Bremen: 7 besondere Museen der Hansestadt

Die Bremer Kunsthalle zeigt eine beachtliche Gemäldesammlung und eines der größten Kupferstichkabinette Deutschlands. Das Besondere: Besitzer und Betreiber ist der private Kunstverein. Daneben hat die Hansestadt etliche feine kleine Sammlungen.
Datum08.02.2026

Die 120 Goldtaler waren eine glänzende Investition: Mit diesem Betrag eröffnete der Bremer Senator Hieronymus Klugkist im Jahr 1823 einen Verein, um den „Sinn für das Schöne zu verbreiten und auszubilden“. Aus dieser bürgerlichen Initiative ging die bis heute private Bremer Kunsthalle hervor. Viele Bremer Kaufleute vererbten dem Verein ihre Sammlungen – derselbe Klugkist etwa seine Kollektion altdeutscher Kunst mit Werken von Albrecht Dürer und Albrecht Altdorfer. 

Bis heute macht der Bremer Kunstverein von sich reden, nicht nur als einer der ältesten seiner Art, sondern auch als mitgliederstärkster in ganz Deutschland. Die Kunsthalle als angeschlossenes Ausstellungshaus kuratiert regelmäßig große Schauen von Monet, Picasso oder Giacometti. 

Auch darüber hinaus kann Bremen mit spannenden Museen punkten. Merian verrät, welche das sind. 

Kunsthalle Bremen

Hauptdarsteller der Kulturmeile: die Bremer Kunsthalle

Die Sammlung, die auf so besondere Weise zusammenkam, muss sich vor den gut alimentierten Beständen staatlicher Kunstmuseen anderer Städte nicht verstecken. Von Dürer und Cranach stammen die ältesten Meisterwerke der Kunsthalle Bremen, auffällig ist der große Bestand an holländischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Einen Schwerpunkt bildet die französische und deutsche Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter Werke von Édouard Manet, Claude Monet und Vincent van Gogh sowie Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth. 10.000 Menschen sind Mitglied des fördernden Vereins und ermöglichen so auch temporäre Sonderausstellungen von Weltrang.

kunsthalle-bremen.de

Gerhard-Marcks-Haus

Dem Bildhauer Gerhard Marcks widmet Bremen ein Ausstellunghaus.

Für den künstlerischen Nachlass von Gerhard Marcks (1889-1981) wurde das ehemalige Torhaus zwischen Altstadt und Ostertorviertel gewählt. Marcks gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Er schuf auch die für Bremen so bedeutende Skulptur der Stadtmusikanten, die einen kurzen Fußweg entfernt am Rathaus glänzt. Zuletzt wurde der Bestand des Gerhard-Marcks-Hauses um die Nachlässe der Bildhauer Waldemar Grzimek und Gerhard Schreiter erweitert. Auf der Webseite gibt es Einblicke in die Sammlung, die sich hauptsächlich aus plastischen Werken der letzten 100 Jahre zusammensetzt. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt frei.

marcks.de

Weserburg Museum für moderne Kunst

Kunst mit Ausblick: das Weserburg Museum in Bremen

Schon der Ort ist einen Besuch wert: vier Backstein-Speicherhäuser auf dem Teerhof inmitten der Weser. Das Weserburg Museum für moderne Kunst hat sich in kurzer Zeit ein internationales Renommee erworben. Basis sind – wie bei der Kunsthalle – private Sammlungen, die in immer wechselnden Sonderausstellungen gezeigt werden. Das Portfolio reicht von Bildhauerei über Fotografie und Video bis hin zu thematischen Lichtspielen. Eine Bibliothek über die Bildenden Künste der vergangenen 70 Jahre sowie das angeschlossene Café flux laden zum stundenlangen Verweilen ein. Regelmäßig finden auch Veranstaltungen wie Konzerte, DJ-Sessions und Kulturabende statt.

weserburg.de

Übersee-Museum Bremen

Das Übersee-Museum in Bremen gehört zu den besten Sehenswürdigkeiten für Familien mit Kindern.

125 Jahre alt wurde das bunte Übersee-Museum im Jahr 2021 – die Schwerpunkte Mensch, Natur und Handel sind über alle Epochen geblieben. Die Präsentation sowie Themenschwerpunkte hingegen wurden immer wieder neu und spannend gestaltet. Unter dem Titel „Spurensuche“ arbeitet das Haus behutsam die eigene Geschichte auf, was bei traditionsreichen ethnologischen Museen notwendig und lehrreich ist. Zuletzt konnte das Haus mit der neuen Dauerausstellung „Der blaue Kontinent – Inseln im Pazifik“ überzeugen, weitere Schauen beschäftigen sich zum Beispiel mit Welten rund um Magie und Märchen. 

uebersee-museum.de

Hafenmuseum Speicher XI

Maritimes und mehr: das Hafenmuseum Speicher XI

Seit mehr als 20 Jahren präsentiert das Hafenmuseum Speicher XI auf 2.000 Quadratmetern die traditionsreiche Bremer Hafengeschichte. Zeitzeugen berichten von der Arbeit an Land und auf See. Besonders einladend: Man kann selbst viel Hand anlegen: Warenproben riechen und ertasten, Säcke hieven, Schiffe beladen oder Knoten schlagen. So wird das maritime Erbe noch erlebbarer. Für erwachsene Besucher spannend: anschauliche Beispiele zur Digitalisierung und Globalisierung des Schiffsverkehrs. Teil des Hauses ist auch das Kek Kindermuseum mit unterschiedlichen Themen, die speziell für Kinder aufbereitet wurden.

hafenmuseum-speicherelf.de

Focke-Museum

Stadtgeschichte, Moderne und mehr: das Focke-Museum

Zu sehen sind Ausstellungen zur Bremer Historie, außerdem gibt es im Focke-Museum eine Abteilung für Ur- und Frühgeschichte sowie regelmäßig Werkschauen zeitgenössischer Fotografen. Das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat in der Corona-Zeit beachtliche Teile seiner Sammlungen digital verfügbar gemacht – schön, um sich vorab einen Eindruck zu verschaffen.

focke-museum.de

Wilhelm Wagenfeld Haus

Auf den Spuren des Bauhaus: das Wilhelm Wagenfeld Haus

Das Wilhelm Wagenfeld Haus ist ein klassizistisches Baudenkmal inmitten der Bremer Kulturmeile, also in Nachbarschaft zum Theater am Goetheplatz, der Bremer Kunsthalle und direkt gegenüber des Gerhard-Marcks-Hauses. Der Namensgeber war nicht nur gebürtiger Bremer, sondern auch ein bedeutender Bauhaus-Schüler. Zu seinen bekanntesten Entwürfen zählen die Wagenfeldlampe sowie mehrere Teerservice. Nach seiner Ausbildung arbeitete Wagenfeld vor allem für große Auftraggeber wie Rosenthal und WMF. Themen der Sonderausstellungen im Wagenfeld Haus  – es gibt keine Dauer-Präsentation – sind Industriedesign und Alltagskultur.

wilhelm-wagenfeld-stiftung.de