicheln und Bucheckern gemästet wurden, bleiben nur die kräftigsten Bäume stehen – bizarr geformte Giganten, die in großen Abständen zueinander ihre knorrigen Äste ausstrecken.

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Wandern: Nordhessens Wegenetz

Das Wandern ist eine der schönsten Arten, die Landschaften in Nordhessen zu genießen: Das vielfältige Wegenetz wird allen Wünschen und jeder Kondition gerecht. Die Premiumwanderwege sind gut befestigt und eignen sich für leichte Tagestouren, so führt der Lochbachpfad durch tiefe Schluchten, während der Schlossbrunnenweg sich rund um die Burg Wallenstein durch Felder und Wälder schlängelt. Wer mehr Auslauf braucht, gewinnt in mehrtägigen Touren auf Pilgerpfaden und Weitwanderwegen Abstand zum Alltag.

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Burgen & Schlösser: Die Pracht vergangener Dynastien

Dutzende von Schlössern und Burgen erwecken die Märchen der Brüder Grimm zum Leben – und jedes Bauwerk hat seinen eigenen Charakter: Die mittelalterliche Ruine der Burg Weidelsburg in Wolfhagen beeindruckt durch ihre massiven Wohntürme, romantisch wirkt das Fachwerk aus dem 13. Jahrhundert an der Burg Herzberg in Niederaula, und das Schloss Wilhelmstal in Calden betört durch die geordnete Eleganz des Rokoko. Viele der Bauten wurden auf einer Anhöhe errichtet, damit sie schwerer einzunehmen waren – dadurch sind sie heute weithin sichtbar. Einige von ihnen zeigen noch das Interieur aus der Zeit ihrer Erbauung, und in manchen Burgen wie der Jugendburg Hessenstein aus dem 14. Jahrhundert kann man sogar wohnen: Gastfreundschaft mit sehr langer Tradition.

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Wasser & Weite: Mit dem Schatz zum Silbersee

Die zahlreichen Seen der GrimmHeimat bieten viele Möglichkeiten für Sport und Entspannung – unter ihnen sind Juwelen wie der idyllisch gelegene Silbersee bei Breitenbach am Herzberg oder der abgeschiedene Natursee »Höllchen« bei Habichtswald-Dörnberg. Lieber etwas mehr Aktivität? Dann ist eine Radtour auf dem Diemelradweg entlang der Diemel das Richtige, und auf dem Fulda-Radweg R1 wartet sogar ein besonderes Abenteuer: Deutschlands einzige Fahrradseilbahn, bei der die Passagiere sich und ihre Räder mit einer Kurbel über den Fluss bewegen. Bad Karlshafen an der Weser ist eine Stadt mit barockem Kern, die 1699 mit Hafen angelegt wurde – und ihre weißen Häuserkarrees haben über die Jahrhunderte nichts von ihrem Charme verloren.

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Genuss: Essen wie Gott in Hessen

"Ahle Wurscht" in der "Landfleischerei Koch" © Gerald Hänel
Morgens, mittags, abends: »Ahle Wurscht«, wie diese in der »Landfleischerei Koch« in Calden, schmeckt immer.

Was wäre ein Ausflug ohne gutes Essen? Am beliebtesten ist wohl die »Ahle Wurscht«, eine luftgetrocknete Wurst aus Schweinefleisch – der Monate dauernde Reifeprozess, in dem sich die Aromen erst richtig entfalten, hat ihr die liebevolle Bezeichnung als »alte Wurst« eingebracht. Die Restaurants der Region wissen aus den Wildschweinen Delikatessen zuzubereiten, durch die Nahrung der Tiere aus Früchten, Beeren und Kräutern bekommt ihr Fleisch ein besonders volles Aroma. Danach vielleicht ein Dessert aus Mohn? Die Mohnblüte ist eines der schönsten Landschaftserlebnisse im Naturpark »Frau Holle«, aus den Blüten und ihren Samen wird Honig hergestellt, der zu den Nachspeisen mundet.

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